3 Geschichten – 3 Eindrücke | Samanta Schweblin – Nora Bendzko – Arno Strobel

Diese Bücher stellt Euch Janna heute vor

Erzählungen, Kurzgeschichte und ein halbes Buch …


ERZÄHLUNGEN
„Sieben leere Häuser“
~ Samanta Schweblin ~

Das Buch besteht aus sieben Erzählungen, die sich mit dem Leben auseinandersetzen. Sieben Erzählungen die düster und beklemmend sind, so sagte es zu mindestens „Die Welt“ und „Los Angeles Times“. Und wie groß meine Vorfreude auf dieses Buch war, als ich das erste Mal davon hörte bzw. las! Ich mag Kurzgeschichten, denn das fordert höchstes Talent von den Autor*innen. Das was man sagen oder zwischen den Zeilen verstecken will, auf wenigen Seiten zu einer einnehmenden Geschichte zusammen zu führen, ist eine Kunst für sich! Kunst ist wohl auch die passende Bezeichnung für Samanta Schweblins Buch und Kunst ist eben Geschmackssache!
Fast alle Geschichten sind aus der Ich-Perspektive geschrieben, abstrakt – greifbar und doch nicht einzufangen in ihrer Gänze. Außer „Die Höhlenatmung“, diese Geschichte hebt sich in vielerlei Hinsicht von den Anderen ab. Die Erzählperspektive ist eine andere, sie erhält den größten Raum innerhalb des Buches und ist für mich die gelungenste Erzählung! Ebenso abstrakt, aber greifbar – näher an der Realität. In Filmen liebe ich eben solche Geschichten, die einem durch die Finger gleiten, nur eine Ahnung hinterlassen, doch bei diesem Buch fehlte mir etwas bei den anderen sechs Erzählungen. Ich kann nicht gezielt benennen was es ist, aber die ein oder andere Geschichte weniger und dafür mehr Raum für die anderen, hätte ein intensiveres Leseerlebnis hervorgerufen.

Wertung: ★★★☆☆
Buchdetails
| Anzeige |

Titel: Sieben leere Häuser
Buchreihe: Einzelband
Autorin: Samanta Schweblin
Verlag: Suhrkamp 

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

NOVELLE
„Bärenbrut“
~ Nora Bendzko ~

Dieses kleine Büchlein ist das Prequel zu Nora Bendzkos „Wolfssucht“ und für mich die erste Geschichte der Autorin. Auf nicht mal 140 Seiten begleiten die Leser*innen den Protagonisten Thorben durch über 40 Jahre. Thorben als Kind, wie er seinen Vater verlor, Thorben als Heranwachsender im Krieg und Thorben als Erwachsener, selbst Vater. Eine Leidensgeschichte. Thorben verliert, sucht und findet. Und er geht einen Pakt ein, für den er noch teuer bezahlen muss.
Eine feine kleine Geschichte, um sich in die Galgenmärchen-Reihe und den Schreibstil der Autorin hineinzulesen und doch bin ich etwas unschlüssig bezüglich meines Leseerlebnisses. Die Geschichte ist gut geschrieben und ich flog durch die Seiten, doch das was sich zum Ende hin ergibt, war für mich schon im Groben sehr schnell absehbar. Ich bin hin und her gerissen, wollte die Autorin am Ende überraschen oder dient es einzig der Geschichte „Wolfssucht“? Eine Frage die letztendlich für den Gesamteindruck nicht allzu relevant ist. Ein angenehmer Schreibstil und obwohl mich diese kleine Geschichte nicht gänzlich überzeugen konnte, werde ich zu weiteren Büchern der Reihe greifen.

Wertung: ★★★☆☆
Buchdetails
| Anzeige |
Titel: Bärenbrut

Buchreihe: Prequel zu „Wolfssucht“ | Galgenmärchen-Reihe
Autorin: Nora Bendzko
Verlag: booksfactory | [Selfpublisher]

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

KRIMI / THRILLER
„Kalte Angst“
~ Arno Strobel ~

Den ersten Band „Tiefe Narbe“ habe ich gerne gelesen, fand die Täterperspektive sehr gelungen und wollte somit natürlich auch den Folgeband um Max Bischoff lesen. Doch kaum angefangen, musste ich recht schnell feststellen, dass mich Arno Strobels Schreibstil diesmal so gar nicht überzeugen konnte! Zu vorgekaut waren die kleinsten Details, zu oberflächlich die Konversationen. Ich hatte das Gefühl, das Buch eines anderen Autors zu lesen, so stark unterscheidet sich dieses von seinen anderen Geschichten, welche ich von ihm kenne. Die einzige logische Konsequenz für mich war, dass Buch nach etwas mehr als 200 Seiten abzubrechen.
Nicht nur der Schreibstil konnte mich nicht einnehmen, auch mit dem Protagonisten Max B. war es für mich einfach zu viel! Nicht nur das der Ermittler noch an den Ereignissen aus Band 1 nahe gehen, auch die Situation seiner Schwester belastet ihn. Mir waren diese zwei Handlungsstränge in Zusammenhang mit einer Ermittlung zu viele Ereignisketten für nur eine Geschichte! Warum kein ein Ermittlungsfall für einen Krimi oder Thriller nicht ausreichen? Vielleicht hätte ich sogar darüber hinwegsehen können, aber auch die Morde selbst, das Suchen nach dem Täter und den Antworten/Hintergründen konnte mich diesmal nicht fesseln. Wie der Täter agiert, seine Vorgehensweise und die Maske, sind zwar interessant, gingen jedoch aufgrund des blassen Schreibstils unter. Klingt sehr vernichtend, aber eben daran eckte ich immer wieder beim Lesen an und das leider nicht wenig. Die Arte wie eine Geschichte erzählt wird, welche Formulierungen genutzt werden und wie viel den Leser*innen zum selbst hineinfühlen und -denken gegeben oder genommen wird, nimmt einen großen Einfluss auf den Lesefluss und hier leider konnte eben dieser nicht begeistern. Es wird nicht das letzte Buch des Autors sein, welches ich lese, aber zu Band 3 werde ich wohl nicht mehr greifen.

Wertung: ★★☆☆☆
Buchdetails | Anzeige |
Titel: Im Kopf des Mörders – Kalte Angst
Buchreihe: 2. Band
AutorIn: Arno Strobel
Verlag: Fischer
Max Bischoff – Reihe
Band 1 ~ „Im Kopf des Mörders – Tiefe Narbe
Band 2 ~ „Im Kopf des Mörders – Kalte Angst„
Band 3 ~ „Im Kopf des Mörders – Toter Schrei“, erscheint voraussichtlich Januar 2019


Wir lesen und hören viele Bücher & Hörbücher. Da wir nicht täglich eine Rezension schreiben möchten und können, haben wir uns entschlossen, zukünftig immer mal 3 Bücher mittels einer Kurzmeinung darzustellen.

8
Ein Blog lebt von der Interaktion, also immer her mit den Gedanken! Wir freuen uns auf Eure Kommentare & den Austausch!

avatar
Moni2506
Gast

Hey Janna,

Das sind alles Bücher, die eher nicht zu meinem Beuteschema gehören, dennoch habe ich deine Kurzmeimungen gerne gelesen.
Schade, dass dich der zweite Teil der Krimi-Reihe gar nicht überzeugen konnte. Da warst du mit 2 Sternen ja noch nett. Ich habe dieses Jahr auch schon ein Buch abgebrochen. Ich habe mich da für einen Abbruchbericht entschieden ohne Wertung, weil ich vorher schon geahnt habe, dass das Buch nicht wirklich etwas für mich ist. Da mir so von der Autorin vorgeschwärmt wurde, wollte ich es aber mal ausprobieren.

LG, Moni

Pink Anemone
Gast

Hallo Janna, Oje, oje…das waren wohl keine allzu tollen Leseerlebnisse. Bezüglich Kurzgeschichten bin ich auch immer eher skeptisch. Wie Du schon erwähnst ist das eine Kunst für sich, welche nicht jeder Autor beherrscht. Mir fällt da eigentlich nur Andreas Gruber ein. Daher halte ich mich allgemein von Kurzgeschichten eher fern und verstehe Deine Kritikpunkte. „Bärenbrut“ hingegen konnte mich begeistern und ich war ganz hin und weg (sollte ich wohl auch mal rezensieren ). Die Thematik der Story und vor allem auch zwischen den Zeilen, der Schreib- und Erzählstil, grenzten für mich schon nahe an experimentelle literarische Kunst. Liegt vermutlich daran,… Read more »

Anja aka Ana
Gast

Hallo meine Liebe Janna,

zu Buch eins und zwei kann ich nichts sagen. Da klingelt noch nicht mal etwas zu den Autoren.

Aber Arno Strobel ist mir ein Begriff. Was soll ich sagen? Ich finde die Sachen so
vorhersehbar und so gar nicht mein Stil.
Ich mag zum Beispiel die Jugendbücher von Poznanski gerne, aber bei den Krimis mit ihm als Co-Autor steige ich aus.

Danke für Deinen Beitrag.
GLG
Anja