Rezension

„TARGA – der Moment bevor du stirbst“ von B.C. Schiller

Inhalt laut Verlag

„Targa Hendricks hat keine Freunde, keine Liebe, nichts zu verlieren. Doch vor allem hat sie keine Angst – und genau das macht sie so verdammt gut in ihrem Job. Denn als Undercover-Ermittlerin einer Sondereinheit des BKA ist es ihre Aufgabe, Serienkiller auf frischer Tat zu überführen, und dazu gibt es nur zwei Wege: Targa muss sich einem Mörder ausliefern – oder ihn glauben lassen, sie sei wie er.
Falk Sandman ist Hochschuldozent, charismatisch, clever und besessen von den letzten Worten Sterbender – seiner Opfer. Eines Tages trifft er eine junge Frau, die sich für seine dunkle Seite interessiert. Sie will von ihm lernen, und Sandman fasziniert ihr gefühlloses Verhalten. Zunächst ist er skeptisch, doch allmählich vertraut er ihr.
Ein tödliches Spiel beginnt. Wer wird gewinnen?“


Targa ~ ein außergewöhnlicher Name. So außergewöhnlich wie die Frau, die diesen Namen trägt. Einst ein Findelkind, deren Zwillingsschwester immer in ihrem Herzen lebt und in ihrem Kopf. Eine Undercover-Ermittlerin, die bis an die Grenze geht und dabei nichts, absolut nichts verspürt, denn Targa ist emotionslos. Weder Angst noch Freude kann ihre Sicht auf die Welt trüben. Eine Frau voller Zwänge und Ticks aber intelligent und vorausschauend. Sie sieht und hört Dinge, die andere gar nicht wahrnehmen und genau das macht sie so gut und so gefährlich.

„Weil andere Menschen ein Privatleben haben, Targa. Nicht wie du.“

Das Buch um Targa Hendriks ist sehr gut gegliedert und bereits der Prolog macht enorm neugierig. Insgesamt 3 Teile, jedes mit vielen angenehm langen (oder kurzen) Kapiteln, führen einen als Leser in Targas Welt. In den Wohnwagen, an den See, zu ihrer Adoptivmutter und zu ihrem besonders gefährlichen und neuen Auftrag. Es gilt einen Serienkiller zu überführen. Sein Name ist bekannt, von Anfang an, doch hat man keinerlei Beweise gegen diesen Mann. Targa soll nun ermitteln, hautnah, etwas das sie eigentlich gar nicht kennt und doch gibt sie sich diesem Fall hin. Hier bekommt Targas Eisblock, der ihr Herz umschließt, in dem all die Emotionen verborgen sind, erste Risse, denn sie kann sehr wohl fühlen – Liebe oder Zuneigung und die schlägt um, in Wut und Hass.

„Aber gestern bin ich das erste Mal mit ihm ans Ende der Nacht gereist.“

Falk Sandmann ist der zweite im Buche – der Killer mit einer makabren Vorstellung was die letzten Sekunden im Leben oder eben dem Sterben angeht. Targa wird auf ihn angesetzt und sie kann durch ihr Verhalten und ihre Eigenarten sehr schnell einen Zugang zu diesem charismatischen Mann bekommen.
Schon der Name Sandmann empfand ich als sehr gelungen – der Traumbringer der junge Frauen „hinüberführt“ und mit einer unbändigen Gier alles wissen will was den Übergang zwischen Leben und Tod hergibt. Dafür geht er sehr weit – viel zu weit.

Bei diesen Charakteren braucht es kaum weitere und doch hat das Autorenduo noch einen sehr prägnanten eingebaut. Carlos Schmidt, ein extrem gefährlicher, in Sicherheitsverwahrung einsitzender Mann. Er weiß viele Dinge über Targa und steht mit ihr in Kontakt.
Bei allen geht es um die Vergangenheit, um Trauma, um Verarbeitung, um Gewissheit und auch um Rache.
Selbst Targas Chef, Volker Lundt, Leiter der Sonderabteilung K2, ist involviert – ob er will oder nicht.

„Es gibt immer einen dunklen Punkt in der Vergangenheit, der uns zu dem macht, was wir sind.“

Die Story ist sehr spannend auch wenn man weiß wer der Killer ist. Aber es ist dieses Beobachten wie Targa sich an ihn heranmacht, welche Gedanken sie und ihn begleiten und wie beide zusammenkommen oder eben nicht? Ich fand es sehr gelungen, wie diese so scheinbar emotionslose Frau doch irgendwann Gefühle zeigt. Wer keine Liebe empfinden kann ist durchaus in der Lage Hass zu spüren? Und irgendwie hängt beides zusammen und das eine ist ohne das andere nicht möglich?

Als Kritikpunkt möchte ich eben diesen Carlos vorbringen. Er hat mich sehr fasziniert. Je mehr über ihn erzählt wurde umso mehr wollte ich wissen. Doch dann wurde Carlos zu schnell abgehandelt und alles verlor sich in einem viel zu schnellen Showdown. Auch bei Sandmanns Vergangenheit hätte ich mir viel mehr Informationen gewünscht.

Das Ende von „Targa“ schreit, genau wie ich, nach einer Fortsetzung und ich hoffe sehr das Barbara und Christian Schiller mit vielen neuen und guten Inspirationen in den 2. Band gehen. Ich komme gerne mit, denn es gibt so viel das ich noch über diese Frau wissen möchte.

Sehr lesenswert – ein schneller Stil und außergewöhnliche Charaktere haben für gute Unterhaltung gesorgt.
Nur das mit „Hund“ hab ich dem Autorenduo sehr übel genommen 😉

Ein weiteres sehr empfehlenswertes Buch aus der Feder der Zweien ist „Rattenkinder“ [alte Rezensionsdarstellung].

Rezension verfasst von © Kerstin

 

    Buchdetails
Titel: TARGA – der Moment bevor du stirbst
Buchreihe: 1.  Band

AutorIn: B.C. Schiller  [das sind Barbara und Christian Schiller]
Verlag: Penguin [Random House]

ISBN: 978-3-328-10151-2 [Paperback, 400 Seiten, 10,00 €]

  Targa Hendricks Reihe
Band 1 ~ „Targa – der Moment bevor du stirbst
Band 2 ~  noch nicht erschienen

4 Gedanken zu „„TARGA – der Moment bevor du stirbst“ von B.C. Schiller

  1. Beim Lesen der Rezension fan dich Targa schon sehr interessant, aber der Vergleich mit Lisbeth Salander hat nochmal eins drauf gesetzt. Oh weh, liebe Kerstin, wieso stellst Du hier nur immer so interessante Bücher vor, das ist ganz schlecht für meinen SUB ….

    LG Gabi

  2. Hallo Kerstin,

    oh wie schön! Das freut mich, dass dich das Buch überzeugt hat! Ich bin noch dran und hoffe, dass meine Urteil am Ende auch so positiv ausfällt, denn die Idee von TARGA finde ich fantastisch!

    Ohne es jetzt genau zu wissen, da ich noch lese, stelle ich jetzt mal die Frage, ob es evtl. sein könnte, dass Carlos in den Folgebänden nochmal auftaucht? Wenn du für die Antwort zum jetzigen Zeitpunkt spoilern müsstest, dann darfst du mir natürlich nicht antworten. 😉

    Ganz liebe Grüße
    vom monerl

    1. Hallo liebe Monerl,
      in Sachen Carlos werde ich den Mund halten, sonst spoilere ich.
      Targa ist echt eine besondere Frau. Bei ihr musste ich irgendwie immer an Lisbeth Salander denken 🙂
      Ganz viel Spaß noch mit dem Buch
      Liebe Grüße
      Kerstin

Kommentar verfassen