„Opfer 2117“ | Jussi Adler Olsen

Das Buch wurde mir vom dtv Verlag kostenlos zum Lesen und Rezensieren zur Verfügung gestellt. Meine Rezension basiert ausschließlich auf meinen persönlichen Leseeindrücken und wird durch eine Bereitstellung des Buches nicht beeinflusst.


Vergangenes bricht auf

Der achte Fall für Carl Mørck und das Sonderdezernat Q
An Zyperns Küste wird eine tote Frau aus dem Nahen Osten angespült: Auf der ›Tafel der Schande‹ in Barcelona, wo die Zahl der im Meer ertrunkenen Flüchtlinge angezeigt wird, ist sie ›Opfer 2117‹. Doch sie ist nicht ertrunken, sondern ermordet worden. Kurz darauf beschließt der 22-jährige Alexander in Kopenhagen, Rache zu nehmen für ›Opfer 2117‹, dessen Foto durch die Medien ging. Bis Level 2117 spielt er sein Game ›Kill Sublime‹ − dann will er wahllos morden. Als Assad vom Sonderdezernat Q das Bild der toten Frau zu Gesicht bekommt, bricht er zusammen. Denn er kannte sie nur zu gut. Ein hochemotionaler Fall für Carl Mørcks Team, der nicht nur Assad an seine Grenzen bringt.

Klappentext

Das ist er, der achte Band um das Sonderdezernat Q. Die letzten zwei Bände konnten mich nicht mehr ganz überzeugen, dennoch freute ich mich auf dieses Buch. Die Protagonist*innen sind mir ans Herz gewachsen, diese liebevoll-humorvolle Beziehung zwischen Carl und Assad hatte mich direkt in Band 1 begeistert. Auch die später folgenden Personen Rose und Gordon haben sich gut in dieses Ermittlungsteam eingefügt, auch wenn es anfänglich Probleme gab. Da zuvor schon klar war, dass sich die letzten Bände zwar um Kriminalfälle handeln, aber besonders Carl und Assad im Fokus stehen, war und bin ich sehr gespannt auf die Geschichten.

Bei „Opfer 2217“ ist es Assad, der mit seinen Schatten aus vergangenen Tagen zu kämpfen hat. Dass er eine düstere Vergangenheit hat und schlimme Erinnerungen tief vergraben sind, ist etwas das bereits in den vorherigen Bänden immer mal wieder aufblitzte. Er ist jedoch verschlossen und auch Carl drang bislang nie ganz zu ihm durch. Je mehr ich in diesem Buch las, desto klarer wurde der Grund dafür.

Was mir leider gar nicht gefiel, war die Situation die sich zwischen Rose und Assad entwickelte. Ich weiß warum, aber Nein! Nein, nein, nein.

Davon abgesehen habe ich mich riesig über die Rückkehr von Rose gefreut! Ich muss jedoch gestehen, dass ich doch nochmal in den vorherigen Bänden blättern musste, da mir einiges nicht mehr präsent war.

Und Gordon, wo kommt das denn her? Er hat mich in diesem Band wirklich überrascht und zeigt Verhaltensweisen auf die weder ich, noch sein Team von ihm erwartet hätten. Ich bin froh, dass Jussi Adler Olsen mich wieder in seinen Bann ziehen konnte, auch wenn manche Szenen zum Ende hin etwas überzogen wirkten, aber das ist ein gängiges Stilmittel in diesen Genres (Krimi und Thriller) geworden, leider … Etwas unrealistisch, etwas zu viel, aber im Gesamten gesehen nur ein kleiner Teil des Ganzen.

In Barcelona kommt ein Boot mit Flüchtlingen an, darunter eine tote Frau die all die kommenden Ereignisse der Geschichte in Gang setzt. Joan, ein unsympathischer Journalist, der die Geschichte der Frau erzählen will, um selbst im Mittelpunkt der Zeitungen zu stehen. Alexander, angehender Mörder mit einer kaum nachvollziehbaren Verbundenheit zu der Toten. Ergänzt werden diese Ereignisse mit den Rückblicken von Assads Kriegseinsatz und den gegenwärtigen Vorbereitungen eines Terroranschlags.
Klingt sehr politisch und ist es doch nur zum kleinen Teil. Vielmehr steht Assad im Mittelpunkt der Ereignisse, seine Verbundenheit mit der toten Frau.

Eine namenlose Frau, eine Tote von vielen. Jedoch nicht für Assad und die Fotos des Journalisten zeigen noch andere Menschen und Assads Welt gerät ins Schwanken, als er den Zeitungsausschnitt zum ersten Mal sieht. Ein emotionaler Fall, der die Vergangenheit von ihm aufbricht. Die Rückblicke und dessen Ausgang sind bekannt, während Assad davon erzählt und dennoch nahmen sie mich ein. Schon lange war ich neugierig auf seine Geschichte und habe mir beim Lesen der vorherigen Bände mögliche Szenarien ausgemalt. Doch das, was er tat, wen er zurückließ, hätte ich nicht erwartet und so fieberte ich dem Ausgang des Buches entgegen. Ich war überrascht, wer im Verlauf der Geschichte noch auftauchte und empfand auch diese Entwicklung, den Ausgang am Ende, etwas seicht überzogen, wobei ich mir vorstellen kann, das genau dies der Masse an Leserschaft gefallen wird. Mir persönlich war es neben zwei, drei anderen Ereignissen schlichtweg zu unrealistisch.

Das was diese Reihe ausmacht, die Arbeit des liebgewonnenen und unkonventionellen Teams, trat wieder mehr in den Fokus. Dennoch ist es nicht mehr ganz das, was es zum Anfang war, der Humor tritt in den Hintergrund und lässt den Problematiken den Vortritt. Dies störte mich nicht beim Lesen, denn es sind noch offene Fragen im Raum, die ich schon seit längerem beantwortet haben will! Deshalb hätte ich auch nicht gedacht, dass das Buch ohne Cliffhanger endet. Carl hat zum Ende hin ein Telefonat (Seite 501) bei dem ich glaubte, es würde nochmals zur Sprache kommen, denn auch Hardys und sein gemeinsamer Fall von vor zwölf Jahren kehrt zurück!

Ich bin gespannt was mich zukünftig im Sonderdezernat Q erwartet und wie sich die hier entstandene Szenen entwickeln werden. Hoffentlich weiterhin mit der gelungenen Mischung aus Witz, Emotionalität und Spannung.

Rezension verfasst von © Janna
★★★★☆


– Weitere Eindrücke –
mel_booklover


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Buchdetails
Titel: Opfer 2117
Buchreihe: 8. Band
Autor: Jussi Adler Olsen
Verlag: dtv
— Rezensionsexemplar —

Sonderdezernat Q – Reihe
Band 1 ~ „Erbarmen
Band 2 ~ „Schändung
Band 3 ~ „Erlösung
Band 4 ~ „Verachtung
Band 5 ~ „Erwartung
Band 6 ~ „Verheißung“ (Rezension, veraltete Darstellung)
Band 7 ~ „Selfies“ (Rezension)
Band 8 ~ „Opfer 2117“

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Melanie
Gast

Gut geschrieben Janna, besser als ich es konnte (aber ich arbeite dran).
Danke fürs Verlinken!