„Ragdoll“ von Daniel Cole [Kerstin]

Inhalt laut Klappentext

„Der umstrittene Detective William Oliver Layton-Fawkes, genannt Wolf, ist nach seiner Suspendierung wieder in den Dienst bei der Londoner Polizei zurückgekehrt. Wolf ist einer der besten Mordermittler weit und breit. Er dachte eigentlich, er hätte schon alles gesehen. Bis er zu einem grausigen Fund gerufen wird. Sechs Körperteile von sechs Opfern sind zusammengenäht zu einer Art Lumpenpuppe, einer »Ragdoll«. Gleichzeitig erhält Wolfs Exfrau eine Liste, auf der sechs weitere Morde mit genauem Todeszeitpunkt angekündigt werden. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, doch der Ragdoll-Mörder ist der Polizei immer einen Schritt voraus. Und der letzte Name auf der Liste lautet: Detective William Oliver Layton-Fawkes …“

Detective William Oliver Layton-Fawkes ist schon ein sehr seltsamer Zeitgenosse. Wolf wird er genannt und das passt auch – einsamer Wolf hätte es wohl noch besser getroffen.
Seine Geschichte, die anfänglich Häppchenweise erzählt wird, ist traurig und doch hat mich dieser Kerl immer wieder zum Schmunzeln und ja, auch zum Lachen gebracht.
Aber Obacht – Wolf ist nicht lächerlich, kein Stück sogar. Sondern ein sehr ernsthafter und ernstzunehmender Zeitgenosse.
Kennt man erst einmal alles aus seinem Leben und seiner Vergangenheit, kann man sehr vieles nachvollziehen – auch wenn man es nicht gut heißt.

„…wog das Risiko, einen psychisch labilen Detektiv auf die Strasse zu lassen, deutlich weniger schwer als die Bedrohung durch den Serienkiller…“ (S.259)

Die Ragdoll – eine Flickenpuppe – zusammen „gebastelt“ aus menschlichen Einzelteilen und grotesk in Szene gesetzt, eröffnet quasi die Jagd auf einen Killer oder besser gesagt auf die nächsten Opfer. Denn diese stehen bereits fest und Wolf ist der Letzte auf dieser Liste. 6 Personen, deren Namen feststehen und nun einer nach dem anderen in Gewahrsam genommen werden müssen, um nicht als nächstes Opfer zu landen. Pech nur wenn alles schief geht und der Killer immer einen Schritt der Polizei voraus ist.

Kein Buch für schwache Nerven, denn es zerrt, sehr sogar, an den Nerven. Zum einen, da es wirklich grausame Taten sind die seitens des Killers begangen werden. Zum anderen, da es einen durch die Seiten treibt, weil man es ja doch einfach wissen muss – dieses Drumherum und wie alles zusammen hängt und wer dieser elende Kerl ist.

„Wenn du stirbst, hat er gewonnen.“ (S. 297)

Was allerdings enorm auflockert sind diese Typen im Buch. Wolf natürlich vorneweg. Er ist, gelinde gesagt, nicht ganz ’normal‘. Ein ehemaliger Fall hat ihm schwer zu schaffen gemacht und all diese damit verbundenen Erlebnisse werden hier aufgearbeitet. Was ihn ausmacht ist sein Humor, sehr trocken, sehr britisch, sehr schwarz und das er selbst weiß, wie er tickt oder eben auch nicht.

Die weiteren Protagonisten sind ebenfalls gut dargestellt und besonders mit Baxter würde ich niemals im Auto mitfahren, die eine Tour hatte bei mir schon für Schnappatmung gesorgt. Genial gelungen, solch eine Szenerie so zu beschreiben, dass ich obwohl auf dem Sofa sitzend, die Halterung suchte um mich festzuhalten.

Edmunds, der Neue im Team, irgendwann erfährt der aufmerksame Leser auch seinen Vornamen 😉 ist jung, etwas umbedarft für den Job, aber sein Potential ist absolut ausbaufähig. Ich denke von ihm werden wir nochmals hören – oder lesen. Dann ist da noch Andrea, ach, was erzähle ich hier über die Protas, die Geschichte ist viel wichtiger.

Und damit dann doch direkt weiter zu Naguib Khalid,  sorry, aber er ist wirklich wichtig, denn er ist der Anfang dieser Geschichte. Der ‚Feuerbestatter‘ und Wolfs persönlichster Fall. Doch wie hängt das alles zusammen? Der Ragdoll-Killer und der Feuerbestatter und mitten drinnen Wolf und sein Team.

Es wird herauskommen, alles – dank viel Ermittlungsarbeit, Recherchen und dem ein oder anderen Zufall. Sehr komplex ist das alles und wunderbar miteinander verknüpft. Kreativ, ausgefallen und mal so ganz anders. Wie eben auch die Charaktere im Buch. Jeder auf seine Weise und ich muss sagen, ja, es hat mir sehr gut gefallen. Was mich etwas irritierte war die Vorgehensweise der Ermittler bzw. der Polizei, aber hätten sie es direkt auf Anhieb richtig gemacht, wäre es ja nur halb so spannend geworden.

„Wenn du der Teufel bist, was bin dann ich.“ (Einleitung)

Der Rabe auf dem Cover hatte es mir angetan. Als Unglücksbote verschrieen, ist er gleichzeitig auch ein sehr intelligentes Tier. Ob es letztendlich Zufall war oder er dann doch gezielt ausgesucht wurde muss jeder für sich selbst in die Geschichte hinein interpretieren. Für mich hat er absolut gepasst.

Insgesamt 37 Kapitel, die eine Zeitspanne von knapp 3 Wochen umfassen, lotsen und locken einen durch das Buch. Mit einer sehr angenehmen Sprache die nichts verkompliziert und durch diesen bereits erwähnten Humor auflockert. 

Dennoch ist „Ragdoll – Dein letzter Tag“ ein Thriller und den bekommt man auch. Live und in Farbe. Mit allem was dazu gehört: ein Serienkiller, Ermittler, Tote. Schauplätze, Misserfolge. Spannung, Nervenkitzel und jeder Menge Überraschungen.

Rezension verfasst von © Kerstin

Rezension zu Ragdoll von Janna
Rezension bei Laberladen
Rezension bei Nisnis Bücherliebe

    Buchdetails
Titel: Ragdoll
Buchreihe: 1. Band

Autor: Daniel Cole
Verlag: Ullstein

ISBN: 9783548289199 [Paperback, 480 Seiten, 14,99 €]

  New-Scotland-Yard-Reihe
Band 1 ~ „Ragdoll- dein letzter Tag“
Band 2 ~ noch nicht erschienen 

6 Kommentare

  1. Hallo,

    Das Buch ist mir mittlerweile schon öfter aufgefallen und ich werde es mal auf meine Wuli packen. Zur Zeit lese ich zwar keine, oder nur sehr selten Thriller, aber im Sommer, wenn es so richtig schön ist und ich am See liege, darf es auch mal brutaler werden 🙂
    Danke für die gute und ausführliche Rezension. Hat Spaß gemacht zu lesen.

    LG Sonja Béland

    1. Hallo Sonja,
      es freut mich immer sehr wenn eine Rezension gefällt. Im Sommer hänge ich auch eher an den blutigen Büchern fest – aus dem einfachen Grund das ich im Dunkeln ein echter Angsthase bin 🙂
      Liebe Grüße und eine schöne Lesezeit
      Kerstin

  2. Wieder einmal eine wundervolle Rezension, mit der ich mich gut identifizieren kann. Hätte ich Ragdoll nicht bereits verschlungen, würde ich es spätestens jetzt auf meine Einkaufsliste setzten.

    Herzallerliebste Grüße

    Nisnis

    1. Danke liebe Nisnis <3
      Jetzt müssen wir warten auf den nächsten Band. Wer ihn zuerst entdeckt muss laut hier rufen.
      Liebe Grüße
      Kerstin

  3. Deine Rezension trifft das Wesen dieses Buches ganz genau.
    Es freut mich, dass es Dich genauso begeistern konnte wie mich. Hoffentlich geht es schnell weiter mit einer Fortsetzung und wir machen eine Leserunde zu Teil 2. Das wäre toll.

    LG Gabi

    1. Hallo liebe Gabi,
      ohja ich hoffe es auch sehr und das wird wieder ein Spaß 🙂 jetzt müssen wir ja wissen wie es weiter geht
      Liebe Grüße
      Kerstin

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