Im Plausch mit ...

Nadja Roth [Autorin]

nadja-rothBild: Bilderhaus Gabi Mirgeler

Interview mit Nadja Roth
von Janna [„crumb“]


Liebe Nadja,
zuerst einmal ein herzliches Willkommen hier bei uns!

Natürlich freuen wir uns auf jedes AutorInnen-Interview, es ist immer etwas ganz Besonderes, aber bei Dir hat es nochmal einen ganz anderen Hintergrund der dieses Interview begleitet: Aufgrund meiner Rezension zu Deinem ersten Buch „Märchenblut“ [Band 1] hattest du mich gefragt, ob ich nicht Lust hätte, den zweiten Band als ‚Testleserin‘ zu lesen. Diese Anfrage hat mich total überrascht und gleichzeitig auch stolz gemacht. Damit hast du mir eine große Freude bereitet, denn wir zwei hatten bis dato überhaupt keinen Kontakt miteinander. Hier also nochmal ganz öffentlich: Danke für Dein Vertrauen in mich! Und vor allem ein „Hut ab“ für deine Kritikfähigkeit, denn ich glaube das ein oder andere Mal war ich sehr kritisch 😉 Nun lese ich aktuell die Printausgabe „Seelenschatten“ und bin gespannt auf die kleinen oder größeren Änderungen!

Jetzt will ich aber nicht vom eigentlichen Thema abkommen & gleich mit der, für mich, interessantesten Frage beginnen und ich bin sehr gespannt auf Deine Antwort:

„Nadja Roth“ ist Dein Pseudonym ~ warum hast Du Dich gegen Deinen bürgerlichen Namen entschieden? Und wie entstand das Pseudonym?
Nadja: „Danke, für Deine lieben Worte gleich zu Beginn. Kurz möchte ich auch dazu etwas sagen: Jeder Autor muss, wenn er ein Buch veröffentlicht, mit Kritik rechnen. Es gibt dort natürlich große Unterschiede, nämlich diejenigen die einfach sagen: Das Buch ist doof, deshalb gibt es nur einen Stern, oder jene, die sich mit dem Buch befassen und ernsthaft sagen, was genau ihnen nicht gefallen hat und warum. Zu Letzteren gehörst Du, liebe Janna. Und genau deshalb, habe ich Dich damals auch gefragt, denn ich konnte Deine Kritik gut nachvollziehen und bin sehr glücklich, dass Du Dich bereit erklärt hast, aktiv etwas zur Verbesserung meines Projektes, beizusteuern. Dafür danke ich Dir!

Um zu Deiner ersten Frage zu kommen: Ich wohne in einem großen Dorf, welches sich Stadt nennen darf. Mein Mann besitzt die älteste Apotheke im Ort und ist dadurch recht bekannt. Ich dachte, ich könnte erstmal im Verborgenen arbeiten und es wäre schlauer, wenn nicht gleich alle wüssten, was ich so treibe. Allerdings habe ich die Rechnung ohne meine beiden Töchter gemacht, die kaum, dass ich mich für ein Pseudonym entschieden hatte, in die Schule gingen und dort fröhlich rumposaunten, dass ihre Mutter einen neuen Namen hätte. Damit war klar, dass dieser Plan nicht funktioniert.

Das Pseudonym ist mittlerweile ein Teil von mir. Der Name Nadja, stand zuerst in meiner Geburtsurkunde. In letzter Sekunde entschieden sich meine Eltern um und strichen Nadja durch. Im Grunde habe ich mir meinen Namen nur zurückgeholt. Da Rot meine Lieblingsfarbe ist, ist Nadja Roth für mich in sich stimmig. Auch bezüglich des vielen Blutes, was bei mir so auftauchen kann. Falls ich mal in einem anderen Genre schreibe, kommt niemand durcheinander. So kann sich jeder sicher sein, dass wo Nadja Roth draufsteht, auch Nadja Roth drin ist.“

Beschreibe Dich mit 3 Schlagworten!
Nadja: „Positiv, analytisch, kann über mich selber lachen.“

Da wir ja neugierig sind, hast Du sogenannte Laster? Oder bestimmte ‚Macken‘|‘Maroden‘?
Nadja: „Oh ja, die habe ich zu Hauf. Ich esse für mein Leben gern. Ich singe gern, auch wenn das nicht jeder so toll findet. Ich MUSS salziges Popcorn essen, wenn ich ins Kino gehe. Wenn es im Kino kein salziges Popcorn gibt, dann gehe ich dort nicht hin.“

Welches Hobby hast Du? [Das Schreiben darf nicht genannt werden]
Nadja: „Lesen, Singen, Kino, ins Fitnessstudio gehen, damit ich nicht nur sitze.“

Das Schreiben ist deine Berufung, was aber ist der Beruf in dem Du ausgebildet wurdest? Und kannst du vom Schreiben leben oder übst Du Deinen ausgebildeten Beruf, oder gar einen ganz anderen, noch zusätzlich aus?
Nadja: „Ursprünglich habe ich eine Ausbildung zur Hörgeräteakustikerin abgeschlossen. In diesem Beruf arbeite ich schon seit vielen Jahren nicht mehr, im Prinzip, seit ich die Kinder habe. Ich bin dabei, meine Berufung zum Beruf zu machen und kann mich zum Glück ganz darauf konzentrieren. Dadurch, dass die Kinder mich noch nach der Schule brauchen, wäre alles andere echt schwierig, da mein Mann auch viel arbeitet und wenig zu Hause ist. So nutze ich die Vormittage und abends nach den Hausaufgaben und dem Lernen gehe ich zum Sport um anschließend weiter zu Schreiben. Auch die Wochenenden arbeite ich, da unternimmt mein Mann viel mit den Kindern.“

Hast Du einen Lieblingsort an dem Du bevorzugst schreibst [muss es ruhig um Dich sein]? Und wie sieht dein Schreibumfeld aus [Chaos oder Ordnung]?
Nadja: „Ich arbeite an meinem Schreibtisch. Da bin ich am liebsten. Es ist hell und ich habe alle Unterlagen griffbereit. Ordentlich ist es eigentlich nur, wenn ich gerade ein Projekt beendet habe und kurz vor einem neuen Projekt stehe. Dazwischen, während des Schreibprozesses, herrscht kreatives Chaos. Und ja, ich brauche Ruhe bei der Recherche, aber ich höre Musik beim Schreiben. Damit erzeuge ich eine gewisse Stimmung, weshalb es sich dabei meist um düstere Musik handelt, Indipendent…oder auch Rock.

Wer oder was inspiriert Dich zu deinen Geschichten?
Nadja: „Mich inspiriert das Leben an sich. Ich liebe es, Menschen zu beobachten. Ich liebe die Menschen, allerdings lese ich sehr viel und merke mir die schlimmen Dinge, die sich die Menschen gegenseitig antun. Im Grunde habe ich einen guten Weg gefunden, das Gelesene in meinen Büchern zu verarbeiten.“

Sind Deine Buch-Charaktere rein fiktiv oder wirst Du von Deinem Umfeld bei dessen Skizzierung beeinflusst?
Nadja: „Natürlich werde ich durch mein Umfeld beeinflusst. Allerdings kenne ich keinen Serienkiller persönlich und auch niemanden, der sich für diesen Job eignen würde. Aber ich schnappe mir die ein oder andere Charaktereigenschaft, die sich mir darbietet und baue mir daraus meine Protagonisten.“

Warum hast du dich für das Genre „Thriller“ entscheiden?
Nadja: „Ich glaube, dass man nur das gut schreiben kann, was man selbst gerne liest. Wobei ich auch historische Romane schon gelesen habe und Fantasy, doch ein historischer Roman benötigt sehr viel Recherche und Grundwissen, weshalb ich das lieber den Leuten vom Fach überlasse. Ich habe mich vor einiger Zeit an eine Liebesgeschichte herangewagt, weil meine Schwestern keine Thriller mögen und immer meckern, dass sie gerne mal etwas von mir lesen würden. Leider sind am Ende alle tot. Mich faszinieren und beängstigen die menschlichen Abgründe. Warum tut ein Mensch so schlimme, grausame Dinge? Vielleicht ist es ein Versuch, das Leben mit seinen bösen Seiten zu verstehen.

In welchem Genre ist Deine persönliche Leseleidenschaft angesiedelt?
Nadja: „Thriller, Thriller und noch mal Thriller

Hast Du ein absolutes Lieblingsbuch?
Nadja: „Nein, ich habe hunderte von Büchern gelesen. Darunter waren wundervolle Bücher, die aufzuzählen, den Rahmen sprengen würde.“

Hat Dich ein Autor/eine Autorin oder ein Buch als Schriftstellerin beeinflusst?
Nadja: „Direkt beeinflusst wird bei den vielen Büchern, die ich mittlerweile gelesen habe schwierig. Doch um ein paar zu nennen, würde ich spontan Agatha Christie, Patricia Highsmith, Stephen King, Frank Schätzing, Andreas Eschbach, Tess Gerritsen, Michael Ende, Wolfgang Hohlbein, nennen.

Eine ganz spontane Antwort, gerne mit Begründung: welchen Deiner Protas möchtest Du gerne mal treffen?
Nadja: „Adam Flick und Elli natürlich.
Und gleich hinterher: Welchen auf gar keinen Fall?
Nadja: „Keinen meiner Psychopathen.

Hast du noch eine Frage an uns oder unsere LeserInnen?
Nadja: „Während ich ein Buch schreibe, kommt alles hinein, was ich gerne selbst in einem Thriller lesen würde. Da die Geschmäcker sehr unterschiedlich ausfallen, ist es für mich spannend, was genau einen guten Thriller für die LeserInnen ausmacht.

Ich danke Dir, für Dein Interesse und die Zeit die Du investierst. Das ist ein wirklich schönes Interview geworden!“

Ich bedanke mich bei dir, liebe Nadja, das Du Dir die Zeit für uns genommen hast! Und definitiv unsere Lieblingsaussage im Interview: „Leider sind am Ende alle tot.“ ~ Du bist eindeutig zur Thriller-Autorin geboren! ;D

Ein noch größerer Dank geht an Dich, liebe Nadja, für die Bereitstellung Deines aktuellen Buches, sowie wie … hach, schaut am besten selbst bei unserer aktuellen Verlosung vorbei ~ mehr als wir uns hätten wünschen können! Aber nichts gibt‘ s umsonst, oder? Natürlich wollen wir Nadjas Neugierde befriedigen und somit greifen wir doch dort ihre Frage wieder auf!
Also: vorbeischauen, mitmachen und mit etwas Glück gewinnen 🙂

15 Gedanken zu „Nadja Roth [Autorin]

  1. Liebe Janna,
    ein schönes Interview zu einer Autorin, die ich noch nicht kannte. Danke! Bei mir gibt es seit diesem Jahr auch Autoren-Interviews, umso spannender war es für mich zu lesen, wie andere das machen und welche Fragen gestellt werden.
    Thriller mag ich sehr gerne, deshalb habe ich gleich mal bei der Verlosung mitgemacht. Danke an die Autorin für die Bereitstellung ihrer Bücher! Das ist auch nicht selbstverständlich. 🙂
    GlG vom monerl

    1. Hallo monerl,
      lieben Dank für dein Kompliment!
      Ja, was uns Nadja hier zur Verfügung gestellt hat ist Wahnsinn, aber ‚unsere‘ beiden anderen weiblichen Autorinnen hatten ebenfalls ihre Bücher zur Verfügung gestellt ~ also ein Danke geht wohl an alle drei Damen (=
      Bei Andreas hatte ich selbst ein Buch, um es zu verlosen [wollt ich nur erwähnt haben, nicht das es falsch rüber kommt].
      Liebe Grüße!

  2. Hey crumb,
    jetzt muss ich ja auch mal hier was „beitragen“ – ein ganz tolles Interview 🙂
    Bei der Aussage „am Ende waren alle tot“ hab ich mich bald weggeschmissen .
    Herrlich ehrlich finde ich Nadjas Antworten.
    Ganz toll.
    Liebe Grüße
    Kasin

  3. Liebe crumb,

    Genau bei diesem Satz „Leider sind am Ende alle tot.“ musste ich auch erst einmal losprusten….. Zu schön! Eine gewünschte Liebesgeschichte doch leider war es das dann auch 😉 :-D. Herrlich!

    Tolles Interview!

    habt noch einen schönen Sonntag :-*

    Liebe Grüße
    Amelie Summ

        1. Dankeschön für die Antwort :-)! Bei Red muss ich jetzt erst einmal schauen aber die Anderen kenne ich natürlich 😉 und am meisten mag ich von diesen Linkin Park 😉 :-)!

          Liebe Grüße
          Amelie:-)

    1. Vielen Dank!! Ja, der Satz ist herrlich oder?! 😀
      Ich gebe deine Frage gerne mal weiter!
      Einen feinen Sonntag wünsche ich dir!

  4. Nadja Roth kommt im Interview total sympathisch rüber und ja, ich musste auch schmunzeln über ihren Versuch, eine Liebesgeschichte zu schreiben und am Ende waren alle tot 🙂
    Das macht richtige Laune, mal einen Blick auf ihre Thriller zu werfen.

    LG Gabi

    1. Hey Gabi,
      das kann ich nur bestätigen, die Autorin ist nicht nur sympathisch, sondern kann sehr gut mit meiner manchmal doch sehr forschen Kritik umgehen! Als Autor/Autorin braucht man denke ich grundlegend ein dickes Fell & doch kann nicht jeder mit Kritik gut umgehen, weshalb ich es in den Einleitungsworten unbedingt erwähnen musste. Ich glaub ich war schon nicht ohne als Testleserin 😉

      Liebe Grüße!

    1. Vielen Dank liebe Anja & natürlich freue ich mich sehr, dir nicht nur eine für dich neue Autorin vorstellen zu können, sonders das obendrauf deine Neugierde geweckt wurde (=

      Liebe Grüße!

Kommentar verfassen