„Ersticktes Matt“ | Nina Hasse

Back to the crime roots

Inhalt laut Klappentext:

New York, 1893. In den Floodlands, einem Elendsviertel mitten im East River, verfolgt die Polizei ein Gespenst. An jedem Tatort eine weibliche Leiche, eine Schachfigur in der Hand. Das Spiel eines Wahnsinnigen?

Innen wie Außen ein Genuss und ganz klar ein Buch für #CoverMachenBuecher! Der Klappentext kurz und prägnant – so liebe ich das! Kein großes Blabla, kein Spoiler und obendrauf Neugierig machend! Auch das Cover und der Titel sind absolut passend zum Inhalt und das gesamte Buch ist Krimi wie er sein soll. Umwoben mit Steampunk-Elementen und einer Welt, die sich nach einer großen Flut anders entwickelt hat, als wir sie kennen.

Kaum hatte ich begonnen zu lesen, war ich auch schon inmitten der Floodlands. Ein Stadtteil New Yorks in dem die Armut herrscht. Ein Viertel der toten Frauen. Morde die dazu führen den ehemaligen Berater Remy Lafayette zurück ins Department zu holen – trotz Unstimmigkeiten. Und diese lassen sich direkt herauslesen, drängen die Ermittlungen jedoch nicht in den Hintergrund. Auch das Zusammentreffen von Remy und seiner Vergangenheit machte mich zunächst stutzig, fügt sich aber im weiteren Verlauf wundervoll in die Handlung ein.

Absolut gelungen fand ich die Gesichtsanalysen von Remy, man liest heraus, dass sich die Autorin mit der Thematik auseinander gesetzt und gut recherchiert hat. Remy beobachtet, orientiert sich an den Gesichtszügen und konzentriert sich auf bestimmte Anhaltspunkte, um Rückschlüsse führen zu können. Nicht nur das er damit grundlegend richtig liegt, diese Szenen sind absolut nachvollziehbar beschrieben und ich will in einem Folgeband bitte mehr von seiner beratende Tätigkeit!

Ein spannender Fall und die große Frage, was zwischen dem polizeilichem Berater und Gesichtsanalytiker Remy Lafayette und Detective Madeline Vezér geschah. Irgendetwas ließ Remy sich zu Schulden kommen und auch wenn dies nur eine Nebengeschichte ist – ich war verflixt neugierig auf die Hintergründe! Es lauerte zwischen den Zeilen, ohne dem eigentlichen Fall und den Ermittlungen den Raum zu nehmen.
Ich war so im Lesefluss und habe leider völlig vergessen mir Zitate zu markieren und zu notieren. Ich kann Euch aber versichern, dass Nina Hasse einen wirklich einnehmenden Schreibstil hat! Spannung und Humor sind im Wechsel ebenso zu finden, wie Emotionen auf verschiedensten Ebenen. Nein, keine Lovestory oder Ermittler*innen mit einem Paket an Problemen. Es geht um Frustration bei Ermittlungen die zunächst ins Leere führen und es geht um das Taumeln, wenn man plötzlich persönlich betroffen ist.

HALT! Jetzt nicht verschwinden!
Ja, ich kann bei diesem Genre auch keine persönlichen Verknüpfungen mit den Fällen mehr lesen, aber bei diesem Buch ist es anders. Es ist nachvollziehbar und realistisch eingearbeitet und störte den Lesegenuss eines Krimis nicht, sondern unterstrich die Ratlosigkeit der Protagonist*innen. Die Verknüpfung zwischen dem Fall und Privatleben ist zwar Teil der Geschichte, aber die Verbindung dessen überdeckt nicht die Ermittlungen. Oft driften die Protagonist*innen bei einer persönlichen Beteiligung entweder in Depressionen, Alkohol oder tätigen nicht nachvollziehbare Handlungen, die fernab jeglicher Realität sind. Eben solche Szenen sind es, die mich vermehrt an den heutigen Krimis und Thrillern stören und so war ich sehr erfreut, dass dieses Klischee hier nicht bedient wurde!

Krimi wie er sein soll

Ein Mörder der es auf Frauen abgesehen hat, die anscheinend keinerlei Verbindungen zu- oder miteinander aufweisen, außer der Schachfigur die an jedem Tatort in der Hand des Opfers gefunden wird.

Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, ich hätte den Täter nicht erahnt. Aber meiner Ermittlungsfreude schadete es absolut nicht! Und die Geschichte ist lesenswert – die Gesichtsanalyse, die Protagonist*innen, der Schreibstil! Es gibt sie nämlich doch: hervorragende Selfpublisher-Literatur (#SPbuch) aus den verschiedensten Genre-Bereichen! In diesem Fall ist es ein Krimi, der auf all die überzogenen Szenen und die sich überholende Action verzichtet und sich voll und ganz der Ermittlung widmet – eben so wie es in diesem Genre sein soll!

Denn ist es nicht so, dass wir besonders Krimis lesen, um mit zu ermitteln und uns am Ende freuen, wenn wir den Täter oder die Täterin entlarvt haben? So ist es auf jeden Fall bei mir! Und bei diesem Krimi stimmt das Gesamtpaket – ja, ich hatte eine Ahnung, die sich mit den Seiten verfestigte und am Ende goldrichtig war. Sicher war ich mir aber nie und das ist es, was ich bei diesen Geschichten erwarte. Ich will mit rätseln, umdenken, Personen verdächtigen und Protagonist*innen treffen, die ich auch zukünftig wieder lesen möchte.

Ein gelungener Auftakt, der in sich abgeschlossen ist. Ich hibbel dann mal dem zweiten Band entgegen! Zum Glück gibt es aber zwei Kurzgeschichten aus den Floodlands, um sich die Wartezeit zu versüßen und „Geisterhand“ kann ich Euch bereits empfehlen.

Rezension verfasst von © Janna
★★★★★

Weitere Eindrücke
Die Buchfluesterin
BlueSiren

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Buchdetails
Titel: Ersticktes Matt
(*KlickMich* um mit Signatur zu bestellen)
Buchreihe: 1. Band
Autorin: Nina Hasse
Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform | [Selfpublisher]
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Floodlands Department (New Yorker Police Department)
• Protagonist Remy Lafayette twittert!
Floodlands – Reihe
Band 1 ~ „Ersticktes Matt“
Kurzgeschichte Nr. 1  ~ „Der Traum vom Fliegen
Kurzgeschichte Nr. 2 ~ „Geisterhand“ (Download)

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Anett
Gast

Oh nein Janna,
was machst du nur mit mir!!!! Ich wollte doch vor der Buchmesse keine Bücher mehr kaufen :)
Aber mit diesem hast du mich auch total angefixt…ich denke, das muss ich haben!

Liebe Grüße Anett

Heike
Gast

Liebe Janna,

diese „kaputten“ Ermittler gehen mir gelegentlich auch ein wenig auf die Nerven und es ist erfrischend, einen anderen Stil zu lesen. Gesichtsanalysen sind zudem mal was ganz anderes…
Liebe Grüße, Heike
….Habt ihr gar keinen Like-Button mehr? Immerhin kann ich jetzt wieder kommentieren

Anja aka Ana
Gast

Liebe Janna,
was für eine wundervolle Rezension.
Was für ein großartiges Cover!
Aber wann soll ich das alles lesen?

Och Mensch… Ihr Zwei macht mich fertig!

Habt noch einen fabelhaften Abend/fabelhafte Nacht.

LG Anja