Rezension

„Verlorene Kinder“ von Inca Vogt

Inhalt laut Buchrücken

„»Che il diavolo ti porta via!«, fluchte Toni. »Der Teufel soll mich holen?« Er lachte bitter und schlitzte ihr mit dem Messer die Bluse auf. »Der hat mich längst mit Haut und Haaren auf dem Schuldschein. Aber noch lebe ich.«
Tonis persönlichster Fall ist ein Kampf gegen übermächtige Schatten aus der Vergangenheit
Als junge Ausreißerinnen in Frankfurt spurlos verschwinden, interessiert es kaum jemanden. Yvy ist eine von ihnen und bittet Toni Amato bei der Suche nach ihrer vermissten Freundin Julia zu helfen. Kurz darauf wird Julias Leiche gefunden. Wenige Stunden später verschwindet auch Yvy und Toni erhält eine tödliche Warnung.
Während Kante versucht, die Drahtzieher einer skrupellosen Baby-Mafia zu überführen, stürzt sich Toni in eine Undercovermission, bei der sie buchstäblich in Teufels Küche gerät.
Werden ihre Feinde die in Blut geschriebene Drohung wahrmachen?


Das Buch ist bereits Band 3 der Amato-Reihe und die Autorin hat sich wirklich von Buch zu Buch gesteigert! Nachdem ich bei Band 1 noch sehr kritisch war kann ich nun sagen, dass ich ein wirklicher Fan bin! Ich habe das Buch in kürzester Zeit ausgelesen.

Inca Vogt schreibt rasante und spannende Thriller, doch ihr Wiedererkennungswert liegt in der Thematik der jeweiligen Geschichte. Es geht nicht ‚einfach‚ um einen mordenden Psychopathen. Die Bücher handeln von brisanten Themen, so auch in ihrem aktuellen Buch!

Nachdem sich die ersten zwei Bände mit Misshandlung, Tierquälerei und dem verzehrtem Schönheitsideal befassten, geht es diesmal um Babyhandel. Alles Themen die immer aktuell und nicht mal eben (und leicht) zu lesen sind.

>>Sie sagten, es sei tot. Aber ich habe es schreien gehört. Es lebt. Sie haben gelogen, mein Baby lebt.<<
Die Frau mit den dunklen Haaren sah sie traurig an. >>Das sagen sie immer.<< (S. 70)

Junge schwangere Mädchen verschwinden spurlos von den Straßen. Doch die Verbundenheit der Mädchen dort ist groß und so wendet sich eine von ihnen an die Journalistin Toni Amato. Doch kaum hat Toni angefangen sich für die Story zu interessieren, ist auch dieses Mädchen nicht mehr aufzufinden.

Toni wäre nicht Toni, wenn sie nicht ein Stück weit wieder einen Alleingang vollzieht ~ diesmal jedoch mit mehr Köpfchen als Bauchentscheidungen. Während die Ermittlerin Kante sich um die vermissten Mädchen und mit fragwürdigen Todesfällen auseinandersetzt, schleicht sich unsere Journalisten Undercover in das Haus der Moos-Dynastie. Ein Mann mit viel Geld, Macht und Einfluss. Mit einem Namen, welcher in einem ganz bestimmten Dokument auftaucht und somit Tonis Aufmerksamkeit einfordert. Und wie dicht Moos und die Ermittlungen von Kante liegen, muss Toni sehr bald nach ihrem Antritt in der Villa feststellen. Doch auch privat wird Toni im Verlauf der Geschichte einiges abverlangt und am Ende wird es in gewohnter Manier der Amato-Bücher Familienzuwachs geben.
So viel sei verraten: auch wenn Toni mehr als gerne Findlinge wie ‚Schneewittchen‘ aus Band 2 aufnimmt, bei diesem Familienzuwachs handelt es sich nicht um eines der entführten, gar entraubten, Babys!

In diesem Band gefielen mir besonders die Perspektiven von Kante. Die polizeilichen Ermittlungen stehen diesmal mehr im Fokus und Kante stößt auf Vertuschungen und dubiosen Abschlüssen von Todesfällen. Die Erklärungen bezüglich der verschiedenen Todesart, wie bspw. der Verbrennung, werden nachvollziehbar erklärt. Auch diesmal versucht sie den Kreis an Vertrauten klein zu halten und doch ziehen die Mächtigen große Kreise, sodass er brenzlig für das Team wird.

Das die Autorin sich mit politischen Themen auseinander setzt und keine Kurzgeschichten schreibt ist wohl bekannt. Auch wenn in diesem Band wieder einigen Namen auftauchen und einige Protagonisten eingebaut werden so ist es weder unübersichtlich noch verwirrend. Handlungsstränge der Vorgänger wurden eingebaut und der Spannungsbogen dadurch nochmals angehoben. Daher empfehle ich die Reihe mit Band 1 zu starten, sollten die ersten Bände noch nicht gelesen worden sein.
Die Kapitel sind diesmal sehr kurz gehalten, sodass ich das Buch gar nicht weglegen mochte. Ich musste schließlich wissen wie es weitergeht!

Ein Thriller über Machenschaften und Korruption in den hohen Ebenen der Gesellschaft, in dem auch Opfer und Täter eine Stimme erhalten. Ohne Fingerzeig aber mit viel Aufmerksamkeit greift die Autorin wie gewohnt ein Tabuthema auf, welches nicht mit einem Klischee-Ende daher kommt. Ob es dennoch ein gutes Ende nimmt? Selbst lesen! Und das sollte man, denn die Autorin hat nicht nur eine taffe Ermittlerin und ‚kesse‘ Journalisten erschaffen, sie gibt den Stimmenlosen eine Stimme. Inca Vogt greift Lebensgeschichten auf, wichtige Themen, und verpackt diese gekonnt in einem Thriller.
[ Oder zwei oder drei 😉 ]

Rezension verfasst von © Janna 

    Buchdetails
Titel: Verlorene Kinder
Buchreihe: 3. Band 
AutorIn: Inca Vogt
Verlag: Independently published [Selfpublisher]

445 Seiten
Erscheinungsdatum: 12.01.2017

ISBN: 978-152-029-8467 [Paperback]
          Kosten
Paperback: 12,99 €
E-Book: 2,99 €

   Amato – Reihe
Band 1 ~ „Gebrannte Kinder
Band 2 ~ „Götzenkinder
Band 3 ~ „Verlorene Kinder

8 Gedanken zu „„Verlorene Kinder“ von Inca Vogt

  1. Die Reihe klingt sehr interessant! Werde ich mir merken, da ich gerade wieder vermehrt Thriller lesen möchte. Meine Thriller-Krimi-Pause habe ich für beendet erklärt. 😉
    GlG vom monerl

  2. Hallo 🙂

    Die Reihe finde ich auch spannend und nervenaufreibend! Mit diesem Band hat mich Inca Vogt wieder sehr beeindruckt! Tolle Rezi 🙂

    Ich wünsche dir ein schönes Wochenende!

    Liebe Grüße
    Eva

    1. Ist gar nicht so schlimm wie es klingen mag, aber kann auch verstehen, wenn „Thriller“ einem nicht so liegt 😉
      Aber gerne weiterleiten, danke!

      Hab einen feinen Montagabend!

    1. Na du bist aber flink mit vorbeischauen, lesen & kommentieren 😀

      Ja, Inca Vogt greift heftige Themen auf, verpackt diese aber so gut das es sich flüssig lesen lässt!

      Hab einen entspannten Sonntag (=

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