„Eine Reise nach Georgien“ auf der Suche nach Krimi & Thriller

WERBUNG || Dieser Beitrag wird als Werbung gekennzeichnet, da es Verlinkungen zu den teilnehmenden Blogs, diversen Verlagen und der ein oder anderen Rezension gibt.


GEORGIEN – das diesjährige Gastland der Frankfurter Buchmesse, wird durch viele Beiträge schon vor der Messe vorgestellt und soll Lust auf dieses Land und seine Literatur machen. Alle teilnehmenden Blogs findet Ihr ganz unten in einer Auflistung – nun aber, nehmt Euch Zeit, denn diese Literaturreise soll Euch entführen in dieses Land, seine Bücher und Geschichten.

Ramona von Kielfeder & Ramona von El Tragalibros – der Bücherwurm haben eingeladen an dieser Reise teilzunehmen und ich freue mich über alle Mitreisenden.

Wenn eine eine Reise macht, dann kann sie was erleben!

Krimi & Thriller, meine bevorzugte Leseleidenschaft habe ich als Thema für diese große Tour gewählt. Wer hätte gedacht dass es alles andere als leicht wird? Aber leicht soll es ja auch nicht sein, sondern spannend, überraschend und informativ – so wie die Bücher, die ich lese.

Georgien ist noch ein recht junges Land und ist doch geprägt von alten Geschichten, Sagen, Legenden, Märchen und nicht zuletzt vielen Kriegen.
Die Geschichte dieses Landes liest sich wie ein Krimi und hat mehr als genügend Thriller-Elemente. Persische Schahs, Revolutionen, Kriege, Enteignungen, Aufstände. Verbote der georgischen Sprache und damit auch derer Bücher und doch gab und gibt es immer wieder Autor*Innen, die selbst der Gefahr für das eigene Leib und Leben trotzen.

Auf meiner Suche nach den Autorinnen und Autoren des Landes bin ich auf eine Vielzahl mir vollkommen unbekannter Namen gestoßen und genau das hat mich gereizt, weiterzusuchen. Es war wie ein Eintreten in ein fremdes Haus, erst zaghaft aber der Eingang hat mich direkt optimistisch gestimmt.

Den typischen Kriminalroman fand ich nicht. Auch Thriller wie wir (oder besser gesagt ich) sie kennen, gibt es nicht oder nur sehr wenig in deutscher Übersetzung. Dafür gibt es Bücher voller hervorragender Geschichten. Vielleicht muss es ja gar nicht immer Crime & Thrill sein, viel Bücher bergen trotzdem ein Lesegefühl von spannender Unterhaltung, auch ohne Detektive, Ermittler oder Serienkiller. Ich komme immer mehr ab vom „Standard“ und in der georgischen Literatur bin ich mehr als fündig geworden.

Georgien ist ein Paradies für Literaturliebhaber und mich hat dieses Land, maßgeblich durch diese literarische Vielfalt, ganz in seinen Bann gezogen.

Drei Bücher habe ich im Vorfeld gelesen und zu diesen stelle ich hier die Autorin und die Autoren vor. Wer mehr zum Inhalt der Bücher wissen möchte, hinter dem markierten Titel findet Ihr meine Rezension dazu. Lesenswert fand ich jedes davon.

Der Kriminalfall:ROYAL MARY – Ein Mord in Tiflis“ von Abo Iaschaghaschwili
Der Autor wurde 1977 in Tiflis geboren, studierte in Tiflis, München und Berlin. In seiner Heimat Georgien arbeitet er auch als Bergführer. Bisher gibt es drei Romane von ihm, mehrere Kurzgeschichten und Beiträge für literarische Zeitschriften. Für „Royal Mary“, seinen zweiten Roman, wurde Iaschaghaschwili 2015 mit dem renommierten georgischen Literaturpreis „Saba“ ausgezeichnet.

Die Theaterstücke:Herbst der Untertanen“ von Nino Haratischwili
Die Autorin wurde 1983 in Tiflis geboren und lebt nun in Hamburg. 1998 gründete sie an ihrer Schule eine deutsch-georgische Theatergruppe, das spätere Fliedertheater. Nach dem Studium der Filmregie in Tiflis studierte sie in den Jahren 2003-2007 Theaterregie in Hamburg und machte ihren Abschluss mit der Inszenierung eines eigenen Stückes.
2018 Bertolt-Brecht-Preis
2017 Stipendium des Lessing-Preises der Freien und Hansestadt Hamburg
2015 Anna Seghers-Preis
2015 Literaturpreis des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft
2011 Debütpreis des Buddenbrookhauses für ihren Roman „Juja“
2011 Preis der unabhängigen Verlage für ihren Roman „Mein sanfter Zwilling“
2010 Adelbert-von-Chamisso-Förderpreis
2008 Autorenpreis des Heidelberger Stückemarkts; Rolf-Mares-Preis

Der skurrile Roman:Der aufblasbare Engel“ von Zaza Burchuladze
Der Autor wurde 1973 in Tbilissi geboren. Er übersetzte Fjodor Dostojewski und Daniil Charms ins Georgische. Seine Romane und Essays wurden von religiösen Extremisten verbrannt und vom Präsidenten Saakaschwili in der georgischen Tagesschau angeprangert. Im Sommer 2012 wurde er von Unbekannten angegriffen und musste mit seiner Familie nach Deutschland fliehen. Heute lebt und arbeitet er in Berlin. Für seine Romane wurde er mehrfach ausgezeichnet. Bei Blumenbar (Aufbau Verlag) erschien 2015 sein Roman »adibas«, der von der Stiftung Buchkunst zum »schönsten Buch des Jahres« gewählt wurde. 2017 folgte sein Flucht- und Heimatroman „Touristenfrühstück“, für den er 2018 mit dem Brücke-Berlin-Preis ausgezeichnet wurde. 


Es gab und gibt natürlich noch viel mehr zu entdecken. Die Auswahl ist größer als man denkt und speziell diese Bücher wirken nur durch ihre kurzen Beschreibungen ungemein anziehend. Vielleicht kann ich so manche*n von Euch damit genauso reizen. Für mich sind das hier alles „muss-ich-lesen-Bücher“.
(Die Daten zu den Autor*Innen habe ich mich mir über die Verlagsseiten zusammengesucht)

Bildquelle: Residenz Verlag

„Löwenzahnwirbelsturm in Orange“ | Tamar Tandaschwili | Residenz Verlag

Die Autorin ist Jahrgang 1973 und wurde in Tbilissi geboren. Sie ist in Georgien als Aktivistin für Frauen und Rechte sexueller Minderheiten bekannt. Sie hat Literaturwissenschaften und Psychologie studiert. Dieses Buch (im original 2016 erschienen) ist ihr erstes in deutscher Übersetzung. 

Inhalt laut Verlag: In starken Bildern erzählt Tamar Tandaschwili über Frauen und Männer, die sich dem rücksichtslosen Bündnis zwischen Patriarchat, Kirche und Polizei verweigern und um ein selbst bestimmtes Leben kämpfen. In einem Text von großer Intensität setzt sie ihren Figuren ein Denkmal: der lesbischen Elene, die von ihrem frustrierten Verehrer Mzeroza öffentlich vergewaltigt wird, den halbwüchsigen Mädchen Nita und Teo, deren verbotenes Liebesglück grausam endet – und nicht zuletzt dem Nilpferdbaby Baggy, das aus dem Zoo entkommt und für ausgleichende Gerechtigkeit sorgt. Tamar Tandaschwili setzt eine verrückte, unwirkliche Schönheit gegen die Korruptheit des politischen Systems und sorgt damit in Georgien für Skandale und Diskussionen.

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Bildquelle: fva

„Die Katze und der General“ | Nino Haratischwili | erschienen bei der Frankfurter Verlagsanstalt

Inhalt laut Verlag: Alexander Orlow, ein russischer Oligarch und von allen »Der General« genannt, hat ein neues Leben in Berlin begonnen. Doch die Erinnerungen an seinen Einsatz im Ersten Tschetschenienkrieg lassen ihn nicht los. Die dunkelste ist jene an die grausamste aller Nächte, nach der von der jungen Tschetschenin Nura nichts blieb als eine große ungesühnte Schuld. Der Zeitpunkt der Abrechnung ist gekommen.

 

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Bildquelle: Suhrkamp Verlag

„Das Birnenfeld“ | Nana Ekvtimishvili | erschienen im Suhrkamp-Verlag

Die Autorin wurde im Jahr 1978 in Tbilissi geboren.
Nach dem Studium von Philosophie studierte sie Drehbuch und Dramaturgie in Potsdam. Ihr Kurzfilm „Warten auf Mama“ wurde 2013 beim Triest Film Festival mit dem Publikumspreis ausgezeichnet.

Inhalt laut Verlag: Der Geschichtslehrer muss sterben, die Kinder sollen über das Birnenfeld in die Freiheit rennen – das ist Lelas Plan. Im Internat für geistig behinderte Kinder in Tbilisi, einem Relikt aus Sowjetzeiten, hat das zornige Mädchen die Rolle der Beschützerin übernommen. Die Lehrerinnen sind mit den „Debilen“ überfordert. Behindert sind die wenigsten ihrer Schützlinge, im Stich gelassen, abgehängt sind sie alle. So mörderisch Lelas Hass auf den Geschichtslehrer, so schwesterlich ihr Verhältnis zu Irakli: Sie begleitet ihn in eine Hochhauswohnung in der Nachbarschaft, wo er einmal in der Woche mit seiner Mutter in Griechenland telefonieren darf. Irakli will nicht wahrhaben, was Lela längst weiß: Seine Mutter wird nie zurückkehren, sie wird ihn auch nicht zu sich holen. Lela zwingt ihn, Englisch zu lernen, unterstützt seine Hoffnung, nach Amerika zu gehen. Ein Traum, der eines Tages, als ein Ehepaar aus den Südstaaten anreist, wahrzuwerden droht…

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Bildquelle: Volant & Quist

„Unerledigte Geschichte“ | Gela Tschkanawa | erschienen bei Volant & Quist

Der Autor wurde 1967 in Sochumi (Abchasien) geboren.
Nach Schulabschluss wurde er in die Armee eingezogen und kam zur Flieger- und Raketenabwehr in Leningrad. Nach dem Heeresdienst kehrte er nach Sochumi zurück und studierte Philologie. Noch vor Studienende begann der Abchasien-Krieg. Tschkwanawas Haus verbrannte, zusammen mit seinen Manuskripten. Er lebt heute als Vertriebener in Achalkalaki. Viele seiner Erzählungen erschienen in russischer Übersetzung in der St. Petersburger Literaturzeitschrift »Newa« und in »Kreschatiki«. Er ist in Georgien mit verschiedenen Literaturpreisen ausgezeichnet worden.

Inhalt laut Verlag:  Unerledigt, das ist die Geschichte von Gepetto, der sich auf die Suche nach seinem Stiefvater Reso macht; unerledigt ist die Geschichte Resos, der illegal über die georgisch-abchasische Grenze nach Sochumi reist, um das Grab seiner Frau zu besuchen. Und unerledigt sind nicht zuletzt die vielen Geschichten von Freunden und Verwandten, die dem Krieg ihr Leben geopfert haben. Unmittelbar und ungefiltert erzählt der selbst aus seiner Heimatstadt vertriebene Gela Tschkwanawa vom Alltag im und nach dem Abchasien-Krieg.


Hier findet sich der komplette Terminplan mit allen Beiträgen zu der literarischen Reise nach Georgien.

10.09. Ankündigung der Gastland-Aktion bei Ramona (Kielfeder) & Ramona (El Tragalibros – der Bücherwurm)
11.09. Krimi- und Thriller-Autoren Georgiens bei Kerstin von KeJas Blogbuch
12.09.Märchen aus Georgienbei Sandra von Nana – Der Bücherblog
13.09. Titel-Handlettering & Rezensionen zu „Bestseller“ + „Der Korb“bei Franzi von Lovely Mix
14.09. Georgische Literatur im Weidle Verlag bei Malu – Buchbuechse

15.09. Lesenacht ab 19 Uhr (mit Gewinnspielen) auf Twitter mit dem Hashtag #littripGE18
16.09. Literarische Lesepause

17.09. Georgien – ein literarisches Kennenlernen bei Sarah von Studierenichtdeinleben
18.09. Georgien kulinarisch: Gefüllte Auberginen mit Walnusspaste (vegan) bei Daniela und Heiko von Teekesselchen
19.09. Literaturgeschichte Georgiens mit Fokus auf 2-3 SchriftstellerInnen bei Katrin von The Booted Kat
20.09. Georgische Geschichten: damals und heute bei Gabriela vom Buchperlenblog
21.09. Abschlussbeiträge mit Interviews bei Ramona (Kielfeder) & Ramona (El Tragalibros – der Bücherwurm)


Der Aktionszeitraum ist angelegt zwischen dem 10.09.2018 und 23.09.2018.
Das Gastland-Projekt läuft unter dem Titel „Eine Reise nach Georgien“ und hat den Hashtag #littripGE18

Die georgische Literatur zählt zu den größten, reichsten und am besten entwickelten Literaturen der Welt.
Heinz Fähnrich, deutscher Kaukasiologe, 1981

Lust auf Georgien bekommen? Oder auf Autor*Innen und ihren Büchern aus oder über dieses Land?
Dann nichts wie los – so ein Literaturtrip ist weit aus mehr, als nur ein Blick über den Tellerrand.

Danke, an alle die mit mir gereist sind und wer noch Tipps hat – bitte her damit.

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Christin
Gast

Ich hab grad schon bei Ramona geschrieben: Einige dieser Beiträge zur Georgien Tour sind komplett an mir vorbeigegangen. Gut, dass ich sie jetzt entdeckt habe :D

„Die Katze und der General“ machen mit neugierig und ist direkt notiert.
Da ich mich demnächst mit diversen Ländern & deren Autoren beschäftige, die abseits der bekannten Gebiete unterwegs sind, muss ich wohl Georgien auch einmal unter meine Fittiche nehmen XD

Sandra
Gast
Sandra

Liebe Kerstin,
Vielen Dank für deinen Beitrag und die Vorstellung der Bücher. Ich finde es immer wieder toll, in andere Länder einzutauchen und zu sehen, was es dort für Bücher gibt.
Deine Vorstellung ist wirklich gut gelungen. Mal sehen, ob ganz bald eines der Bücher bei mir einziehen wird!
Viele Grüße
Sandra

Pink Anemone
Gast

Hallo Kerstin,
wieder einmal klebe ich an Euren Blog. Ich wollte mir doch nur Eure Wunschlisten angucken
Das Land Georgien kenne ich wirklich nur von der Landkarte her. Autoren/Autorinnen aus diesem Land entzogen sich bisher meiner bibliophilen Entdeckungen.
Umso interessanter finde ich Deinen Beitrag und noch viel interessanter die Bücher. Dieses Land scheint ein wahres Schmuckkästchen für Literatur zu sein.
Da ich nächstes Jahr sowieso eine literarische Weltreise machen möchte, steht nun auch definitiv Georgien auf meinem Plan. Wie Du schon erwähnst, muss es nicht immer Crime & Thriller sein.

Vielen Dank für Deinen tollen Beitrag!

Bussi,
Conny

Ramona | El Tragalibros
Gast

Liebe Kerstin,

vielen Dank für deinen schönen Beitrag und vor allem für die zahlreichen Buchtipps, unter denen ich noch das eine oder andere Buch entdeckt habe, das ich mir auf jeden Fall genauer anschauen werde. Ich persönlich bin überhaupt keine Krimi- oder Thriller-Leserin, deshalb hast du mich jetzt doch neugierig gemacht, wenn die georgischen Geschichten gar nicht dem „Standard“-Thrill folgen.

Da muss ich mich nur noch entscheiden, in welches Buch ich dann auch wirklich hineinschnuppern will!

Viele Grüße, Ramona

Buchperlenblog
Gast

Hallo Kerstin!
Richtig toll, deine Vorstellung der gar nicht so sehr krimilastigen Literatur Georgiens! :) Da habe ich doch schon durchaus das ein oder andere Schmankerl gesichtet, was ich mir notieren kann. Ich bin gespannt, was ich auf unserer gemeinsamen Reise noch so alles entdecken werde!

Liebe Grüße!
Gabriela