„EIN BRIEF“ ~ Blog-Tour zu „Wähle den Tod“ von Jutta Maria Herrmann

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Dieser Beitrag wird als Werbung gekennzeichnet da:
~ andere Blogger und deren Beiträge zu diesem Buch/der Blogtour verlinkt wurden
~ eine Verlosung stattfindet, die seitens der Autorin möglich gemacht wurde
Das Buch selbst wurde mir für diese Blogtour als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus gab es keinerlei Vergütung oder Vorgaben in irgendeiner Form.


Meine liebe Freundin,

es brennt mir auf der Seele und im Herzen und da ich all meine Gedanken sammeln muss, um all das loszuwerden, habe ich mich entschlossen Dir einen Brief zu schreiben.

Ich habe eine Frau kennengelernt, etwas über Umwege, denn Jutta Maria Herrmann hat mich mit ihr bekannt gemacht. Jana heißt die junge Frau und sie lebt in Berlin. Einfach so wurde ich in deren Leben hineingeworfen und anfänglich dachte ich noch „wow, der geht es gut“. Das dies ein Trugschluss war, habe ich dann doch schnell bemerkt. Das anfängliche Bilderbuchleben in dieser Großstadt hat Risse bekommen. Ganz gewaltige sogar, eine wahnsinnige Zerstörungskraft hat da ihren Lauf genommen. Meine Güte, wer tut einem anderen Lebewesen so etwas grausames an?

Das war dann der Moment als mir klar wurde, dass diese Jana etwas verbirgt, denn ihre Reaktion war total seltsam. Ich habe wirklich mit dem Kopf schütteln müssen und rief ihr noch zu „warum tust du das?“.
Es war ihr komplett bewusst, das ihre Handlung irrational war und doch konnte sie gar nicht anders.

Sie hat sich dann offenbart und immer mehr preis gegeben. Je tiefer ich in ihr Leben und das ihres Mannes und der zwei Kinder blickte, umso mehr sah ich. Weißt Du, es ist gar nicht so leicht zu beschreiben. Wie eine Person die nach außen heile Welt vorspielt und im Inneren furchtbar leidet, ihren Alltag meistert. Alles an dieser Frau ist falsch und doch ist wiederum alles richtig. Was muss sie erlebt haben? Kann man das überhaupt begreifen, wenn man nicht selbst in solch einer Situation war? Jetzt fragst Du Dich bestimmt, was für eine Situation. Sie hat sehr lange gebraucht um damit raus zu rücken und eigentlich will sie es gar niemanden erzählen. Ich habe versprochen nichts zu verraten und daran halte ich mich auch.

Stell Dir einfach vor, dass es eine schwierige Zeit für sie gab. Kein Halt, keine Liebe und wenn, war es nicht die richtige. Ein Leben unter Regeln und Zwängen, da wundert es mich nicht das sie die Flucht nach vorne angetreten hat. Und was hat es ihr gebracht? Nichts! Vom Regen in die Traufe und als Krönung eine seelische Misshandlung nach der anderen. Insbesondere das sie dabei ihre Wertigkeit komplett verlor, macht mich unendlich traurig. Was muss das für ein Gefühl gewesen sein? Hätte ihr professionelle Hilfe etwas gebracht? Oder einfach nur ein Mensch der da war und ihr sagte das sie eben doch etwas wert ist und auch durch schwere Zeiten mitgehen kann? Jedenfalls hat sie einen Weg gewählt der ihr immer anhängen wird. Ich hoffe doch, dass sie es irgendwann einmal sich selbst verzeihen kann. Schon um ihrer Kinder wegen. Vermutlich alles andere als leicht, dass mit dem Verzeihen. Es ist wohl so dass man es erst einmal verstehen muss und auch das ist gar nicht so einfach.

Der Gedanke, dass ein Mensch jahrelang etwas mit sich herumschleppt und es mit niemanden teilt, ist kaum zu ertragen. Da fällt mir der Spruch „Angst essen Seele auf“ sofort ein. Der Schutzmechanismus des Verdrängens hilft leider nicht beim Vergessen. In Jana muss es rumort haben, dauerhaft und beständig. Wie ein Stachel, der sich ins Fleisch bohrt und wenn man ihn nicht entfernt immer wieder anfängt zu schmerzen. Nur leider nicht nur bei ihr. Wie so oft gibt es mehr als nur ein Opfer.

Weißt Du, durch Janas Geschichte ist mir mal wieder sehr bewusst geworden, dass sich kein Mensch selbst macht. Es ist das Umfeld, die Umstände, die Situationen. Alles was gesagt wird, alles was unterlassen wird. Worte können ganz gewaltigen Schaden anrichten. Auf jeden Fall hab ich Jana doch in mein Herz geschlossen und auch wenn ich nicht alles, was sie getan hat verstehe, so versuche ich zumindest es zu respektieren. Es ist ihr Leben!

Mach es gut, wenn wir uns sehen sollten wir uns nochmals darüber unterhalten, bis bald und liebe Grüße
Kerstin


Wer wissen möchte was dieser Brief auf sich hat – in meiner Rezension zu dem Buch „Wähle den Tod“ habe ich das ein oder andere gezielter angesprochen.

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Bitte notiert Euch für das Gewinnspiel das Wort „Dich„.
Jeden Tag werdet ihr auf der jeweiligen Seite, die an der Reihe ist, ein weiteres Wort entdecken. Zusammen ergeben die fünf Wörter am Ende einen Lösungssatz. Dieser kann am 17.08. per PN an Recencio Online geschickt werden. Die Auslosung erfolgt dort um 20 Uhr per Tool.


Hier eine Übersicht aller teilnehmender Blogs und deren Themengebiete – es wird abwechslungsreich.
Alle freuen sich auf Euren Besuch.
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13.08.: Ohne Bücher? Ohne uns! (Facebook)
– Interview mit Jutta Maria Herrmann
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 14.08.: KeJas-BlogBuch | Kerstin 
– Brief an eine Freundin
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 15.08.: Tii und Ana’s kleine Bücherwelt
– Auswirkung von Kindbettdepressionen
Live Lesung mit der Autorin ab 19.30 Uhr ~ auf Facebook ‼️
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 16.08.: Buch SUCHT Blog (Facebook)
– Die Lust am Thrill
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 17.08.: Recensio Online 
– Charaktervorstellungen
– Gewinnspiel-Auslosung

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Daniela
Gast
Daniela

Halli Hallo,
ich bin so gespannt auf das Buch. Es ist auf meiner WuLi.

Schurkenblog
Gast

Hallo liebe Kerstin,
großes Kompliment dir für diesen Brief und somit deinen Beitrag zur Blogtour! Ich habe das Buch eigentlich links liegen lassen, weil es meine Neugier zwischen all den Neuerscheinungen zu wenig entfacht hat. Aber dein Brief sorgt dafür, dass ich es wieder auf die Leseliste setzen muss und ins Visier nehme. Ja, du hast meine Neugier frisch entfachen können.
Liebe Grüße, Iris

Anja
Gast

Liebe Kerstin,
was für ein toller Beitrag. Großartig und er hat mich tatsächlich bewegt.

Vielen Dank und LG
Anja