„Phantasmen“ von Meyer | Kasin

Phantasmen

„Phantasmen“ wurde mir als Willkommensgeschenk für Blogger vom Carlsen Verlag zur Verfügung gestellt – ein herzliches Dankeschön dafür.

,,Die Geister schadeten nichts und niemandem.“ (Buch Seite 33)
Ein Trugschluss, der kurz danach widerlegt wird – als die Geister anfangen zu lächeln und ich in eine unheimliche und gefährliche Welt abtauchte. Eine Geschichte mich trotz des hellen Scheins der Geister in die Dunkelheit der menschlichen Seelen führte.

Seit langem wieder eine Fantasy Geschichte, die als Jugendbuch  genauso geeignet ist wie für Erwachsene, der ich mich nicht entziehen konnte, da der Klappentext so reizte, spätestens mit dessem letztem Satz „…und es ist ein böses Lächeln“ wollte ich wissen, was es mit diesen Geistern auf sich hatte.

Aber erst einmal zur Story:
Diese Geschichte wird aus der Sicht der jungen Rain erzählt, sie und ihre jüngere Schwester Emma sind auf dem Weg zu einem ganz bestimmtem Ort. Mitten in einer Wüste im Süden Spaniens ist vor ein paar Monaten ein Flugzeug abgestürzt. Seit diesem Tag sind Emma und Rain Waisen und nun wollen sie ihre Eltern wiedersehen, ein letztes Mal um Abschied zu nehmen. Aber etwas funkt dazwischen, die Geister, dieses Lächeln, der Typ auf dem Motorrad und eine Horde Söldner. Was geschieht dort in der Wüste und vor allem im Rest der Welt?

„Nichts als Wüste und Geister. Wer soll denn verdammt noch mal glauben, dass so was real ist?“ (Buch Seite 225)

Geister von Verstorbenen die zurückkehren an den Ort an dem sie starben? Echt jetzt? Also keine Zombies oder solch eklige Gestalten? Sondern einfach nur durchscheinende und transparente Hüllen die nichts tun als herumzustehen? Wie kann man das rüberbringen ohne das es überzogen wirkt? Der Autor Kai Meyer hat das durch Rain getan. Diese junge Frau, immer schon etwas aufmüpfig, hat eine herrlich erfrischende Erzählweise, die sich aber auch schnell mal umkehrt, wenn sie nämlich ihr Inneres preisgibt. Rain ist geplagt von Ängsten, ein Trauma dass zurückreicht in ihre Zeit in Afrika, lässt sie zu Panikattacken neigen und doch reisst sie sich zusammen. Schließlich ist da noch Emma, die kleine Schwester für die Rain alles tun würde.

Mich hatten diese Geister fasziniert, die Erklärungen von Rain wie es angefangen hatte – Stunde Null – als der erste auftauchte, einfach so aus dem Nichts. Viele die folgten, immer mehr und mehr und von jedem einzelnen geht ein Leuchten aus, bis es so viele wurden dass dicht besiedelte Gebiete in gleißend helles Licht getaucht wurde. Störend vielleicht, aber irgendwann gefährlich, denn dieses plötzlich auftretende Lächeln bewirkt etwas und so kommt es dass immer mehr und mehr dieser Geister erscheinen. Eine fruchtbare Kettenreaktion mit katastrophalen Folgen für die Menschheit.

Diese Geschichte ist eine sehr aktionreiche Angelegenheit, was mich sehr überraschte. Da geht es über Stock und Stein, die Fetzen fliegen und schwer bewaffnete Söldner machen Rain, Emma und diesem Motorradtypen Taylor das Leben noch schwerer als es eh schon ist. Warum? Die drei sind dem Ursprung der Geister auf der Spur. Experimente die dermaßen aus dem Ruder gelaufen sind und nun die ganzen Menschheit zerstören. Aus Größenwahn, aus Gier und Selbstsucht.

Für mich war diese Vorstellung der unzähligen, leuchtenden Hüllen stellenweise richtig gruselig. Zu wissen dass man sich ihnen nur bis auf eine gewisse Entfernung nähern darf und wie soll man dass machen wenn sie überall sind, denn gestorben wird eben überall. Im Bett, auf der Straße, in Krankenhäuser, Einkaufszentren, einfach überall.

Auf eine sehr eindringliche Art empfand ich die Schilderungen zu dem was Rain, Emma und Taylor in den unterirdischen Anlagen fanden. Wie verzweifelt und auch grausam agiert wurde als allen bewusst wurde was geschehen würde wenn der nächste Kranke oder Schwache stirbt. Der Weg der Dreien ist lang und es führt sie weit weg von Europa, dorthin wo diejenigen sind, mit denen alles anfing und mit denen auch alles beendet werden kann.

Die Mischung hat es für mich hier ausgemacht, irgendwie von allem etwas. Viel Aktion, stellenweise auch Humor, die unheimliche Stimmung, die Gefahren und natürlich dieses ‚Übersinnliche‘. Dieses Wissen dass man niemals Gott spielen sollte, denn dadurch könnte der Teufel geweckt werden.


[Bewertungssystem]

Buchdetails
Buchcover: © Carlsen
Titel: Phantasmen
Buchreihe: Einzelband
AutorIn: Kai Meyer
Verlag: Carlsen
400 Seiten
ISBN: 978-3-551-31521-2  
Erscheinungsdatum: 01.09.2016
          Kosten
Paperback: 8,99 €
E-Book: 8,99 €

9 Kommentare

  1. Wow, sehr schöne Rezension, die auf alle Fälle Lust aufs Buch macht! Ich kenne es noch nicht, aber es liegt schon eine Weile auf dem SuB. Mal sehen, ob ich es nächstes Jahr mal in Angriff nehme, die Winterzeit passt da ja sehr dazu 🙂
    Liebe Grüße, Kasin

    1. Hallo Kerstin, hehe dann sind wir schon zu zweit 😉
      Mir hatte dieses Unheimliche gut gefallen und das man gar nichts dagegentun konnte.
      Definitiv ein Winterzeit-Buch. Im Dunkeln lese ich auch solch Bücher lieber.
      Liebe Grüße
      auch Kerstin 🙂

  2. Das hört sich aber interessant und spannend an. Ich mag es ja, wenns ein biserl gruselt. Bisher habe ich noch nichts von diesem Autoren gehört, ich sollte mich mal schlau machen ;-).

    Liebe Grüße

    Nisnis

    1. Hallo Nisnis, der Autor war mir bekannt nur die Bücher eben nicht. Die Stimmung war klasse und besonders diese Rain hat mir mit ihrer frechen Art sehr gut gefallen 🙂
      Liebe Grüße
      Kerstin

  3. Hi!
    Wow, die Geschichte klingt ja wirklich interessant. Ich habe bis jetzt nur den ersten Teil der Arkadien-Trilogie von Kai Meyer gelesen, den fand ich leider nicht so toll. Aber eventuell gebe ich dem Autor mit diesem Buch, oder mit „Die Seiten der Welt“, nochmal eine Chance. Eine tolle Rezension auf jeden Fall!
    Falls dich diese Geistergeschichten in Büchern interessieren, kann ich dir nur die „Lockwood & Co.“ Reihe von Jonathan Stroud empfehlen. Absolut witzig, hinreißend und spannend!
    Liebe Grüße und einen schönen Wochenstart,
    Elli

    1. Hallo Elli, es war mein erstes Buch vom Autor, da ich ja kaum Fantasy lese, aber ich war wirklich angenehm überrascht. Die Mischung hat es ausgemacht und es war irgendwie nicht so überzogen.
      Vielleicht probiere ich ‚Die Seiten der Welt“ doch irgendwann noch aus 🙂
      Liebe Grüße
      Kasin

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