Rezension

„Träum was Böses“

träum was böses

 

Erscheinungsdatum: 13.07.2015
AutorIn: C. L. Taylor
Verlag : Piper
ISBN: 978-3492303804
Flexibler Einband: 432 Seiten
Sprache: Deutsch
Kosten: 9,99 €

 


4 von 5 Sternen ~ Rezensiert von crumb
23.11.2015

Welch ein Debüt

Hast du Kinder? Kinder in der Pubertät? Wie viel weißt du wirklich über ihr Leben? Ihre Vorlieben? … Wie viel fehlt Susan, um sich den angeblichen Unfall zu erklären? Ich kann nur sagen: Buch kaufen & lesen!
Absoluter Pageturner!! Ich war gefesselt von der Geschichte!

S. 9:
„Koma. Das Wort selbst klingt so harmlos, beinahe tröstlich, wie es dieses märchenhafte Bild vom traumlosen Schlaf heraufbeschwört.“ Jedoch glaubt Susan nicht, das ein Unfall ihre Tochter in den traumlosen Schlaf gelegt hat.

Der Leser begleitet Susan durch Vergangenheit & Gegenwart. Von Beginn an erlebt der Leser ihr Misstrauen, die erdrückenden Fragen warum ihre Tochter im Koma liegt, die nicht enden wollende Hoffnung, das Charlotte aufwacht, die Angst im „falschen“ Augenblick nicht an ihrem Bett zu sein … Und 22 Jahre zuvor die erste große Liebe, „Fehler“ verzeihen, Freunde verlieren, falsche Entscheidungen …

Die Autorin zeichnet durch den Wechsel der Gegenwart und den damaligen Tagebucheinträgen von Susan ein klares Bild der Hauptprotagonisten, wobei die Fragen des Lesers wie eine Wolke über die Seiten kreist. Je mehr ich gelesen habe, umso düsterer wurde das Buch – Susans Geschichte, welche realer nicht sein könnte. Die Tagebucheinträge entführen den Leser immer mehr in Susans Gedanken & erklären ihr gegenwärtiges Verhalten. Bis zum Schluss ist nicht klar, ob es sich in der gegenwärtigen Handlung um tatsächliche Geschehnisse handelt oder Susan unter Wahnvorstellungen leidet.

Nach fast jedem Kapitel ist ein Tagebucheintrag von Susan – 22 Jahre vor Charlottes Unfall. Anstatt aus der gegenwärtigen Geschichte herausgerissen zu werden, versinkt der Leser dadurch noch tiefer ins Buch.
Ohne große Geschehnisse schafft es die Autorin dennoch eine unheimliche Spannung zu erzeugen, welche mich immer wieder zum Buch greifen ließ. Dies gefiel mir besonders gut! Viel zu oft überschlagen sich Autoren, besonders zum Ende hin, mit Ereignissen – auch in diesem Buch, aber in einer ruhigen „Erzählweise“, ohne Mord, ohne zu abenteuerliche Ereignisse. Ein stiller, beklemmender Thriller!
C. L. Taylor hat es bewiesen: Ein (Psycho)Thriller ohne Leichen oder Mord kann funktionieren!

Warum ich dennoch einen Stern abziehe? Ich muss gestehen, das Ende hat mich enttäuscht. Der Aufbau und der Weg dahin war grandios, jedoch hatte ich mir einen anderen Abschluss der Geschichte vorgestellt – dies jedoch zu begründen gelingt mir nicht ohne zu Spoilern, somit beende ich hier 😉

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