(M)ein Abend mit Bernhard Aichner [Lesung & Gesang]

Ein leidiger Hinweis auf Werbung, weil ich von einer Lesung schwärme und Verlinkungen einbaue. Ich schreibe diesen Bericht aus freien Stücken, ohne Androhung in einem der zukünftigen Thriller als Opfer oder Täterin aufzutauchen.

Autor, Sänger, Comedian

Wundervolles Bühnenbild! Super sympathischer Autor! Mega spannend klingendes Buch! Perfekte Zusammensetzung für eine Lesung, und eben das war der Abend auch! Und mal ehrlich, wie kann man einen Autor nicht mögen, der seine Leser*innen „entzückend“ nennt?!

Doch bevor meine Freundin und ich dem Autor Bernhard Aichner lauschten, musste erstmal Verpflegung her! Wein, Cola, Brezel und ganz viel Buch.

Wie jedes Jahr hat die Buchhandlung „Lünebuch“ das Krimifestival ausgerichtet. Nebenbei gesagt eine feine Buchhandlung. Super nettes Team, viele Aktivitäten und immer freundlich. Ich könnte an dieser Stelle definitiv in Schwärmerei geraten, aber es geht hier ja um den Autor, nicht die Buchhandlung. Aber vielleicht schreibe ich mal einen gesonderten Bericht dazu?

Die Location des Abends war eine Diskothek und das Bühnenbild wirklich zauberhaft mit dem roten Sessel – ich war direkt verliebt. Also schnell mit allem Überlebenswichtigem eingedeckt und gute Plätze gesucht.

Bevor es dann mit der Lesung losging, ließ uns der Autor herzlichst von Blum grüßen. Es ginge ihr gut und sie ist auf dem Wasser unterwegs – manchmal jedoch fehlt sie ihm. Eine lang Zeit wurde B. Aichner von der Protagonistin begleitetet, doch es kam die Zeit des Abschieds. Der erste Band der Totenfrau-Trilogie wurde bereits als Theaterstück aufgeführt, ich kam leider noch nicht in den Genuss.

Nun aber zu seinem aktuellem Thriller und dieser wundervollen Lesung. Ich denke es gelingt nicht vielen Autor*innen einen Abend so humorvoll zu gestalten, obwohl die Thematik des Buches eher düster ist. Die Idee zu „Bösland“ kam Aichner in einem (Alp)Traum. Er träumte von dem Jungen der ein Mädchen tot schlägt und eben diese Szene beschäftigte den Autor so sehr, dass er nachts aufstand und sich diese notierte. Auch Tage später war der Alptraum präsent und so entstand der Thriller, mit der Frage im Hinterkopf, wie aus einem Kind ein Mörder werden kann.

Doch bevor die ersten Sätze gelesen wurden, gab uns Aichner viele Antworten, denn das Motto der diesjährigen Lesereise lautet „Was Sie noch über Bernhard Aichner wissen wollten“, wozu er vorab seinen Leser*innen die Möglichkeit gab, Fragen zu stellen. Bernhard Aichner war Fotograf und ist von Natur aus ein leidenschaftlicher Beobachter. Er sieht Szenen und spinnt sie in seinem Kopf weiter, woraus sich Geschichten entwickeln.
Ein weiterer Thriller für den Herbst 2019 ist in Planung, aber es wird wohl einen Genre-Außreiser im Frühjahr 2019 geben. Meiner Meinung nach hätte der Abend auch über Stunden gehen können. Nicht nur weil der Autor zu unterhalten weiß, ich liebe den österreichischen Akzent!

Es gab zwischendurch eine kleine Pause in der ich kurz an die frische Luft ging. Und wer stand da draußen? Bernhard Aichner, bereits am Signieren und in ein Gespräch vertieft – da traute ich mich dann doch nicht recht dazwischen zu crashen …

Auch ein Glas Wein gönnte ich mir in der Pause, immerhin meinte der Autor wir würden am Ende vielleicht ein Tröpfchen gebrauchen können. Wir würden ja noch alle gemeinsam! Ja, Ihr lest richtig – ich schaute nicht anders doof aus der Wäsche. Aber dazu später mehr.

Für „Bösland“ recherchierte B. Aichner zwei bis drei Monate in psychiatrischen Kliniken und führte viele Gespräche mit Fachärzt*innen. Für mich persönlich ist das Feld, welches Aichner thematisch betritt nicht unbekannt, aber der Autor selbst konnte die gehörten Erlebnisse und Erfahrungen zunächst kaum glauben. Die Fähigkeit des Gehirns bestimmte Erinnerungen vom Bewusstsein abzuspalten und ins Unterbewusstsein abzulegen. Aichner war so fasziniert davon, dass seinem Protagonisten Ben eben dieses ‚Schicksal‘ zuteil wurde.

Ein Buch dessen Ereignisse auf einer gewaltsame Kindheit aufbaut. Eine Leiche im Kindesalter. Und ein Mord. Nicht nur das der Autor selbst erstaunt ist, über das was er an Geschichten schreibt, auch eine seiner Leser*innen war verwundert. Sie fragte ob es auch einen Plan B zu seinen Thrillern gäbe, immerhin sei er so sympathisch und schreibt nur über das Töten. Ja, der Autor könne irgendwann an Blut-Burnout leiden, Plan B wäre eine gute Alternative. Also schrieb er Gedichte, von denen er uns zwei präsentierte – königlich!

Zwischendurch wurde natürlich auch immer wieder gelesen. Dafür wurde der Beginn des Buches ausgesucht und ich war wirklich sehr angetan von Aichners Stimme. Ich hätte ihm noch den gesamten Abend zuhören können. Ebenso war es gut gewählt, den Anfang der Geschichte vorzulesen. Interessant, spannend, düster! Und dennoch war der Abend das genaue Gegenteil – unterhaltsam und humorvoll. Und ja, musikalisch. Der Bösland-Song war wirklich ein Highlight! Neugierig? Dann *KlicktMich* um einen Ausschnitt des Songs zu genießen (ab Minute 00:41).

Ich bin Bloggerin, nicht Fotografin. Manche haben in beidem großes Talent – ich leider nicht. Und vielleicht sollte ich auch mal meine Kamera zu solchen Veranstaltungen mitnehmen. Aber es geht (vorrangig) nicht um tolle Bilder, sondern um ein in Erinnerung bleibenden Abend und DAS war er! Ein Thriller-Autor mit viel Humor, viel Sympathie und für mich bis dato verborgenen Talenten!

Kunstvolle Stifthaltung. Kunstvolle Signatur.

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Diana
Gast

Hallo Janna,
ich kann deinem Bericht nur zustimmen, Bernhard Aichner ist einfach ein super sympathischer und talentierter Mensch.
Ich war nämlich vor nicht allzu langer Zeit auch bei einer Lesung von ihm. Allerdings hat er uns da sein Lied vorenthalten, sehr schade. :(
Aber der Abend war total gelungen, weil es einfach sehr viel Spaß gemacht hat ihm zuzuhören.
Liebe Grüße
Diana von lese-welle.de

Franzi
Gast

Ohhh er soll Blum mal zurückgrüßen! Ich habe diese Reihe geliebt! Ich binn sooo soooo soooooooo neugierig auf sein neues Buch und es klingt ja, als sollte man es definitiv zeitnah organisieren! Ich bin sehr neidisch auf diesen grandiosen Abend, ich möchte auch auf eine Lesung von ihm. Muss mal die Augen offen halten :D. Und echt! Böslandsong? Ich will ihn höhren! Vielen Dank fürs ein bisschen mitnehmen!

glg Franzi

Pink Anemone
Gast

Jaaa, und ich gebe mir gleich deine 2. Lesung hinterher und soll ich Dir was sagen? Jetzt bin ich auf das Buch noch neugieriger als ich zuvor war, neugieriger als durch die vielen Hype-Rezis. Das Buch wird wohl nächstes Jahr definitiv bei mir einziehen. Dieses Jahr darf ich nicht mehr allzu sehr ausrasten bezüglich Bücherkauf XD. Ich bin in Wien und war noch nie bei einer Lesung von Aichner….Asche auf mein Haupt. Vielleicht tu ich mich mit unserer Schurkin zusammen und wir übefallen Aichner & Co, damit sie für uns mal eine Lesung halten *grübel*. Ganz toller Beitrag über einen… Read more »

Schurkenblog
Gast

Hallo Janna, weißt du, dass dein Beitrag mich jetzt immens ärgert? Aber soooo richtig?! (Wo ist dieser erhobene Zeigefinger, ich bräuchte den jetzt :-)). Zweimal habe ich nun schon eine Lesung von Aichner versäumt, aber so richtig bereue ich es erst jetzt nach deinem Bericht. Ich wusste ja schon vorher vom Hörensagen, dass Aichners Lesungen immer sehr sympathisch und humorvoll ablaufen – aber so ein Bericht wirkt halt nochmal stärker. Die letzte Lesung, die ich versäumt habe, war sogar mit geballter Duokraft: Aichner und Thomas Raab. Menno! Falls Raab mal in deiner Nähe liest, den würde ich mir auch nicht… Read more »

Gabi
Gast

Liebe Janna, das klingt alles nach einem rundherum gelungenen Abend! Ich liebe es ja sehr, wenn sich eine Lesung nicht nur auf das Buch konzentriert, sondern man auch mehr über die Person des Autors erfährt. Das hat bei Bernhard Aichner wohl prima geklappt – er scheint ein toller Entertainer zu sein. Bisher habe ich noch keines seiner Bücher gelesen – aber dass es einen eigenen Bösland-Song gibt, wer denkt sich denn sowas aus … das klingt so klasse! Ich schätze, ich muss mal einen näheren Blick auf den Autor und seine Bücher werffen. Hab vielen Dank, dass Du uns zu… Read more »

Anja aka Ana
Gast
Anja aka Ana

Liebe Janna,

wieder bin ich ein wenig neidisch auf die Blume.

Ein Hoch auf die Vielfalt der Medien heute!
Ich habe dank Dir immer noch den Bösland Song im Ohr.

Danke für den tollen Bericht von dem Abend.

GLG Anja

Martinas Buchwelten
Gast

Das scheint eine tolle Lesung gewesen zu sein! Ich war im Oktober auch auf drei Lesungen – so viele sind bei uns normaler Weise während eines Jahres nicht zu finden, aber es wurde die erste Sankt Pöltner Krimiwoche eröffnet und am liebsten wäre ich bei allen Lesungen anwesend gewesen. Ich habe ja auch einen Anfahrstweg, aber drei habe ich geschafft! =)
Freut mich auch, dass du den österreichischen Dialekt magst! =)
Ich werde mir das Buch aus unserer Bücherei holen und bin schon sehr gespannt!
Liebe Grüße
Martina