#SPbuch-Kalender Tag 20 | Nika Sachs

| Werbung | Dieser Beitrag entstand innerhalb der Aktion „#SPbuch-Kalender, Adventszeit mal anders“ und basiert ausschließlich auf meinen persönlichen Leseeindrücken, Interesse an den Autor*innen und selbst kreierten Fragen. Da innerhalb dieser Beitragsreihe Autor*innen (aus dem Selfpublishing-Bereich) sowie Verkaufs- und Medienportale vorgestellt und verlinkt werden, sind wir leider dazu verpflichtet, darauf im Eingangswort hinzuweisen. Abmahnungen können wir uns als Freizeit-Bloggerinnen nicht leisten.

Janna im Kneipen-Gespräch mit der Autorin Nika Sachs
und zwei ihrer Protagonistinnen

Foto © Nika Sachs

Willkommen zum etwas anderen Plausch!
Eine Autorin, zwei ihrer Protagonistinnen und ich als Bloggerin.

Stellt Euch vor wir sitzen in einem kleinen Kneipen-Café. Ein gemütliches, grünes Sofa, ein runder Tisch, Stühle und Sitzkästen drum herum. Ein leichtes Gemurmel anderer Gäste ist zu vernehmen, das Geräusch von Gläsern und der Duft von Kaffee. Inmitten dieses Flairs sitzen vier Frauen. Nika Sachs, Inga, eine namenlose Frau und Janna. Lachen. Besteck auf und neben den mit Kuchen befüllten Tellern. Verloren inmitten ihres Gesprächs.

Janna: „Ich frage mich noch, immer wie es sein kann, sich ohne Vorstellung kennen zu lernen. Namenlos durch Gespräche zu schweifen?!“

Namenlose: “Aufregend! Sich mit dem Namen vorzustellen, die Nummern auszutauschen und vom Familienstand bis zum Gehalt alles gleich auf den Tisch zu legen, kann ja irgendwie jeder. Für mich war dieses erzwungene Geheimnis wie eine Reise zu mir selbst. Ich meine, ich musste ganz bewusst darüber nachdenken, wer ich eigentlich bin, was mich ausmacht. So wollte ich auch etwas über den Mann erfahren, ohne voreingenommen zu sein.”

Janna: Das klingt aufregend! Und ganz anders als die Geschichte von Luc und Inga. Natürlich seid ihr alle drei Frauen sehr unterschiedlich. Was würdet ihr, oder zumindest eine von euch, als Gemeinsamkeit nennen?

Nika: “Das ist eine gute Frage! Wahrscheinlich die Neugierde, sich dem Leben zu stellen, auch wenn es nicht immer gute Überraschungen sind, die es für einen bereithält. Und die Hoffnung, dass ein guter Austausch zu einem guten Miteinander führt.”

Die beiden anderen nicken.

Janna: Der Austausch ist etwas, das mir bei euch allen bereits begegnet ist. Und ich liebe den jeweiligen Tiefgang in Gewand einer Leichtigkeit darin! Unschöne Überraschungen sind ja immer wieder Herausforderungen die einem begegnen. Ich neige manchmal dazu, mich davon überschwemmen zu lassen. Wie ist euer Weg, um dann wieder Luft holen zu können?

Inga: (grinst) Das darf man ja keinem sagen, aber ich hab mal eine Zeit lang versucht, Mandalas auszumalen, wenn ich spontan sauer auf die Kerle und mein Leben war. Aber das machte mich nur noch hibbeliger. Also, am Ende putze ich meist. Oder ich quäle das Saxophon. Als es mir dauerhaft so mies ging und ich nicht vorankam, mit meinen Gedanken, hat mir Musik echt geholfen. Und natürlich viel darüber reden.”

Namenlose: “Ging mir nach der Trennung von Areano auch so. Ich musste einfach viel mit Leuten darüber reden die mir nahestanden. Am besten waren die Gespräche, in denen ich nicht einfach Recht bekam, sondern gefragt wurde, was ich dazu beitragen kann, meinen Standpunkt besser zu kennen und zu hinterfragen.

Nika: “Probleme sind oft eine Sache des Standpunktes. Wenn man sich beim Nachdenken aus der eigenen Komfortzone heraus, in die Gegenposition, bewegt, lernt man meist, kreativer und effizienter an Lösungen zu arbeiten oder Veränderungen anzunehmen, die man nicht abwenden kann.

Janna: Ich denke an dieser Stelle identifiziere ich mich mit Inga – Versuchen abzuschalten, abzulenken und sich dem Leben zu stellen. Aber ich glaube es wäre auch grundlegend Inga, in der ich mich wieder finde. Aber ich schwärme ja auch für Luc (grinst). Ebenso ziehen mich auch weitere fiktive und reale Menschen in ihren Bann – Gibt es solche auch bei euch?

Alle nicken.

Inga: “Klar, ich lese ja sehr viel und ich ertappe mich schon auch dabei, dass ich in Geschichten voll eintauchen kann und sie mir noch ewig durch den Kopf gehen. Ich bin zum Beispiel ein großer Fan der Unendlichen Geschichte. Da würde ich gerne mal einen Tag verbringen! Ansonsten nehme ich mir persönlich Menschen zum Vorbild, die sich selbst nicht so ernst nehmen und das Leben umarmen, wie es ist.”

Namenlose: “Ja, wir sind alle keine lebenden Wunder. Das, was uns stark sein lässt, sind die kleinen Dinge im Leben. Der Mut, etwas zu verändern, sich neu zu orientieren oder ins Ungewisse aufzubrechen.”

Nika: “Vor allem auch, das Leben auszuhalten, wenn es gerade nicht gut ist. Man darf alles scheiße finden, trauern, wütend sein. Aber sich darin zu verlieren, sodass man nicht mehr hinausfindet, finde ich eine schlimme Vorstellung.”

Janna: Diese Vorstellung finde ich auch beängstigend und doch nachvollziehbar … Ich denke aber genau deswegen bin ich von deinen Worten so verzaubert Nika. Besonders “Schneepoet” hat mich absolut gefangen genommen. Luc flieht zunächst vor allem und baut sich seine Mauer auf, die nach und nach jedoch wieder zerbricht. Schmerzvoll auf der einen Seite und dennoch guttuend.

Nika: “Mir ist bewusst, dass Lucs Geschichte schwer zu ertragen ist und man sich oft denkt, dass er doch JETZT ENDLICH aufwachen und erwachsen sein muss! Und das passiert nicht, weil man in der realen Welt ein tiefsitzendes Trauma, Schuldgefühle und eine falsche Selbstwahrnehmung nicht einfach durch ein gutes Erlebnis oder eine Chance aufarbeitet. Dazu muss man sich entwickeln, eine größere Menge an Erlebnissen und neuen Erfahrungen wachsen lassen. So eine belastet Psyche ist nicht nur fragil, sondern auch stark mit den negativen Erfahrungen verbunden. Sie geben einem Halt, auch wenn sie nicht gut sind. Scheitern ist etwas Verlässliches, der Mensch braucht Struktur und nimmt leider auch die Fehlschläge im Leben als intensive Struktur in sich auf.

Janna: (Nickt zustimmend) Intensiv sind vor allem die Extreme. Wie ihr euch aus einem Tief herauszieht durfte ich im Kleinen erfahren. Wie geht ihr mit dem anderen Extrem um? Ich finde, dass auch so genannte Glücksmomente einem den Boden unter den Füßen wegziehen können. Ich weiß in solchen Situationen im ersten Moment nicht wohin mit mir, was tut ihr, um euch einzufangen?

Nika: Für mich ist jedes extreme Hoch eine Inspirationsquelle und ein Energieschub. Deswegen lasse ich mich so hoch fliegen, wie nur irgend möglich. Man darf meiner Meinung nach alles ausnutzen, das einem so im Leben an Emotionen begegnet.

Namenlose: Ich bin da eher vorsichtig, wie man vielleicht in meiner Geschichte festgestellt hat. Glücksmomente sind für mich fragil, ich will mich möglichst sicher fühlen, mich nicht zu früh zu freuen.

Inga: Ach, wisst ihr … Was ist schon Glück? Oft sind doch die ganz kleinen Dinge schon extreme Glücksmomente. Ich versuche einfach, mit offenen Augen durchs Leben zu gehen und mich an allem zu erfreuen.

Janna: Wundervolle Antworten und wundervoll verschieden! Wie sieht es mit den kommenden Weihnachtstagen aus – welche Gefühle ruft dies hervor?

Inga: O Pannenbaum?

Namenlose: (schaut zu Inga) nickt und lacht

Nika: Weih-was?

Janna: Also kein Fest mit Traditionen für euch? Keine Familienstreitereien, Gin-gelage und Völlerei? (lacht)

Alle drei: Gin!

Nika: Früher war es das mal für mich, aber mittlerweile ist da so viel Leben passiert, dass ich es nicht mehr so genießen kann. Vielleicht kommt das irgendwann wieder.

Inga: Bei uns ist es immer chaotisch, aber ich gestehe, ich mag das schon irgendwie. Es gibt immer Diskussionen um die Auffassungen von Abläufen am 24. Meine Eltern sind da nicht so sehr traditionsgebunden, aber mein französischer Teil der Familie ist sehr penibel mit der Gestaltung ihres “Traum(a)”-Weihnachten.

Janna: Ich stelle mir Weihnachten mit Luc und Silas herrlich unterhaltsam und Tiefgründig vor, da würde ich gern Mäuschen spielen!

Inga: Das sagst du nur einmal und dann nie wieder … Nein, Spaß. Es ist immer eine Ansammlung von Themen, die man natürlich NUR an Weihnachten mit der Familie besprechen kann, weil alle gezwungen harmonisch miteinander umgehen. Da kann man schon mal Probleme ansprechen, die sonst gleich einen Weltkrieg lostreten würden. Aber am Ende ist es immer so, dass alle überfressen, betrunken und oder zu faul für Streit sind. Ganz normaler Wahnsinn eben.

Nika: Viel Familie, viel Blabla. Das ist ein Gesetz!

Janna: Ich bin ja ein kleiner Weihnachtself, aber ich glaube es gibt kaum jemanden, der eben dies nicht kennt?! Ich finde, wir starten ein Alternativ-Weihnachts- … na komm Nika, du Wortschöpferin. Wir vier bezahlen gleich, holen Gin und Zutaten für Kekse, ziehen Weihnachten einfach vier Tage vor und erfinden es neu! Brauchen nur noch einen Namen für solch einen besonderen Tag!

Nika: Ha, das ist eine sehr gute Idee! Wir treffen uns zu einem beGINlichen Fest der Freundschaft, Kreativität und chaotischen Huldigung von Katastrophen!

Janna: BeGINlich! Ich bin verzückt! Und was backen wir feines? Irgendwelche Vorlieben? Süß, Deftig, alles?!

Namenlose: Na, SPEKULATIUS natürlich (zwinkert)

Inga: Aber hoffentlich nicht den, mit dem BOSS-Mantel?

Nika: Wieso? So einen Traummann backen – da wäre ich dabei.

Alle lachen.

Janna: Ist mir auch wurscht! Ich bin bei Spekulatius hängen geblieben und hab gerade dezent Lust auf einen beGINlichen Abend mit euch! Nun fehlt noch Musik – Lieblingslieder?

Nika: Ich darf echt nicht sagen, dass ich Weihnachten letztes Jahr mit Techno und 90er Hits gefeiert habe … Aber wenn es doch mal besinnlich sein soll, dann Harfenmusik und alte Volksweihnachtslieder.

Janna: Jetzt nicht dein Ernst?! (lacht) Ich setzte dann mal auf Inga oder unsere Namenslose.

Inga: Alles, bloß nicht …

Namenlose: Die verbotenen Ohrwurmtitelsongs von …

Nika: Pfui! (lacht)

Janna: (stimmt ins Lachen ein) Egal was, das wird gut, so oder so! Wir haben Gin und Spekulatius und werden damit die Weltherrschaft an uns reißen! Los Ladies, einkaufen und einen beGINlichen Abend erleben! Ich kann mich an dem Wort gar nicht satt reden!

Nika: Und dann suchen wir den Gin des Lebens bei philosophischen Gesprächen? Superidee! (grinst)

Janna: Ich bin verzückt! Los geht’s!

Die Frauen stehen auf, nehmen ihre Jacken und greifen nach ihren Taschen. Fröhlich gestimmt verlassen sie das Kneipen-Café.

Postkarte © ‘Grafik Werkstatt einzigARTig’

Wem der männliche Part in dieser Runde fehlt, sollte sich auf Zehenspitzen zu Elea Brandt bewegen und die Tür ihrer Räumlichkeiten leise öffnen. Vielleicht habt Ihr den passenden Moment erwischt und sie sitzt gerade mit Luc, in einem vertieften Gespräch auf ihrer Couch.

Falls Ihr neugierig auf Nikas Geschichten seid,
dann schaut gerne bei meinen Rezension zu den Romanen vorbei:

> “Namenlos” (Debüt)
> “Sehnsuchtsfluchten” (Anthologie)
Das Luc-Versum:
> “Schneepoet” (Band 1)
> “Am Horizont Schwarz” (Auskopplung, Prequel)
> “Karmapoet” (Band 2)
> “Abseitsliebe” (Band 3)
> Band 4 ist in Arbeit

Ihr wollt mehr über die Autorin Nika Sachs erfahren oder ihr folgen? Dann bitte hier entlang:
> Nika Sachs


Grafik © tolino media

Neugierig wer sich alles hinter dem #SPbuch-Kalender verbirgt? Dann *KlickMich* und Ihr gelangt zur vollständigen Übersicht!

AUFGEPASST!

Bei unserem letzten Beitrag am 24.12.1018 rund um den #SPbuch-Kalender solltet Ihr bei uns (KeJas-BlogBuch) vorbeischauen, denn es warten noch Überraschungen auf Euch!
Kleiner Tipp? Es gibt Geschenke, schließlich ist an dem Tag Heilig Abend.

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Anja aka Ana
Gast

Hallo liebe Janna!

Was für ein tolles Interview.
Das hat richtig Spaß gemacht zu lesen.

Ich glaube, das ist das originellste, was ich seit langem gelesen habe.

Besinnliche Resttage bis Weihnachten.
Deine Anja