„Wir waren hier“

Erscheinungsdatum: 18.01.2016
AutorIn: Nana Rademacher
Verlag: Ravensburger

ISBN: 978-3473401390
Fester Einband: 352 Seiten
  Sprache: Deutsch
Kosten: 14,99 €

-Bild folgt-

5 von 5 Sternen ~ Rezensiert von Kasin
02.02.2016

„Ein Hauch von Hoffnung“

 

“ Vielleicht ist es ist besser, wenn man nicht weiß, was es alles gegeben hat und dass es einmal anders war. Und wie gut es sein könnte. Dadurch wird alles nur schlimmer.“
(Zitat aus dem Buch Seite 157)

„Wir waren hier“, erschienen im Ravensburger Verlag ist zwar ein Jugendbuch und auch wenn ich deutlich aus dem Alter der Jugendlichen heraus bin, so hat es mich doch sehr begeistert.
Die Autorin Nana Rademacher hat mich mit ihrem Debüt in die Geschichte Annas abtauchen lassen.
Dystopisch, grausam, erschreckend und doch oft so zart und liebevoll.

Aber erstmal zur Story:
Berlin im Jahr 2039, Krieg, Exodus, Soldaten und Panzer.
Die wenigen Überlebenden kämpfen täglich – gegen Durst und Hunger, Kälte und Hitze, Militärkontrollen und Überwachungsstaat.
In den wenigen noch nutzbaren Wohnungen hausen dürre Gestalten, gezeichnet und verzweifelt.
Anna ist eine von ihnen. Eine 15 Jährige die erwachsener ist als ihre Eltern und mittels ihres Blog Gedanken nach außen trägt, was ihr Kraft gibt und Mut. Eines Tages bekommt Anna Antwort, von Ben.

Der erste Abschnitt mit Annas Blog und dem Schriftverkehr zwischen ihr und Ben ist in einer jugendlichen Sprache gehalten. Anna erzählt aus dem Alltag, schildert Erlebtes und wie die Zustände sind.
Der Krieg und wie es dazu kam wird nur randweise erwähnt, viel wichtiger ist das Jetzt für Anna.
Ihre Freundinnen, Nahrung zu finden in einer vollkommen zerstörten Stadt, nicht zu erfrieren und die Toten in den Straßen nicht sehen zu müssen. Aber vor allem dieser Junge, Ben, auf den sie so neugierig ist.

Der zweite Leseabschnitt ist dagegen vollkommen anders. Kein Blog, sondern klare und deutliche Worte.
Eine Erzählung gleich einer Abenteuergeschichte, gespickt mit Gefahren und Entbehrungen, seltsamen Gestalten und Ritualen.
Oft genug nur Andeutungen aus denen der Leser sich so viel ableiten kann. Da bedurf es keiner ausführlichen Erklärungen, die Fantasie machte was daraus.
Oft genug grausam und erschreckend und doch so viel Zärtlichkeit und Liebe.
Ein Hauch von Hoffnung weht durch dieses Buch.

Der dritte Abschnitt hat mich dann vollkommen verstört zurück gelassen und doch habe ich sie verstanden.
Annas Träume von einer besseren Welt, von Zukunft, Frieden und Freiheit.

Ein Buch dass auch Erwachsene zum Nachdenken bringt und lange nachhält. Jugendliche sollten vielleicht hinterher einen Ansprechpartner haben, da die Thematik stellenweise sehr unter die Haut geht.
5 von 5 Sternen für dieses fast schon poetische Werk.

Habt keine Scheu einen Kommentar zu hinterlassen, wir freuen uns über jeden einzelnen!

%d Bloggern gefällt das: