„STURM“ | Uwe Laub

Da braut sich was zusammen

Inhalt laut Verlag:

Weltweit häufen sich scheinbar unerklärliche Wetterphänomene. Australien: Extreme Wasserverdampfung bringt Ökosysteme zum Einsturz. Sibirien: Nach einem signifikanten Temperaturanstieg taut der Permafrostboden. Gebäude sacken zusammen, Straßen und Städte werden zerstört. Deutschland: Das Olympiastadion in Berlin wird von einem Tornado verwüstet, in weiten Teilen Hannovers wüten Hagelstürme. Zahllose Tote und Verletzte werden geborgen, die Nation ist im Schockzustand. Es beginnt der Kampf gegen einen Feind, der uns alle umgibt …

Das Wetter – es gibt kaum ein anderes Thema über das alle schimpfen und sich doch keiner einig wird. Zu kalt, zu warm, zu schwül, zu trocken, zu windig…zum Glück kann es keiner ändern. Kann keiner? Irrtum!
Dank des Autors Uwe Laub bin ich eines besseren belehrt worden und das durch einen Thriller.
Soll ja keiner sagen Lesen bildet nicht.

Jetzt aber mal im Ernst.
Das Buch startet rasant mit unheilvollen Wetterkapriolen, die in einer Katastrophe enden und dermaßen gut beschrieben sind, dass es mich unwillkürlich fröstelte.

Alle starrten nach oben.
(S. 11)

Daniel Bender, einst erfolgreich in der Showbranche, schlägt sich mit seinem Jet-Stream-Weather-Channel durchs Leben und ist in Sachen Wetter immer up to date. So erlebt er einen Mördertornado im Berliner Fußballstadion live und in Farbe mit. Zusammen mit seinem Freund Leif landet er eher zufällig im Gebäude der Andra AG. Dort trifft er auf die dort arbeitende Laura. Allen drei ist klar, dass diese Wetterphänomene nicht normal sind und spätestens als ihnen ein Killer auf den Fersen ist, wird ihnen bewusst dass hier sehr mächtige und einflussreiche Menschen am Werk sind.

Was stürmisch beginnt, entwickelt sich mit jedem weiteren Kapitel zu einem ausgemachten Tornado. Der Autor hat da richtig was zusammen gebraut und bringt mit Hintergrundwissen viele Informationen und Erklärungen zu den Wettermachern. Dabei fühlt man sich dennoch nicht wie in einem erklärenden Sachbuch. Alles ist in die Story, die Dialoge und die Verhaltensweisen der Charaktere eingebunden. Was für eine Menge an Recherchen müssen dafür nötig gewesen sein?

Die Genre-Zuordnung Thriller passt sehr gut, wobei ich selbst die Bezeichnung Öko-Thriller noch mehr in den Vordergrund rücken würde. Das Wetter geht uns schließlich alle an und spielt auf der ganzen Welt eine tragende Rolle.

Da läuft etwas im Hintergrund ab, von dem wir nichts wissen.
(S. 193)

So schnell wie sich das Wetter ändern kann, bleibt die Qualität im Buch gleichbleibend auf hohem Niveau. Sehr viel Spannung, was auch an den verschiedenen Orten und Charakteren liegt. Man will es einfach wissen, die Sache mit den Chinesen und was sich da für ein Drama in Amerika abspielt.
Daniel und Lauras Rolle in der Story ist von Anfang an festgelegt. Sie sollen die Welt retten oder zumindest die aufhalten die dabei sind sie zu zerstören.

Insgesamt 57 Kapitel beherbergt das Buch. Darinnen ein paar gute, ein paar böse und solche die richtig übel sind. Es gibt Regen und Sonnenschein, Hagel und Sturm. Es wird rasant und stellenweise wieder ganz ruhig, quasi die Ruhe vor dem Sturm (haha, ich liebe diese Wortspiele). Auf jeden Fall wurde ich bestens unterhalten und durch den angenehmen, flüssigen Stil bin ich in einem wahnsinnigen Tempo durch das Buch geflogen.

Denn wer ins Feuer bläst, dem fliegen leicht Funken in die Augen.
(S. 312)

Im Buch gibt es dennoch eine Sache die mich störte. Die Vita von Laura war mir zu unglaubwürdig. Dabei spiele ich direkt auf ihren Sohn an. Der kleine Kerl hat zwar besonders zum Ende hin eine wichtige Rolle und bringt Lauras Reaktionen erst zum Vorschein, aber besonders in den anfänglichen Sequenzen konnte ich ihr Verhalten ihm gegenüber nicht nachvollziehen. Vielleicht sehen oder empfinden andere Leser*innen das anders, mir kam diese vernachlässigte Mutterrolle aber zu unglaubwürdig rüber.

Das Buch bietet neben der bereits erwähnten Spannung auch einiges an Action. Die Charaktere haben genug Tiefe die sie lebendig werden lässt – ich fand diesen Bishop ja klasse dargestellt.
Auch so mancher Blick in Richtung Politik und die Vorherrschaft diverser Staaten und Länder bei der Manipulation des Wetters lassen einen doch tatsächlich nachdenklich zurück und spätestens nach dem Buch, schaut man sich die Wolken am Himmel aus einem anderen Blickwinkel an.

„Wer Wind säht, wird Sturm ernten“ – also lasst die Finger von unserem Wetter!

Rezension verfasst von © Kerstin
★★★★

Weitere Eindrücke –
angeltearz liest °

Roland´s Bücherblog °
Andreas Bücherwahn °
Gabis Laberladen°
Thrillertante °


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Buchdetails
Titel: STURM
Buchreihe: Einzelband
Autor: Uwe Laub
Verlag: Heyne [Random House] 

10 Kommentare

  1. Hi Kerstin,
    deine Rezension macht mich mal wieder neugierig. Die ganze Zeit schleiche ich um diesen Titel herum, da ich ungewollt immer wieder an den „Schwarm“ von F. Schätzung denke und der mir sehr gut gefiel.
    Da sind dann meine Erwartungen an den „Sturm“ schon von vornherein sehr hoch *g*
    Nach deiner Rezension könnte dieser Titel aber tatsächlich etwas für mich sein! 🙂
    Liebe Grüße
    Ela

    1. Hallo Ela
      Schätzing geht viel mehr ins Detail, bei seinen Wälzern kein Wunder. Uwe Laub erklärt auch aber eben gut und verständlich und die spannende Geschichte im Sturm ist toll und sehr informativ
      Bestimmt was für dich 🙂
      Liebe Grüße
      Kerstin

  2. Liebe Kerstin,

    So eine Art Thriller ist ja auch auf jeden Fall mal was anderes!
    Und schön zu hören, dass es dann auch noch gut gelungen Ist. Dann hat es sich ja richtig gelohnt für dich 🙂
    Und ja, wortwitze dieser Art sind wirklich immer lustig

    Liebste Grüße
    Jenny

    1. Hallo Jenny
      es hat mich stellenweise sehr überrascht was so alles möglich ist und vor allem was manche Staaten sogar machen. Eingriffe in die Natur bergen immer ein Risiko und man merkt ja selbst bei der ganzen Klimaerwärmung und Co das da so manches aus den Fugen geraten ist.
      Wäre die Sache mit der Mutter-Kind Geschichte nicht gewesen hätte es 5 Sterne gegeben.
      Liebe Grüße und hab noch eine schöne Woche
      Kerstin

  3. Das Buch klingt wirklich super! Ich lerne irgendwie ständig was beim Lesen, vor allem von Thrillern 😉 Ich bin sowieso gerade auf den Geschmack von Thrillern gekommen und auf der Suche nach Tipps – um so größer die Gefahren, umso besser 🙂

    1. Hey
      gefährliches Lernen ist auch mal was anderes 😉
      Das Buch hat echt ein paar Dinge parat die mich sehr überrascht haben und vor allem im Nachwort des Autors gab es nochmals einiges an Input.
      Liebe Grüße
      Kerstin

  4. Für mich war Uwe Laubs „Sturm“ auch eine tolle Neuentdeckung und ich habe „Blow Out“ schon fest auf meiner Leseliste stehen.
    Deinen Kritikpunkt was Lauras Verhalten als Mutter angeht, teile ich voll und ganz. Auch wenn ich selbst keine Kinder habe und vielleicht nicht so den mütterlichen Blick, ist mir doch aufgefallen, dass sich Laura in dieser Beziehung manchmal nicht ganz so verhalten hat, wie ich es erwartet hätte. Zum Glück war das aber nur ein kleiner Kritikpunkt, der meinen super Gesamteindruck nicht wirklich geschmälert hat.
    Hab einen schönen Sonntag!
    LG Gabi

    1. Hallo liebe Gabi,
      das Buch „Blow out“ hab ich schon fest im Auge. Mir hat der Stil ungemein zugesagt.
      Die Sache mit Laura und ihrem Sohn hat mich immer wieder inne halten lassen. Eigentlich neige ich ja dazu in Ausnahmesituationen eher mal über so was wegzusehen aber hier war es dann doch zu viel bzw zu wenig Verhalten bei der Mutter. Ansonsten fand ich es richtig rund. Ein tolles Buch.
      Liebe Grüße zurück
      Kerstin

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