„Spreewaldgrab“

Spreewaldgrab

 

Erstausgabe: 15.01.2016
AutorIn: Christiane Dieckerhoff
Verlag : Ullstein 

ISBN: 978-3548287607
Taschenbuch: 352 Seiten
Sprache: Deutsch
Kosten: 9,99 €

 


2 von 5 Sternen ~ Rezensiert von Kasin
09.05.2016

Sauregurkenzeit im Spreewald

Wenn die Geschichte nicht doch so einen tragischen Hintergrund gehabt hätte und ich mich durch viele, viele Seiten lesen musste um endlich dahinter zu kommen, dann hätte ich ja fast abgebrochen.

Grundsätzlich mag ich abgedrehte und schräge Charaktere aber hier waren es mir zu viele.

Eine mit Tinnitus und sämtlichen Celion Dion Songs intus. 
Der nächste mit schwangerer Ehefrau und Ehekrise durch dieselbige. Einer der ständig und alles fotografiert. Weiter geht es mit der nächsten Ehefrau die sich langsam aber sicher zu Tode frisst und last but not least den Kahnfahrer der ständig am spucken ist.
Da blieb mir die Story um den Toten in der Datsche und dieses gefundene Skelett auf der Strecke.
Ein Mann, selbst bereits totkrank, aufgefunden nach einer Stakentour durch die Spreewaldkanäle während eine Straße direkt dorthin führt – tolle Idee des Kollegen, aber die Polizei hat andere Prioritäten, oder?
Auch diese Frau, die in einzelnen kurzen Kapiteln ihren etwas verworrenen Gedanken freien Lauf läßt konnte mich nicht überzeugen. Kinderreime zitierend versucht sie ihrem Gedächtnis auf die Sprünge zu helfen in diesem Verlies, wo auch immer es ist und wer auch immer sie ist. Letztendlich geht sie total unter obwohl gerade diese Episoden mich wirklich neugierig machten.
Die Lösung des Falls war zum Schluss hin zwar spannend aber da wäre viel mehr herauszuholen gewesen und über das ganze Buch verteilt hätte es mir mehr Lesevergnügen bereitet als mir ständig das Gejammere um vergangene Zeiten mit oder wegen diesem Ex Arno anzuhören.
Klaudia, die Hauptprotagonistin, vom Ruhrpott in den Spreewald oder vom Regen in die Traufe?
Hier hätte ich mir viel mehr kompetente Ermittlungen gewünscht (die Brieftasche des Toten kann man ruhig anfassen, die hat ja keine Flecken abbekommen, wo gibt es denn sowas?).
Ein Miteinander der Ermittler und kein herumrennender fotografierender und alle bloßstellender Kollege.
Deutlich weniger Privates – sondern mehr Hintergründe hätte mir besser gefallen.

Der Täter war mir schnell klar, nur der Weg zur Auflösung war wie die Kanäle im Spreewald recht unübersichtlich und mit allerlei Hindernissen versehen.

„Spreealdgrab“ von Christiane Dieckerhoff, erschienen im Ullstein Verlag ist von der Covergestaltung so besonders und gelungen.

Doch letztendlich hat mich nur die Geschichte um die Frau im Verlies weiterlesen lassen aber glücklich bin ich mit der Ausführung des Plots und des Settings kein Stück.
Ich vergebe 2 von 5 Sternen, da ich Spreewaldfeeling vermisste und gerne viel mehr über diese Geschichte aus der Vergangenheit erfahren hätte.

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