„SAFE“ | Ryan Gattis

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Dieses Buch habe ich bei einem Gewinnspiel, veranstaltet von Zwischen den Zeilen – Maurice Feiel gewonnen.
Herzlichen Dank nochmals dafür <3


Inhalt laut Verlag

Ricky Mendoza, genannt Ghost, ist Panzerknacker, der beste von L.A. Früher war er Gangster, jetzt knackt er für die Polizei die Safes der Banden. Doch Ghost plant einen Coup. Er will Geld abzweigen, sehr viel Geld. Nicht aus Eigennutz – das hätte er vielleicht getan, bevor er in der Krebsklinik Rose kennenlernte. Rose ist lange tot, Ghost wurde geheilt. Doch nun ist der Tumor zurück. Ghost wird sterben. Bis dahin will er den Bösen nehmen und den Armen geben. Ein Dead Man Walking.

2 Männer – 1 Schicksal

Das neueste Werk von Ryan Gattis stand schon ganz weit oben auf meiner Wunschliste. Durch „In den Strassen die Wut“ war ich ein absoluter Fan seines Schreibstils und vor allem der wahnsinnig ehrlich dargestellten Charaktere.
Die Welt in „SAFE“ ist auch wieder die der Kriminellen und damit ist ihm erneut eine Milieustudie vom Feinsten gelungen.

Zwei Tage begleitet man Ricky Mendoza Junior alias Ghost. Zwei Tage in denen alles schnell geht, weil es schnell gehen muss. Auch weil Ghost nicht mehr viel Zeit bleibt. Er wird sterben, eher früher als später und dieses Bewusstsein lässt ihn umdenken. Als Safeknacker für die Drogenbehörde DEA ist er eigentlich auf der richtigen Seite, was nicht immer der Fall war. Nun, denkt er sich, hat er eh nichts mehr zu verlieren. Warum also nicht aufs Ganze gehen und sich das nehmen was den anderen Gangstern gehörte und durch die Strafverfolgungsbehörden sowieso weggenommen wird. Ein heikles Unterfangen, denn mit Drogenbossen und deren Handlangern sollte man sich nicht anlegen.

Da ist ja auch noch das Geld, und das ist für ein paar Leute, die es brauchen, und vielleicht ist es soviel, dass es für viele Leute reicht.
(S. 85)

In diesen zwei Tagen begegnet man auch Rudolfo „Rudy“ Reyes alias Glasses.
Er ist quasi der Gegenpart von Ghost, denn er will das Geld aus den Safes zurückhaben, nicht für sich, sondern für den Drogenboss Rooster. Oder vielleicht doch nicht? Glasses ist sich im Gegensatz zu Ghost noch nicht sicher was er genau will, aber eines weiß er genau. Seiner kleinen Familie muss es gut gehen und dafür ist er bereit alles zu geben.

Und es trifft mich wie einen Schlag , dass ich das vielleicht auch machen will, etwas Besseres zurücklassen
(S. 409)

Es war anders als „In den Strassen die Wut“. Während in dem Buch diese unbändige Wut und die Straßenschlachten der einzelnen Gangs vorherrschten und jede Menge der Charaktere analysiert, verfolgt und miterlebt wurden sind es hier in „SAFE“ eben nur diese zwei Männer – Ghost und Glasses. Eigentlich grundverschieden und doch haben beide so vieles gemein. Sie hätte Freunde sein können, in einer anderen Stadt, in einem anderem Leben und so waren sie Todfeinde wider Willen.
Es war ein Abenteuer mit Ghost die Safes zu knacken und hinter seine Fassade des Verborgensein zu schauen. Genau wie bei Glasses, dessen Unwohlsein ob seinem Tun sehr deutlich herauszulesen ist.
Zwar bekommen beide jemanden zur Seite gestellt und sie agieren dann auch immer gemeinsam, doch für mich waren gerade die Zeiten der Alleingänge ganz besonders. Ihnen in ihren Gedanken zu folgen und zu verstehen was wen antreibt und warum.

Am Anfang dauerte es etwas, bis man verstand. Ghost und Glasses haben erst einmal viel über sich erzählt. Unweigerlich ahnt man, dass sich ihre Wege kreuzen werden und genau das war der Hochgenuss. In den kurzen Kapitel ist es immer ein Wechselspiel. Beide geben sich die Türe – oder die Seiten – in die Hände und dadurch bleibt alles in einem konstanten Fluss. Erst plätschert es ganz ruhig vor sich hin, es folgen die stärkeren Strömungen bis hin zu den Stromschnellen, damit sich am Ende alles wie bei einem wuchtigen Wasserfall entlädt.
Das Milieu, in dem beide sich bewegen, ist geprägt von deren mexikanischen Wurzeln. So mancher Blick führt dabei zurück in dieses Land und macht deutlich wie sehr und wie weit der Einfluss dieser Drogenbarone führt.

Das Ende erwartete ich mit Schrecken, jedenfalls ein Teil davon und ich fürchtete mich etwas, da beide Charaktere mir mittlerweile an Herzen gewachsen waren.
Der Autor hat aber einen großartigen Weg gefunden diese Geschichte zu beenden.
Ein Buch, das ich mit einem *hach* beende und obwohl da noch ein paar Dinge sind, kann ich ganz bewusst abschließen.

Das ganze Buch ist von der Aufmachung her, mit seinem schwarzen Schnitt und dem sehr einprägsamen Cover, ein Schmuckstück. Zwar düster, so wie auch die Geschichte an sich, aber eben doch von dem ein oder anderen Glanz durchzogen.

Ich sitze zwar am Steuer, aber in Wirklichkeit bin ich bloß Passagier auf einem Gruseltrip
(S. 215)

Eine tiefgreifende Geschichte über Freund- und Feindschaften, das Drogenmilieu und die kriminellen Gepflogenheiten in Los Angeles. Spannend, unterhaltsam und informativ gleichzeitig.
Einem Safeknacker und einem Gangster beim Sinnieren über das Leben und das Sterben zu lauschen hatte echt was.

Rezension verfasst von © Kerstin
★★★

 – Weitere Eindrücke –
Schurkenblog°
Bücherkaffee °


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Buchdetails
Titel: SAFE
Buchreihe: Einzelband  
Autor: Ryan Gattis
Verlag: Rowohlt Verlag

3
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Christin
Gast

*reinhüpf* Da bin ich :D
Zwar ist schon Dienstag, aber das WE ist ja auch noch nicht soooo lange her XD

Ich hab schon andere Quellen zu dem Buch angezapft. Von daher kann ich sagen, dass du dafr sorgst, dass ich es immer noch – jetzt sogar noch dringlicher lesen möchte :P
Aber zuerst! Ist der erste Band dran, zwar sagte man mir, man kann sie getrennt lesen, aber nö, ich will vorne starten, denn dieser Band wartet ja schon brav auf mich :3

Anja aka Ana
Gast
Anja aka Ana

Mensch, ich brauche Blogabstinenz.
SocialMedia Verbot und 6 Monate bezahlten Urlaub, damit ich mehr lesen kann.

Liebe Kerstin,
Danke für die wundervolle Rezension. Noch ein Buch mehr für die Liste…

GLG Anja