Rezension

„Spielverderber“

Erscheinungsdatum: 25.08.2011
AutorIn: Bernd Mannhardt
Verlag: Neopubli
ISBN: 978-3844208269
Flexibler Einband: 148 Seiten
Sprache: Deutsch
Kosten: 10,95 €

-Bild folgt-


5 von 5 Sternen ~ Rezensiert von Kasin
19.06.2016

Abgründig, aber auf hohem Niveau-6  böse Kurzgeschichten 

Schon mal das Cover genauer betrachtet? Schön mit diesem lila Ton und dem grellem Lichtschein der einem sofort ins Auge sticht, oder? Und im Hintergrund, nur so angedeutet…..ja, so böse kann er – Bernd Mannhardt – der Berliner Autor provoziert gerne, das aber mit Anstand und Moral. Er reisst die Wunde nicht nur auf, er bohrt auch noch darinnen rum. Aber nicht im bildlichen Sinne, es gibt keine Gemetzel bei Herrn Mannhardts Geschichten, eher ein gesellschaftsfähiges Abbild der Gesellschaft.

Seine Storys drehen sich gerne um die Aussenseiter, die etwas anderen Protas, solche die polarisieren und denen man auch gerne mal in den Hinter treten möchte, damit sie endlich in die Pötte kommen. Solche über die man den Kopf schüttelt, angesichts ihrer Denkweisen und Handlungen und genauso ist es auch bei Allen hier im Buch.

Aber erst einmal kurz zur Story:

6 Kurzgeschichten die allesamt als Hörspiele für den Rundfunk vertont oder als Theaterstücke aufgeführt wurden.So sind auch alle im Stile eines Drehbuchs gehalten. Ort, Zeit, Inventar, Darsteller – alles Wichtige zuerst, dann folgt die Handlung. Die hat es in allen 6 Stücken in sich.Jede birgt ihre eigene Überraschung, jede ist für sich ein Unikum und jede endet anders als erwartet.

„Spielverderber“ , erschienen bei epubli, ist mit seinen 148 Seiten, in denen die 6 Kapitel untergebracht sind eine ideale Lektüre zum abschalten, solange man sich nicht über die Protagonisten aufregt. Was gar nicht so einfach ist, denn der Autor zeichnet diese auf eine schonungslose Art. Oft beginnt er ganz harmlos um dann die Stimmung kippen zu lassen und ich bin mir sicher, er weiß genau das dies wirkt. Bei mir jedenfalls, so manches Schmunzeln ist mir aus dem Gesicht ‚gefallen‘ als mir die ganze Tragweite der jeweiligen Story bewusst wurde.

Bernd Mannhardt hat eine Ausdrucksart die fesselt, seien es lange Ausführungen oder ganz kurze, knappe Sätze. Immer auf den Punkt, zeitgemäß. Wenn er übertreibt hat es etwas mit der Situation zu tun und dann passt es auch. Seine Protagonisten sind die Menschen von Nebenan und unterwegs, solche die man sieht und doch nicht wahrnimmt. Manchmal ist man es sogar selbst!
Stimmig, ausgezeichnet in der sprachlichen Ausdrucksweise,  böse bis bitterböse. Der Wortwitz ist humorvoll mit deutlicher Tendenz zum Galgenhumor. Sarkastisch und/oder ironisch, Mannhardt Style eben.
Meine Lieblingsgeschichte in diesem Buch ist ‚Talk light‘

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