„Doors“-Staffel 1 [Der Beginn, Blutfeld, Kolonie, Dämmerung] | Markus Heitz

Die Bücher wurden mir vom Droemer Knaur Verlag kostenlos zum Lesen und Rezensieren zur Verfügung gestellt. Meine Rezension basiert ausschließlich auf meinen persönlichen Leseeindrücken und wird durch eine Bereitstellung des Buches nicht beeinflusst.

3 Türen – 3 Zeit(eben)en – 3 Ausgänge

Ehrlich? Ich bin froh das ich mich nicht entscheiden musste, wäre bei meiner Unfähigkeit diesbezüglich auch ein Ding der Unmöglichkeit geworden! Bis alle drei Printbücher der Doors-Reihe ankamen, habe ich mir die Wartezeit mit dem kostenlosen „Beginn“ als eBook vertrieben.

Dann war nur noch die Frage: mit welche beginne ich? Ich habe mir zunächst die Klappentexte nochmal genauer angeschaut und dann die Cover – beides in Kombination führte dann zu einer Reihenfolge, was blieb mir auch anderes übrig. Irgendwie musste schließlich eine Entscheidung her!

Aber beginnen wir von vorne, meiner Leseüberbrückung und denn rund ersten 80 Seiten aller drei Doors-Bücher:

Der Beginn
★★★☆☆

Anna-Lena van Dam ist verschwunden und ihr Vater setzt alles daran, seine Tochter wieder zu finden. Was für das anrückende Team zunächst nach einer Suchaktion klingt, entpuppt sich sehr schnell zu einer schier unmöglichen Aufgabe.

Das sechsköpfige Team wirkt schon bei seiner Ankunft wie bunt zusammengewürfelte Fachmenschen und es ist wirklich alles vertreten! Nachdem die unterschiedlichen Protagonist*innen kurz skizziert wurden, geht es auch direkt an die Suchaktion, hinab in eine Höhle. Besonders die Szene um Coco, ihre Visionen und die Stimme in ihrem Kopf, übten großen Reiz auf mich aus und lassen die Erwartungen an die kommenden drei Bücher in die Höhe schießen.

Auch die Backstein- und Betonwände waren vollgekritzelt mit Aufschriften, Hinweisen und Memos der früheren Besucher, aber auch verziert mit rostbraunen Spritzern und Flecken von uraltem, vergossenem Blut.
(8% des eBooks)

Die Qual der Wahl

Grafik © Droemer Knaur

Natürlich hat ein Bildchen auf dem Buch keinen Einfluss darauf wann ich es lese, hier jedoch passte es hervorragend. „Kolonie“ übte den geringsten Reiz auf mich aus und verschwindet etwas neben den anderen beiden gut gestalteten Covern. „Blutfeld“ ist bereits gut gestaltet mit dem austretenden Qualm, aber mein absolutes Lieblingscover und auch den reizvollsten Klappentext hat für mich „Dämmerung“ und so hob ich mir dieses Buch bis zuletzt auf. Da alle Bücher zwischen rund 290 und 320 Seiten beinhalten und „Der Beginn“ bereits die ersten 80 Seiten umfasst, wird es keine ausufernde(n) Rezension(en) geben. Aber so viel sei verraten, von der Idee bin ich begeistert und eine zweite Staffel ist in Planung!

? – Kolonie (rote Ausgabe)
★★★☆☆

Die neuen 40er Jahre

Inhalt laut Verlag:

Eine der Türen führt die Gruppe mitten in die 40er Jahre.
Doch hier hat Nazi-Deutschland früh kapituliert, die USA haben kolonialgleiche Kontrolle über Europa übernommen und drohen dem Widerstand, angeführt von Russland, mit einem Atomschlag.

In diesem Buch entscheidet sich das Team für die Tür mit dem Fragezeichen und entführt sie in die 40er Jahre, eine Welt in dessen Ausgang des zweiten Weltkrieges ein gänzlich anderer ist. Ein sehr actionreicher Verlauf den die wenigsten Protagonist*innen überleben, etwas das ansonsten nicht oft passiert und eher in Filmen zu finden ist. Klingt es zu makaber wenn ich sage, dass mir persönlich genau dies gefiel? Natürlich ist es eine Geschichte aus dem Bereich Mystik und Fantasy, aber meist überleben alle die schwerwiegendsten Angriffe. Nicht so hier. Aber bei viel Action und Tot bleibt immer was auf der Strecke. Die Protagonist*innen selbst. Eine Andeutung hier, ein unbekannter Charakterzug dort, doch viel mehr erfuhr ich in diesem Buch nicht von den einzelnen Personen. Nicht jede Person ist die, die sie vorzugeben scheint, etwas das mich natürlich Neugierig macht, aber nicht weiter in die Tiefe geht. Dies ist schade, da jedes Buch für sich allein gelesen werden kann und es somit in allen dreien die gleichen Antworten geben sollte. Da stellt sich die Frage, reine Unterhaltungsliteratur? Muss diese vielmehr bieten als einen rasanten Verlauf und mystische Elemente? Dies störte mich schon etwas – es darf gerne auch mal kurzweilig und schnell zu lesen sein, aber ein wenig mehr Charakter darf schon auftauchen. Das Ende ließ mich dann obendrauf einfach stehen hinter einer neuen Tür, es ereigneten sich Situationen die weitere Antworten verlangen. Nun bin ich gespannt wie sich der Verlauf und der Ausgang der nächsten zwei Doors-Bücher von dieser unterscheiden!

! – Blutfeld (gelbe Ausgabe)
★★★★☆

Das wahre Mittelalter

Inhalt laut Verlag:

Als Ex-Soldat Viktor und sein Geo-Expertenteam auf der Suche nach der vermissten Anna-Lena van Dam eine Tür öffnen, führt diese die Gruppe ins frühe Mittelalter des 9. Jahrhunderts. Doch anders, als sie es aus den Geschichtsbüchern kennen, wird die Macht nicht nur von Männern ausgeübt. Während mächtige Kaiserinnen sich bekriegen, planen männliche Verschwörer das Ende des Matriarchats.

Wir befinden uns im Jahre 841 und die Machtverhältnisse sind nicht zu vergleichen mit unseren Geschichtsbüchern. Das frühe Mittelalter unter der Führung von Frauen und die Protagonist*innen vor der schweren Frage, in den Lauf der Zeit einzugreifen. Ich fand besonders diesen Aspekt sehr interessant, auch wenn er auf den wenigen Seiten und aufgrund eines anderen Fokus der Geschichte nicht im Mittelpunkt steht.
In diesem Buch steht die Stimme aus den ersten 80 Seiten weitaus mehr im Vordergrund, was mir wirklich gut gefiel. Dieses mystische Wesen – aus einer anderen Zeit? Von einem anderen Ort? Ich erfuhr mehr, aber es bleiben dennoch so viele Fragen offen. Und es gibt nicht so viel Tot wie in „Kolonie“, ebenso sterben nicht dieselben Personen, auch wenn es eine oder einen wohl immer wieder zu treffen scheint?! Und interessant, dass eine völlig neue Protagonistin in Erscheinung tritt, die mit den Türen und dessen Geheimnissen in Verbindung steht. Die Handlung spielt inmitten einer Fehde zweier Kaiserinnen und doch ist es nicht so actionbeladen, wie ich zunächst befürchtet hatte. Die Protagonist*innen hadern mit sich. Das Auffinden von Anna-Lena, die geschichtlichen Ereignissen ihren gewohnten Gang gehen zu lassen und der Suche nach einem Rückweg.

Ich bin ja nicht romantisch verlangt – zu mindestens nicht klischeebehaftete Romantik! Aber das Ende der Geschichte hat schon ein „Haaachz!“ und der Ausgang kann sehr gut für sich alleine stehen. Man könnte bestimmt einen schreiben, aber es braucht keinen weiteren Verlauf, nur ein paar Antworten.
Nun auf in die „Dämmerung“, das für mich letzte Buch der Doors-Reihe.

X – Dämmerung (bläuliche Ausgabe)
★★★★☆

Otherland

Inhalt laut Verlag:

Eine mysteriöse, mit einem X gekennzeichnete Tür stößt das Team um den Ex-Soldaten Viktor von Troneg unerwartet in die eigenen Albträume. Wie besiegt man die eigenen Dämonen? Im unterirdischen Reich existiert zudem noch viel mehr, das nicht von dieser Welt ist. Und der einzige Fluchtweg führt in eine bedrohliche Zukunftsvision …

Ich bin schockverliebt in dieses Cover und diese Geschichte ist die für mich beste der drei Verläufe. Und das Buch mit den meisten Informationen bezüglich der Protagonist*innen. Viele Rückblicke und somit ein größeres Bild einzelner Charaktere, was mir wirklich gut gefiel. Der Verlauf dieser Ausgabe führte das Team und mich in die Zukunft und es hätte mehr sein dürfen von dieser Zeitebene! Während sich die Protagonist*innen in den anderen drei Büchern weitaus länger in den Welten bewegten, war es mir in diesem zu kurz. Natürlich geschahen dafür andere interessante Dinge und gaben mehr Einblick in die Beweggründe einzelner Protagonist*innen, an der Mission teil zunehmen, aber gerade die Zukunft übte den größten Reiz aus. Und die skizzierte Welt sprach mich sehr an, ich hätte liebend gerne mehr über die erkauften Stimmen und den sehr ungewöhnlichen Zigaretten erfahren.

Nicht nur von den Einblicke gab es mehr zu lesen, auch der Verlauf dieser Ausgabe unterscheidet sich doch stark von den vorherigen zweien. Nicht weil es dort um vergangene Ereignisse geht, sondern bezüglich der Protagonist*innen selbst – aber einen Menschen scheint es wahrhaftig immer und immer wieder zu treffen … Ebenso tritt „die Stimme“ sowie auch andere mystische Gestalten und unerklärliche Szenerien in den Fokus der Geschichte. An manchen Stellen wäre weniger jedoch mehr gewesen. Nicht von den neuen Aspekte her, jedoch von der Fülle an Ereignissen.

Fazit der 1. Staffel

Ein gelungener Schachzug des Autors und des Verlags – aber auch nicht einfach, sich für eines der Ausgabe zu entscheiden, denn nicht jede*r hat das Budget oder den Verlagskontakt, direkt alle drei Bücher bei sich aufnehmen zu können.

Ich muss gestehen, ich hatte mehr vom Schreibstil erwartet. Diese Bücher sind meine ersten Geschichten von Markus Heitz und da ich weiß, dass er von seinen Leser*innen geliebt wird, hätte ich mir diesbezüglich einfach mehr gewünscht. Manche Szenen und Konversationen sind recht schnell abgehandelt und simpel formuliert worden.

Nicht ganz ungefährlich die drei Bücher so dicht hintereinander zu lesen. Jedes Buch steht für sich allein, beinhaltet aber je nach Fokus der Geschichte verschiedene Hintergrundinformationen der Protagonist*innen. Für Leser*innen schon etwas gemein und für solche wie mich, die alle drei besitzen und lesen auch nicht leichter. Je mehr ich in den Büchern las, desto mehr entwickelte sich ein Gesamtbild. Beim dritten Buch hatte ich also bereits ein ganz anderes Bild der einzelnen Charaktere als zu Beginn. Ich denke es ist empfehlenswert sich Zeit mit dem Lesen aller drei Geschichten zu lassen.
Ich hätte mir gewünscht, dass in allen drei Büchern ähnliche Informationen der einzelnen Protagonist*innen zu lesen sind, denn so hat man in einem Buch nur einen sehr kleinen und auf ein, zwei Charaktere beschränkten Einblick. In anderen Büchern weitaus mehr und umfangreichere Rückblicke. Ebenso hätte ich mehr von der Vision von Coco aus „Der Beginn“ in einem der darauffolgenden Verläufe gewünscht, da besonders diese Szene großen Reiz auf mich ausübte.
Alle drei Bücher behalten sich Antworten vor, wobei für mich die gelbe Ausgabe trotz offener Fragen, genauso bestehen bleiben kann, wie sie ist.

Eine neue reizvolle Idee, eine Geschichte auf mehreren Ebenen zu erzählen. Die kommende zweite Staffel behalte ich definitiv im Auge und werde mich dann wohl in erste Linie an „Blau“ (X) halten.

(Staffel-)Rezension verfasst von © Janna


Weitere Eindrücke – „Der Beginn“:
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Buchdetails
Titel: Doors 
– Der Beginn (Kostenloses eBook)
 – Blutfeld (Gelb)
 – Kolonie (Rot)
– Dämmerung (Blau)
Buchreihe: Doors – Staffel 1
Autor: Markus Heitz
Verlag: (Droemer) Knaur
— Rezensionsexemplare —

Cover-Vorschau Staffel 2

Grün ist meine Lieblingsfarbe, aber auch diesmal ist das blaue Cover optisch das ansprechendste!

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Nicoles Bücherwelt
Gast

Hallo liebe Janna,
eine tolle und schön zusammen gefasste Rezension zu allen Büchern! Ich habe die selbe Reihenfolge gewählt wie du und fand, dass sich die Geschichten mit jedem Band mehr steigern. Mir haben am besten „Blutfeld“ und „Dämmerung“ gefallen.
Ich bin inzwischen auch sehr gespannt auf die zweite Staffel und finde auch das blaue Cover am geheimisvollsten.
Vielen lieben Dank fürs verlinken, ich werde dich gern ebenfalls verlinken in meiner letzten Rezension zu „Dämmerung“. :)

Diana
Gast

Hallo Janna,
ich habe mir mal direkt das EBook Der Beginn geholt und werde damit mal starten. Bis ich mir dann mal die Bücher hole, denn das klingt nach einer echt tollen Sache und ich mag es sehr, wenn Bücher mal ausbrechen aus den Konventionen mit ihrer Art. Wenn du verstehst was ich meine. ;)
Danke für deinen tollen Beitrag, allerdings sitzt meine Wunschliste mal wieder grummelnd in der Ecke. :D
Liebste Grüße
Diana

Cathy
Gast

Klingt nach einem unglaublich coolen Konzept!

Anja aka Ana
Gast
Anja aka Ana

Juhu.
Heitz und ich werden buchtechnisch in diesem Leben keine Freunde mehr, dabei ist er so ein netter Kerl.
Sein Schreibstil ist nicht meins. Was mich an dem aktuellen Konzept stört hast Du gut beschrieben: der Kostenfaktor bei drei Varianten und dann als Serie…

Danke für Deinen tollen Beitrag

LG Anja

Katja
Gast

Hallo Janna,
eine tolle Rezension bzw mehrere! Ich finde die Idee zu Doors echt großartig und habe auch schon den Auftakt gelesen. Auf der Buchmesse habe ich mich dann für Blutfeld entschieden und bin schon sehr gespannt drauf. Trotzdem werde ich die anderen beiden wahrscheinlich auch lesen.
Bis gerade wusste ich außerdem tatsächlich gar nicht, dass es noch eine Staffel 2 geben wird. Jetzt bin ich natürlich nochmal gespannter :D

Liebe Grüße,
Katja