3 Geschichten – 3 Eindrücke | Helene Tursten – Thomas Mullen – Peter Swanson

Wir lesen und hören viele Bücher/Hörbücher. Da wir nicht täglich eine Rezension schreiben möchten und können, haben wir uns entschlossen, zukünftig immer 3 Bücher mittels einer Kurzmeinung darzustellen. Dafür haben wir keine festen Termine eingeplant, sondern machen es immer so wie es am besten passt.

 


Diese Bücher stellt Euch Kerstin heute vor:

Jagdrevier“ von Helene Tursten [Krimi – Schweden]
Die Stadt am Ende der Welt“ von Thomas Mullen [Roman – USA]
Die Gerechte“ von Peter Swanson [Thriller – USA]

Diese drei Bücher stammen wieder alle von meinem SuB. Diesesmal haben mir 2 davon nicht so gut gefallen. Findet heraus welche :-)

Jagdrevier“ Von Helene Tursten kenne ich fast die komplette Reihe um Irene Huss, da wollte ich doch die Reihe um Embla Nyström auch beginnen. Leider war dies recht ernüchternd für mich. Der Klappentext versprach eine spannende Geschichte um eine Jagdgesellschaft. Ein Mörder soll umgehen und die Gruppe, um die junge Ermittlerin Embla ,dezimieren. Was ich bekommen habe war eine Gruppe Männer und ein paar Frauen (die sich überwiegend um das Essen kümmerten) die vollkommen farblos blieben. Es wurde ständig gegessen und getrunken und die Details zur Jagd und was täglich erlegt wurde, hat mit mehr als einmal ein Augenrollen verursacht. Als dann bei einem Besuch Emblas, im Haus einer der anderen Teilnehmer (junger, gutaussehender Mann, sehr mysteriöse Vergangenheit), das Thema auf ein Käsebrot kam, das besagter Mann aß, war für mich Schluss mit lustig.
Es hat sich gezogen, die Spannung hat komplett gefehlt und selbst die „Mördergeschichte“, die dann irgendwann einmal zur Sprache kam, hat mich kein Stück überzeugt, geschweige denn unterhalten. Sollte es einen 2. Band um Embla geben, werde ich diesen definitiv nicht mehr lesen.

Die Stadt am Ende der Welt“ 1918 im Staate Washington. Die spanische Grippe grassiert und fordert zahlreiche Todesopfer. Eine kleine, abseits gelegene Stadt, die autark genug ist, mit ihrem Sägewerk und den kleinen Läden, beschließt ab sofort niemanden mehr hineinzulassen. Die Wachposten stehen Tag und Nacht an der einzigen Zufahrtstrasse. Als Graham und der junge Philip Dienst schieben kommt es zu einem ernsten Zwischenfall.
Der Prolog hatte mich total eingenommen und ich war sehr gespannt auf diese Stadt. Die Botschaft des Buches – darf man zum Wohle einer Gemeinschaft das Leben einzelner opfern – ist sehr gut rüber gekommen. Auch die Schilderungen zum 1. Weltkrieg, während die Geschichte spielt und die damit verbundenen Einschränkungen der US-Bürger waren durchaus interessant. Nur hat all dies die Grundgeschichte immer wieder unterbrochen.
Suffragetten, politische Entscheidungen, der Krieg, die spanische Grippe, diese eine Stadt mit ihrer Entstehungsgeschichte, die Menschen vor Ort, Philip und Graham, eine beginnende Liebelei, Hass, Neid, Missgunst, Gerüchte, Misstrauen – irgendwie war von allem zu viel, ein Durcheinander aus Meinungen und Gefühlen, aus Handlungen und Nichtstun. Gerne hätte ich auf das ein oder andere verzichtet, wenn dadurch mehr von dieser Stadt und den furchtbaren Konsequenzen der Bewohner rübergekommen wäre. Eine grundsätzlich schön erzählte Geschichte, die sich aber in Belanglosigkeiten verliert.

Die Gerechte“ war ein Buch so ganz nach meinem Geschmack. Ein Verwirrspiel mit großartigen Charakteren die trotz, oder genau wegen ihrer Schwächen, richtig authentisch rüber kamen. Das Wissen dass ein Mord geschehen wird, dass Erlesen von bitterbösen Geheimnissen und der Tatsache, das man einer Frau folgt die ihre ganz eigene Interpretation von Gerechtigkeit hat. Und doch mochte ich sie, sehr sogar. Das Ende der Geschichte war großartig, auch wenn es ganz anders kam als gedacht. Richtig spannend, stellenweise sehr unterschwellig, aber es hat mir irre Spaß gemacht dieser Lilly über die Schulter zu schauen und ihr in die Vergangenheit, wie auch in die Gegenwart zu folgen. Der Schreibstil des Autoren ist flüssig und durch die in Ich-Form erzählten Geschichten der einzelnen Charaktere, empfindet man ihre Emotionen hautnah. Ein wirklich sehr unterhaltsamer Thriller, der einiges zu bieten  – hat allerdings keine Langeweile.

Bei den Kurzmeinungen verzichten wir auf eine Sternenvergabe, aber Ihr könnt bestimmt herauslesen, welches von den Dreien den höchsten Lesegenuss beschert hat.

Wenn Euch die Quickies gefallen haben, sagt es uns, dann folgen bestimmt noch welche, denn der SuB ist groß :-)

10
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Martinas Buchwelten
Gast

Ich bin auch ein Fan der Reihe von Helene Tursten und hatt mich schon sehr auf ihre neue Reihe gefreut. Leider erging es mir dann genauso wie dir….was für eine Enttäuschung! :( Schade!
Liebe Grüße
Martina

Ascari
Gast

Hey :)

Ich muss gestehen, mir hat der alte Titel auch besser gefallen – so wie Monerl sagt, der passte einfach zu euch und eurem Blognamen (Okay, und ich gebe zu, ich bin absoluter Fan von Wortspielen :D ).
Vielleicht überlegt ihr euch das nochmal?

Das mit den Sternen würde ich auch unterstützen, ich bin selbst grad am Überlegen, ob sie nicht doch wieder bei „Vom SuB befreit“ ergänzen soll.

Liebe Grüße
Ascari

monerl
Gast

Ascari, das ist toll, dass du meine Meinung unterstütz. Und noch toller finde ich, wenn du bei deinem „Vom SuB befreit“ auch die Sterne einführst! Habe dort ja bereits mit dir darüber diskutiert… ;-)

Ascari
Gast

Ich weiß, ich hab es auch nicht vergessen. Und nach der Diskussion bei PinkMaiBooks wegen der Textbewertungen hab ich wieder darüber nachgedacht …

monerl
Gast

Hallo Kerstin, Ich sehe, ihr habt den Titel geändert. Irgendwie schade! So ungewöhnlich er eigentlich war so viel Wiedererkennungswert war doch in ihm… ;-) Hatte die Kurzmeinungen erst auf dem Handy gelesen und gedacht, so kurz sind die gar nicht. Jetzt am PC erkennt man dann doch den Unterschied zu den eigentlichen Rezensionen. Bei „Die Gerechte“ kann man eindeutig erkennen, wie gut dir dieses Buch gefallen hat. Kennen tu ich keines der vorgestellten Bücher. Immer noch sehr schade finde ich, dass ihr für die Kurzmeinungen keine Sterne vergebt. Das Buch wurde doch, obwohl die Meinung darüber komprimierter dargestellt ist, doch… Read more »