„Wähle den Tod“ | Jutta Maria Herrmann

Das Buch wurde mir von der Autorin kostenlos zum Lesen und Rezensieren zur Verfügung gestellt. Meine Rezension basiert ausschließlich auf meinen persönlichen Leseeindrücken und wird durch eine Bereitstellung des Buches nicht beeinflusst.


Inhalt laut Verlag: 

Jana Langenfeld hat alle Brücken zu ihrem alten Leben eingerissen. Als liebevolle Gattin und Mutter lebt sie vor den Toren Berlins. Niemand ahnt, dass Jana nicht die ist, die sie vorgibt zu sein. Doch als sie eines Morgens den Familienhund tot im Garten findet, kehrt die Angst zurück, und mit ihr die Erinnerung an ein längst vergangenes Unrecht. Dann verschwinden Janas Kinder, und Jana muss erkennen: Wenn dich die Vergangenheit einholt, wird die Gegenwart zur Hölle auf Erden …

Zahltag!

Es passiert mir selten, ganz ganz selten, dass ich einen Charakter aus einem Buch nicht mag! Besonders, wenn es eigentlich die Person ist, um welche sich alles dreht. Hier mache ich jetzt mal kein Geheimnis draus – ich kann diese Jana nicht leiden! Basta. Ende. Aus!
Aber, ich mochte das Buch und die Geschichte, weil es mich irre beschäftigte, wie ein Mensch sich so verzetteln kann und vor allem, wie die Autorin es rüber gebracht hat. Kein Tüdeldi, sondern auf den Punkt. Es ist so wie es ist und damit musste ich klar kommen. Kein leichtes Unterfangen, aber ein Lesegefühl das mal so ganz anders und damit besonders war.

Es war wie ein kleiner Splitter unter der Haut, der ab und zu mal zwickte.
(S. 297)

Jana Langefeld – Mutter zweier Kinder, Ehefrau und ansonsten eher weniger ausgelastet, schleppt etwas mit sich herum. Es ist lange gut gegangen, was wohl auch an ihrem Bilderbuchleben liegt. Der Mann erfolgreich in der Politik unterwegs, die zwei Kinder Max und Anna gut geraten. Bis zu dem Morgen, als der Familienhund verschwunden scheint. Jana findet ihn und bereits hier merkte man dass diese Frau eine wahnsinnige Last mit sich herumträgt, denn ihr Handeln ist alles andere als rational.

Was ist ihr Geheimnis? Wieso agiert sie so seltsam? Warum ist Janas Vergangenheit tief in ihrem Herzen eingesperrt? Man erfährt alles, spät, passend zum Schluss im Buch und bis dahin ist ein langer aber gleichzeitig auch schneller Weg. Die Autorin hat es mit jedem Kapitelende auf die Spitze getrieben. Ein Cliffhanger nach dem anderen, was auch an den Perspektivwechseln liegt. Denn mal ist Jana an der Reihe und mal ihre Tochter Kim. Auch sie hat ein Geheimnis, was aber eher an ihrer jugendlichen Unwissenheit und der Versuchung des Erwachsenwerden liegt. Das sie sich dadurch in Gefahr begibt ahnt sie nicht, aber der Leser.

Spannung herrschte schon von Anfang an. Der Prolog hatte etwas zu bedeuten und doch habe ich ihn erst einmal komplett verkehrt gedeutet.
Durch den Klappentext lässt sich schon etwas erahnen, insbesondere da dort von Janas Kindern die Rede ist – das hatte mich im Vorfeld schon etwas gespoilert, denn so hatte ich eine wage Ahnung was kommen würde.
Was aber dann kam hat mich überrascht.

Dein ganzes bisheriges Leben ist ein einziges Lügengespinnst.
(S. 31)

Janas Vergangenheit wird immer präsenter und es zeichnet sich ein Bild ab, das so im Gegensatz zu ihrem jetzigen Leben steht. Mit jeder Seite blickt man tiefer in ihre Seele und trotzdem habe ich sie nicht verstanden. Vielleicht muss man Situationen selbst erleben um sie zu begreifen. Jana zu verurteilen wäre nicht gerecht und doch gab es wieder eine Situation, bei der mir ihre Kaltschnäuzigkeit so richtig aufstieß.

Hier hat Jutta Maria Herrmann einen Psychothriller geschaffen der das Thema um Schuld so richtig aufgreift. Es wird nicht besonders blutig und doch hat es das gewisse Etwas. Es geht um Jana, ihre Erlebnisse und ihre Sicht der Dinge. Ob man dies so alles akzeptiert, bleibt einem selbst überlassen.

Irgendwann habe ich verstanden was sie mit sich trug, aber begriffen habe ich es nicht! Eine alte Schuld zieht eine neue nach sich. Schon genial, was man sich so für Gedanken über eine fiktive Geschichte macht und vermutlich könnte man stundenlang darüber diskutieren und käme doch nie zu einem gleichen Ergebnis.

Nein, es gibt keine Entschuldigung.
(S. 200)

Rezension verfasst von © Kerstin
★★★★☆

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Buchdetails
Titel: Wähle den Tod
Buchreihe: Einzelband 
Autorin: Jutta Maria Herrmann
Verlag: Droemer Knaur
— Rezensionsexemplar —

Achtung – es geht noch weiter!
Am 13.08.2018 hat die Blogtour zu dem Buch begonnen – wer in den Beiträgen reinschnuppern möchte – es gibt von Montag bis Freitag viel Abwechslung, etwas zu gewinnen und eine Live-Lesung der Autorin. Interessiert? Dann *klick hier*

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