„Herzschlag der Gewalt“ | Matthias Soeder

Das Buch wurde mir  von dem Autor kostenlos zum Lesen und Rezensieren zur Verfügung gestellt. Meine Rezension basiert ausschließlich auf meinen persönlichen Leseeindrücken und wird durch eine Bereitstellung des Buches nicht beeinflusst.

Inhalt laut Klappentext

Alexander Hartmann führt ein gefährliches Doppelleben: Vordergründig ein harmloser Frachtpilot, übernimmt er immer wieder riskante Aufträge für den deutschen Geheimdienst.
Dann verliebt sich der Agent in die ahnungslose Valentina. Um sie nicht zu gefährden, will er aussteigen. Doch der Chef des Bundesnachrichtendienstes weiß von seiner kriminellen Vergangenheit und erpresst ihn: Knast oder Kooperation für einen letzten Fall.
Hartmann hat keine Wahl. Er muss den hochbrisanten Auftrag annehmen, um nicht für Jahre hinter Gittern zu verschwinden, und noch wichtiger, um nicht die Liebe der gesetztestreuen und pazifistischen Valentina zu verlieren. In Nairobi planen somalische Terroristen einen perfekt inszenierten Massenmord auf eine deutsche Einrichtung. Hartmann soll den Anschlag verhindern und die Drahtzieher überführen. Doch zu spät erkennt er die wirklichen Hintergründe des Anschlags. Die unglaubliche Wahrheit bringt auch Valentina in Gefahr. Es entbrennt ein Kampf gegen menschliche Gier und Machtgelüste. Ein Kampf ums nackte Überleben und um Gerechtigkeit.

Von Kindern & Soldaten

Deutschland und Ostafrika – zwei Welten in denen zwei Jungen groß werden. Der eine im Krieg gegen ein ganzes Land, der andere im Krieg der vom Vater ausgeht.
Alleine auf sich selbst gestellt, müssen beide, Alexander und Chibala, mit der Welt fertig werden und allem was da kommt.

Ob ihr euch anschnallt oder nicht, ist eure Sache. Ich rate euch es zu tun. Reklamation und Schadenersatz werden prinzipiell abgewiesen.
(S. 173)

Es soll ja Stimmen geben die sagen „Selfpublisher lese ich nie“, da kann ich nur sagen „jeder fängt mal klein an und selbst der größte Autor/die größte Autorin hat mit einem Buch Nummer 1 angefangen.
Dies hier ist das Debüt eines Selfpublishers und es ist für alle Thriller-Fans eine absolute Lese-Empfehlung wert.
Gewiss, das Cover empfand ich jetzt nicht so als Brüller und es gibt bestimmt hier und da etwas an dem man nörgeln könnte – aber – ich breche Bestseller-Bücher ab, weil sie mir kein Stück gefielen und dieses hier habe ich sehr gerne gelesen.

Dieses Buch startet rasant und bleibt es die kompletten 430 Seiten lang. Keine Langeweile, sondern ein Ereignis nach dem anderen.
Der Prolog ist nur der Trommelwirbel, der Paukenschlag kommt mit den zwei Jungs und ihren „Werdegängen“.
Immer im Wechsel erfährt man, wie schnell aus einem Alltag ein Alptraum wird und das alles, was geschieht, eine Konsequenz hat. Während der eine versucht, das Beste aus sich und seinem Leben zu machen, stürzt der andere komplett ab. Aber eigentlich würde es auch umgekehrt passen.

Worum geht es eigentlich? Um eben diese zwei Jungen.

Chibala

Ein Elfjähriger, der im kriegsgebeutelten Somalia erst zum Waisen wird und unfassbare Gräuel sehen muss, um dann als Flüchtling eine Tortour nach der andern übersteht. Nach kurzer Hoffnung endet er als Kindersoldat. Keine Hoffnung, keine Chancen. Eine erbarmungslose Welt, von den Erwachsenen hervorgeschworen, wird aus ihm ein seelen- und herzloses Monster.
Hier ist die Stelle an der ich mir viel mehr an Informationen und Tiefe in der Geschichte gewünscht hätte. Die Thematik der Kindersoldaten ist nun aber sehr umfangreich und wurde deshalb wohl auch nur kurz angeschnitten.

Alexander

Der Vierzehnjährige mit einem alkoholkranken und gewalttätigen Vater. Halbwaise mit den falschen Freunden. Ein Absturz nach dem andern, um dann doch wieder auf die Beine zu kommen. Endlich mal Glück im Erwachsenen-Leben und dann ein solch grausamer Schicksalsschlag.
Alles wieder auf Null und ein Neustart in der Welt der Geheimdienste und damit in einer Welt in der ein Toter mehr oder weniger nichts zählt.

Aber so war nun mal das Leben. Es gab Starke und Schwache, Gewinner und Verlierer.
(S. 64)

Zwei Soldaten, die ihr Ding durchziehen. Von einem geht eine große Gefahr aus, der andere versucht sie einzudämmen. Somit ist es kaum verwunderlich dass sich beide im Laufe der Geschichte begegnen. Vom Leben gebeutelt kann es eigentlich gar nicht mehr schlimmer kommen und doch setzt der Autor immer wieder einen drauf.
Ein Politthriller vom Feinsten, der auch jede Menge an Action bereit hält. Es wird gestorben und gemordet, stellenweise richtig brutal – darauf sollte man sich unbedingt einstellen, denn Matthias Soeder spart kein Stück mit Details.

Eine terroristische Gruppierung und die Gefahr die von ihr ausgeht. Korruption, Verrat, Erpressung, Entführung – es gibt sehr viel zu tun für Alexander und so nebenbei muss er nicht nur um sein Leben fürchten. Die allgegenwärtige Bedrohung für ihn wird zur Herausforderung. Wer hält ihm den Rücken frei und wer hat schon das Messer gezogen? Wer hat da alles Dreck am Stecken und wie kann er heil aus dieser katastrophalen Sache herauskommen?

Mir gefiel die Aufmachung der Kapitel sehr gut. Immer die Jahreszahl, die Uhrzeit, der Ort oder die entsprechende Person. So konnte ich den Geschehnissen wunderbar folgen, wusste immer wo ich mich gerade befand und war dem ein oder anderen der Charaktere sogar ein Stück voraus.
Apropos Charaktere, die zwei wichtigsten sind sehr authentisch und damit gelungen. Egal ob Held oder Bösewicht, jeder wurde in seinem Part in dem Buch herrlich dargestellt.

Die Szenerien sind alle sehr plastisch und so einstehen diese Bilder im Kopf, die man loswerden möchte und liest weiter und weiter und weiter.
Es geht gar nicht aus diesem Teufelskreis herauszukommen.
Denn man kennt ja nun die Gestalten im Buch und möchte doch auch erfahren was noch kommt, wie sich alles entwickelt und wer verdammt noch mal der Typ aus dem Prolog ist!

Rezension verfasst von © Kerstin
★★★★☆


Weitere Eindrücke –
Angeltearz liest°
Nisnis Bücherliebe °
mein kleines Bücherzimmer °

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Buchdetails
Titel: Herzschlag der Gewalt
Buchreihe: Einzelband 
Autor: Matthias Soeder
Verlag: Selfpublisher
— Rezensionsexemplar —

7
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laberladen
Gast

Ich habe das Buch ja schon Dank Nisnis begeisterter Rezension auf meiner Leseliste und Deine ebenso positive Meinung bestätigt es nochmal, dass ich das Buch unbedingt lesen muss. Also schubse ich es auf der Liste ein Stück nach oben und werde mir mal selbst ein Bild machen.
LG Gabi

Matthias Soeder
Gast

Vielen Dank für die ausführliche Rezension. Für mich als Autor sind diese Feedbacks sehr wichtig und hilfreich.

Susr
Gast

Ich habe das Buch verschlungen. Ein Highlight in diesem Jahr.

Anja
Gast
Anja

Tolle Rezension liebe Kerstin.
Das Buch kommt auf die Liste.

LG Anja