Rezension

„Schattenboxer“ von Eckert | Kasin

Schattenboxer

Nach „Schwarzlicht“ ist der 2. Band „Schattenboxer“ um den sympathischen Polizisten und Dienststellen-Leiter Vincent Che Veih ein Lese-Muss für alle, die sich noch für die ‚alten‘ Geschichten interessieren. Viele Rückblicke lassen noch einmal die Zeit um die RAF und deren Taten erwachen. Auch wenn diese Geschichte im Buch fiktiv ist, kann man deutlich herauslesen um wen oder was es da eigentlich geht.  Hinzu kommt die spannende Geschichte um eine ermordete junge Frau, deren Leichnam auf dem Grab einer Selbstmörderin gefunden wird.

Sehr gelungen fand ich diese Kombination – ein Mord an einer jungen Frau und ein scheinbar unschuldig einsitzender junger Mann – beides führt auf so viele verschlungene Pfade aus Verwirrungen und üblen Machenschaften. Vertuschung, Korruption, Erpressung. 

„Ich kann nicht klein beigeben, beschloss er. Wie könnte ich noch in den Spiegel gucken? Dann wäre ich Teil der Verschwörung, des Verbrechens, der Korruption. ( Buch Seite 378)

Mittendrin eben dieser Vincent (er hasst seinen zweiten Vornamen). Ein Mann der hohe Ansprüche stellt an seine Arbeit und die Kollegen. Ehrhaft und dadurch so manchem ein Dorn im Auge, verfolgt er die Spuren und bringt sich dabei selbst in Gefahr. Seine Vergangenheit als Sohn einer Terroristin und eines nationalsozialistischen Großvaters trägt wohl deutlich dazu bei, dass er es anders und vor allem besser machen will. Dabei bleibt das Privatleben auf der Strecke, was gerade jetzt, da seine Freundin die journalistische Entdeckung schlechthin publik machen will, in arge Bedrängnis kommt. 

Personen aus seiner Vergangenheit tauchen wieder auf, Erinnerungen bekommen Sinn und irgendwie scheinen sehr mächtige Organisationen ihre Hände im Spiel zu haben.

Die Story ist rasant, wie auch der Schreibstil. Es gibt keine unnötigen Drumherum-Erzählungen sondern ist immer auf den Punkt. Jetzt und hier genauso wie in den Kapiteln die in der Vergangenheit spielen. Kurze Episoden die enorme Auswirkungen auf einzelne hatten und dadurch letztendlich zu Vincent und seinen Ermittlungen führt.

Der Autor hat ein Händchen für Spannung und eine tolle Erzählweise. Den Protagonisten Vincent mochte ich schon im ersten Band sehr, seine Mutter die auch hier wieder oft erwähnt wird ist zwar nervig  (für Vincent nicht minder als für mich), aber ihre Rolle ist durchaus wichtig.

Auch wie einzelne,  fast schon zufällig wirkenden Situationen und Details miteinander verknüpft wurden hatte was – sehr gut recherchiert und ganz viel eigene Fantasie mit eingebracht. 

Ich musste höllisch aufpassen mit den Zeitangaben und den Namen der einzelnen Mitwirkenden. Im Laufe des Buches entdeckte ich aber den roten Faden, er war eigentlich schon von Anfang an da, hatte sich aber raffiniert getarnt und führte mich in einen immer tiefer werdenden Sumpf. Die Schatten lösten sich auf und bekamen Gesichter und Namen.

Wer mit den Wörten Rohwedder, RAF, Treuhandanstalt und BND etwas anfangen kann, und gerne Zeithistorisches mit Fiktivem vermischt liest, ist mit „Schattenboxer“ bestens bedient.

Jetzt freue ich mich auf Band 3.

 
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Buchdetails
Buchcover: © Rowohlt 
Titel: Schattenboxer
Buchreihe: Vincent Che Veih || 2. Band
AutorIn: Horst Eckert
Verlag: Rowohlt
400 Seiten
ISBN: 978-3-499-269-400
Erscheinungsdatum: 25.02.2015
          Kosten
Paperback: 19,95 €
Hardcover: 9,99 €
E-Book: 9,99 €

Weitere Bücher zur Vincent Che Veih-Reihe:
1. Band ~ Schwarzlicht

3. Band ~ Wolfsspinne

2 Gedanken zu „„Schattenboxer“ von Eckert | Kasin

  1. Schattenboxer habe ich leider noch nicht gelesen, aber zwei Bücher des Autoren haben mich sehr spannend unterhalten. Vielen Dank für deine aussagekräftige Rezesnion und herzallerliebste, vorweihnachtliche Grüße,

    Nisnis

    1. Hallo liebe Nisnis, auf den Autoren bin ich auch nur durch eine Bloggerin aufmerksam geworden. Hat sich auf jeden Fall gelohnt 🙂
      Dir auch eine tolle Vorweihnachtszeit,
      Liebe Grüße

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