„Werwölfe in Aremsrath“ | Tanja Hanika [Janna]

Das Buch von der Autorin Tanja Hanika kostenlos zum Lesen und Rezensieren zur Verfügung gestellt. Meine Rezension basiert ausschließlich auf meinen persönlichen Leseeindrücken und wird durch eine Bereitstellung des Buches nicht beeinflusst.

Untypischer Ausgang

Inhalt laut Klappentext:

1873 – Nachdem seine Familie von einem Werwolf getötet wurde, zieht es Paul zu seinem Onkel nach Aremsrath in die Eifel, wo er seine eigene Apotheke eröffnen möchte. Dort hilft er der Bürgerwehr im Kampf und Doktor Moriensius bei der
Suche nach einem Heilmittel gegen die Werwolfplage.
Minna ist ihm im Kampf gegen die Werwölfe eine besondere Hilfe und ein Lichtblick,
während das Misstrauen der Menschen untereinander wächst.
Ein Schauerroman, in dem die menschlichen Abgründe nicht weniger Gefahr verheißen, als die Werwölfe selbst.

Komischer Rezensionstitel? Nein! Denn ich kenne von Tanja Hanika bereits „Scream Run Die“ und „Der Angstfresser“ – ich weiß also, dass es bei ihr gerne blutig wird. Natürlich steht bei diesem #SPbuch ganz klar Schauerroman drauf, aber etwas zu seicht war mir der Verlauf dennoch.

Bevor ich aber nun auf den Inhalt und meine Eindrücke dazu eingehen möchte, muss ich das Cover einfach erwähnen! Etwas das für mich nicht unwichtig ist, in meinen Rezensionen aber nie viel Raum einnimmt. Hier habe ich mich gerade aufgrund des von Cathy gestaltetem Outfit des Buches für das Print und gegen das eBook entscheiden – es ist wirklich wunderschön anzusehen und gefällt mir unglaublich gut!

Und nein, die Geschichte steht dem nicht nach, hatte für mich hier und da aber Schwächen. Ob es nun daran liegt, dass ich anderes von der Autorin gewohnt bin oder eh keine zartbesaitete Leserin bin, vermag ich nicht zu sagen, aber es hätte gerne blutiger sein dürfen. Die Obduktionen sind detailliert beschrieben und ich erkenne auch so langsam ein Muster der Autorin – was mich persönlich absolut nicht stört, sondern so langsam Wiedererkennungscharakter erhält. Schade, dass das Gehirn im kommenden Buch von Tanja Hanika keinen Platz mehr findet. Aber ich schweife ab.

Eine dunkle Blutlache hatte sich um den Mann herum gebildet […] Das Mondlicht spiegelte sich sanft darin wie in einem See.
(S. 31)

Der Schreibstil ist sanft und fängt die Atmosphäre der Szenerien ein, was mir jedoch fehlte war die Brutalität der Werwölfe. Dies mag nun etwas makaber klingen, aber nachdem die Autorin einige Kampfszenen und den Blutrausch eines solchen Tieres eingearbeitet hat, hatte ich zum Ende hin diesbezüglich mehr erwartet. Ich kann mir vorstellen, dass gerade dieser Verlauf von vielen Leser*innen positiv wahrgenommen wird – für mich darf es jedoch gerne mal blutig sein.
Und leider war auch der Schauer nicht präsent genug. Ich brauche für eben dieses Gefühl ein düsteres Setting, was in dem Buch mitunter gegeben ist, sich für mich durch den eher positiven Verlauf jedoch aufhob.

Paul und Minna stehen im Mittelpunkt der Geschichte und es kam, was kommen musste, wobei Tanja Hanika dies angenehm eingearbeitet hat. Humor statt Schnulze, so mag ich das! Und besonders positiv fiel mir Minnas Schwester Martha auf – ein aufgewecktes und neugieriges Kind, welches sich nicht den Mund verbieten lässt. Von ihr hätte ich noch mehr lesen können, direkt eine Sympathieträgerin.

Salzige Tränen weint das Kind, die ich ihm gerne aus dem Gesicht lecken würde, bevor ich meine Fänge in sein Fleisch grabe, um das noch salzigere Blut zu kosten. 
(S. 55)

Nachdem ich die beiden Protagonist*innen kennen lernte, kam noch eine dritte Perspektive hinzu, sehr zur Freude meinerseits! Der Werwolf im Blutrausch, das Wissen über seine Taten und wie die tierischen Gelüste das menschliche Bewusstsein überrennen. Eine interessante Perspektive, die noch weitaus mehr Raum hätte bekommen dürfen, da mir diese Abschnitte unglaublich gut gefielen. Auch die Kampfszenen und Obduktionen waren sehr gut ausgearbeitet. Die Autorin hat die damalige Zeit, den Lebensstil und die Atmosphäre eingefangen und ließ mich dadurch mit Paul und Minna in der Bibliothek verweilen und in der kleinen aber gemütlichen Apotheke Kunden begrüßen. Ebenso erlebte ich das kleine Dorf aus der Perspektive des Werwolfes, den Gerüchen und Geräuschen und der Gier nach Fleisch und Blut.

Vor allem sagte mir der Gedanke hinter der Geschichte direkt zu, denn leider ist es oft genau jenes Verhalten, dass einem außerhalb der Bücher begegnet. Aus Angst wird Hass und Misstrauen und eben dies geschieht auch in dem kleinen Dorf Aremsrath. Bevor eine Bürgerwehr entsteht, verdächtigen sich die Dorfbewohner*innen gegenseitig, verbieten den Kindern miteinander zu spielen, denn es könnte ja sein … – nur ein kleiner Verdacht und eine Gemeinschaft zerbricht binnen kürzester Zeit.

Auch wenn mich die Geschichte diesmal nicht gänzlich für sich einnehmen konnte, freue ich mich wahnsinnig auf die im Herbst (2019) geplanten Hexen von Tanja Hanika! Hexen liegen mir auch deutlich mehr als Werwölfe und ich hibbel dann mal der Veröffentlichung entgegen!

Rezension verfasst von © Janna
★★★☆☆


1 Buch – 2 Meinungen
Kerstins Rezension
– Weitere Eindrücke –
angeltearz liest
I am Jane (mit Interview) •

Myna Kaltschnee •

Buchdetails | Anzeige |
Titel: Werwölfe in Aremsrath
Buchreihe: Einzelband
Autorin: Tanja Hanika
Verlag: Independently published | [Selfpublisher]
— Rezensionsexemplar —

2
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Steffi
Gast

Danke schön fürs Verlinken. <3
Ja, Hexen mag ich auch viel lieber als Werwölfe. Trotzdem hat mir das Buch ganz gut gefallen. :D

Habt einen tollen Abend!