„Die Reise der Mithras“ | Yann Pfandler

Das Buch wurde mir vom Autor kostenlos zum Lesen und Rezensieren zur Verfügung gestellt.
Meine Rezension basiert ausschließlich auf meinen persönlichen Leseeindrücken und wird durch eine Bereitstellung des Buches nicht beeinflusst.


STEAM PUNK

Gegen ihn hat sich einfach alles verschworen. Sogar seine einstigen Auftraggeber wollen ihn tot sehen. Aber Großadmiral Darius Paarsa wird an dieser unfreiwilligen Mission seines Lebens festhalten – bis zum bitteren Schluss.

Gemeinsam mit der MITHRAS, einem längst schrottreifen U-Boot aus dem späten 22. Jahrhundert, das ihm einst zu seinem fünften Geburtstag auf der Flucht gratulierte und seitdem einen großen Riss im Bildschirm hat, durchstreift er lichtlose Tiefen und klammert sich an einen Plan, der so verzweifelt ist, dass er sogar funktionieren könnte…

Inhalt laut Klappentext

Science Fiction gehört zu der Sorte Genre, mit denen ich mich immer schwer tue. Weniger wegen dem etwaigen Stil der schreibenden Menschen, sondern wegen meinem mangelnden technischen Verständnis. Oftmals kommen Beschreibungen von (mir)fremden Welten, Wesen, Situationen, Funktionen oder Gerätschaften vor, die ich mir beim Lesen kein Stück vorstellen kann. Anders verhält es sich mit den Charakteren, haben die mich gepackt, läuft es auch mit dem Lesen gut.

Ein bisschen hatte ich mich vor diesem Buch „gefürchtet“, eine Science Fiction Geschichte, aber man wächst ja mit seinen Aufgaben und nach dem Klappentext hörte es sich irgendwie untypisch für das Genre an. Also ging es hinein in das Buch und damit direkt und ohne Umschweife hinab in die Tiefen des Meeres, in ein U-Boot und zu dem Admiral desselbigen. Dunkel war es, mehr schwarz als blau und damit richtig passend zu dem Cover. „Die Reise der Mithras“ entpuppte sich für mich eher als eine gelungene Steam Punk Geschichte und genau damit habe mich richtig wohl gefühlt.

Seit sieben Jahren unterhalte ich mich mit einer verrückten Maschine.

Seite 9

Im Buch gibt es nur einen einzigen menschlichem Charakter, eben diesem Großadmiral Darius. Er ist mit seinem U-Boot, der Mithras, auf der Flucht. Tief unten in den unendlichen Weiten des Meeres, schon seit 7 Jahren und wer aufmerksam liest, erfährt das es so gekommen ist aufgrund einer Fracht, die dort an Bord befindlich ist. Etwas, das er verschwinden lassen sollte, damit es niemand anderes in die Finger bekommt. Eine gefährliche Fracht, deren Ursprung dann doch tatsächlich etwas mit Science Fiction zu tun hat. Hier wurde ich sehr hellhörig, das hat mich neugierig gemacht und so folgte ich den Gesprächen Darius um mehr zu erfahren.

Es sind die Gespräche, die diese Geschichte leben lässt. Die Zwiesprache des Großadmirals mit sich selbst und eben seiner „Unterhalterin“.
Es ist keine Frau an Bord, soviel ist klar, aber eben doch ein Etwas, was ihn und das U-Boot am Leben erhält. Eine Art Sprachcomputer, keine Siri und auch keine Alexa, dafür ist es viel zu komplex. Eine Maschine, die Maschine schlechthin, das U-Boot an sich, welches mit Darius redet, Befehle entgegennimmt und selbst genügend verteilt, manchmal auch nur, um ihn am Leben zu erhalten.
Diese Dialoge hatten etwas, definitiv. Fast könnte man meinen, die zwei witzeln hier und da sogar ein bisschen herum. Dennoch gibt e neben den kleinen Sticheleien auch ernsthafte „Gespräche“, klare Anweisungen und Ausführungen. Es ist klar, diese Mission, auf der Darius unterwegs ist, wird eine Reise ohne Ziel sein wird. Oder, ein Ziel, dessen Ende er nicht mehr bewusst erleben wird.

Bitte bleiben sie sachlich. Im schlimmsten Fall versauen sie mir noch die Sprachdatei, und dann streiten wir ja nur noch!

Seite 46

Warum verbinde ich dieses Buch eigentlich mit Steam Punk?
Es sind die Beschreibungen des Autoren, die ich übrigens sehr gelungen empfinde. Das Brausen und Toben, Rütteln und Klopfen in den Rohren und Leitungen, verrostet, beschädigt und Teile davon bar jeder Funktion. Die Wanderungen durch dieses heruntergekommene U-Boot gleichen einem Abenteuer. Ein Schrottplatz, der durch das Meer streift, immer in Sorge entdeckt zu werden, denn diese Fracht an Bord ist so außerordentlich gefährlich wie wertvoll.

Der ganze Stil im Buch hatte für mich etwas erhabenes. Die Gedankenwelt von Darius ist oft rätselhaft, aber es fügt sich alles zusammen. Man muss nur bis zum Schluss lesen, was bei den 88 Seiten und einer richtig großen Schrift ganz einfach ist. Oft, wenn es in die Träume oder Vorstellungen des Großadmirals geht, verliert er sich in diesen Erinnerungen, nur um dann von der Stimme der Unterhalterin wieder ins Diesseits geholt zu werden.
Die Reise in der Mithras hatte etwas poetisches und wirkt nicht durch eine überbordernde Spannung, sondern viel mehr durch die Dialoge zwischen Mensch und Maschine. Vielleicht hätte ich mir mehr Input in Sachen dieser Fracht gewünscht, aber es war mir letzendlich klar um was es dem Autor ging.

Menschliche Faktoren sind immer ein bisschen, Sie wissen schon…anders?

Seite 77

Rezension verfasst von © Kerstin
★★★★☆


– Weitere Eindrücke –
leider noch keine gefunden


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Buchdetails
Titel: Die Reise der Mithras
Buchreihe:  Einzelband
Autor: Yann Pfandler
Verlag: Selfpublisher bei Twentysix
— Rezensionsexemplar —

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Yann
Gast

Liebe Kerstin, dankeschön!

Freut mich riesig, dass du mein erstes Büchlein gerne gelesen hast – jedesmal, wenn ich jemandem mit der Geschichte was geben konnte, ist das einfach schön. Eher Steam Punk als Sci-Fi, dieses Gefühl kann ich natürlich nachvollziehen. Möglicherweise ein guter Tipp, um es ab jetzt besser einzuordnen! Mal schauen, was sich da noch ergibt.

Ganz lieben Gruß!
Yann

Anja aka Ana
Gast
Anja aka Ana

Hallo Kerstin,

das klingt spannend.
Deine Beschreibung warum Du den Bezug zu Steam Punk siehst gefällt mir super.

Das setze ich auf die Liste.

LG