„Seele in Fesseln“ | Eva Lirot

Das Buch wurde mir von der Autorin kostenlos zum Lesen und Rezensieren zur Verfügung gestellt.
Meine Rezension basiert ausschließlich auf meinen persönlichen Leseeindrücken und wird durch eine Bereitstellung des Buches nicht beeinflusst.

Inhalt laut Klappentext 

Mitten in der Stadt liegt ein toter alter Mann. Er ist klapperdürr und nur mit einem Krankenhemd bekleidet. In seinen Händen hält er eine Botschaft: Sie müssen es verstehen!
Jim Devcon und sein Team machen sich auf die Suche nach einem Todesengel, der in den Krankenhäusern sein Unwesen treibt. Doch es ist viel schlimmer. Denn der Täter strebt nicht nach Erlösung. Er will der Öffentlichkeit etwas zeigen. Etwas, vor dem wir uns alle fürchten. Weil es jeden treffen kann. Zu jeder Zeit …

Bild by Kerstin

Sie hat es wieder getan – die Autorin Eva Lirot – die Finger auf eine Wunde gelegt.
Oberflächlich zuerst, um diese dann aufzureißen und all das offenzulegen was keiner sehen will. Oder vielleicht doch sieht und absolut nichts dagegen unternehmen kann. Hilflosigkeit macht sich da in mir breit.

Der 7. Band um Kommissar Jim Devcon führt einen wieder durch einen fiktiven Fall und ist doch gespickt mit viel Realität. Etwas das mich immer wieder zu den Büchern von Eva Lirot zieht. Ungeschönte Wahrheiten, Aufklärung und oft zeitaktuelle Geschehnisse, welche man durch die Medien selbst verfolgt hat.
Der in die Jahre gekommene Texaner arbeitet und lebt in seiner Wahlheimat Frankfurt a.M.
Eine Hochburg der Kriminalität.
Der aktuelle Fall lässt auch ihn nicht kalt. So viel er auch schon gesehen hat in seiner langen  Laufbahn als Kommissar, der tote alte Mann und sein Schicksal setzt ihm besonders zu.

Wer tut so etwas und warum? Man erfährt es im Laufe des Buches und auch wenn das Motiv „nachvollziehbar“ ist, ist es die Handlung nicht. Man erliest sich die Nöte des Täters, Stück für Stück und es ist mehr Ahnung als Wissen, bis es zur Auflösung kommt. Auch hier wieder Hilflosigkeit!

Die Kapitel führen einen aber nicht nur durch die Sicht des Täters und des Ermittlers, sondern auch durch die einer dritten Person. Beeindruckend geschrieben, beklemmend und schockierend.
Hier bleibt es lange Zeit geheimnisvoll. Wer ist diese Person, was erleidet sie und wo um alles in der Welt befindet sie sich gerade. Hier wird anfänglich viel Raum für Spekulationen gegeben.

Nicht hell
Nicht dunkel.
Nicht warm.
Nicht kalt.
Nicht laut.
Nicht leise.
Nur Qual.
Und Isolation.
In Ewigkeit.
 (S.176)

Während Devcon also im Falle des ermordeten alten Mannes ermittelt, man dem Täter, seiner Qual und seinen Gedankengängen ausgesetzt ist, erlebt man eine Situation die man so gar nicht erleben möchte. Wieder macht sich Hilflosigkeit breit. Das war für mich definitiv der rote Faden in der Geschichte.

Die Botschaft ist klar und wird im Nachwort noch einmal ganz explizit angesprochen – ich erwähne es hier nicht, da man sonst zu viel ableiten kann. Aber Eva Lirot stimmt mit ihrer Geschichte wieder einmal sehr nachdenklich. Hinzu kommt die Spannung und natürlich die Auflösung des Motives. Wieder einmal eine runde Geschichte die Lust auf mehr macht.

Zu dem Täter an sich: hier habe ich ihn verstanden, nur hat er in meinen Augen doch das Falsche getan. Seine Einsicht ist klar beschrieben und auch was ihn antreibt. Dennoch muss es einen Weg geben, schwierig aber sich von Wut und daraus resultierender Wut leiten zu lassen ist nicht die Lösung des Problems. Aber wo anfangen, wenn eben dieses Problem gesehen aber übersehen wird? Ein Gewissenskonflikt der letztendlich wieder in einem endet – Hilflosigkeit.

Was hatte er nur falsch gemacht?
(S. 50)

Ein Psychothriller der mit vielen realen Elemente zum Nachdenken anregt. Vieles schiebt man auf, auch weil die Thematik einem nicht passend erscheint oder man glaubt es ist noch ewig Zeit. Wie schnell wird man eines besseren belehrt.
Das Resultat – Wirtschaftlichkeit anstelle von Humanität – nicht immer, aber leider viel zu oft.
Der Kunde ist der König. Es lebe der König – egal wie!?

Rezension verfasst von © Kerstin
★★★★☆

– Weitere Eindrücke –
Katze mit Buch


– Anzeige –
Nachfolgender Link führt zur Autorinnen-Seite 

Buchdetails
Titel: Seele in Fesseln
Buchreihe: 7. Band
Autorin: Eva Lirot
Verlag: Independently published| [Selfpublisher] 
— Rezensionsexemplar —

       Jim Devcon – Reihe
Band 1 ~ „Seelenfieber
Band 2 ~ „Seelenbruch
Band 3 ~ „Seelengruft“ 
Band 4 ~ „Seelennot
Band 5 ~ „Seelensühne
Band 6 ~ „Seelenfalle
Band 7 ~ „Seele in Fesseln
Band 8 ~ „Seelenrisse

8 Kommentare

  1. Sicher ein interessantes Buch. Die Nachfrage bestimmt und doch hat man in der Realität nicht mehr das Gefühl, dass der Kunde König ist ;-).

    Liebe Grüße und vielen Dank für die interessante Rezension.

    Liebe Grüße

    Anja

    1. Hierbei geht es bei dem „Kunden“ nicht um den im üblichen Sinne -deshalb habe ich das so betont. Es wäre gespoilert würde ich jetzt sagen wer, aber in dem Klappentext ist die Rede von einem alten Mann in einem Krankenhemd, da kannst du bestimmt ableiten wen ich mit Kunden meine 😉
      Liebe Grüße
      Kerstin

  2. Huhu!

    Ich habe von der Autorin noch nichts gelesen, aber ich glaube, das sollte ich mal ändern… Es klingt so, als schriebe sie Krimis / Thriller, die mehr sind als nur schnelle Action für zwischendurch, und ich finde es immer sehr gut, wenn auch Gesellschaftskritik und ernste Themen eine Rolle spielen.

    LG,
    Mikka

    1. Hallo liebe Mikka
      die Themen in Evas Bücher sind immer aus der Zeit gegriffen und lassen einen nachdenklich zurück. Verrichtungsboxen, Highway of Tears und ganz oft“ Klleinigkeiten“ die man in den Nachrichten mitbekommen hat. Ich kann sie echt empfehlen.
      Liebe Grüße und hab ein schönes Wochenende
      Kerstin

Ein Blog lebt von der Interaktion, also immer her mit Euren Gedanken! Wir freuen uns über Eure Kommentare und den Austausch!

%d Bloggern gefällt das: