Die Sache mit dem Datenrahbaba, der Kennzeichnungswelle und dem Urhebergedöns

Vom Hundertstel ins Tausendstel …
Was heißt das für Euch Besucher*innen unseres Blogs und für uns als „KeJa“!?

Der Mai ist seit längerem vorüber und wir Blogger*innen leben alle noch!
Doch kaum ist das eine geschafft, klopft das nächste ans Internettürchen … Datenschutz, Kennzeichnungspflicht und Urheberrecht – wer nicht rechtlich versiert ist, gerät schnell ins Schwanken!

– Disclaimer –
In diesem Beitrag geht es uns darum eine Transparenz zu schaffen für die Veränderungen, Erneuerungen und Umstellungen auf unserem Blog, sowie den Umgang mit den neuen Gesetzen und Bestimmungen. Es handelt sich hierbei um keine(!) Rechtsbelehrung!

Der Datenschutz

Da die #dsgvo (Datenschutzgrundverordnung) mit voller Wucht zuschlug, haben wir uns entschlossen „Jetpack“ bei uns rauszuwerfen. Dies hatte zur Folge: kein Like-Button mehr, keine Kommentarfunktion und und und. Also begaben wir uns auf die Suche, denn auf Kommentare wollen wir nicht verzichten und hier haben wir einen Punkt, bei dem wir über die Datenschutzbestimmungen doch froh sind. Es gab immer wieder Probleme mit der Kommentarfunktion! Zu lang, nicht absendbar und überhaupt. Dies gehört nun (zu mindestens bislang) der Vergangenheit an, also schreibt los als gäbe es kein Morgen mehr.

Im Hintergrund hat sich auch das ein oder andere geändert. Eine neue Option, um einen Einblick in die Statistik zu haben, die Verschlüsselung der IP-Adressen, eine Alternative um uns über WordPress zu folgen und noch verschiedene Kleinigkeiten, die ergänzt wurden oder weichen mussten.

Was unseren alten Newsletter betraf, wurden wir aus verschiedenen Gründen etwas … faul!? Zu mindestens nahm es zu viel Zeit ein und die neue Datenschutzverordnung war der letzte Tropfen auf dem heißen Stein, somit deinstallierten wir diese Option. Natürlich bieten wir die Möglichkeit an, unseren Blog via RSS zu abonnieren, aber nicht jede*r kennt sich mit dieser Funktion aus und so haben wir eine Alternative gesucht. Etwas Einfaches, sodass Ihr Euch schnell anmelden könnt und immer auf dem Laufenden bleibt und etwas, dass uns möglichst wenig Zeit kostet. Und wir wurden fündig! Wer sich anmeldet, erhält zu jedem neuen Beitrag eine Mail von uns:

Keine Likes mehr

Vielleicht ist es Euch schon aufgefallen, einen Besuch von Euch kriegen wir nur noch über einen Kommentar mit, denn diesen kleinen Button „Gefällt mir“ gibt es bei uns nicht mehr. Und so traurig sind wir darüber gar nicht. Bei dem alten Button konnten nur Blogger*innen liken oder solche die ein WordPress-Profil hatten. Die Alternative hierfür wären Herzchen gewesen, jedoch 1. anonym und 2. lief einer von uns ein Schauer über den Rücken, diese Form des ‚Liken‘ anzubieten …

Die Kennzeichnungspflicht

Für uns ein nicht so einfaches Thema! Viele Recherchen und der Austausch an verschiedensten Stellen führte immer zu unterschiedlichen Aussagen. Ob wir nun rechtlich fundiert umsetzen oder nicht, können wir kaum noch beantworten!

Zunächst haben wir uns an den Flyer von „Die Medienanstalten“ gehalten, welchen Ihr *hier* (PDF-Format der Medienanstalten) lesen könnt. Nun haben die Landesmedienanstalten selbst gesagt, sie werden den Punkt bezüglich Instagram überarbeiten. Wenn man sich verschiedene Urteile daneben legt, ist der sicherste Weg wohl doch das Kennzeichnen, sobald die Marke getaggt wird und zu einem Verkaufsprofil führt.

Es braucht ganz klar eine Linie, an der wir uns alle orientieren können! Wenn für den Datenschutz ein Fahrplan gemacht werden konnte, sollten es die Gesetze doch auch bei dieser Thematik hinbekommen …

Obendrauf kommt dann noch die sprachliche Vielfalt, um es mal oberflächlich zu bezeichnen. Ein Beispiel: Buchinformationen innerhalb von Rezensionen müssen als Werbung bzw. Anzeige gekennzeichnet werden. Hier gibt es nun Unstimmigkeiten bezüglich der Worte und ihrer Bedeutung. Fragt man hier, heißt das Wort Werbung, dass der Beitrag bezahlt ist – fragt man dort, ist es das gleiche mit dem Wörtchen Anzeige.

Wir haben uns zum jetzigen Stand für die folgende Umsetzung entschieden:
Buchdetails: ‚Anzeige‘ (ein Hinweis das Links eingearbeitet sind, sowie die Nennung von Autor*in und Verlag), sollten Affiliate-Links von uns hinterlegt sein, wird dies zusätzlich erwähnt
Auf eine bezahlte Kooperation werden wir bereits in unserer Überschrift mit dem Wort ‚Werbung‘ hinweisen
Bei Rezensionen oder bspw. Blogtouren weisen wir zu Beginn daraufhin, wenn es sich um die Bereitstellung eines Leseexemplar o.ä. handelt.
Bei größeren Kooperationen wie einem Testbericht o.ä. werden wir es ähnlich wie bei den Rezensionsexemplaren handhaben oder mit „Werbung (unbezahlt)“ darauf hinweisen

Und was heißt das jetzt für unsere Social Media-Accounts?
Wir werden natürlich weiterhin über unsere aktuellen oder rezensierten Bücher sprechen, verzichten aber im Hauptbeitrag (Instagram, Facebook) auf das Verlinken von Verlagen. Diese werden wir mit dem Werbehinweis in die Kommentare darunter gepostet/erwähnt oder wir verzichten gänzlich darauf.

Fazit dieser ganzen Kennzeichnungs-Thematik? Die Transparenz geht verloren! Durch all die Kennzeichnungen ist überhaupt nicht mehr ersichtlich, ob es sich um eine bezahlte Kooperation handelt oder nicht! Iris hat es wundervoll auf den Punkt gebracht: „Eigentlich wäre es ganz einfach mit der Werbekennzeichnung: Ist es bezahlt, ist es Werbung. Ist es unentgeltlich, ist es keine. Man kann es natürlich kompliziert machen, echte Werbung unter all den leidenschaftlichen Meinungsäußerungen untergehen lassen.“

Banner © Iris T.

Urheberrecht

So langsam könnte man sich dann auch vom Internet verabschieden … Denn die eben genannten Punkte sind noch nicht überall umgesetzt, geschweige denn in ihrer Gänze von allen verstanden, da denken sich die Heinzelmännchen schon die nächste Gesetzgebung aus! Auf einen Verlag verlinken? Zitate einarbeiten in Beiträgen? Das würde nicht mehr stattfinden. Wobei, doch, es wäre für jene möglich, die das nötige Kleingeld haben, um dafür zu zahlen.

Bei „Zeit online“ und „Digital Pioneers“ findet Ihr zwei Beiträge zu dem Thema.

Hier heißt es zunächst abwarten …


So langsam raubt es einem die Freude am Bloggen,
es nimmt den Spaß an einem Hobby!
Denn mehr ist es für viele nicht. Die wenigsten verdienen Geld damit.
Die Mehrheit macht es, wie wir, aus Spaß an der Freude innerhalb der Freizeit.

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Ein Blog lebt von der Interaktion, also immer her Eure Gedanken! Wir freuen uns auf Eure Kommentare & den Austausch!

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Mikka
Gast

Hallo, es ist erstaunlich, wieviele Blogs abgesprungen sind – die Topliste von Lesestunden ist um einige 100 Blogs kürzer… Mich hat das ganze Traraa auch viele, viele Stunden Arbeit gekostet, aber aufgeben kam nicht in die Tüte! :-) Jetpack ist bei mir auch rausgefolgen, Kommentarfunktion und Like-Button wurden ausgetauscht usw. Über die Herzchen haben wir uns ja schon mal unterhalten! Ich mache es bei bei Rezensionen im Moment so, dass ich den reaktionellen vom anzeigerelevanten Inhalt trenne, indem Links zu Verlagen und Seiten, wo Bücher zu kaufen sind, ganz unten unter dem eigentlichen Text der Rezension aufgelistet sind, und da… Read more »

Sunita
Gast

Danke für die Zusammenfassung! Ich bin auch total überfordert mit dem Thema und stimme euch völlig zu, dass mittlerweile tatsächliche Werbung nicht mehr erkennbar ist, weil einfach alles gekennzeichnet wird. Ich verlinke sowieso selten Verlage oder Autoren, aber man soll ja scheinbar auch „Werbung“ vor einen IG Post setzen, wenn man nur den Titel und Name des Buchs erwähnt. Wirklich nervig. Was ich nicht verstehe ist dieser Part eurer Erklärungen: „Buchinformationen innerhalb von Rezensionen müssen als Werbung bzw. Anzeige gekennzeichnet werden“. Was bedeutet das? Ich gebe bei all meinen Rezensionen Autor, Titel, Seitenzahl, Erscheinungsjahr und Verlag an, weil mich das… Read more »

Janna
KeJas-BlogBuch

Alles und überall springt einem dieses Wort entgegen -.- und die Mehrheit mit „unbezahlt / selbst gekauft….“ …

Ich habe bei Twitter mitbekommen, gab wohl von Tilmann (Anwalt und Blogger) `ne Session dazu und auf ihn als Quelle setze ich auch meist. Es heißt das Buchdetails Werbung sind und so benannt werden sollten (müssen?) Gerade wenn du Verlaglinks setzt oder ISBN schreibst. Wir haben einfach alles ganz unten und mit „Anzeige“ vermerkt.

Liebe Grüße!

Anja
Gast

Kennzeichnungsplicht ist ein spannendes Thema.
Allerdings wird hier gerade sehr viel falsch gemacht. Wusstet Ihr, dass wenn man blind über jeden Beitrag Werbung oder Werbung unbezahlt „klatscht“ das abmahnwürdig ist, denn damit verwässert man echte Werbung.
Die Abmahnungen die gerade so diskutiert werden, die laufen eigentlich schon sehr lange über diesen Abmahnverein und es geht geziehlt um Influencer mit einer hohen Reichweite und einem Geschäftsaccount…

Wir halten es so wie immer, denn eigentlich hat sich auch nichts geändert in der Kenneichnungspflicht als Werbung.
GLG
Anja

Kerstin
KeJas-BlogBuch

Hallo liebe Anja
ohja, das Thema ist mehr als spannend und auch sehr verzwickt. Das mit dem als Werbung kennzeichnen hat uns so verunsichert, weil es auf einmal überall diskutiert und kommentiert wurde aber keiner wirklich was aussagekräftiges hatte. Es gab ja schon vorher immer mal einen Diskurs darum und eigentlich ist in dieser Angelegenheit wirklich alles beim Alten, aber es schwebt immer noch Unsicherheit mit. Wir hoffen das die Lösung die wir für uns getroffen haben so passt und wir es auch richtig machen.
Liebe Grüße und hab einen schönen Sonntag

Isabel
Gast

Danke Euch, eine prima Zusammenfassung und ganz meine Meinung zum Thema Kennzeichnubgspflicht. Hoffe jetzt auch wieder auf mehr Spass am tatsächlich schönen Bloggen ohne ständig auf alle “ wichtigen Hinweise“ denken zu müssen!
Liebe Grüsse
Isabel

Janna
KeJas-BlogBuch

Lieben Dank! Wir können uns nur Iris tweet anschließen – es könnte so einfach sein! Bezahlte Beiträge (Blog/Social Media) sind Werbung, der Rest nicht! Und wie Anja in ihrem Kommi schreibt, wenn man wegen fehlender Werbekennzeichnung keine Abmahnung kriegt, kriegt man dann welche wegen Werbeverschleierung – ein Fahrplan muss her und eine klare Erkennung ob bezahlt oder unbezahlt. Natürlich wirbt man bei positiven Beiträgen für Autor*in, Verlag – das Buch oder macht bei negativen Beiträgen ggf. neugierig, aber es ist die eigene Meinung. Zu schade das man sich mit dem Mist auch noch auseinandersetzen muss, bei Beiträgen & Co., welche… Read more »