„Drecksspiel“ | Martin Krist

Derbe und packend

Inhalt laut Klappentext

Schlüssel rasseln an der Tür. »Ich hab mich hübsch gemacht«, wispert Hannah, während ihr Mann Philip hinter ihr den Raum durchquert. Seine Hand streift ihren Nacken. Sie neigt den Kopf und … sieht Handschuhe voller Blut. Finger schließen sich um ihre Kehle. Als sie wieder zu sich kommt, ist sie an einen Stuhl gefesselt. Vor ihr ein fremder Mann. Nur ein Gedanke peinigt sie in diesem Moment: Er darf Millie nicht finden! – Hannahs Tochter schläft im Zimmer nebenan.

Das nenn ich mal einen Thriller der gekonnt ins Dunkel führt, denn lange Zeit konnte ich überhaupt nicht benennen, wohin mich die Geschichte führen wird. Einige Ereignisse und verschiedene Protagonisten, die anfänglich nichts miteinander zu tun haben.

Hannah ist mit ihrer kleinen Tochter und ihrem Mann im Urlaub, doch bereits am ersten Abend ist es die Hölle auf Erden. Ihr Mann fort, vor ihr ein Unbekannter, welcher ihr keine Chance zur Flucht gibt.

Toni ist Polizist mit dunklen Schatten und genau diese umkreisen ihn immer mehr. Seine Freunde wird tot aufgefunden und er versucht seine Spuren zu verwischen.

David war Polizist. Ein Mann welcher viele Fragen aufwirft. Ein Mann der das vermisste Mädchen eines reichen Elternhauses wieder finden soll.

Pedro und Aki sind Freizeitganoven, die sich ein Auto aneignen, deren Besitzer den Inhalt vom Kofferraum wieder haben wollen, koste es was es wolle.

Autor Martin Krist hat vorab ein Personenregister verfasst und bereits bei dem Anblick befürchtetet ich, mit den einzelnen Protagonist*innen durcheinander zu geraten. Und ja, ich musste mich etwas hineinlesen. Es gibt einzelne Personen im Mittelpunkt und auf eben diese habe ich meinen Fokus gelegt, die einzelnen Randfiguren sind mal mehr, mal weniger wichtig für die eigentliche Geschichte. Doch ich kam gut hinein und ich muss gestehen, Krist hat es geschafft mich somit leicht zu verwirren und von kleineren Details abzulenken. Ein Kompliment! Denn ich überlas gewisse Hinweise und tappte lange zwischen den Fällen hin und her, ohne zu ahnen wie der Autor dies verbinden will.

Hat man jedoch diesen losen Faden gegriffen, so erschließen sich die Ereignisse zu einem klaren Fall. Und doch bleiben Fragen offen! Solch einen fiesen Cliffhanger habe ich lange nicht mehr gelesen und „Brandstifter“ musste umgehend bei mir einziehen!

Aber ich bin zu schnell! Gehen wir zurück zum Anfang der Geschichte. Auch hier hat mich der Autor direkt abgeholt, um mich dann unwissend zurück zulassen. Denn der Prolog wird erst wieder im Epilog aufgegriffen – so etwas liebe ich! Stellenweise war es mir jedoch leider etwas zu viel. Ich bin bei Büchern mit einer Vielzahl an Namen nicht gut. Ereignisse dürfen zu Hauf passieren, doch wenn auch der Wechsel der einzelnen Charaktere zügig voran geht, muss ich mich immer kurz orientieren. Und wie gesagt, hat man die Verbindung gegriffen, so erübrigt sich der weitere Verlauf. Auch wenn dies erst zum Ende geschieht, bin ich doch etwas kritisch. Gerade weil Krist mich gekonnt mit meinen Fragen allein ließ, hatte ich einen ebenso intensiv Verlauf am End erwartet. In sich stimmig werden die einzelnen Geschichten zu einer verwoben, aber halten keine Überraschungen mehr parat. Dies jedoch ist Kritik auf hohem Niveau!

Die kurzen Passagen der einzelnen Protagonist*innen führten dazu, das ich durch die Seiten huschte. Ich konnte doch nicht jetzt aufhören zu lesen, gerade da wo …
Kein Action-Thriller, aber rasant. Besonders Hannahs Abschnitte gefielen mir sehr gut, die meisten Fragen stellte ich mir bei ihr. Was will der Mann der sie fesselt, was geschieht mit ihrer Tochter und wo verflucht ist ihr Mann!?

Ein rundum unterhaltsamer Thriller bei dem ich gar nicht mehr verraten kann, ohne nicht Gefahr zu laufen, Euch ein Detail zu viel zu verraten. Nur so viel, das Lieblingsgetränk des Autors begegnet Euch ebenso wie Tonis Lieblingsausruf, wenn nichts so läuft wie es soll – und das ist bei ihm grundlegend der Fall!

Rezension verfasst von © Janna
★★★★☆


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  Buchdetails
Titel: Drecksspiel
Nicht mehr beim Verlag zu finden, aber bei Amazon als Selfpub-Titel
Buchreihe: 2. Band
Autor: Martin Krist
Verlag: Ullstein
David Gross – Reihe
Vorgeschichte des Protagonisten David ~ „Engelsgleich“ | zeitgleich Band 4 der Kalkbrenner-Reihe (Rezension)
Band 1 ~ „Drecksspiel“
Band 2 ~ „Brandstifter

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Nisnis Bücherliebe
Gast

Liebe Janna,

das klingt gut, aber nicht unbedingt wie ein grandioses Werk. Schade, ich dachte, dass Krist nach Brandstifter mit seinem Nachfolger noch eine Schippe draufgelegt hätte.

Liebe Grüße

Anja

Pink Anemone
Gast

Ich hab‘ ja nun auch endlich (nach Jaaahren) zwei Krist-Bücher: „Drecksspiel“ und „Böses Kind“ und ich bin schon echt gespannt, wie sie mir gefallen werden. Ich werde wohl nach Deiner Rezension mit „Drecksspiel“ beginnen. Du hast mich echt neugierig gemacht. Das Buch wandert also auf meinem SuB-Stapel (haahaaa, wenn es doch bloß nur ein Stapel wäre) ganz nach oben.

Liebe Grüße aus Wien (diesmal richtig XD)
Conny

laberladen
Gast

Ich hab ja schon frei Bücher von Martin Krist auf meinem SUB, allerdings ist Drecksspiel nicht dabei, und ich bin mir auch nicht so sicher, ob das eine so gute Idee für eine erste Begegnung mit dem Autor wäre. Denn mir geht’s wie Dir, ich mag es nicht besonders, wenn so viele Personen eine Rolle spielen, denn ich neige dazu, die auch mal zu verwechseln und dann völlig durcheinander zu kommen.
Allerdings gefällt mir, dass Krist Dich packen und unterhalten konnte, das spricht dafür, dass der Autor sein Handwerk beherrscht.
Hab einen schönen Sonntag!
LG Gabi