(M)ein Abend mit Wulf Dorn |Autorenlesung|

Eigentlich sollte der Titel dieses Beitrags „Unser Abend mit Wulf Dorn“ heißen, denn es war geplant das Kerstin zu mir kommt. Es sollte (mal) wieder nicht sein und ich hoffe mit meinen wenigen Worten, ihr einen kleinen Einblick in die Lesung gewähren zu können.

Siehst du meine liebe N., ich verdecke dich hervorragend! Ein wenig Wartezeit bis Wulf Dorn die Bühne betrat, haben wir uns mit einem Glas Wein und Spaß überbrückt.

Und ja, es wird leider wirklich kurz und knackig, denn ich muss vorab schon gestehen das ich mir absolut keine Notizen gemacht habe, da ich einfach fasziniert gelauschte.

Wulf Dorn begann den Abend mit einer kleinen Vorstellung seiner Person, wie er zum Schreiben kam und von seiner ersten Begegnung mit Stephen King (Zitat King zu Dorn „You look like Billy Idol“ – der Lacher war sicher, auch bei uns).
Aus dem Buch wusste ich bereits, das er über viele Jahre in einer psychiatrischen Klinik gearbeitet hat, allein das macht mich schon sehr neugierig auf seine Bücher wie bspw. „Trigger“. Es gab noch einige weitere interessante Themen, bevor er dann gezielt Bezug auf sein aktuelles Buch nahm.

Im Anschluss schilderte er eine Situation auf einem Flughafen, eine Impulsgebung für das Buch. Wulf Dorn sah ein kleines Mädchen, wie sie auf einem Fernseher Nachrichten sah – den Bildern von Krieg und Tot ausgesetzt, da die Mutter mit anderem beschäftigt war. Er begann sich zu fragen was dies in einem Kind bewegt, welche Antworten man als Erwachsener darauf gibt. Er machte deutlich, dass wir als Erwachsene gelernt haben diese Informationen – als Selbstschutz – zu filtern. Eine Fähigkeit die ein 5-6 jähriges Kind noch nicht erlernt hat. Daraus entstanden weitere Gedanken und Fragen und die erste Szene begann sich zu formen, dies wurde im Buch die Schlussszene.

Danach begann er einige Passagen vorzulesen und mir gefiel der Übergang von seiner Erzählung ins Buch sehr gut. Ich kann nur raten, wer eine Lesung von Wulf Dorn besuchen möchte, sollte das Buch nicht zuvor gelesen haben. Es mindert nicht die Freude, aber nimmt einem die gewisse Spannung. Der Autor liest nicht nur mehrmals, sondern auch längere Passagen aus seinem Buch.
Da er jedoch eine wunderbare Vorlesestimme hat, habe ich mehr als gerne den bereits bekannten Szenen gelauscht!

Was mir besonders an diesem Abend gefiel, war die offene Art des Autors. Kein Abfertigen, sondern sich auch nach der Lesung noch Zeit für seine Leser*innen nehmen.

(Ich lasse Svens Frage an dieser Stelle mal aus, es ist eine königliche Anekdote, aber ich glaube dann redet er nicht mehr mit mir)

Natürlich habe auch ich die Chance eines eins-zu-eins-Gesprächs genutzt, denn ich wollte niemanden der Besucher*innen spoilern. Wie schon erwähnt, kannte ich die Geschichte bereits und war wirklich hin und her gerissen, wie ich es einordnen soll, was ich von der Umsetzung halte.
Ganz klar sollte ein Buch für sich stehen und nicht auf weitere Worte des Autors angewiesen sein und doch nahmen genau diese im Nachklang einen Einfluss auf meine Rezension, die ich erst nach der Lesung geschrieben habe. Mehr möchte ich an dieser Stelle nicht darauf eingehen, wer mehr dazu erfahren möchte kann gerne bei meiner Rezension zu dem Buch vorbeischauen.

Besonders das Cover war wohl eine kleine Herausforderung und sollte (unter anderem) weiß, sozusagen das Negativ des jetzigen sein, doch aufgrund des Genres wurde die dunklere Version gewählt. Ich bin gespannt wie es bei einer Neuauflage aussehen wird. Denn – ich denke so viel darf ich verraten – es wird nicht mehr im Genre „Thriller“ zu finden sein.

Die Lesung war wirklich wunderbar! Das Krimifestival der Buchhandlung „Lünebuch“ war immer toll organisiert und der Autor Wulf Dorn sehr sympathisch!


Abgesehen von dem Foto auf dem ich abgebildete bin und dem Buchschnitt, habe ich alle Bilder von ©Lünebuch zur Verfügung gestellt bekommen – vielen Dank an dieser Stelle!

14 Kommentare

  1. Hey 🙂

    Ich hoffe, ich schaffe es auch irgendwann mal zu einer Lesung von Wulf Dorn, dein Bericht macht auf jeden Fall Lust darauf. Das Krimifestival scheint ja insgesamt sehr gut angekommen zu sein, stimmt’s?

    Liebe Grüße
    Ascari

    1. Unbedingt, nicht nur sympathisch, sondern auch unterhaltsam – er hätte mir auch gern das gesamte Buch vorlesen können! Eine sehr angenehme Lesestimme.

      Ja, das Krimifestival ist immer eine feine Sache – wobei Sven zunächst etwas pompöseres erwartet hatte 😀

      Hab einen mukkeligen Abend!

  2. Hallo,
    das ist ein ganz toller Bericht zur Lesung und ich bekomme jetzt richtig Lust auch mal eine Lesung von Wulf Dorn zu besuchen. Er scheint richtig sympathisch zu sein und anscheinend hattest du ja einen wirklich tollen Abend.
    Liebe Grüße
    Diana von lese-welle.de

    1. Huhu Diana,
      ich kann dir nur empfehlen eine Lesung von ihm zu besuchen. Toller Austausch, sehr sympathisch und humorvoll und eine feinste Vorlesestimme!

      Hab einen mukkeligen Sonntag!

  3. Also wenn ich ihn so auf den Bildern seh und höre wie er liest, macht es ihn direkt sympathisch 😀 Aber dummerweise sagte mir bisher kein Buch von ihm (inhaltlich) zu, sodass ich bis heute nichts von ihm gelesen hab. Selbst Trigger., was eigtl nur Lob bekommt, konnte mich nicht locken und es zog wieder aus. Manchmal solls wohl nicht sein :/

    1. Er ist auch mega sympathisch! Und die Lesung war interessant und unterhaltsam und seine Vorlesestimme überraschte mich positiv – ein rundum feiner Abend! Schade das dich die Bücher nicht so ansprechen, hätte ich bei „Trigger“/“Phobia“ aber schon gedacht das es dich interessieren würde…

      1. Ach, inzwischen seh ich das ja entspannt. Ich find Fitzek auch super sympathisch, würde aber aktuell auf keinen Fall zu einem Buch von ihm greifen 😉 vllt macht es bei Mr Dorn irgendwann noch *klick* und ich werd plötzlich ein riesengroßer Fan XD

        1. Eben, man kann und muss nicht alles lesen! Aber wenn einem der Autor/die Autorin sympathisch erscheint vielleicht einfach mal eine Lesung versuchen?

  4. Dafür, dass Du alles ohne Notizen aus der Erinnerung heraus geschrieben hast, ist das aber doch noch ein ziemlich langer Lesungsbericht geworden. Das spricht ja dafür, dass das Erlebnis Dir gut im Gedächtnis geblieben ist. Und man merkt aus Deinem Bericht auch Deine Begeisterung. Das macht so richtig Lust, gleich mal zu schauen, ob Wulf Dorn auch ma in meiner Nähe liest 🙂

    Hab vielen Dank dafür, dass Du uns zu dieser Lesung ein bissche mitgenommen hast.

    LG Gabi

    1. Huhu meine Feine und danke dir, schön das auch ohne Notizen nicht nur meine Begeisterung sondern noch ein wenig des Abends herüberkommt! Oh mach das, ich fand den Abend wirklich toll und seine Lesestimme hätte ich noch ewig zuhören können, aber auch ihm in seiner Erzählung.

      Hab noch einen feinen Rest-Abend!

  5. Danke für Deinen Bericht. Ich finde ja, dass er der Billy Idol der Schriftsteller ist. Die Anekdote würde mich jetzt aber brennend interessieren.
    LG und ein tolles Wochenende

    1. Hihi – gut das dus schreibst! Hab ich oben direkt noch nachgetragen, da total vergessen, denn genau das sagte King zu ihm! 😉

      Naja, Bericht ist zu viel gesagt, aber ein paar Worte wollte ich gerne schreiben. Ich glaube der Wein sprach aus Sven *lach, aber möchte das nicht ohne seine Zustimmung öffentlich schreiben, ich informier dich sollte er ein Go geben (=

      Hab einen feinen Abend!

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