3 Geschichten – 3 Eindrücke | Harlan Coben – Martin Krist – Stephen King & Joe Hill

Jannas Dreierlei

Spannungsgeladene Geschichten …
… oder etwa nicht?


„In ewiger Schuld“ von Harlan Coben

Maya – Pilotin und nach einem umstrittenen Einsatz aus dem Militär entlassen – blickt fassungslos auf die Filmaufnahmen ihrer Nanny-Cam: Dort spielt ihre kleine Tochter seelenruhig mit Mayas Ehemann Joe. Doch Joe wurde zwei Wochen zuvor brutal ermordet – und Maya hat tränenblind an seinem Grab gestanden. Kann Maya ihren Augen trauen? Wer würde sie so grausam täuschen? Und was geschah wirklich in der Nacht, in der Joe ermordet wurde? Um Antworten auf all ihre Fragen zu finden, muss Maya sich den düsteren Geheimnissen nicht nur ihrer eigenen Geschichte stellen. Sie muss auch tief in die Vergangenheit von Joes reicher Familie eintauchen. Doch dort ist sie plötzlich nicht mehr willkommen …
(KLAPPENTEXT)

Mein erster Coben und ehrlich? Hat mich jetzt nicht gerade umgehauen … Keine Frage, die Geschichte selbst ist gut geschrieben, ich hadere eher mit dem Inhalt. Ich habe solche Thriller nach Schema F einfach über – ich liebe das Genre, aber irgendwie ist alles schon dagewesen oder schlimmer noch, vorhersehbar.

Innerhalb dieser Geschichte konnte mich das Ende ein wenig überraschen und ich habe das Buch recht zügig gelesen, aufgrund des angenehmen Stils. Doch ein mitreißender Spannungsbogen baute sich für mich nicht auf und es stellte sich immer mehr ein Gefühl des „Der Autor wollte zu viel“ ein. Kriegstraume, Feminismus, Stigmatisierung und der Graben zwischen Mittelschicht und Reichtum. Nicht das mir die Gedanken von Harlan Coben nicht zusagen würde und all das darf auch mehr als gerne in einem Thriller verarbeitet werden, aber manchmal ist weniger mehr! Von diesem Kindergarten mal ganz zu schweigen, aber Amerika, wundert mich nicht, wenn diese Überwachung und dauer-verkleidete Erzieher*innen Kinder auch ohne Anmeldung aufnehmen …

Und das sind nur die groben Rahmenbedingungen der Handlung. Hinzu kommen noch die eigenständigen Ermittlungen der Protagonistin – Fazit? Leser*innen die erst mit diesem Genre beginnen, können absolut dazu greifen. Allen anderen sei gesagt: kann man lesen, muss man aber nicht.

Wertung: ★★★☆☆
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Titel: In ewiger Schuld
Buchreihe: Einzelband
Autor: Harlan Coben
Verlag: Goldmann | Verlagsgruppe Random House

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„Der Tod steckt im Detail“ von Martin Krist

Ein Polizist mit einer Knarre am Kopf. Ein Kronzeuge auf der Flucht. Ein Weichei als Killer. Und ein Hausdrachen, der endlich Urlaub macht. – Dreizehn Mal Hochspannung
(KLAPPENTEXT)

Na da hat der Autor mich mal positiv überrascht, denn ehrlich gesagt hatte ich nicht erwartet das mich Martin Krist in Sachen Kurzgeschichten abholen kann. Nicht weil ich ihm das Schreiben nicht zutraue, sondern weil ich den ein oder anderen Thriller von ihm kenne und da passiert allerhand, mit gerne mal vielen Protagonist*innen. All dies auf beschaulichen Seiten?

Ja, das hat abgesehen von zwei, drei Storys auch wirklich gut geklappt und alle 16 Geschichten sind sehr unterschiedlich. Aufgeteilt in 3 unterschiedliche Oberthemen („Crime Scene Berlin“, „Thrill Nation“ & „Mystery World“) findet sich für jede*n etwas. Besonders gelungen ist auch der Wechsel des Schreibstils. Mal ein einziger Monolog, mal aus der Ich-Perspektive, mit und ohne Ermittler*innen. Kalkbrenner habe ich definitiv wiedererkannt – ob auch die Anderen aus Krists Reihenbücher stammen kann ich nicht sagen. Wer Lust auf ‚kriminelles to go‘ hat, sollte nicht lange überlegen. Wer absoluter Krist-Fan ist sei gesagt, es ist weniger rasant und actiongeladen, als man von dem Autor gewohnt ist. Auch wenn nicht alle gleichermaßen überzeugen konnten, habe ich diese kleine Sammlung gern gelesen.

Wertung: ★★★★☆
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Titel: Der Tod steckt im Detail (nur noch als Taschenbuch erhältlich)
Buchreihe: Auskopplung der Kalkbrenner-Reihe
Autor: Martin Krist
Verlag: Luzifer
Paul Kalkbrenner-Reihe
Band 1 ~ Wut
Band 2 ~ Gier
Band 3 ~ Trieb
Band 4 ~ Engelsgleich
Band 5 ~ Märchenwald
Band 6 ~ Todesspiele
Auskopplung, Kurzgeschichtensammlung ~ „Der Tod steckt im Detail“

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„Im hohen Gras“ von Stephen King & Joe Hill

Die unzertrennlichen Geschwister Becky und Cal machen einen Landausflug nach Kansas, wo die Prärie bis zum Horizont reicht. In dem mannshohen Gras hat sich ein kleiner Junge verlaufen und ruft um Hilfe. Es scheint, dass die Rettungsaktion von Becky und Cal zu einem Horrortrip wird …
(KLAPPENTEXT)

Horror für Zwischendurch, denn das Hörbuch umfasst nicht mal zwei Stunden.
Auch wenn ich nur die Bill Hodges-Reihe kenne, ein paar Einzelbände von Stephen King und die ein oder andere Verfilmung, wage ich mal zu behaupten, dass man schon heraushört (oder liest), welchen Part sein Sohn Joe Hill in dieser Geschichte verfasst hat.

Die Geschwister Becky (19) und Cal (21) hören ein verzweifeltes Kind, welches sich scheinbar im hohen Gras des Feldes verirrt hat. Zunächst begeben sie sich zaghaft hinein, doch in kürzester Zeit verlieren sie sich und finden selbst nicht mehr hinaus. Sie versuchen u.a. hochzuspringen, um sich zu orientieren und einander zu finden, doch es macht den Anschein, als würden sie sich immer mehr voneinander und von der Straße entfernen, ohne auch nur einen Schritt zu tun.

Das Ende war leider etwas wirr – die Szenenwechsel waren beim Hören unerwartet und erschlossen sich (mir) nicht gänzlich. Die Horror-Kurzgeschichte bedient sich zwar an bekannten Mechanismen des Genres, aber ich habe sie gerne gehört – wobei Joe Hill definitiv detaillierter und brutaler in seinem Schreiben ist, als sein Vater Stephen King.

EDIT: Oktober 2019
Ich kann an Buchverfilmungen einfach nicht vorbei und gerade bei dieser Umsetzung war ich unheimlich neugierig! Ein gelungener Film, der sich jedoch stark im Verlauf vom (Hör)Buch unterscheidet. Hier störte es mich absolut nicht, wobei ich gehofft hatte mit weniger Verwirrung in Bezug auf das Ende im (Hör)buch dazustehen. Da sich jedoch (Hör)Buch und Film nach kürzester Zeit stark unterscheiden, war auch das Ende ein anderes. Ich kann beides empfehlen.

Wertung: ★★★★☆
Buchdetails | Anzeige |
Titel: Im hohen Gras
Buchreihe: Einzelband
Autoren: Stephen King & Joe Hill
Sprecher: David Nathan

Verlag: Random House Audio | eBook: Heyne


Welche Geschichte hat Euer Interesse geweckt,
kennt Ihr bereits eine oder mehrere?

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Anja aka Ana
Gast
Anja aka Ana

Hallöle,

Im hohen Gras ist eine tolle Kurzgeschichte und wie immer sind die Enden “wild“.
Persönlich habe ich lange nichts mehr von Joe Hill alleine gelesen bzw. gehört, da mich „The Fireman“ – ich weiß noch nicht mal mehr, ob es wirklich so hieß, massiv enttäuscht hatte.

HC…
Ich mag ihn nicht, werde ihn nie mögen und würde auch kein Buch mehr von ihm anfassen.

Martin Krist und seine Kurzgeschichten habe ich begonnen, aber bin aktuell nicht in Stimmung.

LG
Anja

LeseWelle
Gast

Hallo Janna,
Der Tod steckt im Detail habe ich auch noch im Regal stehen. Habe deshalb deine Kurzmeinung einfach mal übersprungen. Ich hoffe das war okay?!
Im hohen Gras kenne ich ja gar nicht. Das muss ich mir direkt mal näher ansehen. Hat sich also auf jeden Fall mal wieder gelohnt vorbei zu kommen. ;)
Liebe Grüße
Diana

Steffi
Gast

Hey Janna,

schade, dass dir der Coben nicht so richtig gefallen hat. Ich hatte vor Kurzem „Suche mich nicht“ von ihm gelesen und fand den mega.
Puh, Kurzgeschichten finde ich auch immer schwierig und lese sie ungerne. Aber von Martin möchte ich unbedingt mal was lesen. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich von ihm noch gar nichts gelesen habe. *drop*

Hab einen tollen Abend. :)

Ganz lieben Gruß

Steffi

Buchperlenblog
Gast

Hallöchen!
Spontan würde ich jetzt zum King/Hill Hörbuch greifen, auch weil es so überschaubar kurz ist. :D Aktuell höre ich ja The Stand und das ist mit 54 Stunden dagegen ein echter Brocken. :o Merke ich mir auf jeden Fall vor! =)

Liebste Grüße!
Gabriela