SchubladenDenken

Es war einmal eine Freundin – die meinte „Du liest ja nur Krimis, wie Miss Marple und so. Das wäre mir zu langweilig.
Holla – wir sind uns sicher – sie hat noch niemals nie einen Krimi gelesen und wenn es „nur“ einen Miss Marple gewesen wäre.

Denn nach dem recht kurzen und einseitigen Gespräch, sind wir mal in uns gegangen und haben überlegt wie wir das Genre KRIMI aus dieser Schublade wieder heraus holen können

Der Krimi – eine Geschichte um Mord und Totschlag (in den meisten Fällen).
Eine oder mehrere Leichen, ein oder mehrere Ermittler, in der Regel Polizisten, Kommissare oder Detektive.

Ein Täter – oder doch auch mehrere?
Die Suche nach Motiven, Ursachen, Hintergründen und natürlich dem großen WARUM. Verpackt in einer spannenden Story.
Das war´s? Mitnichten, jetzt geht es nämlich erst richtig los!

Wer Krimis gerne und oft liest weiß um die Unterschiede schon aufgrund der jeweiligen Ländern in denen die Handlungen spielen.
Nordische Krimis beherbergen immer eine Menge an Charakteren, die neben der Ermittlungsarbeit auch noch ihre ganz eigenen persönlichen Probleme herumschleppen. Alkoholprobleme, zerrüttetet Familien, Trauma und mehr. Da sind die deutschen Kommissare und Co. doch etwas anders aber nicht unbedingt besser.
Die Franzosen zelebrieren ihr C´est la vie und bei den Italienern gibt es immer sehr leckeres Essen und tolle Landschaften.
Die amerikanischen Ermittler brauchen ihre Donuts und öfters auch ein Schießeisen und in Südafrika wird es meist sehr blutig – ups, wir fangen gerade an alle irgendwie in Schubladen zu stecken, das war nicht beabsichtigt ;-)

Was uns am meisten fasziniert ist nicht die Bandbreite der Länder, in denen die Kriminalromane ihr Setting haben, sondern die immens große Anzahl von Untergenre.
Fangen wir ganz langsam an, der klassische Kriminalroman – wenn das drauf steht, ist es auch drinnen.
Es gibt die zeitaktuellen, die zukunftsweisenden und die historischen. Bei letzteren geht es sogar soweit zurück, dass bereits ein Steinzeit-Krimi (Steinroller: Der Steinzeit-Kommissar von Martin Lassberg) auf dem Markt ist. Wenn das mal nicht historisch ist :-)

Tierisch geht es in den Tier-Krimis ab.
Glennkill mit dem Ermittler-Schaf Miss Maple oder die Tigerkatze Miss Murphy von Rita Mae Brown fallen uns auf Anhieb ein. Wenn man lange genug sucht, bekommt man einige tierische Schnüffler und Spurensucher geliefert. Hunde, Katzen, Schweine, Schafe, Papageien, Pferde.

Bleiben wir bei den menschlichen Darstellern, so gibt es auch dort jede Menge an Auswahl um damit viele Untergenre zu füllen.
Spionage & Agentenkrimi, die wir überwiegend dem Kalten Krieg zu verdanken haben.
Politkrimis und solche die zu Zeiten eines Krieges ihre Handlung haben.
Regionalkrimis – vom hohen Norden bis hinunter nach Bayern.
Copkrimi, Krimi Noir und selbst Westernkrimis gibt es.

Dann, nicht zu vergessen, die Krimis um GerichtsmedizinerInnen und solche die auf wahren Fällen beruhen, oder beides zusammen. Tsokos und Kathy Reich zum Beispiel, wobei die schon eher im Bereich Thriller angesiedelt sind- aber das ist ein ganz anderes Thema.
Das Spektrum ist auf alle Fälle so weit gefächert, dass die Auswahl immens ist.
So viel zum Thema „das ist doch langweilig“.

Eine Schublade reicht niemals aus – es müsste ein riesiger Apothekerschrank sein um alle unterzubekommen.

Kennt Ihr noch besondere Krimigenre die hier fehlen, Länder in denen Krimis ihr Setting haben oder ausgefallene Ermittler tierischer Art? 

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Ascari
Gast

Hey :) Was ist denn das für eine pauschalisierende Aussage bitte? Da kann ich ja genauso gut sagen, ich lese keine Liebesromane, weil die immer gleich enden … Okay, was für meinen Geschmack auch sehr oft stimmt, aber ich mache schon immer wieder mal Ausnahmen, wenn ich das Gefühl habe, die Autorin hat aus dem Ganzen eine stimmige Geschichte gemacht :). Wobei: Klischees gibt es eigentlich für jedes Genre, egal ob es um Krimis, Fantasy, Liebe oder Horror geht. Das Spannende dabei ist dann, das Buch zu finden, was man vielleicht in dem Genre der Form nach ansiedeln kann (Ein… Read more »

Janna
KeJas-BlogBuch

Hey meine Feine, da hast du absolut Recht! Jedes Genre sein Klischee und ich bin gerne bereits mich bezgl. Liebesromanen eines besseren belehren zu lassen, wobei ich auch ehrlich sagen muss: da braucht`s viel Überzeugungsarbeit *lach* Und ebenso kann ich dir in der Vielfalt dieses Gernres ebenso zustimmen. Wo sonst kann man bspw. tierische Ermittler einbauen, rachsüchtige (Liebe) Taten, verschiedene Zeitepochen oder eben auch fantastische Welten lesen? Wir wollen natürlich nicht sagen, nur der Krimi hätte diese Kunst gepachtet, aber es soll einfach zeigen – Krimi ist eben nicht gleich Krimi. Wenn du Buchempfehlungen aus den unterschiedlichen (Sub)Genres hast, immer… Read more »

kleinewelle
Gast
kleinewelle

Hallo,

eine sehr schöne Zusammenfassung. Krimi ist nicht immer gleich Krimi.
Ich mag es bei Krimis gerne, wenn mal nicht alles voll Blut trieft und einfach nur ermittelt wird. Aber eine richtige Ergänzung habe ich jetzt nicht mehr, weil es einfach so viele verschiedene und tolle Krimis gibt. Und dann natürlich der manchmal fließende Übergang zum Thriller. ;)
Da gibt es ja auch ganz viele verschiedene. :D

Liebe Grüße
Diana von lese-welle.de

Kerstin
KeJas-BlogBuch

Hallo liebe Diana,
schön das dir der Beitrag gefällt :-)
und ja, Krimis müssen gar nicht blutig sein. Wenn die Charaktere stimmen und es eine spannende Ermittlungsarbeit wird bei denen so manches Geheimnis gelöst wird ist es auch sehr lesenswert.
Liebe Grüße und danke für deinen Besuch
Kerstin & Janna

Nisnis Bücherliebe
Gast

Wunderbar zusammen gefasst. Mir fällt gerade nichts zu Ergänzung ein, mein Kopf ist heute so verdammt alle. Wenn noch ein Geistesblitz kommt, lass ich es euch wissen :-).

Liebe Grüße

Anja

Kerstin
KeJas-BlogBuch

Hey Anja
auf deine Geistesblitze freuen wir uns immer :-)
Gib es zu, du hast bestimmt ganz viel Handlettering gemacht und bist deswegen müde
Liebe Grüße

laberladen
Gast

Ein schönes Plädoyer für Krimis, das ich voll und ganz unterschreiben kann! Ich lese auch liebend gern Krimis und bin begeistert von der großen Bandbreite. Da kann es einem gar nicht langweilig werden und für jede Stimmung ist was dabei. Von absoluten Cosy Crime, in dem viel Tee getrunken und Gespräche geführt werden und die Leichen sauber und friedlich im Gras liegen bis zu härtesten Thrillern von Cody McFadyen oder Chris Carter, in denen die Ermittler regelmäßig förmlich in Blut waten, ist alles dabei. Mir gefallen auch sehr die Krimis von Linda Castillo, die in einer Gegend der USA spielen,… Read more »

Kerstin
KeJas-BlogBuch

Hallo Gabi – wow du hat unsere Liste ja gleich um einige erweitert :-)
Cosy Crime, ja, genial, auch das mit um Gras liegen *grins*
Dein Kommi ist so riesig und darüber freuen wir uns sehr. Wenn man mal anfängt zu überlegen kommt noch so vieles hinzu. Die Sache mit den SF z.B. Es gibt bestimmt auch AlienKrimis.
Diese Kühlfachkrimis muss ich mal stöbern gehen. Das hört sich auch gut an.
Liebe Grüße

-Leselust Bücherblog-
Gast

Haha, das habt ihr aber schön geschrieben und ich kann euch nur zustimmen! Von wegen einseitig. ;)
Von Steinzeitkrimis habe ich noch nie gehört. Das klingt ja auch spannend.
Ich mag sehr gern Krimis in geschlossenen Settings. Also auf einer Insel oder im Orientexpress (:P), wo man weiß, einer der Reisenden muss der Täter sein. Da rätsel ich dann sehr gerne mit ins versuche Hinweise zu finden. :)
Also ich glaube, mir Krimis wird es mir nie langweilig.
Liebe Grüße, Julia

Kerstin
KeJas-BlogBuch

Hey Julia,
das stimmt absolut. Bei Krimis kann keine Langeweile aufkommen und das mit den geschlossenen Settings hat was. Man weiß es muss einer der Anwesenden sein und rätselt ewig mit.
Liebe Grüße