„Der Angstfresser“ | Tanja Hanika [Kerstin]

Nightmare!!!

Inhalt laut Klappentext

Angst, Blut und Schmerz.
Chester Harris will mehr davon. Er ist Horrorautor und es stellt ihn nicht länger zufrieden, die Leser mit seinen Gruselgeschichten zu erschrecken. Daher lädt er zu einem Horrorabend ein, der seinen ahnungslosen Gästen alles abverlangt. Sie müssen ein Spiel um Leben und Tod überstehen, indem sie die eigenen Grenzen überschreiten. Angst, Blut und Schmerz stehen auf Chesters Speiseplan und er wird viel davon bekommen.

Dieses Zitat aus dem Buch spiegelt genau mein Empfinden wieder und das schon beim Prolog:

Ich will es gar nicht wissen. Ich will nur weg von hier.
(S. 186)

Auf was hatte ich mich da nur eingelassen?
Das hatte ich davon, einmal eine Rezension von meiner Janna hier auf dem Blog gelesen und dann war ich so neugierig auf dieses Buch und die Geschichte, also kaufen und lesen!
Ein Horror-Roman!
ICH?
Ja und zwar in einem Expresstempo, von dem ich gar nicht mehr weiß, ob es daran lag diese Geschichte ganz schnell hinter mich zu bringen oder weil die Autorin Tanja Hanika einen so gekonnt und beabsichtigt abscheulich tief in die Geschichte hineinzieht?

Abscheulich, so könnte man es bezeichnen oder eben so, wie es auf der Rückseite des Buches steht:

Wahre Horrorfans werden lachen angesichts meines Entsetzens.
Aber es ist genauso!
Vielleicht liegt es daran, dass ich mir Szenen aus Büchern sehr bildlich vorstellen kann oder eben an dem Stil der Autorin, alles sehr bildlich zu beschreiben. Mein lieber Scholli, das Buch hat mich echt gefordert und meine Alpträume gefördert.

Worum ging es eigentlich?
Ein Autor, Chester Harris, der hart erarbeitet Ruhm ist verblasst.
Die Leserschaft bleibt immer mehr aus und so entspinnt er eine Idee, bei der er sich ganz tief in seine Wunschträume fallen lassen kann. Ein Mann, der durch seine grausame Mutter zu einem Monster wurde und nun in einem Horrorabend seine Gäste an den eigenen krankhaften Fantasien teilhaben lassen wird.
In einer abseits gelegenen Villa ist alles vorbereitet und das tödliche Spiel kann beginnen.

Tief atmete er ein, kostete den Geruch von Angst und Tod und genoss den Sieg, der jede seiner Poren füllte
(S. 108)

Was mich ja so faszinierte war die Tatsache das es sich hier nicht einfach nur um einen Splatter handelt. Klar, es gibt viel Blut aber eben kein Gemetzel. Die Spielchen, an denen sich die Gäste beteiligen müssen, stellen alle vor Grenzen und diffizile Entscheidungen. Wie schnell doch alle in ihre Opferrollen hineinsprangen, wie schnell Drohungen und Gewaltankündigungen alle erst lähmen und schlussendlich den Menschenverstand aussetzten lassen.
So kommt es zu den verschiedenen Szenerien, denen man voller Spannung und angehaltenem Atem folgt. Meint der Typ das wirklich ernst? Seine Gäste sind jedenfalls felsenfest davon überzeugt!

Es liest sich sagenhaft schnell. Die große Schrift ist dafür mindestens genauso verantwortlich wie die übersichtlichen Kapitel. Unterstützt wird der Lesefluss durch die einzelnen Perspektiven, durch die unverhohlene Spannung, die iiiiihhh- & bääääh-Momente und der Gewissheit das da nicht alle heil herauskommen werden.
Chester hat sich einiges einfallen lassen und neben den Gästen auch mich immer wieder überrascht. Grenzenloses Entsetzen dann als es zu einem „Abteil“ ging in dem nichts anderes wartete als mein Alptraum schlechtin – Zombies!!! Wuhäää….ich hasse diese Dinger.

Zwischendurch, dass muss ich ja zugeben konnte ich sogar mal schmunzeln. Die Namensgebung der einzelnen Charaktere war ja schon genial gemacht. Spätestens bei den (nicht) netten Helferlein Smith und Wessen hatte mich die Autorin in Sachen makabren Humor, sowas gefällt mir richtig gut. Die anderen Namen haben mich auch direkt überlegen lassen, wer denn damit gemeint wurde – oder ich habe zu viel hinein interpretiert?
Ethan – da denke ich wie bei Harris automatisch an einen Autoren.
Mason – da fehlt nur ein Buchstabe, Chester – wer ist denn da gemeint?

Auf jeden Fall war „Der Angstfresser“ für mich eine Grenzerfahrung.
Die Geschichte ist sehr abwechslungsreich und gespickt mit vielen verrückten Gestalten und Begebenheiten. Wer es blutig und eklig mag, sollte es lesen.

Die psychologische Komponente kommt jedenfalls auch nicht zu kurz, hätte für mich aber doch etwas tiefer sein können. So war es immer wieder lesenswert, wie sich die einzelnen Charaktere verhielten. Jeder für sich oder doch lieber miteinander das Grauen er- und überleben?

Es wird schlichtweg unvergesslich. Das garantiere ich Ihnen.
(S. 56)

Rezension verfasst von © Kerstin
★★★★☆


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1 Buch – 2 Meinungen | Jannas Rezension

 Weitere Eindrücke –
Hochhorst °

Buchdetails
Titel: Der Angstfresser
Buchreihe: Einzelband
Autorin: Tanja Hanika
Verlag: CreateSpace Independent Publishing | [Selfpublisher]

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mllefacette
Gast
mllefacette

Ich hab ja gar keine „Erfahrung“ mit Horrorbüchern, aber ihr beiden habt mich so neugierig auf das Buch gemacht … es ist kaum auszuhalten.

laberladen
Gast

Die iiiiihs und bääääähs schrecken mich nicht wirklich ab, wenn es außer denen noch etwas anderes gibt – und das scheint hier sehr wohl der Fall zu sein. Leider konnte mich die Autorin mit „Zwietracht“ nicht ganz überzeugen, weil es mir zu wenig Horror hatte. Vielleicht ist „Angstfresser“ da genau das Richtige für mich.
LG Gabi

Buecherpanda
Gast

Hey Kerstin!

Mir hat ja schon die Rezi von Janna sehr gut gefallen, aber jetzt bin ich noch überzeugter, dass ich das Buch lesen muss :D
Das klingt nach etwas, was mir gefallen kann!
Schön, dass du dich getraut hast und es trotz Iiih-Momenten irgendwie ja doch gut war :D

Liebste Grüße
Jenny

Tii Ana
Gast

Hallo Ihr beiden,

endlich hat sich google wieder eingekommen und h darf wieder kommentieren.
Es ist so schön Eure beiden Rezensionen zu lesen.
Kerstin Dein erster Absatz ist wirklich großartig.

Klar ist: ich muss es lesen. GLG Anja

Janna
KeJas-BlogBuch

Der erste Absatz deine Rezi ist schön köstlich, hab gut gelacht :D

Auch wenn deine Grenzen weitaus enger sind als meine, freue ich mich sehr das es dir (dennoch) gut gefiel und ich kann dir nur zustimmen! Ein perfides Spiel, geniale Namensgebung! Und eine wirklich tolle Rezension von dir, ganz klar herauszulesen das es nicht dein genre ist und dich dennoch abholen konnte!

:-*

jewi
Gast

Hallo Kerstin!

Toll, dass es Dir auch gefallen hat! Scheinbar bist Du aber auch wie ich an deine Grenzen gestoßen :-)
Das mit den Namen ist mir so gar nicht aufgefallen…

Viele Grüße,

Jemima