„Sakaya“ | Roland Simm

Das E-Book wurde mir vom Autoren kostenlos zum Lesen und Rezensieren zur Verfügung gestellt. Meine Rezension basiert ausschließlich auf meinen persönlichen Leseeindrücken und wird durch eine Bereitstellung des Buches nicht beeinflusst.


Fremde Welt?

Der Journalist Thos vom Planeten Sakaya träumt von einer gerechteren Welt. Lange hat er gegen Korruption und Machtmissbrauch in seinem Land angeschrieben. Damit hat er sich nun ausgerechnet Naron, seinen Präsidenten, zum Feind gemacht.
Da verliebt sich Thos in eine Außerirdische vom Planeten T’Va. Doch ihr Glück ist nur von kurzer Dauer: Plötzlich ist sie verschwunden, obwohl ihr Körper dringend eine Regeneration benötigt. Hat Präsident Naron damit zu tun? Thos fasst den folgenreichen Entschluss, belastendes Material gegen den Regierungschef zu sammeln…

Inhalt laut Verlag

Ein E-Book, seit sehr langer Zeit mal wieder von mit besprochen und ich habe, wenn ich ehrlich bin, ewig für das Lesen gebraucht.

Warum? Meine Technik lässt mich regelmäßig im Stich und das dann ausgerechnet noch bei Science Fiction. Da habe ich mir mehr als einmal diese Kleidung der Sakayaner gewünscht, mittels denen nahezu alles technische getätigt werden kann.

Aber erst einmal auf Anfang. Science Fiction ist nicht wirklich mein Genre, aber – der Klappentext mit dem Journalisten hat gereizt und die Frage nach der Umsetzung eines solchen Themas in einer fremden Welt.
Ein bisschen hatte ich mich vor überbordenden Beschreibungen dieses Planeten Sakaya gefürchtet, aber der Autor wirft einen einfach hinein und schafft es diese andere Welt so authentisch zu beschreiben, dass es mir vorkam, als würde ich auf ein Spiegelbild der Erde schauen. Nicht unbedingt identisch, aber sehr vieles gleich oder zumindest ähnlich.
Es gibt keine schauerlichen Monster, die Sakayaner leben und arbeiten, es gibt Einkaufszentren, Cafés, Arbeitsplätze, Religionen, Regierungen, Länder und Staaten und jede Menge sehr technischer Fortschritte. Doch es gibt auch die Schattenseiten. Armut, Kriminalität, soziale Missstände. Der im Klappentext erwähnte Journalist Thos gehört zur investigativen Art. Er will aufklären und aufrütteln, dass System für alle lebenswert haben und begibt sich dabei auf eine sehr gefährliche Unternehmung.

Das Buch wurde von Autor Roland Simm bereits im Jahr 2017 veröffentlicht.

Es ist leider etwas untergegangen, dabei gibt es dieses sogar als Print.

Mit 216 Seiten als Print auch kein Wälzer, sondern eine kompakte Geschichte.

Mich haben immer wieder diese Parallelen begeistert.

Vieles was in Sakaya angesprochen wird, ist hier und heute Standard, wenn man mal den Ganzkörperultraschallreiniger auslässt. Aber gerade die gesellschaftskritischen Aspekte fand ich sehr gut umgesetzt.

So stellte er sich das Miteinander zwischen gebildeten Individuen vor.

Pos. 1081 (58 %)

Thos ist mit seinen 36 Jahren noch ohne Partnerin, dass ausgerechnet eine Außerirdische sein Herz erwärmt, hätte selbst er nicht erwartet. Ein schön geschilderte Liebesgeschichte, die nicht kitschig oder gar überzogen wirkt.
Viel interessanter waren da für mich diese Neuregelungen, die seitens der Regierungen anstanden. Ein neues Gesetz, welches allen Sakayanern ermöglichen soll Grundnahrungsmittel und medizinische Versorgung zu erhalten.
Auch hier zeigten sich wieder Parallelen.
Insbesondere die Flucht aus ärmlichen Gegenden und alle damit verbundenen Konsequenzen. Ebenso das Verhalten bzw. die Einstellungen genau diesen Flüchtenden oder noch kommenden Flüchtlingen gegenüber. Selbst die Stammtischparolen sind erschreckend gleich.

Unser Streben nach Grundrechten, Demokratie, Gerechtigkeit, Menschenrechten und Liebe bildet das, was wir sind.

Pos. 494 (26%)

Blendet man die Namen der Personen und Länder einmal aus, könnte dies alles genauso auch hier ablaufen. Vermutlich tut es das sogar. Korruption, narzisstische Staatsoberhäupter und Vertuschungen sind doch menschgemachte Probleme. Hier ist der Autor auch sehr politisch unterwegs auf Sakaya, erklärt und zeigt positives wie negatives auf.

Ein für mich ebenfalls spannendes Thema war diese Genständegesellschaft. Ja, ich habe das Wort auch zweimal lesen müssen, bis es sich offenbart hat. Gen-Stände-Gesellschaft. Heftig, oder? Der Autor hat sich wirklich viele Gedanken gemacht.

Die Einteilung im Buch ist sehr übersichtlich gemacht. Jedes neue Kapitel hat eine Überschrift. Die Kapitel an sich springen zu den unterschiedlichsten Orten und Personen (ich kann das Wort Mensch gar nicht benutzen, denn es sind ja keine Erdenmenschen, sondern Sakayaner, aber diese haben auch einige sehr schlechte Angewohnheiten der Menschen) und man lernt dadurch vieles aus der Geschichte dieses Planten kennen.
Bei einigen der gebräuchlichsten Gegenstände musste ich schmunzeln, es gibt keinen Kaffee – aber Nemeg!

Das Buch hat mich verblüfft in seiner schlichten Einfachheit, die es aber faustdick hinter den Ohren hat. Selbst die Szenen im All, in den Kommandobrücken (keine Panik es artet nicht aus) und bei Regierungstreffen haben mich gefesselt. Selbst die Szenen mit den Außerirdischen (Ja! Es ist nun mal Science Fiktion) habe ich ihm abgekauft.
Warum habe ich so lange dafür gebraucht? Bei einem Print hätte ich es wohl innerhalb kürzester Zeit inhaliert.

Eine durch und durch spannende Geschichte, die so viel von einem Krimi in sich hat und doch in einer ganz anderen Welt spielt.

Titelbild zu „Sakaya“

Hey du alter Nabba“ eine Begrüßung Thos gegenüber einem Freund, hat sich mir ganz besonders eingeprägt. Zeigte gerade diese Anrede doch den sehr humanen Ton, den der Autor im gesamten Buch anschlägt. Ich weiß nicht wer oder was ein Nabba ist, aber ich denke es ist gut.

Rezension verfasst von © Kerstin
★★★★☆

– Weitere Eindrücke –
folgen, wenn welche veröffentlicht wurden •


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Buchdetails
Titel: Sakaya
Buchreihe: Einzelband
Autor: Roland Simm
Verlag: Neobooks | [Selfpublisher]
— Rezensionsexemplar —

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