Rezension

„Staubige Hölle“

Staubige Hoelle von Roger Smith

 

Erscheinungsdatum: 12.11.2011
AutorIn: Roger Smith
Verlag : Heyne
ISBN: 978-3453436374
Flexibler Einband: 336 Seiten
Sprache: Deutsch
Kosten: 8,99 €

 
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Erstausgabe: 01.05.2011 * gebundene Ausgabe *
330 Seiten * 19,95 €


5 von 5 Sternen ~ Rezensiert von Kasin
16.06.2016

„Gnadenlose Spannung“

Eine wahnwitzige Story um Rache und Vergeltung, derb und rau, ohne Rücksicht auf Verluste.
„Staubige Hölle“ ist so ein passender Titel für diesen Thriller. 

Der Autor Roger Smith bringt ein Südafrika zum Vorschein, dass es einem den Atem verschlägt. ‚Hate Speech – Sprache des Hasses‘(Seite 125)
Aber erst einmal kurz zur Story: 
Rosie, Mary Tommy – Roberts wichtigste Menschen in seinem Leben – tot, verstümmelt, grausam zugerichtet. Robert Dells Leben wird einmal komplett auf den Kof gestellt, als Hauptverdächtiger wird er inhaftiert.  Seine Chancen auf eine ordentliche Verurteilung sind gleich Null. Zu viele stecken da mit drinnen und wollen Dell als Sündenbock. Doch sie haben die Rechnung ohne Dells Vater gemacht. Der alte Rob, einst gefürchtet, mischt sich ein und gemeinsam machen die Beiden sich auf eine gnadenlose Jagd die zugleich auch eine Flucht ist, vor sich selbst und ihrer Vergangenheit.
Ihr Weg wird gekreuzt von anderen die ebenfalls jagen und flüchten.
Wer hat eine Chance? Wer wird als Sieger hervorgehen und wer als Verlierer?

Es ist schon irre, wie es dem Autor gelungen ist das Feeling der Geschichte herüberzubringen. Fast hatte ich den Eindruck die trockene Luft umweht einen, der feine Sand, der Schweiß, der Durst, die Ängste – all diese Dinge rieseln und tropfen aus dem Buch.
Die ganze Szenerien sind so surreal, dass man fast schon in Schockstarre immer weiter liest. So viel Gewalt, so viel Blut. Aberglaube, Wahn und unbändiger Hass spiegeln sich in den Taten extrem wider.

Die Protagonisten sind in zwei Lager geteilt, Gut und Böse, dazwischen gibt es nichts!
Robert Dell, Inza Mazibuko, Zondi, Sunday. Letztere eine 16jährige  Waise die heiraten wird oder besser gesagt es muss, damit ihr deutlich älterer Mann durch den Vollzug der Ehe endlich seine Heilung erfährt.
‚Stark, diese Frauen. Durch jahrelanges Wasserschleppen und Feuerholzsammeln, während ihre Männer Gras rauchten und Rachepläne schmiedeten.‘ (Seiten 247)

Allesamt sind so gnadenlos gut gezeichnet. Ihr Wege sind zuerst vollkommen unterschiedlich, führen in dem Buch aber zusammen. Obwohl sie so absolut verschieden sind  bilden sie doch eine Art Zusammengehörigkeit. Mehr als unfreiwillig ergänzen sie sich gegenseitig und ständig fragte ich mich wer ist hinter wem her? Das Tempo dabei sagenhaft rasant. Da gibt es kein Aufatmen, es geht nahtlos über, von eine Extrem ins Nächste.


Ein Journalist, ein ehemaliger Söldner, ein Polizist, ein Warlord, eine Jugendliche – in diesem Buch haben alle ihre Bestimmung. 


Der Schreibstil ist sehr flüssig, Floskeln braucht es nicht. Spannung, Tempo und eine derbe Sprache treiben einen durch das Buch in diesem Tal in Südafrika.

Auf nach Bhambatha’s Rock – kaum mehr als eine Straße mit Häusern. Dafür aber reich an Armut, Krankheit, Korruption, Machtmissbraucht und Gewalt.

Es mich gefesselt und sehr gut unterhalten, denn neben all dieser Exzesse gibt es auch die Menschen im Buch, die die dort leben und eher unfreiwillig zwischen die Fronten geraten und die die dorthin kommen und dieses Chaos hervorbeschwören. 
So viele private Tragödien.

Der Titel ist Programm – staubige Hölle. Stellen Sie sich vor dem Lesen eine Flasche Wasser bereit, es wird heiß, sehr sogar!

Begeisterte 5 von 5 Sternen und gerne mehr von Roger Smith.

 

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