#Buchshit – Top 5 kann jede*r

Die Aktion und der damit verbundene Hashtag von Maria (Buchdrache) klang einfach zu reizvoll, um nicht mitzumachen! Den Ursprungsbeitrag findet Ihr verlinkt im eben genannten Blog-Namen, denn ich will nur im groben umreißen, um was es geht und dann auch direkt loslegen.

Ganz klar geht es NICHT darum Autor*innen bloßzustellen oder Bücher ins lächerliche zu ziehen! Aber wo wir Leser*innen Geschichten abgöttisch lieben, dort können wir diese ebenso verfluchen – um mal in den Extremen zu sprechen!

Doch auch ein Rant, der Verriss einer Geschichte, muss gekonnt sein! Ich habe davon nicht allzu viele zu bieten, denn für mich ist es eine Gratwanderung zwischen Kritik die nicht persönlich wird und Humor, um das ganz aufzulockern. Ich weiß was ich lesen will und habe somit einen, nach Jahren, guten Griff für Geschichten die mich dann auch letztendlich begeistern. Aber Abbrüche oder Geschichten die keinen positiven Eindruck hinterlassen gibt es ebenso.

Doch meist sprechen wir über jene Geschichten die begeistern, da finde ich diese Aktion mal ganz erfrischend! Nicht um irgendwas oder irgendjemanden an den Spranger zu stellen, sondern zu zeigen, welche Geschichten so gar nicht überzeugen konnten und warum!

Ihr erwartet aufgrund des Titels nun eine Flop 5?! Ich habe mal in meinen Regalen gewühlt und tja, von diesen Bücher steht … welch Überraschung … fast keines mehr hier. Ich werde somit u.a. die Cover aus dem Netz zeigen und darauf verzichten, zu meiner Rezension zu verlinken – wenn es eine gibt – denn bei der ein oder anderen, sollte ich doch überlegen, sie mal zu löschen. Jap, ich kann nicht nur Geschichten kritisieren, sondern auch mich.

Aber genug schwadroniert, hier kommen nun fünf Bücher die mich so gar nicht abholen und einnehmen, konnten.

Flop 5

(angeblich) EROTISCHER LIEBESROMAN
„Trinity – Verzehrende Leidenschaft“
von Audrey Carlan
Ullstein Verlag

Eine Geschichte die von mir nicht mal einen Stern bekommen hat! Ich weiß gar nicht wo ich anfangen und wo ich enden soll!

Absolut! Dies ist kein Buch das meinem Leseschema entspricht und ich habe es aus wahrscheinlich nicht nachvollziehbaren Gründen gelesen, eine verlorene Wette. Aber ich bin frei von Vorurteilen herangegangen. Doch was mich erwartete waren Sex-Szenen die mich zum Lachen brachten, da die Beschreibungen … wie soll ich es sagen? Sie waren mir suspekt, unheimlich und fernab der menschlichen Anatomie! Ich habe mich königlich amüsiert! Doch dann las ich weiter und war erschrocken!

In diesem Buch wird eine Beziehung skizziert … es macht mich immer noch fast sprachlos! Mein bislang einziger und durch und durch ernst gemeinten Rant! Ein Buch bei dem so vieles so falsch ist! Eine Frau mit gewalttätiger Vergangenheit gibt sich einem Kontrollsüchtigem Mann hin. Keine ungewöhnliche Beziehungsbasis, aber was die Autorin daraus kreiert machte mich fassungslos. Die Protagonistin liebt die blauen Flecken, sieht dank Shopping-Tour mal eben locker leicht über einen Missbrauch hinweg, von dem dort beschriebenem nicht realem Schönheitsideal mal abgesehen – ich könnte schon wieder einen Roman darüber verfassen! Eigentlich wollte ich es nicht, aber an dieser Stelle werde ich meine Besprechung doch verlinken, denn ansonsten würde ich hier wohl kein Ende finden …


AUTOBIOGRAPHIE
„Der stille Schrei“ von Lucy Freeman
Kabel Verlag (existiert nicht mehr)

Es tut mir ein wenig weh, dieses Buch hier zu nennen, aber ich war erschrocken! Die Geschichte selbst ist sehr einnehmend und beschreibt aus Sicht der Therapeutin das Leben einer multiplen Persönlichkeit. Dies steht absolut nicht zur Kritik, es berührt, macht sprachlos.

Was mich aber sehr stört ist die Beschreibung des Übergangs von einer Persönlichkeit zur anderen. Das man es für Leser*innen nachvollziehbar darstellen will, die Unterschiede herausarbeiten möchte, ist für mich völlig nachvollziehbar. Ja, die Augenfarbe kann sich fast unmerklich ändern, die Haltung ändert sich, ein Akzent der vorher nicht da war, eine ganz neue Persönlichkeit. Aber es ändert sich nicht die Frisur, die Haarfarbe oder ähnliche ins Auge springende Wandlungen. Doch genau so wird es in diesem Buch beschrieben und es hat mich wütend gemacht! Multiple Persönlichkeit ist bis heute groß umstritten, da helfen solche autobiographischen Beschreibungen absolut nicht. Vielmehr unterstützt es die These, dass dieser Schutzmechanismus des Gehirns nicht existent sei.

Sollte Ihr Euch dafür interessieren, greift unbedingt zu den Büchern „Die Leben des Billy Milligan“ (Daniel Keyes) und „Aufschrei“ (Trudy Chase)!


ROMAN
„Geister“ von Thomas v. Steinaecker
Fischer Verlag

Der Klappentext lockt mit Sätzen wie „Grenzen zwischen Realität und Fiktion verschwimmen“ oder „Spurlos ist Jürgens kleine Schwester verschwunden“, solche Formulierungen reizen mich immer sehr!

Doch die Geschichte hält Leser*innen auf Distanz, ein Stilmittel das beherrscht werden muss, um zu wirken. Hier jedoch ist es wie eine Mauer zwischen mir und den geschriebenen Worten. Hinzu kommen die unzähligen und wirren Schachtelsätze, Zeitsprünge die keine sind, sondern nur Vorstellungen des Protagonisten und eine sehr emotionslose Erzählung dessen. Schade um die Geschichte die mit sehr viel Potenzial begann und in Langeweile endete …


THRILLER
„Opferzeit“ von Paul Cleave
Heyne Verlag

Der erste Band „Der siebte Tod“ hat mich gekonnt unterhalten, ein Thriller aus der Sicht des Täters. Ich konnte gar nicht anders als den Folgeband zu kaufen!

Tja … das Buch umfasst rund 600 Seiten und 400 Seiten lang, habe ich probiert hineinzufinden. In diesem Band kommt nicht nur Joe zu Wort, für mich grundlegend kein Problem, wenn noch eine zweite Täterin ihre Taten beschreibt. Aber dann bitte mit Spannung, gerne auch Humor, hauptsache interessant! Doch ich langweilte mich, von Seite zu Seite mehr. Von Thriller-Elementen war nichts zu finden. Morde, ja. Täter*innen, ihre Gedanken, ja. Mörderisches Vorhaben, auch ja. Aber das macht keine spannungsgeladene Geschichte aus, mein Interesse und die Neugierde muss geweckt werden, doch es waren nur viele Worte ohne wirkliche Ereignisse …


ROMAN
„Feuchtgebiete“ von Charlotte Roche
DuMont Verlag

Ein Buch das durch die Buchwelt sprang! Nicht von allen gelesen und doch von allen gekannt. Und da war es dann ganz plötzlich auch in meiner Hand, „Das musst du lesen Janna! Sowas kennst du noch nicht!“ – stimmt! Und wollte ich auch nicht kennen …

Nicht wegen all den detaillierten Beschreibungen, nicht aufgrund der Sprache. Nicht mal aufgrund der immer wiederkehrenden Frage, was die Geschichte eigentlich will. Nein, ich ekelte mich nicht. Fühlte mich aber nicht unterhalten oder was auch immer die Autorin bezwecken wollte. Es ist mit schlichtweg nicht nur zu platt, sondern zu bewusst provokant, zu gewollt!

Eine Geschichte (ob Buch, Film oder Theater) muss für mich keinen klaren erkennbaren Sinn haben, aber dann muss dies zum dem Erzählten passen. Eine Tiefe muss gegeben sein, eigene Interpretationen – aber damit hat dieses Buch reichlich wenig zu tun. Es versucht mit verschiedenen Tabus zu arbeiten, diese zu brechen, aber für mich persönlich ist diese Grenzüberschreitung missglückt! Geschichten dürfen sehr gerne provokant sein, aber nicht erzwungen, denn da kann es nicht gut werden.


Buchshit-Blogtour 2018
1. September: Buchdrache – Warum ich gerne Trash lese
6. September: Letemeatbooks – Die schlechtesten Bücher meines Lebens
9. September: Reisender Bücherwurm – #Buchshit Blogtour
12. September: Awen Eibner – Ein literarisches Spiel auf tiefstem Niveau
18. September: Trimagie – Bücher, die ich gerne besingen würde …
20. September: Lauras Haus im Nebel
23. September: Mein heutiger Beitrag („Top 5 kann jede*r“ | KeJas-BlogBuch)
26. September: Books & a Cuppa Tea – New Species

Welches wäre bei Euch DAS Buch des Grauens?

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Gackelchen
Gast

Klasse Post! Ich liebe ja Trash zum drüber herziehen. Die Anna Todd After-Reihe habe ich mit Genuss auseinander genommen. Von den 5 Büchern habe ich zum Glück keines gelesen, und nach deinem Beitrag, bleibt das wohl auch so ;-)
Danke, dass du mich zum lachen gebracht hast.
Liebe Grüsse
Tania

Jacquy
Gast

Bei all den Büchern kann ich gut nachvollziehen, wieso sie nicht überzeugen konnten. Fragwürdige Erotikromane gibt es leider viel zu viele. Bei Feuchtgebiete finde ich es auch ganz offensichtlich, dass der einzige Zweck war, zu schockieren und die Tabus zu brechen. Sonst wäre es auch gar nicht erfolgreich gewesen, behaupte ich mal, ohne es gelesen zu haben.
Das Problem mit „Geister“ verstehe ich, das Konzept klingt interessant, aber das muss man wirklich gut umsetzen können, damit es funktioniert und das kann schnell daneben gehen.

Sunita
Gast

Das ist wirklich eine erfrischende Aktion! :) Der Grund, wieso ich gerne Leserückblicke lese, ist eben, dass sie auch die schlechten Bücher umfassen – denn rezensiert werden diese selten, was ich auch verstehe, immerhin macht es viel mehr Spaß, über Bücher, die uns begeistern, zu sprechen, als über Bücher, die wir nicht mochten. Von deinen 5 Büchern habe ich nur Feuchtgebiete gelesen. Das war ja echt der totale Hype damals, das Buch ist durch meine Freundegruppe gewandert und dann haben wir alle darüber geredet – allein aus diesem Grund fand ich es nicht so schlecht, immerhin hat es zu unterhaltsamen… Read more »

Lara
Gast

Ach wie cool! Die Aktion werde ich jetzt erstmal verfolgen, ich liebe solche Beiträge! :)
Von deinen Flop 5 habe ich (zum Glück?) kein einziges Buch gelesen. Aber von Audrey Carlan habe ich die Calendar Girl Reihe gelesen, die auf meinen Flop 5 wohl Platz gefunden hätte. :)

Liebst, Lara.

isabel
Gast

Liebe Janna,
das ist ja mal eine coole Aktion.
Danke mit “ Feuchtgebiete“ sprichst Du mir aus dem Herzen!
Ich müsste jetzt tatsächlich mal überlegen, da ich glaube ich schon länger nicht mehr so ein richtig schlechtes Buch gelesen haben oder es wahrscheinlich schon verdrängt habe;)
Auf jedenfalls finde ich das mal erfrischend neu!
Liebe Grüße
Isabel

Mareike
Gast

Liebe Janna,
eine schöne Aktion, die ihr da mitgestaltet!
Ich verstehe sehr gut, warum dich diese Bücher nicht abholen konnten. Keines davon reizt mich, doch besonders die Trinity-Reihe klingt nach ziemlichem Schrott :D

Viele Grüße
Mareike

Gabi
Gast

Buchshit – Jawohl! Unter diese Kategorie fällt „Trinity“ für mich auf jeden Fall. Was hab ich mich über das Buch geärgert! Und entsprechend saftig ist meine Rezension dazu auch ausgefallen. Ich halte sehr viel davon, den Finger in die Wunde zu legen und das, was einem an einem Buch nicht gefallen hat, deutlich anzusprechen (natürlich ohne Autor / Autorin persönlich anzugehen). Da sind wir als absolut einer Meinung. Die anderen Bücher aus Deiner Liste kenne ich zwar nicht, aber Deine Gründe dafür, dass Du sie nicht mochtest, sind absolut stichhaltig. Also werde ich mich von ihnen auch fernhalten. Und für… Read more »

seitenglück
Gast

Hallo Janna :)
tatsächlich muss ich zugeben, dass ich von diesen Büchern kein einziges gelesen habe. Aber Anbetracht der List ist das vielleicht eher etwas gutes :D
Liebe Grüße,
Yvonne :)

Kate
Gast

Hallöchen, ich finde die Cover zu Trinity sehr ansprechend, aber es ist auch nicht so wirklich mein Genre. Was du jetzt dazu schreibst, klingt einfach nur … grausam. Ich werde wohl definitiv nicht danach greifen (hatte ich sowieso nicht vor, aber jetzt erst recht nicht mehr). „Der stille Schrei“ klang gerade so gut! Und dann schreibst du, dass es völlig falsch und kurios dargestellt. So unfassbar schade, weil ich das Thema wie du sehr wichtig finde. Aber vielen dank für die Buchtipps zu diesem Thema. Die schaue ich mir definitiv mal an! Ich fand deine Rants großartig. Kann man das… Read more »

Schurkenblog
Gast

Buchshit-Beiträge????!!!! Herrlich! Eine schurkische Abwechslung, die mir natürlich gefällt. :-)

Interessant zu sehen, welche Bücher bei Lesern so richtig durchfallen. Also Feuchtgebiete wäre vermutlich auch auf meiner Liste gestanden. Ich habe es gar nicht fertiggelesen, denn auch mir wir das zu platt und ständig fragte ich mich, was will die Autorin mit der Geschichte bezwecken?

Ich glaube, das wird eine Lieblingsblogtour für mich :-), die ich gerne verfolge. Tolle Idee! LG Iris

Nicole
Gast

Ich habe keines der Bücher gelesen und bin da auch froh drum. Wobei bei Feuchtgebiete habe ich mal reingelesen, aber nee das war nichts für mich. Hatte das Buch zum Glück eh nur von einer Freundin geliehen, die genau den gleichen Satz zu mir gesagt hat.

Beim ersten Buch kann ich deine Wut aber verstehen, das geht gar nicht. Da wird ein wichtiges Thema romantisiert, dass damit nichts zu tun hat. Die Botschaft ist da einfach nur falsch und auch gefährlich.

Lg Nicole
#litnetzwerk

Sarah | Pergamentfalter
Gast

Hallo Janna, nachdem du mich auf Twitter so angefixt hast, musste ich einfach direkt vorbeischauen! *lach* Von deinen 5 Flop-Büchern habe ich keines selbst gelesen, muss nach deinen Ausführungen aber auch sagen: Zum Glück. Das gruselt mich teilweise richtig. Das, was du zu „Opferzeit“ erinnert mich ein wenig an „Dark Web“, was ich vor ein paar Tagen gelesen hab. Da ging es mir (leider) ähnlich, auch wenn zwischendurch ein paar spannendere Momente eingestreut waren. „Der stille Schrei“ klingt wirklich enttäuschend. Das Thema ist ja an sich schon nicht leicht, aber es dann so zu beschreiben, auch noch aus Sicht einer… Read more »