„TARGA – Immer wenn du tötest “ | B.C. Schiller

Das Buch wurde mir vom Autorenduo B.C. Schiller und dem Penguin Verlag kostenlos zum Lesen und Rezensieren zur Verfügung gestellt. Herzlichen Dank dafür, auch für die schöne Signatur :-*
Meine Rezension basiert ausschließlich auf meinen persönlichen Leseeindrücken und wird durch eine Bereitstellung des Buches nicht beeinflusst.

Inhalt laut Verlag

Sie findet dich. Sie tötet dich. Alles was bleibt, ist ein Bild aus deinem Blut. In einem stillgelegten Schlachthaus findet die Berliner Polizei die Leichen von drei jungen Menschen, allesamt blond und blauäugig. Ihre Körper sind bizarr in Szene gesetzt und enthalten fast keinen Tropfen Blut mehr. Der Verdacht fällt auf Freya von Rittberg, eine exzentrische Künstlerin, die mit dem Blut ihrer Fans Gemälde malt und gefährliche Mut-Challenges veranstaltet. Ihre Vorfahren haben eine dunkle NS-Vergangenheit, die bis in die Gegenwart reicht, und deshalb scheint jemand in der Regierung eine schützende Hand über Freya zu halten. Das BKA sieht sich gezwungen, seine beste Undercover-Ermittlerin einzuschleusen: Targa Hendricks heuert bei Freya als Bodyguard an. Sie verspürt keine Angst und hat nichts zu verlieren – bis Freya die einzige Schwäche von Targa entdeckt …

Pageturner

Dies ist der zweite Band um die Undercover-Ermittlerin Targa Hendricks und wieder hat das Autorenduo Barbara und Christian Schiller einen Thriller konstruiert, der sich in einem Rutsch weg lesen lässt und dabei mit allerhand Überraschungen aufwartet.

Wer Targa durch den ersten Band kennengelernt hat, weiß auf was man sich einlässt. Eine junge Frau, deren Start in das Leben eiskalt, einsam und verlustreich war. Nun, vielleicht ist sie genau deshalb so wie sie ist?
Einsam? Dabei hat sie nicht wirklich den Wunsch nach sozialen Kontakten (wenn man von ihrem treusten Begleiter Hund absieht).
Eiskalt? In Sachen Empathie ist sie jedenfalls nicht sehr offen und doch hat sie ein irre gutes Gespür für die Menschen und ganz besonders für dessen Abgründe.
Verlustreich? Ja, denn wenn Targa ermittelt, gibt es Opfer zu beklagen und zwar eine ganze Menge.

Sie ist dem Tod schon oft begegnet. Er macht ihr keine Angst.
(S. 20)

Targa ist direkt zu Beginn im Buch auf der Flucht. Untergetaucht wegen einer sehr persönlichen Sache, die schief gelaufen ist und doch wieder auch nicht. Da gibt es eine Geschichte aus ihrer Vergangenheit, die sie verfolgt und wegen der sie auf der Suche ist. Rachegelüste, die sich festgefressen haben und in ihrer Entschlossenheit eben diese Targa ausmacht. Eine wütende Frau, auch wenn sie kaum zu Emotionen fähig ist, scheinbar. Sie ist dennoch kein böser Mensch, was man sehr deutlich an ihrem Umgang mit bestimmten Personen merkt. Am deutlichsten ausgeprägt ist aber ihre Liebe zu Hund – ihrem Hund eben. Der Wegbegleiter und stumme Zuhörer, auch wenn er taub ist.

Nun kommt es zu einem erneuten Einsatz. Grausame Morde an jungen Leuten. Schauplätze – Schlachthöfe und somit viel Blut.
Die Mörderin wird einem sofort serviert, auf einem Silbertablett, mitsamt Namen und Background – Freya von Ritterberg.
Sie passt zu Targa wie Faust aufs Auge – eine ebenbürtige Gegenspielerin. Intelligent und gewissenlos und auch sie mit einer furchtbaren Kindheit.
Hier haben die Autoren eine Familiengeschichte eingeflochten, die mich sehr interessiert hat – die Lebensbornheime zu Zeiten des Nationalsozialismus. Freyas Großvater, einst eine Größe im dritten Reich, hat aus dem kleinen Kind diese grausame Frau geformt. Eine Halbperserin, der das arische Wesen eingebläut wurde und die nun auf der Suche nach ihrer wahren Identität über Leichen geht. Ein einst schuldloses Kind, geformt zu einer Killerin.

Aber ich kann machen was ich will. Ich bin einfach nur böse. Komm auf meine Seite.
(S.248)

Der Thriller hat alles, was ein Thriller haben muss. Eine Serienkillerin und eine taffe Ermittlerin. Beide so herrlich „schräg“ und „anders“, dass man ihnen folgen muss und dabei durch die Seiten fliegt.
Viele Hintergründe und Details, die stellenweise richtig blutig sind.
Einblicke in Psyche und Seele der Charaktere und durch die Emotionen oder eben Nichtemotionen, richtig lesenswert.

Das Targa und Freya sich unweigerlich begegnen, ist die logischste Konsequenz. Das aber ausgerechnet Freya etwas weiß, das Targa seit Jahren herauszufinden versucht, hat mich angenehm überrascht. Sieh an, sieh an, ganz gemein, weil man als Leser*in ja auch endlich Beschied wissen möchte. Es wird persönlich, auch zwischen Freya und Targa. Ein spannendes Katz und Maus-Spiel, bei dem auch so mancher Hund eine gewichtige Rolle hat.

Du kommst niemals in den Himmel! Dann fahren wir eben gemeinsam in die Hölle, Schwester.
(S. 343)

Wer den ersten Band nicht gelesen hat, kann in diesen hier dennoch problemlos rein springen. Targas erste Geschichte ist hierfür nicht unbedingt nötig, auch wenn es schon toll ist im Vorfeld zu wissen, was es mit Targas Vergangenheit auf sich hat. Warum Lundt ihr so wichtig ist und weshalb es ihr so problemlos gelingt mit ihrer Zwillingsschwester zu kommunizieren.

Ein Pageturner, der nach mehr schreit und das Autorenduo ist wieder so gemein uns und Targa im letzten Moment mit einem Cliffhanger zurückzulassen. Also, Band 3 wird es hoffentlich aufklären.

Ich liebe deine Direktheit, Targa, und wie du die Dinge immer auf den Punkt bringt.
(S. 368)

Rezension verfasst von © Kerstin
★★★★

Weitere Eindrücke –
Seehases Lesewelt °
Charleen´s Traumbibliothek °
Rolands Bücherblog °


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Buchdetails
Titel: TARGA – Immer wenn du tötest
Buchreihe: 2. Band 
Autoren: B.C. Schiller (Barbara und Christian Schiller)
Verlag: Penguin | [Random House]  
— Rezensionsexemplar —

Targa Hendricks – Reihe
Band 1 ~ „TARGA – Der Tag bevor du stirbst“
Band 2 ~ „TARGA – Immer wenn du tötest

8
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monerl
Gast

Liebe Kerstin,

der erste Teil konnte mich erst so richtig ab der Mitte und zum letzten Drittel überzeugen. Doch Targa mochte ich als Charakter und nun lese ich diesen zweiten Teil auch. :-) Der Schreibstil ist diesmal viel flüssiger und ich bin sehr gut ins Buch reingekommen. Ich freue mich nun auf das Katz-und-Maus-Spiel zwischen Targa und Freya. Bis jetzt (S. 120) gefällt mir dieser Teil schon viel besser als der letzte. Ich hoffe sehr, es bleibt so. Doch deiner Rezi nach muss ich mir eigentlich keine Sorgen machen.

GlG, monerl

Schurkenblog
Gast

Liebe Kerstin,
jetzt hast du mich neugierig gemacht. Ich hatte B.C. Schiller schon öfter im Visier, aber bisher noch kein Buch von dem Duo gelesen. Das sollte ich wohl wirklich ändern, nachdem ich deine Begeisterung gelesen habe.
Also wieder ein Buch mehr auf der Vormerkliste *schnauf*. :-)

Schönen Sonntag dir noch!

Gabi
Gast

Ich hadere noch mit mir, ob ich dieses Buch lesen möchte oder nicht. Der erste Band konnte mich nicht überzeugen, weil ich mit den Charakteren (auch Targa) nicht warm geworden bin und die Story mich auch nicht gepackt hat. Zu diesem zweiten Band lese ich aber nur begeisterte Meinungen. Soll ich also doch noch mal? Oder lieber nicht? Ich habe einfach das Gefühl, dass das Autorenduo und ich nicht kompatibel sind, doch bei so positiven Meinungen wie Deiner komme ich dann doch wieder ins Wanken ….
LG Gabi

Anja
Gast

Liebe Kerstin,
Teil 1 hat mich absolut begeistert und eigentlich wollte ich den zweiten Teil schon lange gelesen haben. Bisher bin ich noch nicht dazu gekommen das Buch überhaupt zu kaufen… Am Wochenende werde ich losziehen und mir das Buch endlich besorgen. Dank Deiner furioser Rezi wird es jetzt höchste Zeit.

Liebe Grüße Anja