#SPbuch-Kalender Tag 2 | Julia von Rein-Hrubesch

| Werbung | Dieser Beitrag entstand innerhalb der Aktion „#SPbuch-Kalender, Adventszeit mal anders“ und basiert ausschließlich auf meinen persönlichen Leseeindrücken, Interesse an den Autor*innen und selbst kreierten Fragen. Da innerhalb dieser Beitragsreihe Autor*innen (aus dem Selfpublishing-Bereich) sowie Verkaufs- und Medienportale vorgestellt und verlinkt werden, sind wir leider dazu verpflichtet, darauf im Eingangswort hinzuweisen. Abmahnungen können wir uns als Freizeit-Bloggerinnen nicht leisten.

Janna im Wald mit Julia von Rein-Hrubesch

Foto © Sonja Sechi-Dotzer

Ich freue mich sehr, Euch nach langer Zeit endlich mal wieder einen Austausch, ein kleines Interview, mit einer Autorin vorstellen zu dürfen. Julia gewährt uns einen kleinen Einblick in ihr Schreib-Leben und hat obendrauf noch etwas ganz Besonders mitgebracht!

Julia ist eine poetische Autorin und liebt die Natur. Stellt Euch für dieses kleine Gespräch vor, wir säßen in einer Hütte im Wald. Draußen dämmert es bereits, innen knistert der Kamin. Julia und ich sitzen auf der Couch, die etwas entfernt vor dem Kamin steht. Ein roter Teppich dazwischen, warme Getränke und das ‚Paradies‘ in der Hand.

Janna: Ich kenne bereits verschiedene Geschichten aus deiner Feder. Dein aktuelles Buch „Dein Paradies wächst“ liegt bislang noch ungelesen bei mir – was erwartet mich darin?

Julia: Viele Rätsel. Um ihnen auf den Grund zu gehen, erfordert es Mut.

Janna: Mut? Das klingt nach einer Geschichte mit Tiefe und Konfrontation. Ähnlich wie in „Das Flüstern der Pappeln“?! Ebenfalls eine Geschichte von dir, die mich forderte, weil ich mich selbst darin fand, und die mich völlig einnahm. Könnte man sagen, dies ist dein Stil? Poetisch den Menschen, dem Menschsein, auf den Grund zu gehen?

Julia: Ja. Das gefällt mir! Mit Worten kann man malen. Ich möchte Bilder malen, die zu Geschichten werden. Die Poesie erlaubt mir, gleichzeitig zurückzuhalten und einzufordern. So kann sich jeder Leser das mitnehmen, was ihm beliebt. Was er braucht. Auf der anderen Seite erfordert es eben Mut, da ich zum Beispiel in „Dein Paradies wächst“ viel einfordere.

Janna: Ich glaube, mit dir könnte man wundervoll über die Welt und ihre Menschen philosophieren. Ist es das, was du regelmäßig machst? Ob mit Freunden, Familie und anderen Autor*innen, oder ist dies etwas, dass du voll und ganz in deinen Geschichten auslebst?

Julia: Auf jeden Fall! Ich philosophiere unheimlich gern über das Leben und die Menschen. Im Gespräch mit den „echten“ Menschen ist das schwieriger. Wenn ich schreibe, habe ich einen anderen Zugang zu Worten und dem, was ich sagen will. Es ist wie Magie. Außerdem widersprechen meine Figuren nicht so oft wie die realen Menschen *grinst

Janna: Könnte man sagen, das ist das Merkmal deiner Geschichten, die Magie darin? Natürlich würden wohl auch andere Autor*innen ihren Schreibprozess so beschreiben, aber ich als „deine“ Leserin kann dir versichern, es ist magisch, deine Geschichten zu lesen. Du bist tiefsinnig und fordernd, ohne zu überfordern, nahmst mich schon mehrfach auf eine Reise mit, ließt mich abtauchen. Du gibst Anstöße, aber überlässt doch einiges deinen Leser*innen.

Julia: Oh, das ist ein großartiges Kompliment für jeden Leser, vielen Dank! Ja, der Schreibprozess ist Magie für mich, aber ebenfalls harte Arbeit. Wenn das Resultat sich ebenfalls magisch anfühlt, bin ich überglücklich. Das Recht, das zu beurteilen, hat natürlich jeder Leser für sich. Fordern, ohne zu überfordern, ist eine der Bestnoten, die Du mir ausstellen kannst! Diesen Anspruch habe ich immer an mich. Wobei „Dein Paradies wächst“ meine bisher höchste Anforderung an den Leser ist. Leser, die auf alles eine Antwort wünschen, sind nach dem Lesen … wie sage ich es am besten … unbefriedigt.

Janna: Oh, das macht mich noch neugieriger auf dein Buch und ich bin mehr als froh, es bereits bei mir liegen zu haben! Aber es  soll ja Leser*innen geben, die noch keine Geschichten von Julia gelesen haben. Oder solche, die bereits auf das nächste Buch warten. Hier werden nun alle auf ihre Kosten kommen! Julia hat eine Geschichte für uns geschrieben, speziell für diesen Kalender. Dafür ein dickes Danke an sie und die Bitte an Euch, nichts aus dem Text herauszukopieren und weiterzugeben!!

Seelenknechter

Schwarz färbte sich das Wasser, das auf das Ufer zukam. Auf dem Meer, weit draußen, sah es blau aus, mit einer Krone aus schäumender Gischt. Kehrte es an Land zurück, wurde es dunkler und dunkler. Das Meer war ein Feld aus wogenden, tiefblauen Halmen. Sein Lied war ein schauriges, gesungen von Kreaturen, die kein Mensch je gesehen hat. Nun, es gibt Ausnahmen.

„Du willst wohin?“ Basti hatte sich vorgenommen, sich auf die Zwiebeln zu konzentrieren, die vor ihm auf dem Schneidebrett lagen. Wenn man ein Messer in der Hand hielt, das eher eine Machete war, schien jede Art von Ablenkung unklug. Saudämlich traf es wohl auch. Entgegen dieses Vorsatzes schnellte er herum. Chris hob die Hände. „Pass auf Alter! Nachher hackst du noch wem die Rübe ab mit dem Ding!“
Basti ließ das Messer sinken. Die Zwiebeln trieben ihm die Tränen in die Augen. Das nervte. „Wenn, hab ich gute Gründe. Du kannst jetzt unmöglich in den Ort fahren wollen. Wegen ein paar Äpfeln.“
„Ich brauche sie für das Rezept“, sagte Chris.
„Ich brauche sie fürs Rezept“, äffte Basti ihn nach. „Und wenn schon. Lass sie von jemandem mitbringen. In zwei Stunden ist hier Halli Galli und du musst noch ein bisschen was machen.“
Chris grinste. Seine Mundwinkel zogen sich weit auseinander und zeigten die obere Reihe makelloser Zähne.
„Was?“, fragte Basti.
„Gar nichts, mein liebster Gastgeber.“
„Ach halt die Klappe.“ Basti drehte sich um und widmete sich den Zwiebeln.
Chris hob die Arme. „Hey, du wolltest doch die Party hier! Und jetzt brauch ich rote Äpfel, okay? Damit alles perfekt wird. Wollten wir es nicht perfekt?“
„Ja, ist ja gut.“ Basti maulte, doch es war nur Theater. „Hau ab. Fahr vorsichtig.“
„Mach ich“, rief Chris schon im Gehen. „Brauchen wir sonst noch was?“
„Roten Pfeffer und Chilli. Aber Schoten, kein Pulver!“
„Alles klar“, plärrte Chris von unten und Basti lächelte vor sich hin. Die Party würde wundervoll werden. So, wie sie es sich vorgestellt hatten.
Er machte den Fehler und wischte sich mit der Hand übers Gesicht. „Ach, Scheiße.“ Das Messer legte er zu den Zwiebeln auf das Brett, bevor er sich die Hände wusch. Über der kleinen Spüle gab es ein Fenster, eines von vielen. Basti ließ das warme Wasser über die Haut laufen und blickte hinaus. Schwärze. Kälte. Das Meer. Manchmal erschien es ihm wie ein schwarzer Teufel. Meist in der Nacht. Am Tag war das Wasser ebenfalls dunkel, doch es schien lebendig. Ging die Sonne unter und der Mond auf, verwandelte sich das Meer. Es starb. „Doch es stirbt nur den Tod der Menschen.“ Basti erstarrte. Wer hatte diese Worte gesprochen? Er selbst? Ja, es war seine Stimme gewesen, die er gehört hatte. Er lehnte sich nach vorn, soweit es die Anrichte der Küche zuließ. Das schwarze Wasser kam näher und näher. „Hallo?“, flüstere Basti. „Ist da wer?“ Draußen auf dem Meer sah er ein Licht. Er runzelte die Stirn. Es konnte unmöglich jemand heute Nacht unterwegs sein. Es war schon bei gutem Wetter und Tageslicht hirnrissig, vor der steinigen Küste mit dem Boot rumzuschippern, doch heute war es das besonders. Es stürmte. Das Wasser war wütend und schlug mit kalten, nassen Peitschen gegen messerscharfe Felsen. Basti blinzelte. Das Licht war verschwunden.
Zurück an seinem Arbeitsplatz seufzte er. Seit er hier lebte, war nichts mehr wie vorher. Er sah seltsame Dinge und sprach Worte, von denen er nicht wusste, woher sie kamen. Chris ging es ebenso. Sie beide mochten ihr neues Leben, so hatten sie es sich vorgestellt. Bisweilen war es eben nur etwas … gruselig. Er grübelte. Nun, da er allein in dem Leuchtturm war, hatte er Angst? Nein. Er wollte an keinem anderen Ort der Welt sein. Er wünschte nur, dass er wüsste, was das Meer ihm sagen wollte. Chris war anderer Meinung. „Wieso sollen wir alles wissen? Nur weil wir über dem Wasser leben, gehört es uns nicht.“ So oder so ähnlich sprach er immer, wenn sie sich darüber unterhielten. Er hatte recht. Das Meer gehörte niemandem. Doch es sollte ja nicht all seine Geheimisse preisgeben. „Aber wenn zu mir sprichst“, sagte er nun vor sich hin, „durch meinen Mund, will ich schon wissen, was du meinst. Wenn es etwas gibt, was du teilen willst, musst du es auch tun. Dieses mystische Geschwafel bringt doch niemandem was.“ Er zog den Kopf ein. Vielleicht sollte er mit etwas mehr Respekt sprechen. Immerhin waren sie der Gunst des Wassers ausgesetzt. Das Meer umspülte das Fundament des Leuchtturmes. Basti und Chris lebten seit sieben Wochen hier, doch der Turm stand seit einem Jahrhundert. Das Fundament ist unbeschadet, und das will etwas bedeuten. So hatte Tom zu ihnen gesprochen, immer und immer wieder. Chris hatte sich geschworen, ihm zu gedenken.
Wächter Wächter Seelenknechter stand auf einer Holztafel über dem Eingang des Leuchtturmes. Basti fragte sich jeden Tag, was es bedeuten möge.

Nach einer halben Stunde kehrte Chris zurück. Die Zwiebeln waren fertig geschnitten und schmorten mit dem Fleisch im Ofen. Es würde ein Festmahl werden. Im ganzen Turm roch es nach Schmorbraten.
Chris schwenkte den Beutel über dem Kopf. „Ich hab alles bekommen. Unglaublich, dass der Tante Emma Laden an Heiligabend geöffnet ist. Ich glaub, die feiern da alle dort.“
„Kann gut sein“, sagte Basti. „Die Tante Emma ist sehr beliebt, auch wenn sie ein bärtiger Typ ist und Barschmann heißt.“
„Oder genau deswegen“, flötete Chris und schüttete seine Ausbeute auf der Anrichte aus. „Ich bereite jetzt den Cocktail vor. Und hier sind deine Schoten und der –„
Über ihren Köpfen ertönte ein Knall.
Sie blickten sich an.
„Was war das?“, fragte Chris.
„Du hast es auch gehört?“ Basti schaute wieder aus dem Fenster.
Chris zog die dichten, schwarzen Brauen zusammen. „Was meinst du damit?“
„Der schwarze Teufel“, sagte Basti gedankenverloren. „Schwarz wie deine Haare.“
Chris schwieg.
„Vorhin war da ein Licht“, flüsterte Basti nach einer Weile. „Auf dem Meer.“
„Das kann nicht sein. Es herrscht Sturmwarnung.“
„Das weiß ich.“ Basti sah nicht hinaus. Er dachte an Tom. Sie hatten geschworen, sein Vermächtnis in Ehren zu halten, als sie den Turm gekauft hatten. Kein Wort war gesprochen worden. Der Schwur schwebte still über ihnen. Er dachte an den Schwur und Chris` schwarze Haare. Vor dem einen fürchtete er sich, das andere liebte er.
„Ob zu dem Vermächtnis die Stimmen gehören?“, fragte er, wieder leise.
„Welche Stimmen?“ Chris sah nicht allzu überrascht aus, also hatte er sie auch gehört. Oder?
„Die aus dem Turm. Oder dem Meer. Was weiß ich.“
Chris blickte auf das Meer. „Das Licht. Ich sehe es. Scheiße, was, wenn da jemand in Not ist?“
„Das dachte ich auch.“ Basti wollte nicht hinaus sehen. „Ist es noch so weit draußen wie vorhin?“
„Es sieht nah aus. Vor der Küste.“
„Der Scheinwerfer ist geplatzt“, sagte Basti, und Chris‘ Kopf schnellte herum. „Was?“
„Das Geräusch eben. Das Leuchtturmlicht ist kaputt. Das war der Knall gewesen.“
„Alter, du machst mir Angst.“ Chris sah blass aus.
Basti machte sich selbst Angst. Die Worte, die er sprach, waren nicht seine. Sie gehörten einer Kreatur. Sie kam näher.
„Basti?“ Chris packte ihn an den Schultern. „Geht es dir gut?“
Er konnte nichts mehr sagen. Er wollte sich nicht benutzen lassen.
„Sollen wir hinausgehen? Hinunter ans Wasser? Wir könnten nachsehen.“ Chris kannte ihn gut. Er ahnte, was er dachte. Und er war in der Lage, schöne Worte zu benutzen. Hinunter war ein schönes Wort. Basti nickte.

Es war eiskalt. Der Wind fegte über das Wasser und um den Leuchtturm herum. Chris hielt Bastis Hand und zerrte ihn mit sich. Zusammen kletterten sie über die spitzen Steine, bis Schuhe und Hosen nass waren. Die Wellen schlugen hoch. Basti war sich sicher, dass er beim nächsten Schritt abrutschen würde. Das Meer würde ihn holen und zu der Kreatur bringen. Zuvor würde er mit ihm spielen und seinen Körper über die messerscharfen Klippen spülen.
„Diese Gedanken“, sagte er schwach. „Sie sind nicht meine.“
Chris` Gesicht war weiß wie der Mond. „Ich weiß. Sie gehören ihr.“
Sie betrachteten das Wesen, das vor ihnen auf den Steinen lag. Seine Haare spielten mit dem Wind und sein Schwanz mit dem Wasser.
„Du hast nach uns geleuchtet“, sagte Basti und sah ihre bloßen Brüste und blitzenden Zähne. „Warum?“
„Ich brauche Hilfe.“ Ihre Stimme war eine Sirene. Sie schnitt in seinen Ohren.
„Was ist passiert?“
„Die schwarzen Felsen“, sagte die Kreatur, halb Mensch, halb Fisch. „Draußen im Meer, in der Nähe vom Sund. Ich war zu wild.“ Sie bewegte ihren Fischschwanz. Schwarzes, dickflüssiges Blut floss ins Wasser. Es pulsierte.
Chris drehte sich um und kletterte zurück. Basti hockte sich zwischen die Steine, so gut es ging. Auch er kannte seinen Freund so gut, dass er ahnte, was der dachte. „Er holt Verbandszeug. Oder Nadel und Faden. Ich kenne mich nicht so gut aus mit … Wesen wie dir.“
Sie schwieg. Er rutschte etwas näher. Die Meerjungfrau war groß, allein ihr Schwanz an die zwei Meter lang. „Ich fürchte mich vor dir“, sagte er. „Schon im Turm. Als du gesprochen hast.“
„Ich fürchte mich vor dir“, erwiderte sie. Ihre Lippen zogen sich beim Sprechen über die dolchartigen Zähne, ohne auch nur einen Kratzer abzubekommen. Es faszinierte ihn.
„Ich will nicht sterben. Ich will leben. Menschen, die über dem Wasser leben, sind mir näher als andere. Das dachte ich, als ich dich rief.“
„Wieso hast du das Licht gelöscht? Das vom Turm?“
Sie blickte über ihn, das Weiße in ihren Augen war grell. „Niemand anderes sollte mich sehen. Nur die Menschen, die über dem Wasser wohnen.“
„Und das Licht?“, fragte er weiter. „Draußen auf dem Meer? Wie hast du das gemacht?“
Ihr Lächeln fürchtete ihn. Es entblößte eine zweite Reihe Zähne, die ab dem Eckzahn begann. „Du willst doch nicht alle Geheimnisse erfahren. Sie töten dich.“ Die Worte zischten in seinen Ohren. Sie schmerzten ihn.
Basti öffnete den Mund und schloss ihn wieder. Chris war an seiner Seite erschienen. „So. Hilf mir mal.“ Er stellte seinen Koffer neben die Meerjungfrau und setzte sich.
Basti hielt den Schwanz fest, die riesige Flosse zerschnitt ihm die Hände. „Das Vermächtnis“, sagte er zu Chris, der still die Wunde nähte. „Meinst du, Tom hat sie gemeint? Die Kreaturen des Meeres? Dass wir sie schützen sollen?“
„Du wirst lachen“, erwiderte Chris. „Ich dachte ebenso, als ich die Treppen hinaufrannte.“

„Du musst noch einmal wiederkehren“, sagte er zu der Kreatur, als er fertig war. Wieviel Zeit war vergangen? Basti spürte seine Hände nicht mehr, und er schätzte, dass es Chris genauso ging. „Die Fäden lösen sich nicht auf, ich muss sie ziehen.“ Sie alle schreckten zusammen, als von oben Motorengeräusche und Hupen erklangen. „Das sind unsere Gäste.“ Basti versuchte, seinen Oberkörper aufzurichten. „Wie bekommen wir dich jetzt zurück ins Wasser?“
Die Meerjungfrau schloss die Augen. „Ich danke euch. Ich kehre wieder. Bitte schließt ebenfalls die Augen.“
Basti zögerte nicht. Ein Gleißen nahm er wahr, durch die Lider. Als er die Augen öffnete, war das Wesen verschwunden. Schmutzigweiße Gischt sammelte sich an der Stelle, an der die Meerjungfrau gelegen hatte.

„Warum durften wir es nicht sehen, wie sie verschwindet?“, fragte er Chris, als sie zu Turm hinaufkletterten.
„Es ist Magie. Vielleicht sollten wir nicht zu viel davon wissen?“
Basti betrachtete ihn. Schönes schwarzes Haar und wundervolle Worte.
Chris erwiderte seinen Blick. „Vorhin hatte ich mich kurz gefürchtet vor dir. Als ich zurückkehre, benahmst du dich echt merkwürdig.“
„Wem sagst du das? Ich hatte selbst Angst. Aber ich habe jetzt verstanden, was es mit dem Seelenknechter auf sich hat. Das Wesen und wir, wir sind jetzt für immer verbunden. Wir sind Knechte des Meeres. Wir wachen über die Kreaturen, doch damit gehen wir gleichzeitig einen Bund ein.“
Chris blieb stehen und überlegte. „Ja. Du hast recht. Einen Bund mit dem Meer.“
Dem schwarzen Teufel, dachten sie beide.
Schweigend gingen sie weiter.
Bevor sie ihre Gäste begrüßten, sagte Chris: „Lass uns feiern. Und wir stoßen auf Tom an. Ich benenne den Cocktail nach ihm. Seelenknechter.“
Basti nickte. „Wir stoßen auf ihn an. Und sein Vermächtnis.“
Chris stellte den Koffer ab und drehte sich zum Wasser um. „Und sein Vermächtnis.“


Eine gewohnt wunderschöne und in ihren Bann ziehende Geschichte aus Julias Feder! Sie hat uns noch was mitgebracht, also schnell einen Einkaufszettel geholt und weitergelesen:

| REZEPT |
„Der Seelenknechter“

  • 1 Zitrone
  • 1 roter Apfel
  • Calvados (Apfelbranntwein)
  • Vanillesirup
  • Eiswürfel
  • Prosecco
  • 6 Weingläser

Die Zitrone waschen und sechs dünne Scheiben abschneiden, den Rest der Zitrone in ein Glas oder ähnlichem auspressen. Ebenfalls von dem Apfel sechs dünne Scheiben abschneiden und mit etwas des Zitronensaftes beträufeln. Den übrigen Zitronensaft mit 50ml Calvados, sowie 3-4 EL Vanillesirup mischen. Die Eiswürfel auf sechs Weingläser verteilen und den Calvados-Mix auf diese sechs Gläser aufteilen. Nun jedes Glas mit Prosecco auffüllen und je eine Zitronen- und Apfelscheibe hinzugeben.

Na das könnte doch ein wundervoller Aperitif zu Weihnachten sein!

Falls Ihr neugierig auf Julias Geschichten seid, dann schaut gerne bei meinen Rezensionen vorbei!
> „Das Flüstern der Pappeln
> „Das Mädchen im Wasser
> „Sehnsuchtsfluchten

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Grafik © tolino media

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AUFGEPASST!

Bei unserem letzten Beitrag am 24.12.1018 rund um den #SPbuch-Kalender solltet Ihr bei uns (KeJas-BlogBuch) vorbeischauen, denn es warten noch Überraschungen auf Euch! Kleiner Tipp? Es gibt Geschenke, schließlich ist an dem Tag Heilig Abend.

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monerl
Gast

Ihr Lieben, endlich, endlich habe ich Zeit, mich durch eure Türchen zu schlengeln! Von der Autorin habe ich noch nichts gelesen, aber übr dein Gezwitscher und deine Rezis schon viel von ihr gehört! „Das Flüstern der Pappeln“ wollte ich lesen, das habe ich mir vermerkt. Diese Adventstürchen-Geschichte hat mir sehr gut gefallen! Ist zwar nicht immer leicht zu folgen, wenn das Wesen übernimmt aber es war spannend, was sich da im Laufe der Geschichte entwickelt. :-) Wird es zu diesem Ausschnitt auch mal ein ganzes Büchlein geben? Das würde ich nämlich gerne Lesen. Der Schreibstil ist schön und flüssig. Ich… Read more »

Cathy
Gast

Der Seelenknechter klingt unverschämt lecker. ;-)
Und die Autorin werde ich mir definitiv merken und mal genauer ansehen

Julia
Gast

Darauf freue ich mich sehr, liebe Cathy! Liebste Grüße, Julia

Anja aka Ana
Gast
Anja aka Ana

Was für ein schöner Beitrag. Ich finde die Idee großartig und was Ihr hier auf die Beine stellt.

Liebe Janna und Kerstin,
Dankeschön und eine tolle Adventszeit für Euch, wenn Ihr uns diese schon so versüßt.

LG Eure Anja