„Hexenwerk“ | Tanja Hanika

Das Buch wurde mir von der Autorin Tanja Hanika kostenlos zum Lesen und Rezensieren zur Verfügung gestellt. Meine Rezension basiert ausschließlich auf meinen persönlichen Leseeindrücken und wird durch eine Bereitstellung des Buches nicht beeinflusst.


Sommerlicher Horror

Endlich sind Sommerferien.
Aber die besten Freunde Simon und Linus bringen sich selbst um den Ferienspaß, indem sie die alten, unheimlichen Frauen verärgern, die für sie wenige Sommer zuvor noch die vermeintlich bösen Kinderfresserinnen waren. Einst ein kindischer Gruselspaß, wird die Bedrohung nun real: Die Alten sind tatsächlich Hexen. Aus Kinderfleisch ziehen sie Lebensenergie, um ewig zu leben und ihr böses Werk zu tun.
Um nicht wie die anderen gestohlenen Kinder aus Schwarzbach zu enden, setzen Simon, Linus und ihre Freunde alles daran, die Hexen zu vernichten.

Teufelsbuhlschaft, Eiterernte und Hexenkräuterkunde machen die alten Frauen zu mächtigen Gegnerinnen.
Warnung: Bedingt durch die Hexenthematik kommen in diesem Roman Kinder zu Schaden: Es findet Gewalt von Kindern und gegen Kinder statt….

Inhalt laut Klappentext

Was habe ich mich auf die Erscheinung dieses Buches gefreut und ich war allein von der optischen Gestaltung mehr als angetan, als ich es endlich in den Händen hielt. Doch die große Überraschung wartete in der Widmung auf mich – da steht mein Name! Ich habe mich mehr als gefreut und konnte nicht widerstehen, ich musste sofort mit dem Lesen beginnen.

Ich gestehe, ich war zu Beginn etwas irritiert, dass ich eine Gruppe von 12jährigen Jungs begleitete. Ich wollte doch Horror! Aber dann war es genau das, was den Flair des Buches für mich ausmachte, es hatte etwas Nostalgisches! Auch den Horror traf ich, wobei es für mich noch eine Spur mehr hätte sein dürfen. Gewohnt flog ich nur so durch die Seiten, denn Tanja Hanika hat einen angenehmen Schreibstil. Die Geschichte wechselt in den Perspektiven, da aber allesamt aus der dritten Person herausgeschrieben sind, stolperte ich bei den unterschiedlichen Kapiteln nicht. Die Atmosphäre veränderte sich im Verlauf der Geschichte und schwankte zwischen Sommerabenteuer und Gruselmomenten.

Mir wird kalt, wenn ich sie sehe. Und wenn ihr Blick mich einfängt, wird mein Innerstes zu Eis.

Seite 95

Ein kleiner Ort. Sommerferien. Da kommt bei heranwachsenden Jugendlichen schnell Langeweile auf. Was daraus entsteht sind Gruselgeschichten, doch was wenn diese Geschichten realer sind, als einem lieb ist? Wenn die Frauen im Ort nicht die sind, die sie vorgeben? Was wenn die alten Damen von nebenan sich die Kinder im Ort holen, um sie zu verspeisen? Dann wird aus einem anfänglichen Abenteuer der blanke Horror.

Postkarte zum Buch „Hexenwerk“ von Tanja Hanika

Mich selbst erwartete nicht der blanke Horror, aber ich lese und schaue auch vielerlei aus und in diesem Genre. Mich nahm vielmehr die Atmosphäre gefangen. Nachts in den Kinderzimmern, im Archiv wenn es plötzlich dunkel wird, die Hingabe der Hexen gegenüber dem Teufel.

Kinder, fast schon Jugendliche, erzählen sich Schauergeschichten über die angeblichen Kinderfresserinnen der Kleinstadt. Eine zufällige Entdeckung verleitet die vier Jungen dazu, mehr über die alten Damen in Erfahrung bringen zu wollen. Auch Annika, ein Mädchen aus der Parallelklasse will mehr über das Verschwinden der Kinder in ihrer Umgebung in Erfahrung bringen. Während Annika alleine recherchiert, bekommen die Jungs unerwartete Hilfe – doch wird diese noch rechtzeitig etwas bewirken können?

Der Verlauf ist absolut stimmig und baut einen Spannungsbogen auf, bei dem mich besonders der Ausgang interessierte – wie weit wird die Autorin gehen? Es hätte innerhalb der Geschichte mehr sein dürfen und doch finde ich es genau passend, so wie es ist. Meine Kritik liegt vielmehr in der Entwicklung von Annika. Ich möchte natürlich nichts verraten, aber was zum Ende hin geschieht, passierte mir zu schnell. Ich hätte mir gewünscht, dass diese Szene mehr Raum und Zeit bekommen hätte, um zu wirken.

Ich sagte ja, dass das Lesen etwas Nostalgisches für mich hatte. Zum einen erinnerte ich mich an meine eigene Jugend, in der ich im Sommer mit meinen Freunden vielerlei Gruselgeschichten am Lagerfeuer erzählte und uns in Kindertagen auch Geschichten über die alten Häuser in unserer Umgebung ausdachten. Zum anderen erinnerte mich diese Geschichte gleich an zwei Filme, die ich damals geliebt habe. Die Gruppe die sich zusammentut und sich auf ein Abenteuerzug vorbereitet, ließ mich an den Film „Stand by me – Geheimnisse eines Sommers“ erinnern und als die Hexen in Erscheinung traten, musste ich im Verlauf der Geschichte unweigerlich an „Hexen hexen“ denken. Doch ganz so harmlos verläuft die Geschichte in Tanja Hanikas Buch nicht und ich bin froh, dass sie das Ende geschrieben hat, welches ich zu lesen bekam!

Die Warnung im Klappentext steht dort nicht grundlos, aber ich hatte dadurch andere Erwartungen – ich denke hier kommt es darauf an, wo die eigenen Grenzen des erträglichen sind. Damit du es ein wenig besser einschätzen kannst, habe ich mir die Genehmigung der Autorin eingeholt und einen kleinen Part eingelesen. Es ist eine Szene die nicht detailliert beschreibt, aber erahnen lässt, wie bestimmte Szenen beschrieben sind, die etwas genauer in ihrem Verlauf sind.
(Hinweis: Ich lese aus Kapitel 16, Seite 143 bis 145 – natürlich spoilerfrei! Auf Seite 144 kommt statt Zutaten das Wort „Ingredienzien“ vor, da ich jedoch beim Lesen immer wieder in der Aussprache darüber stolperte, durfte ich mit Erlaubnis der Autorin das Wort gegen ein geläufigeres tauschen.)

Ausschnitt Kapitel 16 „Eiterernte“

Ich mochte besonders die Kapitel der Hexen, aber das ist wohl keine große Überraschung. Hier wird das beschrieben, was mir bei den Kindern fehlte und auch gerne etwas mehr Raum hätte bekommen dürfen. Ich das Buch innerhalb kürzester Zeit ausgelesen, die Geschichte besticht durch ihre Entwicklung und hat mich gefesselt. Mittelalterliche Hexenjagd, Vereinigung mit dem Teufel und allerhand Zutaten die man in keiner Vorratskammer zu sehen bekommen will, Stichwort ‚Eiterernte‘.

Wenn du für gruselige Szenen empfänglich bist und die Gänsehaut spüren willst, empfehle ich dir das Buch abends in der dunklen Herbstzeit zu lesen. Ich bin gespannt was mich noch aus der Feder der Autorin erwartet, denn vielfältig ist sie in ihren bislang erschienen Geschichten.

Rezension verfasst von © Janna
★★★★☆


1 Geschichte – 2 Meinungen: Kerstins Kurzmeinung
– Weitere Eindrücke –
Myna Kaltschnee
Pink Anemone

Wenn du etwas mehr hinter die Kulissen blicken möchtest, solltest du bei Babsi und ihrem Interview mit Tanja Hanika vorbeischauen.


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Buchdetails
Titel: Hexenwerk – Die gestohlenen Kinder von Schwarzbach
– Einzelband
Autorin: Tanja Hanika
Verlag: Selfpublisher
— Rezensionsexemplar —

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4
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Cathy
Gast

Mit der Nostalgie ging es mir ganz genau so wie dir. Das hat Tanja echt wunderbar hinbekommen.
Ich habe die finale Version noch nicht lesen können, aber ich bin ganz gespannt drauf. ^^

Und wie toll ist bitte deine Vorlesung! <3
Bin ganz verliebt in deine Stimme und möchte, dass du ganz ganz viel vorliest! :D

LeseWelle
Gast

Hallo Janna,
also wenn ich noch geschwankt habe wegen dem Buch, würde ich es jetzt auf jeden Fall haben wollen. Allein schon das Cover ist genial.
Aber das Buch ist mir schon bei Twitter öfter aufgefallen und da ich Der Angstfresser mit Vergnügen gelesen habe, denke ich das Hexenwerk auch bei mir einziehen wird.
Danke für deine Rezension. :)
Liebe Grüße
Diana