„Karmapoet“ | Nika Sachs

Gedankengewitter 

Inhalt laut Klappentext – Auszug

Ich bin Lukas, mittlerweile fast dreißig, Profiprokrastinateur und Emotions-Messi mit Alzheimer, der vergessen hat, rechtzeitig den Speermüll seines Hirns rauszustellen.

Vorab muss ich gestehen, Bilder mit eBook ist definitiv nicht meines! Deshalb muss diesmal ein bearbeitetes Bild herhalten, aber so ist Titel und Autorin klar zu lesen und das Cover gut zu erkennen!


Ich durfte bereits den ersten Band „Schneepoet“ vorablesen und so war es für mich nochmals eine kleine besondere Ehre, als Nika mich fragte ob ich Lust hätte, auch den zweiten Band Test-zu lesen. Immerhin weiß sie wie ich rezensiere und somit ein Lob auch an meine Worte. Wie bereits in ihrem ersten Buch, weist die Autorin auch bei dem Folgeband auf den Inhalt des Buches hin. Depressionen, Sex und eine Spur von Drogen.

Und was soll ich sagen, auch bei diesem Buch von Nika Sachs bin ich durch die Seiten gehuscht! Eigentlich sollte man sich als Testleserin mit der Autorin austauschen, Nummern wurden ausgetauscht und bevor ich überhaupt meine Eindrücke schildern konnte, war das Buch bereits zu Ende. Denn ich war und bin einfach begeistert von ihrem Schreibstil! Ein wenig tut es mir dann auch leid, nicht in diesen wundervollen Austausch währenddessen zu kommen, aber ein besseres Lob kann es für Autor*innen wohl kaum geben.

Gewohnt besticht das Buch durch Wortwitz und Tiefgang. Wundervolle Sätze, herrliche Wortkreationen. Ich bin ein Fan ihrer Formulierungen! Vieles was die Leser*innen aus Band 1 kennen und doch anders. Band 2 geht nahtlos weiter und somit muss ich an dieser Stelle sagen: alle die Band 1 noch nicht kennen, sollten jetzt nicht weiterlesen. Am Ende des Buches gibt es einen wirklich fiesen Cliffhanger, der direkt zu Beginn im Folgeband aufgegriffen wird. Also schnell zum Buchdealer Eures Vertrauens und sich Luc den „Schneepoet“ geholt!

Da steht sie nun vor Luc. Inga. Und man fiebert der kommenden Geschichte entgegen. Und da wartete so einiges auf mich! Der zweite Band ist anders und auch wieder nicht, und definitiv nicht minder kompliziert in der zwischenmenschlichen Beziehung.

Wenn das Zerbrechen einer Seele ein Bild wäre, ihr Gesicht wäre die Leinwand dafür.
(Seite 11)

Luc und Inga müssen sich neu kennen lernen. Sie erfahren Dinge voneinander die sie nicht erwartet haben. Und Luc steht vor dem selben Scherbenhaufen, aufgrund dessen er vor einigen Jahren nach Frankreich flüchtete. Nur will er nicht mehr fliehen – Luc wird erwachsen. Ein wenig … Man liest eine Entwicklung heraus, eine zarte Veränderung. Aber leichter wird das Leben nicht. Schon gar nicht, wenn man sich seinem Leben stellen muss. Kein leichter Schritt und ich fieberte wortwörtlich mit. Luc kann Inga seine Tage ohne sie nicht einfach auf einem Tablett servieren. Er wägt ab. Was, wann, wie … und Inga bleibt zurück. Sie spürt das dunkle Loch um Luc, ohne es erfassen zu können.

Du machst es mir so schwer, dich zu lieben, weil du wie das Wasser bist. Ich kann dich nicht greifen und stoppen, du fließt um mich herum und versickerst.
(Seite 66)

Abgetaucht und eingetaucht. Ich versinke in den Sätzen von Nika Sachs und liebe die Kombination von Schwere und Leichtigkeit in ihren Büchern. Und die Offenheit auch Tabuthemen mit einfließen zu lassen. Wir sind heutzutage umgeben von nackter Haut und Sex und doch wird hinter vorgehaltener Hand gesprochen. In diesem Buch werden die Sexszenen nicht um der Story-willen hineingearbeitet, sondern ebnen den Weg zu einem Austausch, welcher so in jeder Beziehung stattfinden sollte!

Keine Klischees! Wundervoll entfernt vom Ideal! Das Leben und seine Vielfalt. Humor und Ernsthaftigkeit. Rückzug und Offenheit. Momente im Wechselspiel der Emotionen. Man kann sich als Leser*in wundervoll hineinfühlen. So wundervolle Seiten das Leben hat – für mich, für Euch, für Luc – so sehr kann man sich auch darin verlieren. Und genau da knüpft die Autorin an. Luc und seine Welt müssen einem nicht vertraut sein, um sich in seinen Gedanken und Problemen wiederzufinden. Selbstzweifel und Ängste. Überwindung und Ehrlichkeit. Lebenssituationen die wir alle auf unterschiedliche Arten kennen. Das was ich an diesen Büchern bewundere, ist die Leichtigkeit mit der die Geschichten erzählt werden. Es berührt, aber erdrückt nicht! Wieder einmal ist der Humor an den richtigen Stellen zu finden und brachte mich des Öfteren zum Lachen – denn das ist das Leben, Tränen der Trauer u.n.d. der Freude!

Mal wieder hat mich Luc in seinen Bann gezogen! Ich bin vollständig in der Geschichte abgetaucht und liebe diese rohe Realität. In diesen Büchern wird nichts beschönigt. Es wird nicht überzogen, es ist echt! Kein Leben das alltäglich ist, sich aber mit dem Alltäglichen auseinandersetzt.

Wer noch mehr von Luc wissen bzw. lesen will, sollte bei seinem Therapiegespräch vorbeischauen: Charaktere auf der Couch

Rezension verfasst von © Janna
★★★★★

– Weitere Eindrücke –
……..

 

Buchdetails
Titel: Karmapoet
Buchreihe: 2. Band
AutorIn: Nika Sachs
Verlag: Twentysix | Selfpublisher
ASIN: Noch nicht vorhanden [E-Book]
ISBN: 978-3-740-74365-9 | Print
— Rezensionsexemplar —
       Luc – Reihe

Band 1 ~ „Schneepoet
Band 2 ~ „Am Horizont Schwarz“
Band 3 ~ „Karmapoet“
Band 4 ~ „Abseitsliebe“

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Lieblingsleseplatz
Gast

Das klingt wirklich interessant! Dafür liebe die Buchbloggerszene – immer wieder bekommt man selber tolle Buchtipps ;-) Und ich finde es auch immer super schwierig, Fotos mit meinem Reader zu machen … Ich liebe ihn wirklich, aber nur fürs Cover wünschte ich manchmal er könnte Farbe ;-)
Liebe Grüße,
Verena via #litnetzwerk

mllefacette
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mllefacette

Hab nur bis zum Spoileralarm gelesen, aber ich glaube nun wird es doch langsam mal Zeit, dass ich mir Schneepoet zur Brust nehme.

Sonja Béland
Gast

Hallo Janna,

Das hört sich sehr interessant an, bin mir aber nicht sicher ob es auch was für mich ist. Ich werde mir mal deine Rezi von Band 1 anschauen und noch ein bisschen drumrum schleichen.
Deine Rezension gefällt mir sehr gut, schön geschrieben!

Liebe Grüße
Sonja