Blut- und Opfermond, wenn Fiktion auf Realität trifft

| Werbung | oder so: Dieser Beitrag ist Teil einer Blogtour, welche durch die Autorin Elea Brandt entstand. Solch eine Zusammenarbeit ist unentgeltlich und der folgende Beitrag basiert ausschließlich auf meiner eigenen Meinung, sowie meinen persönlichen Leseeindrücken.

Die Finsternis naht …

Mit Begeisterung habe ich „Opfermond“ gelesen und konnte nicht widerstehen, als die Autorin Elea Brandt mich fragte, ob ich Lust auf eine Blogtour dazu hätte! Eine Blogtour die etwas anders sein soll, als die die man so kennt. Also eine Beitragsreihe die sich zwar mit dem Buch befasst, aber über die Figuren darin und einem Interview hinausgeht. Da bietet der Debüt-Roman so allerhand an Themen und Möglichkeiten!

Ich möchte mein und Euer Augenmerk auf die gelungenen Kombinationen richten. Zum einen ist es das Zusammenführen zweier Genres und zum anderen das Zusammentreffen von Realität und Fiktion. Und genau das ist es, was die Autorin Elea Brandt nun dazu bewegte, auch nach knapp einem Jahr des Erscheinungstermins von ihrem Debüt, eine Blogtour ins Leben zu rufen. Der Flair eines Thrillers, das Setting phantastisch und ein Hauch Realität, denn am 27. Juli 2018 ist Mondfinsternis und eben dieses Ereignis steht auch im Buch „Opfermond“ im Mittelpunkt.

Fiktive Geschichte mit reellem Flair 

Glaube und Kult
Unterdrückung und Macht

In erster Linie steht die Mondfinsternis im Mittelpunkt der Geschichte. Ein Ereignis, welches auch wir kennen und in der Nacht vom 27. auf den 28. Juli selbst beobachten können.

Innerhalb dieser Geschichte geht es um Opfergaben zur Mondfinsternis, woher auch das Buch seinen Titel hat. Dieser Teil des Buches ist keine Erfindung der Autorin, denn es gibt verschiedene Kulturkreise die ihren Glauben durch unterschiedliche Opfergaben bestärken. Von harmlosen Geschenken wie Blumen oder Essen, bis hin zum Morden, dem Opfern von Tieren oder Menschen. So ist es auch in diesem Buch erzählt. Die Mondfinsternis naht, vermehrt sind entstellte Leichen auf den Straßen zu finden. Geht ein perfider Mörder umher oder hat die kommende Finsternis eine Bedeutung für die aktuellen Geschehnisse?

Die Autorin baut jedoch noch weitaus mehr Themen ein, als man auf den ersten Blick glauben mag. Neben den kriminellen Machenschaften und phantastischen Geschehnisse, werden auch Szenerien eingearbeitet, die an aktuelle oder geschichtliche Ereignisse erinnern. Diese jedoch stehen neben dem Hauptstrang, überdecken diesen nicht. Aber es regt zum Nachdenken an, zu mindestens war dies bei mir der Fall. Das Verbot an andere oder weitere Götter zu glauben ist ein wichtiger Aspekt. Wer nicht an den „Blutigen“ glaubt ist ein Ketzer oder eine Ketzerin. Erinnert stark an die Hexenjagd, welche über Jahrhunderte ausgelebt wurde. Nicht nur das jeglicher andere Glaube nicht anerkannt wird, in dieser Stadt wird nicht mal darüber gesprochen. Andere Religionen sind den Menschen in Ghor-el-Chras, die Stadt innerhalb der Geschichte, nur über Hören-Sagen bekannt. Die Stadt schweigt. Und genau solch ein Schweigen hat in unserer reellen Geschichte die schlimmsten Ereignisse hervorgerufen.

Ebenfalls gibt es Gruppierungen wie die Manson-Family, die zwar in dieser Form nicht im Buch eingearbeitet sind und dennoch beim Lesen in den Sinn kommen. Denn wenn ich den phantastischen Aspekt der Geschichte auslasse und nur die Taten stehen lasse, so sind bestimmte Ähnlichkeiten erkennbar. Natürlich möchte ich nicht zu viel vom Inhalt und Verlauf verraten, aber auch Manson war ein Mann der andere manipulierte, sie zu Handlungen bewegte die sie von alleine vielleicht nie ausgeführt hätten. Eine Gruppierung die sich in ihrem Wahn bestärkte und unter Anweisungen einer Person agierte. Eine Ereigniskette im Hinblick auf ein Vorkommnis, welches in naher Zukunft eintreten soll.

Auch weitere Aspekte des Buches nahmen mich in seinen Bann. Es geht hierbei nicht um gesellschaftliche Kritikpunkte die herausgearbeitet wurden und doch sind es genau solche, auf die ich beim Lesen traf. Ein wenig mehr gehe ich innerhalb meiner Rezension darauf ein – wer also neugierig ist, darf sich gerne eingeladen fühlen, sich auch noch von meinen bescheidenen Worten innerhalb meiner Buchbesprechung weiter anzuckern zu lassen, das Buch selbst lesen zu wollen.

Denn es ist noch weitaus mehr als eine fiktive Geschichte mit einem Hauch Realität, es ist eine Kombination zweier Genres. Ein Buch das mehrere Elemente miteinander verbindet.

Thriller mit Fantasy kombiniert

Mord und Totenreich
Leichen und Götter

Es ist definitiv nicht das erste Buch, welches zwei Genres miteinander verbindet und auch nicht das erste Buch in dem Thriller-Elemente auf Phantastik treffen. In „Opfermond“ sind sich für mich persönlich jedoch hervorragend miteinander verwoben worden, sodass man am Ende nicht sagen kann, welchem Genre genau es zugehörig ist. Was letztendlich aber auch egal ist!

Wie gerne und häufig ich Thriller lese ist für viele kein Geheimnis. Doch auch Fantasy zieht mich immer mehr in seinen Bann. Und wenn diese beiden Genres aufeinandertreffen, ist meine Neugierde geweckt. Oft jedoch sticht eines von beiden hervor, schafft sich mehr Raum innerhalb der Geschichte. Und dann gibt es Bücher, bei denen ich einfach vollständig eintauche, mir überhaupt keine Gedanken mache, welches Genre nun überwiegt oder wo ich es persönlich einordnen würde. So auch bei „Opfermond“ und ich muss gestehen, ich war selbst ganz überrascht, wie schnell ich mitten in Ghor-el-Chras stand, die Stadt vor mir sah und von der Atmosphäre eingenommen wurde!

Eine phantastische Stadt mit eben solchen Elementen findet man innerhalb dieser Geschichte. Die Stadt Ghor-el-Chras ist orientalisch angehaucht und somit konnte ich mir diese kleine Welt sehr gut vorstellen. Fantasie entsteht grundlegend beim Lesen, beim Vorstellen der beschriebenen Orte und Szenen. Elea Brandt versteht sich hervorragend darin, ihre geschriebene Welt greifbar zu machen, ohne sich in Details zu verlieren. Den besonderen Flair erhält die Stadt durch ihren Glauben an den „Blutigen“ und Schutzgeistern, ebenso wie dem verbotenem Glauben, welcher immer mehr Bedeutung im Verlauf der Geschichte erhält. Doch nicht nur die Götter werden gehuldigt, auch das Totenreich hat seine Anhänger*innen.

Die einzelnen Stadtviertel stehen im Kontrast zueinander und durch die „Alte Stadt“ wird der Fantasy-Anteil dieser Geschichte noch unterstrichen. Ein Stadtteil welches kaum betreten wird. Die letzten Überlebenden leben dort abgeschieden vom Rest der Stadt. Ein Totenreich. Vielmehr möchte ich natürlich an dieser Stelle nicht verraten, aber ich hätte noch einige Seiten mehr dort verbringen können.

Immer mehr Leichen pflastern die Wege in Ghor-el-Chras und zwei Protagonist*innen begeben sich auf die Suche nach dem Mörder, dem Ursprung dieser Mordserie.
Varek will Antworten, da er von einem sehr angesehen Mann beauftragt wurde, den Mörder zu finden. Diese Suche jedoch soll so unauffällig wie möglich stattfinden und Varek beginnt diese im Haus des Auftraggebers. Nicht ganz zur Freude der dortigen Bewohner*innen.
Idra hingegen verlor einen engen Vertrauten, einen Freund oder wie man in ihrem Teil der Stadt ehre sagen würde, einen Wegbegleiter. Denn Freunde gibt es kaum in ihrem Umfeld, zu stark gehen Korruption und Macht Hand in Hand und unterdrücken jene, die sich nicht wehren können.
Beide Protagonist*innen stehen unter den Einflussreichen, kämpfen mit ihren Schatten und begeben sich auf einen gefährlichen Pfad.

Beim Lesen wird schnell deutlich, dass es sich aber nicht um einen typischen Thriller handelt, sondern seinen Ursprung in einem Glauben hat, der nicht existieren dürfte und Wege fordert, die das weltliche übersteigen. Die Genres gehen sie ineinander über und die Autorin hat mit „Opfermond“ einen gelungenen Schnittpunkt beider Genres geschrieben.

Werdet Ihr Euch die Mondfinsternis am 27. Juli 2018 ansehen?
Und werdet Ihr Euch ganz vielleicht dieses Buch als Einstimmung dafür zulegen?

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Nachfolgende Links führen zur Verlags-, sowie Autorinnen-Seite

   Buchdetails
Titel: Opfermond
Buchreihe: Einzelband
Autorin: Elea Brandt
Verlag: Mantikore
        Ghor-el-Chras – Reihe
Band 1 ~ „Opfermond“
Band 2 ~ „Mutterschoß“ , geplante Veröffentlichung Ende 2019 (neue Protagonist*innen, unabhängige Handlung)


Die Beiträge zur Bloggerwoche

21.07. Mondfinsternis als spirituelles Ereignis in Mythen und Literatur | Elea Brandt

22.07. Blut- und Opfermond, wenn Fiktion auf Realität trifft | KeJas-BlogBuch
(mein Beitrag)

23.07. Sekten in „Opfermond“ | Myna Kaltschnee

24.07. Analyse der Hauptfiguren | Der Buchdrache

25.07. Lieblingsstellen | Team Buchmagie

26.07. Role play(ing) Game (RPG) | Nerds gegen Stephan

27.07. Live-Lesung mit Gewinn (18:00 Uhr)

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Jenny
Gast
Jenny

Anschauen tu ich mir die Mondfinsternis nicht wirklich-kann jetzt schon seid letztes WE kein wirklich Schlaf finden und kann vor 24 nicht einschlafen weil der Mond schon wieder so hell vor sich hinleuchtet und dann noch in mein Schlafzimmer :-( LG Jenny

Daniela Latzel
Gast
Daniela Latzel

Halli hallo,

ich mag Blogtouren wenn sie nicht zu langweilig sind, oder gar zuviel über das Buch / die Story verraten.

Und, ob ich mir die Monfinsternis ansehe weiss ich nicht, aber das Buch ist auf meiner WuLi Seit dem.kch es bei Fb zum 1x sah. Liebste Grüße Daniela

Gabi
Gast

Ich finde ja diese Idee, sich mit dem Buch in Richtung Blutmond am Freitag hinzuarbeiten, richtig klasse. Eigentlich bin ich kein großer Fan von Blugtouren, aber diese ist so ungewöhnlich und so perfekt passend, dass ich sie gerne verfolge. Und natürlich werde ich mir auch die Mondfinsternis am Freitag auf jeden Fall ansehen! Die Geschichte von „Opfermond“ spielt zwar in einer erdachten Fantasy-Welt, aber es gibt doch jede Menge Bezüge und Ähnlichkeiten zu unserer Gegenwart und Vergangenheit. Das bringst Du in diesem Beitrag wunderbar auf den Punkt. Was mir besonders gut gefällt ist, dass da kein belehrend erhobener Zeigefinger ist,… Read more »

Elea
Gast

Danke für deine lieben Worte, Gabi! Es freut mich sehr, dass du das so wahrgenommen hast.

Ich gestehe, klassische Blogtouren mag ich auch nicht so gerne, deswegen habe ich mich sehr gefreut, dass Janna und die anderen Lust hatten, diese eher ungewöhnliche Beitragsreihe mit zu gestalten. Sie haben sich da echt eine Menge Arbeit gemacht, das ist nicht selbstverständlich.

Hab auch noch einen schönen Sonntag!