„Murder Park“ von Jonas Winner

Inhalt laut Verlag

„Willkommen im Murder Park! Betreten auf eigene Gefahr! Zodiac Island vor der Ostküste der USA: ein beliebter Freizeitpark — bis dort ein Serienmörder drei junge Frauen auf bestialische Weise tötet. Der Täter Jeff Bohner wird schnell gefasst, der Park aber geschlossen. Die Schreie der Opfer scheinen vergessen zu sein.
20 Jahre später: Die Insel soll zur Heimat werden für den Murder Park, eine Vergnügungsstätte, die mit den Ängsten der Besucher spielt. Paul Greenblatt wird zusammen mit elf weiteren Personen auf die Insel eingeladen. Und dann beginnen die Morde. Ein Killer ist auf der Insel und die nächste Fähre kommt erst in drei Tagen …“

Sex & Crime – das verkauft sich immer gut. So dachte vielleicht auch der vermögende Unternehmer Rupert Levin und machte aus dem stillstehenden, ehemaligen Vergnügungspark für die ganze Familie etwas anderes, etwas besonderes.
Zodiac Island musste vor 20 Jahre geschlossen werden. Der Park, weit draußen auf einer Insel gelegen und nur per Fähre erreichbar, hatte dem Serienkiller Jeff Bohner ebenfalls als „Vergnügungsstätte“ gedient und nach drei bestialischen Morden für Bohner und den Park das Todesurteil bedeutet.

Nun wird es eine Einführung geben, ein extra für ausgewählte Personen arrangiertes Presseevent. Denn aus Zodiac Island wird Murder Park.
12 Männer und Frauen die alle einen Bezug zum damaligen Zodiac Island haben und einer davon ist Paul. Seine Verbindung ist seine Mutter – eine der drei ermordeten Frauen. Aber es findet sich unter anderem auch ein Tontechniker, eine Kellnerin und eine ehemalige Bundesagentin vor Ort ein.

Das Hörbuch ist mit seinen vielen verschiedenen Sprecherinnen und Sprecher für mich wieder ein Highlight. Die Charaktere erhalten nicht einfach nur ihre Stimmen sondern auch Emotionen, die in einem Print so einfach nicht dargestellt werden können.

Die „Vorstellung“ der einzelnen Personen findet in gleichmäßigem Rhythmus statt. Zwischen der Geschichte um den neuen Park gibt es Tonbandaufnahmen der Interviews die der Psychologe Sheldon mit ihnen führte und so viel zu den Männern und Frauen aussagt. Ihre Verbindung zum Park, ihre Beweggründe nochmals dorthin zu wollen und auch ihre Skepsis gegenüber dem neu geplanten Murder Park.

Dieser Wechsel zwischen dem Park im Jetzt und den Interviews sorgt für so manchen Cliffhänger aber es führt auch dazu das immer mehr herauskommt was damals im Park wirklich geschehen ist bzw. wie die einzelnen Personen dies empfunden haben und auch nach so vielen Jahren noch empfinden.

Der Park selbst ist auf eine sehr schaurige und unheimliche Weise dargestellt. Man folgt den einzelnen Personen durch die Räumlichkeiten und sieht so den neu gestalteten Park fast mit eigenen Augen. Besonders diese Murderabilia, zusammengetragen aus allen Epochen der Serienkiller sind auf eine Art und Weise geschildert, dass man sich dem kaum entziehen kann.

Das richtige Highlight aber kommt noch, denn der Park ist mehr ein Museum der Grausamkeiten und die Gruppe der Zwölf wird in ein Spiel hineingezogen. Denn ein Killer ist auf der Insel und eliminiert einen nach dem anderen. Schnell wird es blutiger Ernst und besonders Paul versucht verzweifelt, angetrieben von dunklen Erinnerungen und Erlebnissen als Vierjähriger, hinter den Sinn dieses tödlichen Spiels zu kommen.

Ist es mehr Voyeurismus oder eher Sensationsgier? Solch ein Park würde mit Sicherheit genügend „Mitspieler“ finden. Oder ist es der Reiz dieses absolut Bösen? Des Serienkillers? Seiner Psyche? Seiner Taten? Seiner Opfer?
Es zieht einen an, ob man will oder nicht!

 „Auch der psychiatrische Wahn enthält ein Stückchen Wahrheit, und die Überzeugung des Kranken greift von dieser Wahrheit aus auf die wahnhafte Umhüllung über.“ Sigmund Freud

Als Hörbuch fand ich es schaurig-schön. Sehr unheimlich diese Stimmung und auch einzelne Charaktere kamen sehr gut rüber. Dennoch waren es mir zu viele, so das einzelne untergingen bzw. nur Mittel zum Zweck waren.
Es war stellenweise sehr blutig und detailliert, deshalb rate ich zarten Gemütern eher ab den Murder Park zu betreten, zumal es auch einige reale Bezüge zu echten Serienkillern gab.

Das Ende der Geschichte hat mich doch sehr überrascht. Warum? Hört es – wenn es hell ist. Und beim nächsten Besuch einer Geisterbahn schaut euch die Gestalten und die Umgebung ganz genau an 😉

Rezension verfasst von © Kerstin 

    Buchdetails
Titel: Murder Park
Buchreihe: Einzelband 

Autor: Jonas Winner| SprecherIn: Uve Teschner, Detlef Bierstedt, Oliver Brod, Vera Teltz
Verlag: Random House Audio

ISBN: 978-3-8371-3832-0  [Audio, MP3-CD (gekürzt), 2 CDs, Laufzeit: ca. 612 Minuten, 14,99 €  ]

11 Kommentare

  1. Ich hab das Buch gerade beendet und war nicht ganz überzeugt, leider.
    In der Hörbuchversion war es vielleicht deutlicher, aber ich hatte z. B. echt Probleme, die einzelnen Personen auseinanderzuhalten bzw. mir zu merken, wer nochmal wer war. Aber obwohl mir dieses Buch nicht ganz so gut gefallen hat, werde ich bestimmt noch mehr von diesem Autor lesen.

    LG Gabi

    1. Hey Gabi,
      ja, hab schon bei dir gesehen und Kommi dagelassen. Wie gesagt, mit den Namen hatte ich es ja auch kein Stück.
      Aber diese Hintergründe zu den Serienkillern und die Sprecher waren einfach genau meins.
      Liebe Grüße
      Kerstin

  2. Pingback: Jonas Winner
  3. Schön das es Dir auch gefiel. 🙂
    Ich glaube auch das besonders die Sprecher diese Atmosphäre verstärkten.
    Gruselig und blutig fand ich diverse Szenen auch aber das scheint wirklich Empfindungssache zu sein.
    Jeder hat da eine andere Schmerzgrenze und ich gehöre auch zu den etwas zarteren Gemütern. *g*
    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende,
    Ela

    1. Hallo liebe Ela,
      ja stellenweise war es echt grauselig. Vorallem diese Schilderungen zu den Opfern fand ich sehr detailliert. Ich kann schon einiges vertragen aber es darf nicht zu übertrieben sein.
      Bei einem Print hätte ich bestimmt vieles überlesen, bin daher waren die Sprecher echt klasse.
      Liebe Grüße und dir auch ein schönes Wochenende
      Kerstin

  4. Oh man. hätte ich das gewusst.
    Uve Teschner und Detlef Bierstedt sind zwei meiner Lieblingshörbuchsprecher und das Buch selbst hat mir nich so gut gefallen. Vielleicht hätten die beiden mich besser verzaubern können. Naja.
    Freut mich auf jeden Fall dass es dir besser gefallen hat als mir.
    Liebe Grüße

    1. Hey Chrissi
      es passiert mit ganz oft in letzter Zeit das ein Hörbuch mich total packt und ich gleichzeitig weiß das ein Print das nicht gekonnt hätte. Da spielen die Sprecher wirklich eine große Rolle.
      Liebe Grüße
      Kerstin

  5. Hallo Kerstin,
    ich habe es gelesen (Rezi folgt) und auch ohne eine tolle Audio-Umsetzung hat mich der Thriller sehr gefesselt, immer wieder überrascht und festgetackert. Mit dem Lesen aufzuhören ging nur sehr schwer 😉
    Und das Wahnsinnsfeuerwerk zum Schluss war nochmal ein Highlight für sich.
    Liebe Grüße, Heike

    1. Hallo Heike,
      Ja die Geschichte hatte was 🙂
      Bei einer Audio kann ich die einzelnen Personen immer besser einordnen bzw. ihre Emotionen. Das fand ich hier sehr gelungen. Aber auch die Beschreibungen des Parks und der Vergangenheit der Einzelnen war wirklich gelungen.
      Bin auf Deine Rezi gespannt, Stubs mich an damit ich sie nicht übersehe
      Liebe Grüße
      Kerstin

      1. Huhu Kerstin, solch gut umgesetzten Audios liebe ich auch sehr!
        Wenn ich nicht irre, habe ich in meiner Rezi auf eure verlinkt, das müsstet ihr also mitkriegen 😉
        Liebe Grüße, Heike

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