Zwei Theaterstücke von Martin Schörle

Das Buch wurde mir von Martin Schörle (Autor der Theaterstücke) kostenlos zum Lesen und Rezensieren zur Verfügung gestellt. Meine Rezension basiert ausschließlich auf meinen persönlichen Leseeindrücken und wird durch eine Bereitstellung des Buches nicht beeinflusst.

Theater für die Couch

1. Stück: Nichtalltägliches aus dem Leben eines Beamten
Inhalt laut Verlag, Auszug:

Der kabaretteske Monolog »Nichtalltägliches aus dem Leben eines Beamten« beschert dem geneigten Leser Einblicke in das Leben des Vollblutverwaltungsgenies Hans Fredenbek, der sich in seinem ganz eigenen Gedankengewirr aus Aktenzeichen, Dienstverordnungen, statistischen Erhebungen zusehends verheddert. Es wird deutlich, dass er sich von dem Leben jenseits seines Büros nahezu völlig verabschiedet hat.

2. Stück: Einladung zum Klassentreffen
Inhalt laut Verlag, Auszug:

In ihrer Schulzeit hatten Marina und Carsten eine Liebesbeziehung. Nach 20 Jahren soll ein Klassentreffen stattfinden. So meldet sich Carsten, einer der Initiatoren, auch bei Marina, deren Leben nach Schicksalsschlägen zeitweilig aus den Fugen geraten war. Die gemeinsame innige Zeit ist für sie längst Vergangenheit, ein Früher. Aber an Carstens Gefühlen hat sich anscheinend nichts geändert.

Viel zu selten sehe ich mir Theaterstücke an und als mich der Autor fragte ob ich seine zwei geschriebenen Stücke lesen möchte, konnte ich nicht widerstehen. Theater für Zuhause – geht das? Der Flair fehlt, das Tragen der Rolle durch Schauspieler*innen geht verloren und doch wollte ich wissen, kann ich mich hineindenken? Mir ein Stück leserlich vor Augen führen?

Ich habe beide Stücke gerne gelesen. Ersteres lässt sich jedoch nicht mal eben weg lesen, obwohl es gerade mal um die 55 Seiten umfasst. Das zweite Stück hingegen konnte ich gar nicht aus der Hand legen. Vor beiden Stücken werden die Protagonist*innen darin kurz skizziert und das Bühnenbild beschrieben. Ebenfalls werden in beiden Stücken die unterschiedlichen Tonlagen in Klammern benannt, sowie auch verschiedene Handlungen.

Das erste Stück um den Beamten ist ein durchgehender Monolog und eben dies macht es nicht einfach zu lesen. Doch immer wieder richtet er sich an das Publikum, dies lockert das Lesen auf. Der Beginn ist humorvoll, die Geschichte provokativ und innerhalb weniger Seiten ändert sich die Grundstimmung des Gesagtem, des Protagonisten Fredenbek. Er nimmt es auseinander, das Leben und die Worte. Zwischen dem Wahnsinn eines Kürzels und dem Büroleben ist es ein Wechselbad zwischen Humor und Drama, doch mehr als die knapp 55 Seiten hätte es aufgrund des durchgehenden Monologs nicht haben dürfen. Denn genau das fordert! Theaterstücke gehören auf die Bühne und dort hätte mich diese Geschichte im Ganzen auch abgeholt.

Das zweite Theaterstück hat mich überzeugt und das trotz der darin zu findenden Romantik. Ich bin keine Romantikerin, aber diese Geschichte verbindet Humor, Romantik und Tragik so gekonnt miteinander, das ich einfach nur angetan sein kann! Anders als im ersten Stück, handelt es sich hier um einen telefonischen Dialog zweier Protagonist*innen in einem Zug – und dem andere Abteil (was habe ich über die heimlichen Zuhörer*innen gelacht!).
Auch hier findet sich eine Verzweiflung, eine Einsamkeit und ist doch gänzlich anders als das vorherige Stück. Es lässt sich durch den Austausch zweier Protagonist*innen nicht nur flüssiger lesen, sondern fesselte mich auch mehr. Die Begegnung zweier Menschen die eine gemeinsame Vergangenheit haben, aber sich fremd sind in der Gegenwart. Kann man dort ansetzen wo man aufgehört hat?

Zwei Theaterstücke, zwei Geschichten aus dem Leben, die leicht überzogen, aber absolut nachvollziehbar sind. Unser Beruf der einen großen Anteil unseres Lebens einnimmt und die Liebe, die ein ständiger Begleiter in den verschiedensten Formen ist. Beide Stücke unterhaltsam und beide kann ich mir sehr gelungen auf den Brettern die die Welt bedeuten vorstellen!

Rezension verfasst von © Janna
★★★★☆


– Weitere Eindrücke –
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                                                           Buchdetails
Titel: „Nichtalltägliches aus dem Leben eines Beamten | Einladung zum Klassentreffen“ (Zwei Theaterstücke)
Buchreihe: Einzelband
Autor: Martin Schörle
Verlag: Engelsdorfer
— Rezensionsexemplar —

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