„Buchixus Lesedingens“ oder: Die Sache mit den Büchern

Es ist Frühling, alles sprießt und wächst und während Janna auf der Leipziger Buchmesse umherwandert und all die schönen Bücher leibhaftig bewundert, ist Kerstin in ihrem Garten unterwegs und hat doch tatsächlich eine äußerst seltene Pflanze entdeckt.
Die „Buchixus Lesedingens“, den lesenden Menschen auch als Buchblüher bekannt, ist nun in der Phase des ersten Blütenstandes.

So selten diese Pflanze auch ist, so besonders und schön ist sie auch. Noch ist die Knospe fast gänzlich geschlossen, aber es dauert nicht mehr lange bis daraus die wunderschöne Blüte in all ihrer Pracht erstrahlt.
In Halbschattigen Plätzen gedeiht sie am besten, direkte Sonneneinstrahlung könnte zu unschönen Verfärbungen am Schnitt und besonders zu einem Ausbleichen an der Außenhaut der komplett ausgebildeten Blüte führen.

Die „Buchixus Lesedingens entsteht aus der Buchbohne, ein kleiner nierenförmiger Samen, der unter Einsatz von viel Liebe in lockeres Erdreich gelegt wird. Vorzugsweiße sollte dies nur während der Tagundnachtgleichen getan werden. Dabei ist es wichtig zu beachten, dass es im März und September, wenn der Zenit der Sonne den Äquator überquert, die Buchbohnen nur sehr selten erhältlich sind.
Vorbereitung ist also alles, weshalb die Buchbohnen immer rechtzeitig zu besorgen sind. Die besten Quellen dafür sind Menschen, die sich aufgrund einer stark ausgeprägten Fantasie und Vorstellungskraft, teils Jahre hinsetzen und auf blütenweißes Papier Dinge niederschreiben, die dann irgendwann die Früchte dieser Arbeit tragen.

Im Frühjahr, meist bereits im Januar, stoßen die ersten Pflanzen aus der Erde und rufen nach Aufmerksamkeit. Die Kälte kann ihnen nichts anhaben, es sollte nur nicht zu nass sein. Dieses unscheinbare Pflänzlein wird sich schnell entwickeln und mit einem reichhaltigen Blütenstand die Buchgärtnerschaft erfreuen. Meist kann man es kaum abwarten und malt sich schon aus welche der genretypischen Arten da heranwachsen. Spannung ist also schon in der ersten Wachstumsphase garantiert.

Grundsätzlich ist die Pflanze sehr anspruchslos.

Dennoch sollte beachtet werden, dass gerade in der ersten Zeit unbedingt eine erhöhte Aufmerksamkeit das Wachstum enorm fördert. So sollte die Pflanze regelmäßig besucht werden, leichte Streicheleinheiten und geflüsterte zarte Worte geben ihres einem gesundem Wachstum bei. Gegossen wird nur ins Erdreich, niemals auf die Pflanze, insbesondere auf die Blüte. Das könnte zu unangenehmen Wellenschlag auf den einzelnen Blättern führen.

Auch in der Wohnung gedeiht die „Buchixus Lesedingens recht gut.

lila Buchixus Lesedinges Fantasia

In dem hier abgebildeten Modell lassen sich die geöffneten Blütenblätter schon ganz deutlich erkennen.
Es handelt sich um eine lilafarbene Fantasia, die kurz vor der Ernte steht.
Natürlich müssen die Blüten bzw. die daraus entstehenden Früchte nicht geerntet werden. Aber sie machen sich so unwahrscheinlich gut in Regalen, auf dem Tisch, dem Sofa, einer Ablage oder gar auf Stapeln.

Die Vielfalt der „Buchixus Lesedingens“ ist kaum zu überbieten. Wer einmal daran geschnuppert hat, kann sich der Wirkung kaum mehr entziehen. Es soll Menschen geben, die sogenannten Buchnerds, die selbst nächtelang nicht davon lassen können oder Unmengen der Früchte in ihren Wohnungen und Häusern sammeln. Es gibt auch Anlaufstellen in denen getauscht, ausgeliehen und sogar gekauft werden kann.

Buchixus Lesedingens Kaktusseria

In all ihrer Vielfalt bietet die „Buchixus Lesedingens“ nahezu jedem Geschmack etwas. Neben der Alltagsnutzung von Standard- und Mainstreamvarianten, finden sich auch solche die besonders kindgerecht oder für junge Heranwachsende einen sehr guten Start in diese Welt bieten.

Daneben finden sich aber auch solche, die stachelig sind und zu durchaus schmerzhafte Erfahrungen führen, aber einen dennoch immer wieder zugreifen lassen.
Wie gesagt, die Vielfalt macht es aus. Die einzelnen Früchte unterscheiden sich in Größe, Farbe, Art, Herkunft, bilden eine herrlich bunte Gemeinschaft und sind auf der ganzen Welt vertreten.

Möchte man selbst Ableger von einer „Buchixus Lesedingens“ machen ist außerordentlich viel Geduld und Einsatz gefragt.

Hierfür muss in einer Vollmondnacht, zwischen 3:03 Uhr und 3:07 Uhr, mittels eines güldenen, von einer 8fachen Großmutter, geschmiedetem Messer, eine winzige Ecke herausgeschnitten werden. Während des Schneidens müssen im Hintergrund 7 Personen aus ihren persönlichen Früchten in einem monotonen Singsang die Seiten 38-44 vorlesen. Nachdem all diese Voraussetzungen erfüllt sind, wird die winzig kleine Ecke von einem Einhorn angepustet, um anschließend von einem Werwolf, aufrecht stehend, dreimal um ein Tintenfass getragen zu werden. Zum Abschluss muss dann eine Jungfrau die Ecke an sich nehmen, einem Vampir unter das Kopfkissen legen und erst wenn eine Kommissarin diese findet, hat sich daraus eine Buchbohne entwickelt ;-)

Ein Korb voller geernteter Früchte des Buchixus Lesedingens

Nicht zu verwechseln ist die „Buchixus Lesedingens“ mit dem Buchsbaum, der Buschbohne oder der Buche! Die Ähnlichkeiten bei den Namen sind eher dem Zufall geschuldet.

Die Frucht ist nicht zum Verzehr geeignet, aber definitiv ein Konsumgut, das manche sogar inhalieren. Sie sollte immer gehegt und gepflegt werden.


So, wer sich jetzt fragt es zu diesem Beitrag kam – dass passiert, wenn frau nicht auf die Messe kann!
Ich hoffe, ich habe Euch etwas unterhalten können und Lust auf Bücher, Pflanzen oder Gartenarbeiten im Allgemeinen gemacht.

Eure Kerstin :-*

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Heike
Gast

Hey Kerstin, da hat dich die Muse perfekt geküsst!!
Liebe Grüße, Heike

Anett
Gast

Liebe Kerstin,

was für ein wundervoller Beitrag!
Bitte schreib mehr davon! Es ist wirklich etwas ganz außergewöhnliches.

Liebe Grüße Anett.

Kerstin Wörterkatze
Gast

Liebe Kerstin,
ein wundervoller Text. Da werde ich mich dann gleich mal um meine Buchpflanzen kümmern.
Liebe Grüße
Kerstin

Sarah
Gast

Liebe Kerstin,

Erster Gedanke: BITTE SCHREIB EIN BUCH!
Zweiter Gedanke: Heute unbedingt Pflanzenpflege betreiben.

Also ein Erfolg auf ganzer Linie ;-)
Ganz ernsthaft: Das hast Du wunderbar geschrieben!

Fühl Dich gedrückt (Du hast uns sehr gefehlt! Nächstes mal muss Janna Dich einpacken!) <3

Liebe Grüße
Sarah

Diana
Gast

Hallo Kerstin,
ganz toller Beitrag! :D
Obwohl ich dich natürlich immer gerne auf einer Buchmesse treffen möchte, muss ich sagen, dass du öfter mal zu Hause an solchen netten Texten arbeiten kannst. ;)
Liebe Grüße
Diana von lese-welle.de

Anja aka Ana
Gast

Liebe Kerstin,

toller Beitrag.
Da bleibt man doch gerne zu Hause und hört den Büchern beim wachsen zu.

Liebe Grüße

Anja

Kerstin Cordes
Gast

Genial….