3 Geschichten – 3 Eindrücke | Diandra Linnemann – Nike Leonhard – Marcel Michaelsen

Kerstins Dreierlei

Eine bunte Mischung
Komplett unterschiedliche Storys, in denen Humor, ein bisschen Abenteuer und sehr außergewöhnliche Charaktere für schräge aber auch interessante Begebenheiten sorgen.


„Andrea die Lüsterne und die lustigen Tentakel des Todes
von Diandra Linnemann

Klappentext: Verdammt! Da freut sich Andrea eigentlich auf eine heiße Nacht mit dem Typen aus dem Supermarkt und dann findet sie stattdessen ein Alien im Keller. Dieser Oktopus für Arme spioniert doch tatsächlich die Erde aus, um eine interstellare Invasion vorzubereiten! Der hat sie doch nicht mehr alle! Das kann Andrea natürlich nicht erlauben. Glücklicherweise hält sich das Tentakelwesen selbst für einen begnadeten Komiker und träumt von einer Karriere im Fernsehen. Dafür würde er sogar seine Pläne zur Kolonialisierung der Erdenbewohner aufgeben. Andrea bleibt nur eine Wahl: Sie muss die lustigen Tentakel des Todes groß rausbringen und so die Welt retten. Ein absurd-heiterer Roman.

Also, direkt vorneweg, Andrea ist nicht lüstern. Sie hat eher Spaß am Leben und diese Bezeichnung wurde ihr, wie sollte es anders sein, von denen gegeben die keine Chance hatten auch nur annähernd bei ihr zu landen. Das mit den Tentakeln stimmt aber, sie sind lustig und sie sind tödlich und sie sind klitzeklein, so wie Bob.

Bob ist, nun ja, was ist er denn überhaupt? Speziell? Besonders? Liebenswürdig? Neugierig? Das passt alles und das er eben nicht von dieser Welt ist. Das kleine Kerlchen hatte es mir sofort angetan und jaaaaa, ich will auch einen Bob!!!
Nur das mit dem Teil im Ohr, das muss ich mir nochmal überlegen, fand ich es doch sehr gruselig *grins*.

Nochmal zu Andrea. Sie ist clever, spontan und weiß was sie will. Das ausgerechnet sie von Bob „heimgesucht“ wurde, könnte beiden Glück gebracht haben. Schließlich kann nicht jeder Mensch damit umgehen einen kleinen, was auch immer Bob ist, im Keller zu finden. Das Kennenlernen der Beiden war urkomisch und ich grinse schon wieder bei dem Gedanken an diese Beschreibung, als beide schrien.

Bobs Welt ist so ganz anders und doch auch wieder unserer so ähnlich. Irgendwie bekommen sich alle in die Wolle, der Schwächere wird ausgenutzt, manche erstreben die Weltherrschaft und dann muss ihnen irgendjemand Paroli bieten.
Die Zeichnung dieser Welt hatte auch was herrlich bildhaftes und nein, ich möchte deren Essen nicht essen. Das Bob da auf Stinkekäse steht ist kaum verwunderlich.
Total verrückt diese Geschichte.

Generell ist das ganze Buch geprägt von besonderen Menschen. Die Autorin hat da ganz viel Herzblut in die Beschreibungen gelegt und selbst solche, die man oder frau nicht mag, sind sie wunderbar dargestellt. Ganz viel Situationskomik und  nicht ganz ernst gemeinte Erlebnisse runden alles ab. Für mich hatte das Buch so eine Art Abschaltmodus vom stressigen Alltag. Reinlesen und zusammen mit Bob die Welt entdecken und Abenteuer bestehen.

Mir gefiel die Geschichte richtig gut. Es gab so viele Stellen bei denen ich lachen musste aber eben auch Spannung. Zwar nicht im Sinne meiner gewohnten Krimis oder Thriller, aber hallo? Da musste wer die Welt retten! Auf jeden Fall waren Andrea und Bob ein klasse Team.

Wertung: ★★★★☆

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Buchdetails 

Titel: Andrea die Lüsterne und die lustigen Tentakel des Todes
Buchreihe: Einzelband  
Autorin: Diandra Linnemann
Verlag: Chaospony Verlag  

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„Biss zum letzten Akt“
von Nike Leonhard

Klappentext:
Die moderne Gesellschaft stellt Vampire vor neue Herausforderungen.

Das muss auch Silke feststellen, die als Ex-Junkie einiges gewöhnt ist. Immer wieder machen ihr die deutsche Bürokratie und allzu neugierige Nachbarn zu schaffen. Und weit und breit keine geheime Vampirgesellschaft, die hilft. Silke entwickelt einen Plan, um endgültig unterzutauchen. Aber vorher gibt es noch einiges zu erledigen. Ein Crossover aus Urban Fantasy und Krimi Noir mit einem kräftigen Schuss schwarzem Humor.

Mit diesem Buch habe ich mich wieder in ein Genre getraut, welches eher selten bei mir einzieht. Aber, es war ein Messemitbringsel von Janna, sogar signiert von der Autorin mit einer persönlichen Widmung. So konnte ich gar nicht anders als es zu lesen, da ich es beiden gegenüber als respektlos empfinden würde, wenn das Buch im regal verschwände.

So habe ich Silke kennengelernt und ihre Geschichte erfahren. Der erste Teil hatte mich auch sofort. Diese Frau, unterwegs zu einer Oper, standesgemäß in einem feinen Auto, elegant gekleidet und alle Blicke auf sich ziehend.
Das diese Frau eine Vergangenheit hat, die ein komplett anderes Bild von ihr zeigt, folgte dann auch auf den Fuß. Eine Drogenabhängige, verlottert ihr Leben und so auch das Umfeld. Von einen Tag zum Nächsten überleben und irgendwie alles auf die Reihe bekommen. Bis dieser eine Zwischenfall geschieht und alles komplett verändert.

Die Autorin Nike Leonhard hat sehr bildlich beschrieben und viele der Situationen und auch Räumlichkeiten, konnte ich mir sehr gut vorstellen. Silke am Ende, kurz vor dem Drogentod, in ihrer Wohnung, auf Partys und immer kurz vor dem endgültigen Absturz. Geräusche, Gerüche, Gefühle, alles bekam einen Platz und machte neugierig auf das was da kommt.

Wie sich alles ändert, Silke und ihr komplettes Leben, war gut geschildert, aber mir doch etwas zu sehr im Stile eines Sachbuches. So viele Dinge auf die Silke auf einmal achten musste, so viele Veränderungen auch im körperlichen Sinne. Diese Verwandlung der besonderen Art und alles was damit zusammenhing war irre interessant geschrieben. Auch das Umfeld, die drohenden Gefahren, oftmals Kleinigkeiten nur, verursachten bei mir immer den Wunsch noch viel mehr darüber zu erfahren.

Da die Geschichte recht kurz ist, war ich auch sehr schnell damit fertig, fast schon zu schnell. Dennoch war es ein Leseerlebnis, gerade weil es eben mal etwas ganz anderes war, als ich sonst lese.

Wertung:★★★☆☆

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Buchdetails 
Titel: Biss zum letzten Akt
Buchreihe: 5. Band der Codex Aureus-Reihe
Autorin: Nike Leonhard
Verlag: BoD [Selfpublisherin]
Codex Aureus-Reihe
[lassen sich unabhängig voneinander lesen]
1. „Der Esel als Pilger“
2. „Steppenbrand“
3. „Der Fluch des Spielmanns“
4. „O Tannenbaum“
5. „Biss zum letzten Akt“
6. „Was von ihnen blieb

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„5 Geschichten aus Lebingen – Teil 1“
von Marcel Michaelsen

Was macht ein Mann, der seine eigene Geschichte nicht kennt? Er erzählt erst mal alle anderen.
Dewon Harper wird gesucht. Er weiß nicht von wem. Er weiß nicht warum. Die Erinnerung an seine Vergangenheit ist aus seinem Gehirn gelöscht. Als Einwohner einer Stadt wie Lebingen, gibt es sicher schlimmeres, als sein Gedächtnis an die Verbrecher, Volltrottel und den Irrsinn zu verlieren, die diese Stadt regelmäßig heimsuchen. Allerdings tummeln sich in Dewon Harpers Kopf unzählige Geschichten, die sich um diese Stadt und ihre Bewohner drehen:
Müllwagenfahrer und Hippies werden zu Mordermittlern, eine Hitzewelle brütet über der Stadt, ein Künstler verzweifelt auf dem Weg zum Ruhm und ein Leichenbestatter kommt einem Geheimnis auf die Spur.
Während er sich in einem heruntergekommenen Motelzimmer versteckt hält, erzählt Dewon Harper diese Geschichten und mehr über die Stadt Lebingen, in der scheinbar alles möglich ist.

Herzlich Willkommen in Lebingen, toben Sie sich aus und genießen Sie diesen Ort in all seinen kleinen, feinen, fiesen Einzelheiten. Besser Sie sind dort als ich, obwohl – so ein kleines bisschen habe ich mich dann doch in Lebingen wohl gefühlt. Was aber mit Sicherheit nicht daran liegt, dass in diesem Ort der Hund begraben liegt, sondern jede Menge äußerst schräger Gestalten herumlaufen. Und daran, dass der Autor mit seinem Stil auf äußerst lockere und humorvolle Art, oft auch ein bisschen bissig, alles schildert was sich da so abgespielt hat.

Lebingen ist in ständigem Aufruhr. Es wird zerstört und wieder aufgebaut, aber irgendwie lernen die Leute nicht dazu und schwupps, kommt die nächste Plage über den Ort.

Erzählt wird alles von Dewon Harper, der ohne Gedächtnis aber mit vielen Erinnerungen in der Stadt untergetaucht ist und nun diese 5 Geschichten loswerden will. Wer oder was er ist erfährt man nicht, nur das er in dieser schäbigen Absteige gelandet ist und das er auf irgendjemand wartet.
Er erzählt diese 5 Geschichten auf eine schnelle und unkomplizierte Art. Man könnte meinen es sind Allerweltsgeschichten und vermutlich interpretiere ich da schon wieder viel zu viel hinein aber ich denke dass der Autor da ein Stückweit mit Sozialkritik am „spielen“ ist.

Auf jeden Fall sollte man in Lebingen höllisch aufpassen wer oder was einen in den Arsch beißt, wie man mit Mülltonnen umgeht und nicht alles, was man anbetet auch anbetungswürdig ist.

Herrlich skurril und schräg. Jetzt will ich ja doch wissen wie es weitergeht, mit Dewon und diesem Männern in ihren Anzügen.

Wertung: ★★★☆☆

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Buchdetails
Titel:  5 Geschichten aus Lebingen – Teil 1
Buchreihe: 1. Band der Dewon Harper-Reihe
Autor: Marcel Michaelsen
Verlag: Selfpublisher
Dewon Harper-Reihe
[lassen sich unabhängig voneinander lesen]
1. „Kriminalakten“
2. „Verdachtfälle“
3. „Fluchtprotokolle“


Welche Geschichte hat Euer Interesse geweckt,
kennt Ihr bereits eine oder mehrere?

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Marcel Michaelsen
Gast

Ich möchte an dieser Stelle nur kurz erwähnen, dass du nicht zu viel hineininterpretierst.

Übrigens schön, dass Tentakel hier so richtig gewürdigt werden. Bob klingt lustig. Und Tentakel sind immer gut.

Anja aka Ana
Gast
Anja aka Ana

Juhu,
ich bin ja großer Fan dieser Kategorie. Tolle Vorstellung der Bücher.
Auch wenn mich keines direkt „anspringt“ klingt das erste Buch witzig.

GLG Anja