Rezension

„Trinity – Verzehrende Leidenschaft von Audrey Carlan |Kasin|

Inhalt laut Buchrücken 

Ich liebe dich. Ich will dich. Ich werde dich nie verlassen.
Beim Gedanken an diese Worte bekommt Gillian Callahan Panik. Jahrelang wurde sie von ihrem gewalttätigen Ex-Freund misshandelt. Jetzt ist sie frei und arbeitet für Safe Haven, die Hilfsorganisation, der sie ihre Rettung verdankt. Das Thema Männer hat sie abgehakt. Bis sie bei einer Konferenz den Vorsitzenden von Safe Haven, Chase Davis, kennenlernt. Der attraktive Milliardär ist so sexy, dass Gillian schwindelig wird. Außerdem bekommt er immer, was er will – und er will Gillian. In ihr kämpfen Lust und Angst gegeneinander. Wird sie Chase vertrauen können? Ist sie bei ihm wirklich sicher? Und wie gefährlich ist ihre dunkle Vergangenheit?

Ähm – hallo? Jemand da? Ich muss hier mal etwas loswerden – zum Glück habe ich ein paar Tage gewartet, sonst wäre hier außer „piep, piep, piep, piiiiiiiep“ nichts zu lesen. Aber jetzt habe ich mich abreagiert und kann endlich meine Meinung zu diesem Buch sagen.

Interesse an einem Buch, dass so dermaßen anders ist als der Klappentext verspricht? Oder zumindest die Genre-Zuordnung?
Laut Ullstein ein Thriller Frauenunterhaltung und Band 2 dann ein Thriller Liebesroman.
Zur weiteren Auswahl hätte ich dann noch:
Bücher > Belletristik > Liebesromane > Erotische Liebesromane
Bücher > Erotik
Bücher > Belletristik > Gegenwartsliteratur

Alles Genre die mich ansprechen, besonders diese Verbindung zu Thriller. Bekommen habe ich da aber etwas ganz anderes, eine Mogelpackung quasi und genau dass hat mich so maßlos an diesem Buch enttäuscht.

Erotik muss knistern und unter die Haut gehen, Liebe sollte positiv dargestellt sein und Emotionen auslösen und bei Gegenwartsliteratur erwarte ich reelle Voraussetzungen oder glaubhafte Schilderungen. Bei „Trinity“ habe ich all dieses vermisst und dafür eine marginal spannende Geschichte bekommen, um die herum ein sexuelles Ausschweifen platziert ist.

Damit komme ich auch gleich zu den zwei Hauptcharakteren, die dieses Buch bestimmen. Gillian und Chase – diese zwei sind so grundverschieden, auch in ihren Darstellungen.
– Gillian, die junge Frau, wird komplett auf ihr Geschlecht reduziert. Das immerzu rollige Kätzchen.
Ihre Erlebnisse aus der Vergangenheit sind eher Lückenfüller und stehen absolut im Widerspruch zu ihrem jetzigen Verhalten. Gillian hatte für mich kein Gesicht und keine klare Darstellung. Sie erscheint mir als naives Wesen, dass trotz all ihrer Erlebnisse weder dazugelernt, noch Konsequenzen daraus gezogen hat.
– Chase, der reife Mann, dominiert, die Geschichte und Gillian. Er wird in allem so extrem überzogen dargestellt. Sein Körper, seine Handlungen, sein ganzes Leben und Dasein. Er wirkte sehr unsympathisch, durch diesen Kontrollzwang und der Tatsache, dass er es gewohnt ist alles zu bekommen was er will, koste es was es wolle.

Chase ist die Geschichte und Gillian allenfalls schmückendes Beiwerk, dazwischen jede Menge Sex und Verrenkungen die nach einem Orthopäden schreien. Ganz abzusehen von den anatomischen Begebenheiten. Hallo? Will ich wissen ob er bis zu ihrem Muttermund vordringt???

Damit zur Geschichte an sich.
Erotik, dass geht nur mit einem hohen Niveau. Wird dieses unterschritten, wirkt alles nur noch billig. Dann komme ich mir vor wie in einem schlecht gemachten Film und so erging es mir eben mit Trinity. Mich störten nicht die Sexszenen – die gehören bei Erotik durchaus dazu. Sie müssen aber passen, zu den Personen, der Story und vor allem müssen sie das gewisse Ewas haben. Hier hatte ich aber das Gefühl dass es von einer pornografischen Darstellung in die nächste ging. Die Sprache ist derb und vulgär, genau wie die Szenerien. Total „over loaded“.

Ich werde nichts zitieren, es könnte sonst sein dass diese Rezension auf dem Index landet und dafür ist mir meine Zeit zu schade. Ich ärgere mich eh schon über die verschwendete Lesezeit, ganz zu schweigen von dem Geld für das Ebook. Aber als Leser kann es immer wieder passieren, dass eine Geschichte enttäuscht. Hier war ich letztendlich allerdings wütend.

Wenn eine Frau, die früher auf´s übelste misshandelt wurde an einen Mann gerät. der sie als reines Objekt der Begierde und Eigentum ansieht und auch entsprechend behandelt, ist dass schon grenzwertig.
Wenn nach einer versuchten Vergewaltigung, die nächste Szenerie eine heftige Sexszene ist, bei der die Frau nach diesem Schock, als so „gierig“ dargestellt wird, ist dass schon jenseit von Gut und Böse.
Wenn eben diese Gillian, als sabbernde und ständig feuchte Naivität in Person dargestellt wird, frage ich mich ernsthaft was das soll.   

Erotik? Fehlanzeige.
Thrill? Eher marginal.
Liebe? Nicht vorhanden.

Fazit: Bei jedem Film gibt es eine FSK-Klassifizierung – also eine freiwillige Selbstkontrolle. Das wäre bei „Trinity“ auch durchaus angebracht. Die Angabe „Ab 18 Jahren“ wäre empfehlenswert.

Ach ja, man sollte sich vielleicht einmal entscheiden: Safe Heaven oder Safe Haven. Phillip oder Philipp.

Ohne die Leseunterstützung des BBF-Teams bei Twitter hätte ich niemals durchgehalten, sondern abgebrochen. So wurde aus einem absolut enttäuschenden Buch eine lustige und illustre Runde – wenigstens etwas, dass ich durch „Trinity“ genießen konnte.

Lebt wohl Gillian und Chase, auf nimmer Wiederlesen.

Rezension verfasst von © ‚Kasin‘
☆☆☆☆☆

|| 1 Buch ~ 2 Meinungen: crumbs Rezension ||

Die weiteren Rezensenten von #bbfliest:
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Aberrush
Leseratz
Laberladen

    Buchdetails
Titel: Trinity – Verzehrende Leidenschaft
Buchreihe: 1. Band
AutorIn: Audrey Carlan 
Verlag: Ullstein

ISBN: 978-384-37-14839 [Ausgabe: Taschenbuch]
Erscheinungsdatum: 02.01.2016
432 Seiten 
          Kosten
Paperback: 12,99 €
E-Book: 9,99 €

   Trinity Reihe
Band 1 ~ „Verzehrende Leidenschaft
Band 2 ~ „Gefährliche Nähe
Band 3 ~ „Tödliche Liebe
Band 4 ~ „Bittersüße Träume
Band 5 ~ „Brennendes Verlangen

13 Gedanken zu „„Trinity – Verzehrende Leidenschaft von Audrey Carlan |Kasin|

  1. Eine wunderschöne Rezi. Sehr unterhaltsam und auf den Punkt. Man kömnte es auch kurz zusammenfassen mit:
    Scheiße hoch 10.
    Ich habe wirklich noch nie etwas so bescheuertes gelesen. Das werde ich so schnell nicht vergessen.

    1. Hey, das Buch wird an uns kleben bleiben, ob wir wollen oder nicht und ich bin mir ganz schön sicher dass wir das NICHT wollen 🙂

  2. Thriller? Also viel von einem Thriller hab ich nichts bemerkt … Soll der Thrill aus der Stalker-Geschichte kommen? Wobei man aber Thriller vielleicht neu definieren müsste, denn bei Chase ist mir tatsächlich schon ein paar Mal der Schauer über den Rücken gelaufen … 😀

    Liebe Grüße
    Ascari

  3. Auch bei Dir weiß ich nicht ob ich dich bewundern oder bemitleiden soll weil du es weitergelesen hast 🙂
    Ich hätte es wohl ziemlich rasch abgebrochen.
    Ein billiger Porno, damit hab ich es auch schon verglichen.
    Zum Glück muss ich es nicht lesen. Eine Geschichte mehr die mein Bücherregal nicht braucht.
    Liebe Grüße
    Ela

    1. Hallo Ela,
      ich habe mich stellenweise, nein eigentlich ganz oft gefragt warum ich mir DAS antue 😉
      Aber ich habe was daraus gelernt – NIE MEHR WIEDER
      Liebe Grüße
      Kerstin

  4. Das war ein Leseerlebnis, das auch ich ohne die BBF-Runde nicht durchgestanden hätte. An dem Buch gab es gar nichts Positives oder etwas, das mmir gefallen hätte, Und Dir ging es offensichtlich genauso.
    Vielen Dank für Deine so treffende Rezension!

    LG Gabi

    1. Da hast du absolut Recht – nichts an diesem niveaulosen Buch hat mich in irgendeiner Art und Weise angesprochen.
      Liebe Grüße
      Kerstin

  5. Ja meine Liebe, auch du hast eine gelungene Rezension verfasst! Index? Pfff, das Buch ist was es ist, bei mir gibt’s genügend Zitate ;D
    Du hast alles wirklich wunderbar zusammengefasst & unterstrichen!! Du sagst es: „Auf nimmer Wiedersehen“ – Chase, Gillian und vor allem Frau Carlan!!

    :-*

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