„Und dein leben, dein Leben“ | Magret Kindermann

Das E-Book wurde mir von Magret Kindermann (Autorin) kostenlos zum Lesen und rezensieren zur Verfügung gestellt. Meine Rezension basiert ausschließlich auf meinen persönlichen Leseeindrücken und wird auch durch eine Bereitstellung des Buches nicht beeinflusst.

Zwischen Wahn und Sinn

Inhalt laut Klappentext

»Du bist Schriftstellerin. Dann orchestriere meinen Mord doch fiktiv. Wie würdest du es machen, mh?«
Er trat einen Schritt auf sie zu. Sie wich nicht zurück.
»Es ist ganz leicht«, sagte er. »Man muss nur wissen, wie. Schau.« Er nahm ihre Hand und legte sie sanft auf seine pochende Halsschlagader. Er schwitzte leicht. Mit sanftem Druck führte er sie zu seinem Herzen.
Ein philosophischer Thriller für jeden Mutigen, der sich traut, Angst vor sich selbst zu haben.

Ich bin mal wieder abgetaucht in Magret Kindermanns Worte! Und ich bin fasziniert von ihrer Protagonistin Carmen, ihren Gedanken, ihrer Weltansicht.

An düsteren Tagen hellte sich ihre Stimmung auf und sie konnte sich nichts Schöneres vorstellen, als vom Nebel verschluckt zu werden und sich zu verlaufen.
(Seite 4)

Carmen lebt allein, die einzige Nähe die sie zulässt, ist die von ihrem Hund Dexter. Sie fühlt sich erdrückt, ihr fehlt die Luft zum Atmen, wenn ihr jemand anderes zu nahe kommt. Und doch lässt sie diese zu, die körperliche Nähe. Doch kaum jemand vermag sie in ihrem Inneren zu berühren, denn das würde bedeuten sie zu verstehen. Und damit tun sich die Menschen in ihrem Umfeld schwer.

Du lebst auf der Oberfläche, in der Fassade. Doch so ist das Leben nicht, es ist hässlich, und wenn du es einmal erlebt hast, erträgst du die Fassade nicht mehr.
(Seite 23)

Mich zog sie in ihren Bann. Ich weiß nicht ob dies anderen Leser*innen ähnlich ergehen wird, ich hoffe es! Carmen ist eine Frau die angezogen wird von dem Unbegreiflichen, den Abgründen anderer, vielleicht auch, um sich ihrer eigenen Dämonen nicht stellen zu müssen. Sie will verstehen. Sie will sich hineinfühlen, woraus vielleicht auch ihr ungewöhnlicher Briefkontakt seinen Ursprung hat.

Plötzlich ist dieser Abgrund ganz nahe, flüstert in ihr Ohr. Doch anstatt Angst zu verspüren, ist sie fast schon berauscht von dieser Begegnung. Einer Begegnung voller Wahrheiten und philosophischer Fragen. Eine Begegnung die mich fesselte. Mit einem Ende welches mich einnahm und zurückließ mit eigenen Gedanken.

Ich habe kaum einen Kritikpunkt an dieser Novelle. Und doch stolperte ich am Ende ein wenig. Carmen gewährt einen kurzen Einblick in ihre Kindheit. Fast wirkt es als eine Selbstverständlichkeit, zu abgeklärt. Aber eben nur fast! Es ist stimmig für die Geschichte – wenn man diesen Abschnitt einzuordnen weiß. Denn so schrecklich es klingt und ist, diese Familienverhältnisse sind keine Seltenheit. Eine Überlebensstrategie der Kinder.

Die Atmosphäre ist auf jeder einzelnen Seite zu spüren. Die Worte sind bewusst gewählt und ließen mich in die Geschichte abtauchen. Ein Buch welches ich mir als Printexemplar definitiv noch ins Regal stellen muss und will!

Rezension verfasst von © Janna
★★★★★


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– Weitere Eindrücke –
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              Buchdetails
Titel: Und dein Leben, dein Leben
Buchreihe: Einzelband 
AutorIn: Magret Kindermann
Verlag: Twentysix | [Selfpublisher]
— Rezensionsexemplar —

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