„Karlchen – Modrichs erster Fall“ | Thomas Matiszek

Das Buch von dem Autor kostenlos zum Lesen und Rezensieren zur Verfügung gestellt. Meine Rezension basiert ausschließlich auf meinen persönlichen Leseeindrücken und wird durch eine Bereitstellung des Buches nicht beeinflusst.


Inhalt laut Verlag

Ist der Mensch von Natur aus böse? Mit dieser Frage beschäftigt sich Thomas Matiszik in seinem Krimidebüt „Karlchen“ – und lässt nur eine Antwort zu: Ja!
Karl Ressler ist ein Sadist vom Scheitel bis zur Sohle. Er tötet, weil es ihm Spaß macht. Erst als Kind, dann als Erwachsener. Sein Gegenspieler ist Kommissar Peer Modrich, der allerdings zu viele Probleme mit sich selbst zu haben scheint und nicht aus dem übergroßen Schatten seines Vaters treten kann. So ist es dann auch nicht Modrich, sondern seine Kollegin Gudrun Faltermeyer, die die Hatz auf Karl Ressler immer wieder vorantreibt. Das blutige Katz- und Mausspiel fordert viele Opfer und steuert in atemberaubendem Tempo auf den dramatischen Showdown zu.

„Karlchen“ – ein Name, der in seiner verniedlichenden Form einen an alles denken lässt, nur eben nicht an einen Serienmörder. Schon das Cover empfand ich als sehr gelungen und so konnte ich bei der Anfrage des Autoren gar nicht nein sagen. Ein blutiger Krimi, der fast schon in Richtung Thriller tendiert und mich in einem wahnsinnigen Tempo durch das Buch lotste. Immer diesem Karl(chen) hinterher, gemeinsam mit Peer Modrich und seiner Kollegin Gudrun.

Karl, mittlerweile ein gestandener, erwachsener Mann kann es einfach nicht lassen. Sollte man doch meinen das der kleine Karl, eben das Karlchen, einst ein liebes Kind war. Doch Fehlanzeige, es gibt im Buch genügend Rückblicke in das Leben des Kindes um zu erkennen, dass da schon immer etwas in ihm lauerte. Kleine, fiese Gemeinheiten, die sich nicht auswuchsen sondern ausuferten und zu Gewalttaten führten, die man insbesondere einem Kind nicht zutraute. Aber so ist es wohl, aller Anfang ist das Böse, selbst im Kind.

Vermutlich war die Anzahl derer, die ihm ein Gewissen von Grund auf absprachen, nicht eben klein.
(S. 185)

Bereits der Anfang im Buch zog mich hinein und so flog ich durch die Seiten, die kurzen Kapitel und verfolgte diesen Mann und seine Taten. Mit an meiner Seite immer der Kommissar Peer Modrich. Von ihm könnte man sagen, dass er selbst nicht so ganz „normal“ ist. Bei seinem Überbedarf an Ibus, geschuldet seinem Morbus Meulengracht (das gibt es wirklich, ich habe es nachgelesen) und der Tatsache dass er nicht konsequent genug lebt. Aber ich mag ja bekanntermaßen die schrägen Charaktere und so mochte ich auch Guddi, seine Kollegin, die unter einem ständigen Schlafmangel und damit einer ewigen Gereiztheit leidet. Zusammen sind sie aber ein tolles Team.

Kurz und knapp, damit ich nicht zu viel verrate: Karl hat strikte Auflagen, an die er sich halten muss und er hat sehr mit sich zu kämpfen. Diesen Kampf verliert er regelmäßig und so gibt es bald ein Opfer das bei weitem nicht sein erstes ist. Peer und Gudrun wissen sofort nach wem sie Ausschau halten müssen, insbesondere da es eine vermisste junge Frau gibt. Karl, gar nicht so doof, macht sich von dannen und erlebt erst einmal am eigenen Körper wie es ist, ein Opfer zu werden. Diesen Abschnitt, der recht lange ist, habe ich nicht wirklich gebraucht. Vieles war mir vorhersehbar und vieles, ganz salopp gesagt, übertrieben.

Rausgerissen hat es immer wieder die Erzählungen aus seiner Kindheit, seine Schandtaten und wie so ein kleiner Knirps alle an der Nase herumführt und ganz gezielt manipuliert, zerstört und mit einer Konsequenz seinen Weg zum Serienkiller geht. Ja, der nette Mensch von nebenan! Hier hätte ich ewig dazu weiterlesen können, da der Autor es herrlich unkompliziert gemacht hat und einen teil haben lies an dieser Kindheit und dem damit verbundenen familiären Drama.

Wie wird ein Mensch zu einem Monster?
(S. 35)

Während das einstige Karlchen, jenseits der Grenzen, seine eigenen auslotet, nebenbei das nächste Opfer findet und so ein klein bisschen sein Seelenheil preisgibt, versuchen die zwei Ermittler eben zu ermitteln.
Sie bekommen Unterstützung durch Karls Bekannte und sogar eines Familienmitgliedes und tappen doch lange im Dunkeln. Erst Kommissar Zufall führt sie auf die richtige Spur. Das sich aus der Verfolgungsjagd noch eine Katastrophe anbahnt, konnte keiner erahnen.

„Karlchen“ war für mich ein Buch der Kategorie ´in einem Rutsch durchlesen´. Weil man es einfach wissen wollte. Was der Typ anstellt, wie weit er gehen kann, wann und wo man ihm auf die Schliche kommt und, für mich mit das Wichtigste – war der schon immer so? Keine stereotype Geschichte, sondern ein bisschen abgedreht, wie die Charaktere darinnen.
Es fließt Blut, es gibt so manches Opfer und einige üble Gedanken keimen erst auf um dann in die Tat umgesetzt zu werden. Alles in einem irre Tempo, was aber bei einem durchweg psychopatischem Karl auch Sinn macht.

Modrich, der Kommissar, hat durch die einstigen Erfolge seines Vater als Kommissar eine Art Minderwertigkeitskomplex. Vielleicht ist er deswegen so wie er ist? Ich hoffe ja sehr dass er sich weiter entwickelt und noch viele Fälle lösen wird.

Sammeln sie Frösche, seltene Briefmarken oder schreiben sie ein Buch! Hauptsache, sie kommen auf andere Gedanken.
(S. 7)

Rezension verfasst von © Kerstin
★★★★☆


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Buchdetails
Titel: KARLCHEN
Buchreihe: 1. Band 
Autor: Thomas Matiszek
Verlag: OCM 
— Rezensionsexemplar —

Kommissar Peer Modrich-Reihe
Band 1 ~ „Karlchen – Modrichs erster Fall“
Band 2 ~ „Blutgeschwister“

8
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Mikka
Gast

Hallo,

abgedreht mag ich, aber hier zaudere ich ein wenig, da ich es normal nicht so sehr mag, wenn ein Charakter abgrundtief böse ist und sonst nichts… Würdest du sagen, dass das hier so ist?

Ich habe diesen Beitrag HIER für meine Kreuzfahrt durchs Meer der Buchblogs verlinkt.

LG,
Mikka

Pink Anemone
Gast

Toll, da lese ich die erste Rezension und schon ist das Buch auf meiner Liste und hab gerade gesehen, dass es gar nicht so neu ist und es auch schon den zweiten Teil gibt. Also bei einem Krimi mit so skurrilen Figuren müsste ich ja eigentlich schon zugreifen, denn dieser Krimi-Thrill scheint wirklich fern von 08/15 zu sein.
Vielen Dank für den Tipp.
Busserl aus Wien,
Conny

Schurkenblog
Gast

Meine Neugier ist geweckt. Muss ich mir wohl mal die Leseprobe ansehen. Anscheinend wurde hier sehr viel darauf geachtet, dass die Charakterisierung nicht vom Fließband kommt, aber doch überzeugend ist.

Reinlesen werde ich mal auf jeden Fall!

Anja aka Ana
Gast

Liebe Kerstin,
das klingt richtig gut. Erinnert mich an ein anderes Buch, das ich auch rasant schnell gelesen habe.
Das kommt auf meine Liste, alleine schon wegen Deiner ehrlichen und begeisterten Rezension.

LG Anja