„Der Tod und andere Höhepunkte meines Lebens“ | Sebastian Niedlich

Grenzwertige Szenerie

Inhalt laut Verlag

Freunde sind was Wunderbares. Und manchmal findet man sie an den ungewöhnlichsten Orten. Wie z.B. Martin, der am Sterbebett seiner Großmutter auf den leibhaftigen Tod trifft. Der ist begeistert, dass ihn endlich jemand sehen und hören kann. Für den Tod ihn steht fest: Martin und er sind dazu bestimmt, beste Freunde zu werden. Und auch Martin gewöhnt sich im Laufe der Zeit an die Anwesenheit des Todes. Doch als er sich verliebt, muss er sich eine entscheidende Frage stellen: Macht es überhaupt Sinn zu leben, zu lieben und nach dem Glück zu suchen, wenn am Ende doch immer der Tod wartet?

Ich hatte mich sehr auf das Hörbuch, die Geschichte, gefreut. Humorvoller Plot! Nur leider nicht mein Humor und eine gewisse Szene ließ mich dann endgültig zu einem Abbruch verleiten.

Martin hat nicht so viele Freunde. Und Martin hat gewisse Fähigkeiten. All das dank dem Tod. Doch so einfach ist solch eine Freundschaft nicht. Besonders nicht, wenn der Tod zu den ungünstigsten Momenten erscheint.

Ich habe dem Hörbuch – der Geschichte selbst – wirklich eine Chance gegeben und erst nach über der Hälfte abgebrochen. Vielleicht hätte ich sogar bis zum Ende gehört, denn der Tod selbst hat mich unterhalten. Matthias Keller hat ihm genau die richtige Stimme verliehen und auch der Text war unterhaltsam. Ganz anders sah es jedoch mit dem Protagonisten Martin aus! Hier fehlte mir etwas … Einige Szenen die andere bestimmt zum Lachen bringen können, aber mir war es für die Story nicht skurril genug. Gewissen Momenten hätte man mehr Humor mitgeben können, wenn sich der Autor getraut hätte. Eine Geschichte über und mit dem Tod kann ebenso ernsthaft wie lustig sein – beides ist zu finden, traf nur eben nicht meinen Geschmack. Auch die Umsetzung von Martin, vom Sprecher, gefiel mir nicht recht, wirkte mir zu charakterlos zwischen den Nebenrollen.

Und doch hätte ich weitergehört – man will ja doch wissen wie es verläuft. Ob Martin seinen vorbestimmten Weg geht. Auch mit Kritikpunkten zum Hörbuch und der geschriebenen Geschichte. Doch dann kam sie, diese eine Szene … Bestimmt sind nicht alle Leser*innen diesbezüglich so kritisch, für mich persönlich ist es jedoch ein absolutes No-go, da hätte man auch eine andere Szenerie vorweg beschreiben können um zum Handlungsstrang, der darauf folgt, zu gelangen.

Ich möchte im Vorfeld daraufhinweisen das meine Kritik
leicht spoilert und triggern könnte!

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Martin ist mit einer Freundin in einer Disco. Diese wird von drei Männern belästigt und in die Toilette gedrängt – mehr wird nicht beschrieben bzw. erzählt. Nur das Martin sie überwältigen konnte. Doch was dann kam schockierte mich und ließ mich direkt auf ‚Pause‘ drücken. Gleich zwei beschriebene Szenen ließen mich die Luft anhalten! Besagte Frau war nicht traumatisiert, nein – sie will es einfach nicht zur Anzeige bringen, „hat kein Bock darauf„, weil es zu langwierig und teuer ist. Reicht für mich schon! Ja, Frauen bringen solche Erfahrungen selten zur Anzeige, aber ganz klar aus völlig anderen Gründen! Diese zu benennen erfordert schon seinen eigenen Beitrag. Aber nein, es geht ja noch weiter. Natürlich ist besagte Frau dankbar dafür, dass Martin dazwischen ging und sie vor einem Missbrauch bewahrte. Und wie könnte Frau sich besser bei Mann bedanken als mit Oralsex?! Ach sein wir nicht so, der Sex selbst folgt direkt danach!

Und ja, genau so wird es in der Geschichte benannt: Sex als Danke für die Rettung. Die Geschichte wird nicht weiter gehört!

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Ja, da bin ich kritisch und hart in meiner Bewertung! Das Bild von missbrauchten Menschen hat grundlegend Risse in unserer Gesellschaft, oft wird den Betroffenen dies zum Vorwurf gemacht. Da braucht es nicht noch Bücher die sich keine Gedanken dazu machen und nicht nachvollziehbare Handlungen hineinarbeiten – auf die beabsichtigte Szene hätte man anders hinschreiben können. Der Abbruch bezieht sich in erster Linie nur auf diese Szene und für manch eine*n mag dies mehr als kritisch sein, für mich jedoch nur die logische Konsequenz daraus!

Rezension verfasst von © Janna
★☆☆☆☆

– Weitere Eindrücke –
…….. °

                     Buchdetails
Titel: Der Tod und andere Höhepunkte meines Lebens
Buchreihe: Einzelband – Der Autor hat noch weitere Bücher mit dem Tod geschrieben, diese gelten aber nicht als eine zusammengehörige Reihe
AutorIn: Sebastian Niedlich | SprecherIn: Matthias Keller
Verlag: Lübbe Audio | Printausgabe: Schwarzkopf & Schwarzkopf
ISBN: 978-3-7857-5298-2 [Audio]

25 Kommentare

  1. Hallo Janna,

    mir kommt das Ganze sehr bekannt vor, eine ähnliche Szene gab es im Buch von „The Girl Before“ von JP Delaney. Ich weiß noch, dass ich das Hörbuch im Auto gehört habe und nach einem lauten „HÄH?! WTF?“ erstmal stoppen musste, weil ich mich so geärgert habe. Im Verlauf wurde das Ganze dann noch etwas anders dargestellt (ich will jetzt nicht spoilern) aber spätestens in dem Moment hat die Geschichte (die ich zuende gehört habe) mich verloren, weil ich nur noch mit einer „was für ein Blödsinn“-Einstellung weitergehört habe.

    Ich kann also dein Empfinden zu entsprechender Stelle in deinem Hörbuch sehr gut nachvollziehen.

    Viele Grüße,

    Jemima

    1. Huhu Jemima!

      Genau dies wäre auch bei mir so gewesen – die Szene hätte auf den weiteren Verlauf einen Schatten beim Hören geworfen. Und auch nach dem Austausch mit dem Autoren bleibe ich bei dabei, das es mit einer anderen Situation auch zum gewünschten „Effekt“ geführt hätte.
      Dann bin ich ja doch froh nicht zu dem von dir genannten Buch gegriffen zu haben. Ich halte wirklich viel aus in Büchern oder auch Filmen – auch solche Szenen – aber es muss stimmig in der Geschichte sein, ins Gesamtbild der Erzählung passen, dies empfand ich bei diesem Hörbuch eben nicht so.

      Hab noch einen feinen Abend!

  2. Hallo Janna und andere Blogleserinnen,

    ich habe lange überlegt, ob ich mich hier überhaupt äußern sollte, weil ich eigentlich nur verlieren kann. Aber egal, hier bin ich halt.
    Ich möchte folgende Punkte klarmachen:
    1. Simone (die belästigte Person, die sich mit Sex bedankt), wurde nicht vergewaltigt und rechtzeitig gerettet.
    2. Es sollte eigentlich schon vorher klar sein, dass sie „nicht ganz rund“ läuft. Spätestens aufgrund der Tatsache, dass sie so reagiert, wie sie reagiert, sollte klar sein, dass mit ihr etwas nicht stimmt, was sich im weiteren Verlauf des Buches umso mehr zeigt.
    3. Der wichtige Punkt ist, dass in diesem Fall der Mann ihr explizit rät, zur Polizei zu gehen, aber sie es ablehnt. Außerdem ist er von ihrer Reaktion ebenso überrascht, wie es die Leser/Hörer offenbar auch sind.
    4. Ja, ich habe da durchaus drüber nachgedacht.
    5. Ja, ich finde, dass hier etwas überreagiert wird und vielleicht nicht das ganze Bild gesehen wird.

    Es ist nicht meine Intention, die Rezension zu ändern. Offenbar hat das Buch ja auch sonst nicht so richtig gefallen. Kann man nichts machen. Manch einem gefällt’s, manch einem nicht. Ich möchte mir nur nicht vorwerfen lassen, dass ich dafür kein Gespür oder nicht nachgedacht hätte. Für mich ist eher deutlich geworden, dass da offenbar recht oberflächlich zugehört wurde.
    Ich bin ja auch der Meinung, dass das ein heikles Thema ist, bei dem schnell die Gefühle hochkochen. Aber genau diese Kritik hier anzubringen, finde ich übertrieben. Und der weitaus überwiegende Teil der Leser scheint ebenfalls anderer Meinung zu sein. (Diese Kritik höre ich jedenfalls zum ersten Mal.)

    Soweit mein Senf dazu. 😉

    Gruß,
    Sebastian Niedlich (Der Autor von „Der Tod und andere Höhepunkte meines Lebens“)

    1. Hallo Sebastian!

      Vorab erstmal sehr schön das du dich meldest – da kenne ich leider ganz andere Geschichten zwischen Blogger*in und Autor*in! Gerade wenn es um sehr kritische Rezensionen geht und es nicht in den Austausch geht, sondern unter der Hand – weswegen ich nicht nur bei begeisterten Einrücken, sondern eben auch bei solchen Besprechungen, Verlage und Autor*innen beim Teilen erwähne.

      Nun erstmal zur leichten Thematik: In meiner Rezension habe ich ja klar geschrieben das nur mich persönlich der Humor nicht gänzlich anspricht. Und Humor ist, wie bei vielem anderen, absolut Geschmackssache (=

      Nun zu der Thematik, die doch – auch von mir in meiner Antwort – Fingerspitzengefühl erfordert:
      Ich denke nicht das ich oberflächlich zugehört habe, finde nur die Umsetzung ein Tanz auf dünnem Eis. Ich habe sehr deutlich geschrieben, dass ich abgebrochen habe und somit den weiteren Verlauf nicht kenne. Ebenfalls denke ich, habe ich in meinem letzten Absatz auch deutlich gemacht, das ich persönlich sehr kritisch bei solchen Szenen bin. Das die Protagonistin verschiedene Problematiken mit sich trägt ist deutlich und doch empfinde ich diese Szene als grenzwertig, denn dein Fokus liegt bis zu diesem Punkt der Geschichte besonders auf Martin und dem Tod. Mag sein das du es im weiteren Verlauf noch aufarbeitest – aber wie geschrieben, habe ich dort abgebrochen und kenne den Ausgang nicht. Für mich war die Situation auf der Toilette schon beklemmend zu hören, drei Männer die eine Frau stark bedrängen – völlig unabhängig ob noch jemand rechtzeitig eingreift oder nicht. Das macht etwas mit einem! Ich finde die Umsetzung – Übergriff und problematische Persönlichkeit – nicht gut gewählt. Das die Bewertung am Ende unschön für dich ist und auch meine Kritik vielleicht eher emotional als sachlich ist und dies nicht das ist, was du dir als Autor wünschst, kann ich absolut verstehen. Aber nur weil andere Leser*innen dies nicht so empfinden, mir gegenüber zu äußern es sei übertrieben … da musste ich wirklich erstmal kurz warten um dir zu antworten. Dies sind meine Empfindungen die ich beim Hören hatte – ich hätte mich vielleicht sachlicher äußern müssen? Der Inhalt meiner Aussage bleibt jedoch gleich.

      Gruß zurück,
      Janna

      1. Vorweg noch einmal Ich habe kein Problem mit der Bewertung oder Kritik an sich. Jeder mag halt, was er/sie mag. 😉

        Ich glaube, dass der springende Punkt der ist, dass dein Blickwinkel etwas verschoben ist. (Entschuldige, wenn das etwas krumm klingt, aber mir ist keine bessere Bezeichnung eingefallen. Es ist nicht böse gemeint.)
        Die Frau, um die es geht, ist eben NICHT die Protagonistin. Sie ist nur eine Nebenfigur und eben auch eine, die – wie gesagt – nicht ganz rund läuft. Mein Eindruck – und ich mag mich irren – ist der, dass du den Fokus vom eigentlichen Protagonisten – der männlichen Figur – verloren hast. Vielleicht habe ich das nicht gut genug geschrieben. Möglich. Ich weiß es nicht.
        Verstehe ich die Probleme, die du damit hast, wie die weibliche Figur reagiert? Absolut. Ich fände das ebenfalls äußerst merkwürdig. Aber das ist eben der Punkt. Meiner Meinung nach ist deine Reaktion darauf trotzdem übertrieben, denn das wäre so, als würde man bei einem anderen Buch in einer Mordszene abbrechen, weil „das geht ja mal gar nicht, dass irgendwer umgebracht wird“. 😉

        Hätte man das Ganze völlig anders anlegen und zeigen können? Sicherlich richtig.
        Würde ich das noch einmal so machen? Hm, weiß ich nicht. Aber damals schien es mir passend, stimmig und im richtigen Maße merkwürdig, dass der Leser/Hörer mitbekommt, dass mit der Frau etwas nicht stimmt.

        Aber ich denke, es ist auch müßig darüber zu diskutieren. Wollte nur meine 2 Cents loswerden.

        Ich überarbeite dann mal die Forsetzung weiter. 😉

        1. Ich bin immer offen für einen Austausch, weiß aber nicht recht wie ich auf deine Aussage, das ich übertrieben reagiere, sachlich antworten soll …

          Ob nun Protagonisten, Nebenfigur oder oder oder – meine Kritik bezüglich der Szene ist und bleibt gleich. Wie gesagt, ich bin bei den Äußerungen sehr bei mir, da ich dem nicht widersprechen will, das viele oder andere Leser*innen es nicht so intensiv wahr nehmen wie ich. Wie so viele Bücher/Situationen und ähnliches, unterschiedlich interpretiert, wahrgenommen, empfunden werden. Ich finde nur es gibt vielerlei Möglichkeiten Leser*innen (Hörer*innen) zu verdeutlichen, das mit einer Person in der Geschichte nicht alles in den ‚richtigen‘ Bahnen läuft, aber eben nicht unbedingt mit einer Frau und solch einer Beschreibung, Reaktion. Oder eben stimmig zum restlichen Inhalt. Wobei ich mich an dieser Stelle eben auch nicht weiter äußern kann, da ich dir nicht – ohne den weiteren Verlauf zu kennen – absprechen will, das du dich damit weiter befasst oder auseinander gesetzt hast. Aber dafür habe ich ja auch ganz klar gesagt das ich abgebrochen habe und somit deutlich ist, das ich den weiteren Verlauf nicht beurteilen kann.

          Auch ich gebe gerne zu das ich den Satz „Da braucht es nicht noch Bücher die sich keine Gedanken dazu machen[…]“ sachlicher oder anders hätte formulieren können. Und ich finde nicht das es müßig, sondern besonders bei solchen Szenen, wichtig ist in den Austausch zu gehen!

          Viel Erfolg beim Überarbeiten!

    2. Hallo Sebastian!

      Wenn ein Autor versucht dem Leser nach einer Meinung sein Buch zu erklären, dann ja – das hast du meiner Meinung nach schon richtig erkannt – kann er nur verlieren.
      Genau das ist hier passiert. Auf ganzer Länge. Denn selbst Buchbesprechungen abgebrochener oder negativ rezensierter Bücher könnten zu einem weiteren Verkauf verhelfen (wie oft kaufe ich Bücher, die bei anderen Lesern durchgefallen sind und mich genau der Knackpunkt des einen Rezensenten positiv anspricht und mich neugierig auf das Buch macht – kommt ziemlich oft vor, nur so als Randnotiz).

      Punkt 1 hätte 1. gar nicht richtig gestellt werden müssen, denn Janna hat nichts anderes geschrieben.
      Punkt 2: Das Wörtchen „sollte“ sagt mir als Leserin eigentlich schon alles. „Sollte“ ist eben nicht „ist“.
      Punkt 5: Einen Leser als „überreagiert“ zu bezeichnen, finde ich schon sehr unprofessionell. Als Autor sollte man wissen, das Leser IMMER unterschiedlich auf das Gelesene reagieren und so wie die Szene beschrieben ist, provoziert sie auch speziell bestimmte Zu- und Abneigungen. Ich kenne dein Buch jetzt nicht, nur die Szenenbeschreibung von Janna, aber ich denke (zumindest von dem ausgehend, das hier beschrieben ist), diese Szene ist sehr unglaubwürdig (aus Frauensicht gesehen, denn auch wenn mit der Figur „etwas nicht stimmt“, dann hätte sie vielleicht schon auf den versuchten Übergriff anders reagiert, aber Dankbarkeit mit Oralsex nach einer solchen Situation klingt sehr nach feuchten Männerheldenwunschträumen).
      Das ganze Bild kann sie gar nicht sehen, da ist eindeutig unter „ABGEBROCHEN“ abgelegt.

      Die Rezension ändern kannst du generell nicht, das könnte nur der Leser. Ein Autor rezensiert ja normalerweise nicht seine eigenen Bücher.

      „Oberflächlich zugehört“? Wo denn, bitte schön? Sie hat die Szene GENAU beschrieben und SACHLICH geschildert, was ihr daran nicht gefallen hat. Man könnte ja fast annehmen, die Besprechung wurde nur oberflächlich gelesen ;-).

      Wobei seien wir ehrlich: Wer liest ein belletristisches Werk sachlich und emotionslos? Wenn das so wäre, bräuchten wir keine fiktionalen Geschichten und Autoren, die so viel Arbeit in Empathie für ihre Figuren stecken und versuchen, ein Band zwischen Leser und Geschichte zu schaffen, wenn wir, Leser, dann total umemotional ran gehen würden. Dann könnten wir uns lieber ransetzen und Gesetzesparagraphen kritisieren.

      Mein Kommentar betrifft den ersten von dir. Den zweiten zu lesen, erspare ich mir lieber.

      Das war jetzt mein subjektiver, emotionaler Senf zur Diskussion. Liebe Grüße, Iris

      PS an Janna: Wehe, du hörst auf, emotionale Buchbesprechungen zu schreiben oder negative Meinungen schönzureden! Denn genau deswegen lesen dich DEINE LESER! Wir (Autoren und Rezensenten) sitzen schlussendlich alle im gleichen Boot, also lass dich keinesfalls unterkriegen. Meinungen dürfen verschieden sein, Meinungen dürfen abweichen von der Mehrheit – genau das macht nämlich das Lesen von Büchern UND Blogs spannend. Nicht auszudenken, wir würden alle Bücher gleich hochloben – wie langweilig wäre die literarische Welt. Dann bräuchten wir weder Autoren noch Blogger. Ich behalte dich im Auge, Kleines! 🙂
      Wie auch die meisten Autoren mit negativen Rezensionen umgehen (lesen, runterschlucken, Krone richten, weiterschreiben), solltest du dir auch beim nächsten Mal überlegen, dies so zu handhaben ;-). Solche Diskussionen sind müßig, und einen solchen Kommentar einfach, so wie er ist, stehen zu lassen, ist oft der bessere Weg (und der Kommentar sagt vieles, was andere Blogger durchaus einschätzen können). Die Profirezensenten machen das auch nicht anders wie die professionellen Autoren. Lesen, runterschlucken und sich dem nächsten Buch widmen. So als kleiner Tipp für die Zukunft. 😉

      1. Huhu Iris und wow, zunächst lieben Dank für deinen ausführlichen Kommentar!

        Und ich danke dir für die klaren Worte zum „überreagieren“, denn ich wusste nicht wie ich sachlich nett darauf hätte antworten können! Auch deine weiteren Worte kann ich an dieser Stelle nur unterschreiben und muss nichts weiter hinzufügen!

        Behalte mich gern im Auge! (= Und nein, aufgrund dessen werde ich definitiv zukünftig nichts schön reden oder Emotionen beiseite lassen! Ich bin grundlegend offen für Austausch und kann dann nur schwer den Mund halten, war aber – was auch gerne Sebastian an dieser Stele lesen darf – nach dem zweiten Kommentar des Autors sehr unsicher indem wie ich reagiere. Denn wie du schon geschrieben hast, ist „überreagiert“ ein weiterer Auslöser. Das mir ein nicht verstehen vorgeworfen wird, damit kann ich um – wie ich auch sonst sehr gut mit Kritik umgehen kann, wenn sie nicht auf persönliche Ebene geht. Von daher ja, auch weiterhin wird es solche Besprechungen (und Abbrüche) geben, wenn es Gründe dafür gibt!

        Hab noch einen feinen Abend!

  3. Oha. Na das was du dort beschreibst, klingt wirklich oberflächlich und unsinnig. Ich kann auf jeden Fall verstehen, was du an der Geschichte nicht gemocht hast und dass du sie schließlich sogar abgebrochen hast. Dabei klang der Titel echt vielversprechend. Schade.

    1. Die Geschichte selbst war gar nicht so schlecht, der Humor war nur einfach nicht meiner 😉 Und ja, Titel und Beschreibung klangen wirklich gut!

      Oberflächlich und unsinnig trifft es sehr gut – und ich unterstelle dem Autor frech, das er sich nicht genügend Gedanken um die Auswirkungen gemacht hat. Nicht jede*r Leser*in wird dies so kritisch wahrnehmen (was sehr schade ist!), aber wenn solche Szenen reingeschrieben werden, müssen sie stimmig zur Geschichte sein. Egal ob Übergriffig im Versuch oder der Ausführung im Gesamten (um es mal ganz distanziert zu beschreiben) – ich empfinde die Reaktion der Protagonistin als Seitenhieb gegenüber Opfern. Dies ist ein mehr als sensibles Thema – schon immer gewesen und durch einige Reaktionen der #MeToo-Bewegung erlebt man ja leider, wie einige – gar viele Menschen – dies im negativen Sinne einordnen, wahrnehmen, benennen …

      Hab einen feinen Mittwoch!

  4. Wow… also ich kann total verstehen, warum du abgebrochen hast. Manche Sachen sind einfach ein No-Go und sowas fällt auch für mich eindeutig darunter. Damsel in Distress ist ja nichts Neues und auch nichts übermäßig Schlimmes, aber da fehlen mir gerade echt die Worte. Das klingt einfach nach einem extrem schlechten Porno. Sorry, not sorry ^^

    Aber danke, dass du deine ehrliche Meinung mit uns teilst 🙂 Immer gut für sich selbst zu wissen, von welchen Büchern man lieber die Finger lässt.

    Liebe Grüße,
    Smarty

    1. Hab bezüglich der Wertung hin und her überlegt – der Humor spricht andere definitiv an, mich nur eben nicht und wie wertet man dann … aber aufgrund der oben beschriebenen Kritik konnte ich nicht anders. Ich bin eine mehr als kritische Leserin was das Einbauen dieser Thematik (klingt immer doof das Wort in dem Zusammenhang) und das muss sich dann auch widerspiegeln.

      Schlechter Porno würde ich nun nicht verwenden 😉 Und ich glaube auch nicht das der Autor dies so beabsichtig hat, was bei mir als Leserin ankommt – macht es aber nun mal nicht besser und zeigt einfach (mal wieder) auf, wie wichtig es ist, sich im Vorfeld Gedanken zu machen. Ich finde eben das dies für Opfer ein harter Seitenhieb ist, das hätte man anders schreiben können, eine andere Szene einbauen um zur gewünschten Situation zu gelangen …

      Hab noch einen feinen Tag!

  5. Hey! Ich habe dieses Buch auch noch auf meinem SuB liegen und bin jetzt froh, dass ich im diese Szene weiß, dir für jede(n) Betroffene(n) einen Schlag ins Gesicht bedeutet. Ich bin froh, dass es da mehr so rigorose Menschen, wie dich gibt, die eine solche Szene nicht einfach abwinken, weil die ganze Story eh vielleicht etwas skurril ist.
    Sollte ich das Buch noch lesen, bin ich zumindest vorbereitet.
    Alles Liebe MrsTingley

    1. Dann hoffe ich, das dich zu mindestens der Humor an sich mehr anspricht als mich!

      Ich war wirklich erschrocken von der beschriebenen Szenerie – ich gehe stark davon aus das der Autor das so nicht beabsichtigt hatte, was es aber leider nicht besser macht. Umso wichtiger ist es eben, sich vorher Gedanken über bestimmte Themen und deren Umsetzung zu machen, zur gewünschten Situation hätte man auch anders gelangen können …

      Meld dich gerne wenn du es ausgelesen oder rezensiert hast (=

      Hab einen feinen Tag!

  6. Hallo Janna,

    wahrscheinlich muss man diese von Dir kritisierte Szene selbst lesen oder hören, um für sich zu entscheiden, wie glaubwürdig sie erzählt wird und mit welcher Absicht, was man aus dieser Szene denn mitnehmen soll. Dass man ein Buch, das einen sowieso nicht vom Hocker reißt, dann nach einer Szene, die einem so richtig zuwider ist, noch eher abbricht, kann ich absolut nachvollziehen. Wie schade, dass diese Geschichte Deinen Humor nicht getroffen hat und dann auch noch eine für Dich unpassende Szene enthält – die Inhaltsangabe und die Grundidee fand ich schon verlockend.

    LG Gabi

    1. Huhu Gabi!

      Ich hätte ganz klar auch abgebrochen, wenn mich das Hörbuch sonst begeistert hätte. Ich habe für solche Darstellungen keinerlei Verständnis, da man zur gewünschten Szene auch anders hätte hinschreiben können.
      Ich denke nicht das der Autor das Beabsichtigt hat, was bei mir ankam – umso wichtiger ist es, sich vorher Gedanken um Situationen zu machen, warum soll sie hineingeschrieben werden? was soll sie bezwecken? Wie setze ich es um? Es darf bei mir gerne derbe sein, Grenzen überschreiten o.ä. – dafür lese ich zu gern besonders (Psycho)Thriller und will mich mehr im Festa-Verlag umschauen. Aber es muss ins Gesamtbild passen. Geht es um einen Mörder oder Triebtäter? Oder geht es um eine humorvolle Geschichte und dem ersten Mal meines Protagonisten, welches etwas kurios sein soll? Dies hätte auch mit einem anderen Ereignis den gewünschten Effekt haben können finde ich.

      Die Grundidee sprach mich auch sehr an, nur leider der Humor nicht – aber das ist Geschmackssache.

      Hab einen feinen Abend!

  7. Hallo Janna!

    Ich finde es großartig, dass du hier so klar Stellung beziehst und muss dir vollkommen zustimmen. Auch für mich ist so eine Szene mittlerweile ein Abbruchsgrund. Es sind die kleinen Dinge, die das große Verändern oder eben nicht. Solche Szenen in Unterhaltungsliteratur einzubauen erhält lediglich den Status Quo, dass wir Frauen außer Sex ohnehin nichts zu bieten haben und den Männern gefälligst dankbar sein müssen.

    Alles Liebe
    Kani

    1. Huhu meine Feine & lieben Dank!

      Ich finde es auch mehr als grenzwertig was beschrieben wird – ob nun Mann oder Frau – was sollen solche Aussagen es sei zu teuer und langwierig dies zur Anzeige zu bringen? Da gibt es weitaus tiefgreifendere Gründe. Und sich dann mit Sex bedanken? Für mich einfach nicht nachvollziehbar und redet solche Situationen klein – entweder hätte der Autor anders zur gewünschten Szene gelangen können/müssen oder weitaus Feinfühliger damit umgehen sollen/müssen! Ich bin so frech und unterstelle ihm, er hat sich um die Auswirkung dessen einfach nicht befasst – aber schon solche kleinen Szenen reichen für mich eben aus, en Buch bzw. Hörbuch abzurechen! Da erwarte ich wirklich das sich Autor*innen der (Aus)Wirkungen bewusst sind, solche Szenen mit Bedacht schreiben!

      Hab einen feinen Tag!

  8. Hallo Janna,

    Ich kann dich da total verstehen, dass ist wirklich eine Szene die ich auch nicht nachvollziehen kann. Das macht überhaupt keinen Sinn, so etwas in eine Geschichte zu schreiben. Ich werde das Hörbuch auch nicht hören, sowas spricht mich dann auch nicht an.

    Liebe Grüße
    Nicole

    1. Huhu Nicole,
      ich denke der Humor muss separat betrachtet werden, denn das ist einfach Geschmackssache – was die beschriebene Szene angeht bin ich jedoch sehr kritisch! Der Autor hätte zur gewünschten Situation auch anders gelangen können – solche Szenen reden für mich Übergriffe klein (egal welches Geschlecht dies betrifft) und ein klarer Abbruchsgrund! Warum Aussagen wie „Kein Bock – zu teuer – zu langwierig“, warum sich mit Sex bedanken? Da habe ich kein Verständnis!

      Hab einen mukkeligen Tag!

  9. Hey Janna,
    ich kann deine Rezension bzw. warum du abgebrochen hast nachvollziehen, muss allerdings gestehen, dass diese Szene auf mich scheinbar keinen Eindruck gemacht hat, denn ich kann mich nichtmal an sie erinnern. Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich mochte den Humor von Sebastian Niedlich. Ich habe sehr viel gelacht und das Hörbuch genossen. Ich mochte den Tod und wie er agiert hat. Der Sprecher hat für mich noch zu dieser tollen Geschichte beigetragen, da ich seine Art zu lesen wirklich gut fand.
    Viele Grüße
    Yvonne

    1. Hey Yvonne,
      ich denke bei Humor gehen die Geschmäcker immer auseinander – nur weil dieser mich nicht ansprach, heißt das ja nicht, das andere sich nicht amüsieren. Was den Tod angeht kann ich dir nur zustimmen – den hat der Sprecher gut verkörpert, bei Martin sah das für mich leider anders aus …

      Das meine Abbruch-Szene nicht alle zum Abbruch bewegt kann ich mir – wie bei dir vorstellen – ich bin bei solchen Szenen nur mehr als kritisch (wie oben erwähnt)! Da hätte der Autor etwas anderes (be)schreiben können, um zur gewünschten Situation zu gelangen. Für mich war dies mehr als grenzwertig das eine Frau belästigt wird, so darauf reagiert und sich dann noch mit Sex bedankt – das ist fernab jeder Realität und mir persönlich fehlt es da mehr Feinfühligkeit! Ich könnte dies noch weitaus mehr ausführen, dann aber wäre mein Kommi fast schon ein Beitrag.

      Hab einen feinen Tag!

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