„Die Reduktion der Pfirsichsaucen im köstlichen Ereignishorizont“ | Alexander Graeff

Das Buch wurde mir vom Verlagshaus Berlin kostenlos zum Lesen und Rezensieren zur Verfügung gestellt. Meine Rezension basiert ausschließlich auf meinen persönlichen Leseeindrücken und wird durch eine Bereitstellung des Buches nicht beeinflusst.

Drei-Gänge-Poesie

Inhalt laut Verlag | Auszug:

[…] In diese Welt toxischer Männlichkeit geht Graeff hinein, ohne den Bankrott des Individuums zu erklären: Mechan- / Ismen Lieder Utopien. In drei Kapiteln durchspielt er Optionen von Rhythmus, Körper und Haltung. Das Gemachtsein durch die Welt verbindet Graeff mit Kulinarik – Sozialisation als aufwändiger Küchenakt. Im Sicheinverleiben wie in der Begegnung mit dem Fremden, etwa mit Tieren, kommen wir zu einem Ursprung, der nie einer war: der Ursprung aller Fehler am / Norm- / system zerbrochen.

Gedichtbände, Poesie, Lyrik – dies ist Literatur die entweder Mainstream ist und auf die breite Masse zugeschnitten wurdet oder sie ist individuell und dann gibt es nur entweder man liebt oder man hasst es. – Nun, sehr provokant formuliert, aber meist doch zutreffend. Ich denke so wird es Leser*innen auch mit den Texten von Alexander Graeff gehen. Wobei die Frage ist, wer diese Texte liest. Für alle die erst am Anfang solcher Sammlungen stehen, sollten zu leichterem greifen, denn Graeff spielt mit den Möglichkeiten der Wortwelt.

Gesellschaftskritik in der Küche?! Allein von der Idee war ich sofort begeistert, doch auch genau darin liegt mitunter meine kleine Kritik. Der Autor, Künstler, bleibt sich dahingehen nicht durchgehend treu und verliert sich am Ende etwas. Die Gesellschaft in die Küche verlegen, ein drei Gänge Menü zaubern und am Ende mit einem kulinarischen Glossar den Mund wässrig machen. Da lohnt sich ein Blick in dieses Buch!

Ein Lob auf die Sichtbarkeit
phosphoreszierender Kanapees
auf dem Finger-Food-Buffet
der Unmöglichkeit
(S. 82, Auszug aus „Sterbendes Klischee“)

Absolut, nur einen Auszug eines poetischen Ergusses zitieren ist wie Kastration! Aber so ein wenig wollte ich Euch einen, wenn auch nur minimalen, Eindruck seiner Texte vermitteln. Und so wie es bei oder mit Poetik ist, haben mich nicht alle Texte gleichermaßen begeistert, bei manchen stolperte ich gar über die Zeilen und doch bin ich angetan von Graeffs Gedankenwelt. Er spielt mit unseren Erwartungen an das Leben, seziert sie und legt ihr Innerstes offen.

Was mir dann doch fehlte war das gesprochene Wort. Ich habe beim Lesen definitiv falsch betont! Nein, ich lese nicht laut vor mich hin, aber gerade bei solchen Texte, spreche ich diese im Kopf mit und da fehlte mir einfach das Hörbuch. Das wäre definitiv ein Format, welches ich beim Verlag kaufen würde.

Grundlegend haben mich die Texte begeistert, aber einige blieben mir verschlossen. Das Buch hat mich für sich eingenommen, auch wenn die Welt toxischer Männlichkeit(en) nicht gänzlich verkocht wurde.

Rezension verfasst von © Janna
★★★★☆


Weitere Eindrücke
Studiere nicht dein Leben

Buchdetails | Anzeige |
Titel: Die Reduktion der Pfirsichsaucen im köstlichen Ereignishorizont
Buchreihe: Einzelband 
Autor: Alexander Graeff
Illustrator: Mario Hamborg
Verlag: Verlagshaus Berlin
— Rezensionsexemplar —

Beitrag teilen mit:

2
Ein Blog lebt von der Interaktion, also immer her mit Deinen Gedanken! Wir freuen uns auf Deinen Kommentar & den Austausch mit Dir!

avatar
Gabi
Gast

Liebe Janna,
ich bin hier beim Buchtitel schon hängengeblieben. Wie bitte? Was? Das macht definitiv aufmerksam und neugierig. Ich fürchte, ich habe im Augenblick aber nicht den Kopf frei für solche Bücher. Das muss ich auf später verschieben. Aber ich werde es nicht aus den Augen verlieren.
Hab einen schönen Sonntag!
LG Gabi