„Das Mädchen und die Fremde“ | Sofie Sarenbrant

Das Buch wurde mir vom Aufbau Verlag kostenlos zum Lesen und Rezensieren zur Verfügung gestellt. Meine Rezension basiert ausschließlich auf meinen persönlichen Leseeindrücken und wird durch eine Bereitstellung des Buches nicht beeinflusst.

Inhalt laut Verlag

Als Kriminalkommissarin Emma Sköld im Krankenhaus erwacht, hat sie zunächst keine Ahnung, was geschehen ist. Das Letzte, woran sie sich erinnern kann, ist, dass sie zum Pferdestall aufgebrochen ist und ihre vier Wochen alte Tochter bei ihrem Lebensgefährten Kristoffer zurückgelassen hat. Nun erfährt sie, dass sie nach einem Reitunfall fünf Monate im Koma gelegen hat. Doch war es wirklich ein Unfall? Und warum hat Kristoffer seine Exfreundin Hillevi ins Haus geholt, die sich rührend um die kleine Ines kümmert? Einzig ein Kollege von der Polizei steht ihr bei – er hat ebenfalls Zweifel an der Unfalltheorie.

Bild by Kerstin

Band 2 um Kriminalkommissarin Emma Sköld

Der zweite Band um die Kriminalkommissarin Emma Sköld liest sich wie der erste sehr gut.
Schnell und unkompliziert führt einen die Autorin Sofie Sarenbrant durch die kurzen Kapitel und doch war ich nicht so ganz zufrieden. Warum?
Der Titel „Das Mädchen und die Fremde“ und die Genrezuordnung Thriller hat in mir vielleicht die falschen Assoziationen geweckt. Es geht um ein Mädchen, definitiv (hier hat das Mädchen aus Band 1 aber absolut nichts damit zu tun) aber der Fokus liegt nicht auf ihr. Es war mehr Emmas Schicksal, das Koma nach dem Unfall, ihre Emotionen nach dem Erwachen und der bitteren Erkenntnis das sie sehr, sehr lange ein Pflegefall sein wird. Gefesselt an das Krankenhausbett  gibt sie sich den langsam zurückkehrenden Erinnerungen hin. Genau das hat mich gestört. Es sind meist Frauen die nach einer komatösen Phase mit Erinnerungen und eben dem nicht erinnern hadern. Da fehlt mir die Spannung die ein Thriller an sich verspricht.

Jetzt, da sie dem Unfall ein Stück näher gekommen ist, will sie endlich mehr wissen.

Es war klar das dieser Reitunfall nicht das war, was alle dachten und nur ihr Kollege Nyhlén hakt da mehr und mehr nach. Er war mir im gesamten Buch der sympathischste von allen. Humorvoll, bissig und Emma sehr zugetan.
Wer den ersten Band kennt, merkt aber schnell das einiges daraus fehlt. Es bleiben Dinge auf der Strecke, die noch in meinem Hinterkopf schwirren und kaum bis gar nicht mehr zur Sprachen kommen. Auch gibt es viele unnötige Längen, Emmas Schwester zum Beispiel, die nun frisch getrennt allabendlich auf dem Alkohol zurückgreift und ihre Schwester im Geheimen verflucht, dafür das sie so da liegt und keiner die Situation ändern kann. Auch Emmas Vater, ein Polizist vom alten Schlag, kam mir so unglaubwürdig vor.

Dafür gibt es diese Hillevi. Das war ein sehr gut dargestellter Charakter – wenn nicht sogar der Beste von allen. Eine Frau, die nach einem furchtbaren Schicksalsschlag zurück ins Leben findet und der Grund ist ausgerechnet Emmas Ehemann Kristoffer und deren kleine Tochter. Hillevis Ansinnen entpuppt sich schnell als eine psychische Störung und das diese Frau gefährlich ist, lässt sich auch nicht übersehen. Ihr bin ich dennoch sehr gerne gefolgt, sie hat eben die Spannung gebracht und mich sehr gut unterhalten. Eine Antagonistin per excellence und ohne sie wäre die komplette Geschichte in sich zusammen gefallen.

Sie freut sich geradezu diebisch bei dem Gedanke, dass man sie niemals finden wird
(S. 250)

Die ganze Geschichte ist um Emmas Krankenbett herum geschrieben. Alles was sich ereignet wird in kurzen Kapiteln aus der Sicht der jeweiligen Person erzählt. Das hat durchaus Abwechslung gebracht und gezeigt das da noch etwas im Argen liegt. Eine Sache der Nyhlén eher durch Zufall auf die Spur kommt. Auch eine spannende Sache an sich, aber wieder hat sich der Fokus dadurch verschoben.

Letztendlich hat mich das Buch unterhalten. Mehr Spannung und weniger Krankenhausflair hätte es mir leichter gemacht. Hillevi hat vieles herausgerissen und über sie würde ich so gerne noch viel mehr lesen.

Das Ende der Geschichte lässt mich ratlos zurück. Ganz übel fand ich den Cliffhanger, zumal es nicht nur einen gab. Ist die Reihenfolge nun schon beendet oder gibt es doch noch einen dritten Band? Den würde ich durchaus auch lesen – abwarten…. und Tee trinken….oder Kaffee!

Ich hasse es wenn ein Buch so endet!!!

Rezension verfasst von © Kerstin
★★★☆☆


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Buchdetails
Titel: Das Mädchen und die Fremde
Buchreihe: 2. Band 
Autorin: Sofie Sarenbrant 
Übersetzt aus dem Schwedischen von Hanna Granz 
Verlag: Rütten & Löning   [Aufbau Verlag]  
— Rezensionsexemplar —

  Kriminalkommissarin Emma Sköld – Reihe
Band 1 ~ „Der Mörder und das Mädchen
Band 2 ~ „Das Mädchen und die Fremde

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Verena
Gast

HI Kerstin,
ich verlinke deine Rezension mal in meiner! Band 3 kommt am 17.8.18 raus. Den habe ich schon vorbestellt, da ich, wie du, das Ende unerträglich finde. Ich wüsste jedoch gerne, wie viele Bände es denn insgesamt werden sollen. Gruß Verena

monerl
Gast

Liebe Kerstin, dieses Buch lese ich auch gerade. Bin so ca. bei der Hälfte und kann einiges, das du oben erwähnst, nachvollziehen. Etwas weniger Krankenhaus würde mir auch gefallen. Ich kann das Ende noch nicht richtig absehen. Ich wusste gar icht, dass dies der zweite Band einer Reihe ist. Bissl doof. Aber du schreibst, dass man auch hier einsteigen kann und das Vorwissen nicht unbedingt nötig ist. Mal sehen. Habe mir Teil 1 als eBook geladen und werde es im Nachgang lesen. ;-) Ich wappne mich also jetzt schon auf ein Cliffhänger-Ende! Vielleicht ist es ganz gut, das nun im… Read more »

Nisnis Bücherliebe
Gast

Liebe Kerstin,

tolle Rezi, aber ich glaube, das wäre nicht so meins. Allein Krankenhausflair ist mir ein Graus ;-).

Liebe Grüße

Anja

laberladen
Gast

Ich hab gerade nochmal in meine Rezension zu Band 1 reingelesen und hatte das Buch als „atmosphärisch mit Schwerpunkt auf den Charakteren“ beschrieben. Das scheint mir hier in der Fortsetzung auch so zu sein. Das freut mich, denn das Buch steht auf meiner Leseliste. Wenn nicht allzu viel Spannung vorhanden ist, dann muss die Autorin mit anderen Dingen punkten. Und dafür scheint mir hier ein bisschen wenig vorhanden zu sein. Was ich absolut nicht leiden kann, sind lose Enden und Cliffhanger, das ist ein dicker Minuspunkt. Ich werde das Buch auf jeden Fall lesen, aber vielleicht erst, wenn klar ist,… Read more »